Semmering

984 m, Fischbacher Alpen/Rax-Schneeberg-Gruppe, Leitha/Drau

Dieser Pass trennt die Fischbacher Alpen im Osten von der Rax-Schneeberg-Gruppe im Westen, sowie die Bundesländer Niederösterreich im Norden von der Steiermark im Süden. Auf der Passhöhe liegt der gleichnamige Luftkurort Semmering (im Bild unten), der von der niederösterreichischen Seite (Talort Schottwien, 569 m) sowohl über den Wallfahrtsort Maria Schutz (760 m), als auch über durch die Adlitzgräben führende Kleinstraßen erreicht werden kann.

Wolfgang Glock, CC BY-SA 3.0

Der südliche Talort ist Mürzzuschlag (670 m). Die Passhöhe wird von der alten Semmeringstraße B 306 überquert und von der neuen Semmering Schnellstraße S 6, sowie im Scheitelbereich von der Semmeringbahn untertunnelt. Diese Hauptverkehrsrouten sind neben der Südautobahn die wichtigsten Verkehrswege zwischen dem Großraum Wien und der Steiermark.

Die seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende 1854 fertiggestellte Bahnstrecke über den Semmering ist Teilstück der Südbahn, die Wien mit dem Hafen von Triest verbinden sollte. Sie war die erste normalspurige Gebirgsbahn Europas und verdankt ihre Verwirklichung teilweise militärischen Überlegungen, zumal die einfachere (und deutlich billigere) die Alpen östlich umgehende Trassenführung gegen Osten hin ungeschützt gewesen wäre und teilweise sogar über ungarisches Gebiet geführt hätte. Zum Zeitpunkt des Baubeginnes waren die Erinnerungen an die Ungarnaufstände des Revolutionsjahres 1848 noch allzu präsent (siehe auch der teilweise romantisierte Inhalt der Sisi-Filme), weshalb man sich entschloss, – um die Verteidigung Wiens bei Angriffen aus dem Osten zu erleichtern -, die Bahnstrecke strategisch geschützt durchs Gebirge (siehe Bild unten) zu verlegen.

H. Raab (User:Vesta), CC BY-SA 3.0

Ähnliche Beweggründe waren seinerzeit auch für die Trassenwahl der Westbahn verantwortlich, die von Wien weg durch den Wienerwald das Wiental aufwärts und mehr als 200 Höhenmeter überwindend den Alpenhauptkamm bei Rekawinkel überquert und von dort, um St. Pölten zu erreichen, die Täler und Nebentäler der Großen Tulln und der Perschling queren muss. Auch hier hätte die einfachere Trassenführung durch die Ebene des Tullnerfeldes im Falle einer Bedrohung Wiens aus dem Norden (den Preußen wurde noch weniger getraut als dem wilden Steppenvolk der Puszta) strategische Nachteile gebracht, zumal die Bahntrasse teilweise exponiert direkt am rechten Donauufer verlaufen wäre. Erst im 21.Jahrhundert wurde durch den Bau des Wienerwaldtunnels die Westbahntrasse ins Tullnerfeld verlegt.

Wasserscheide  Leitha (Äußerer Alpenbogen) Drau (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Heidbach – Auebach – Schwarza – Leitha – Mosoni Duna – Donau Dürrbach – Fröschnitz – Mürz – Mur – Drau – Donau
Mündung  Schwarzes Meer
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Leitha bis
Semmering Die Alpenhauptwasserscheide folgt weiterhin als Leitha/Drau–Wasserscheide der Landesgrenze Niederösterreich/Steiermark und veläuft in Westrichtung durchs Raxgebiet über Pinkenkogel (1.292 m), Ochnerhöhe (1.403 m) und Kerschbaumkogel (1.480 m), dreht bei der Kampalpe (1.535 m) in Nordrichtung, passiert Windmantel (1.535 m) und Tratenkogel (1.565 m) und fällt nach dem Sitzbichl (1.212 m) zum Preiner Gschaid ab. Preiner Gschaid