Fernpass

1.216 m, Wettersteingebirge/Lechtaler Alpen, Isar/Inn

Die über diesen Pass führende L 179 (Fernpassstraße) verläuft von der im oberen Inntal gelegenen Stadt Imst im Süden durch das Gurgltal über die Orte Tarrenz und Nassereith (838 m, südlicher Talort) zur Passhöhe (im Bild unten) und weiter über Biberwier (1.012 m, nördlicher Talort) bis in die am Westfuß der Zugspitze liegende Ortschaft Lermoos, von wo sowohl in Ostrichtung ins Bayerische Garmisch-Partenkirchen, als auch in Westrichtung in die am Lech gelegene Bezirkshauptstadt Reutte Straßen- und Bahnverbindungen bestehen.

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Schon der vorrömische Bernsteinhandel soll über den Fernpass geführt worden sein, dem auch schon erste vorrömische Wegbauten gerecht wurden. Entlang der Zufahrtswege zum Fernpass gibt es auch zahlreiche archäologische Funde, die die Bedeutung des Fernpasses für den Handel zwischen Ostsee und Oberitalien und sogar Griechenland belegen. Der Fernpass ist der zweite Alpenpass auf der alten, von den Römern ausgebauten Reschenroute (Via Claudia-Augusta). In den Jahren 46/47 erbauten die Römer eine erste Straße, welche bis ins Mittelalter bestand. Sie war lange Zeit, – insbesonders zur Blütezeit der Augsburger Fugger -, die wichtigste deutsch-italienische Alpenverbindung überhaupt, da sie relativ sicher vor den Unbilden des Winters und des Hochwassers war und auch kaum zu steile und gefährliche Wegstrecken aufwies.

Der Pass, auf dessen Scheitelhöhe die zur Gemeinde Nassereith gehörende Ortschaft Fernpass liegt, trennt die Lechtaler Alpen im Westen vom Wettersteingebirge im Osten und ist vor etwa 4.100 Jahren durch einen gewaltigen Bergsturz, der die Täler zwischen den Bergen auffüllte, entstanden. Seine Landschaft ist geprägt durch eine Reihe von beiderseits der Scheitelhöhe liegenden smaragdgrünen Seen.

© cusoon.at; der Fernsteinsee (948 m)

Dieser Übergang ist die einzige einigermaßen wintersichere und für Güterverkehr zumutbare innerösterreichische Verkehrsverbindung des Außerfern genannten Nordwestteils Tirols mit dem restlichen österreichischen Staatsgebiet. Die Ausgesetztheit dieser Gegend brachte es in früheren Zeiten mit sich, dass dorthin vornehmlich in Ungnade gefallene Lehrer, Pfarrer, Richter, Bahn- und Postbedienstete und sonstige Staatsdiener versetzt und somit quasi verbannt worden sind.

Wasserscheide  Isar Inn
Abflüsse  Sumpfgebiet rund um Blindsee, Mittersee und Weißensee – Loisach – Isar – Donau Kälbertalbach – Schanzlsee – Fernsteinsee – Briglbach – Gurglbach – Inn – Donau
Mündung  Schwarzes Meer
von x bis
Fernpass Von der Scheitelhöhe des Fernpasses steigt die Isar/Inn-Wasserscheide in den Lechtaler Alpen zur Gartner Wand (2.377 m) an, wo jenseits des Isargebietes das Einzugsgebiet des Inn endet und jenes des Lech beginnt. Als Isar/Lech-Wasserscheide (siehe Vorkapitel Lech-Gebiet) verläuft sie in Nordrichtung zur Bleispitze (2.225 m), passiert im Zwischentoren die Talwasserscheide Lähn und geht in die Ammergauer Alpen über, durchläuft deren Gebiet und verlässt nach dem Ammersattel das österreichische Staatsgebiet Richtung Bayern. Der weitere Verlauf der Staatsgrenze über Scharnitz (Übertritt der Isar nach Deutschland) bis zum Ameiskopf, der die innerhalb Bayerns gelegene Scheitelhöhe des Achenpasses flankiert, bildet den Rest der Abgrenzung des für dieses Kapitel relevanten österreichischen Teils des Isareinzugsgebietes. Ammersattel

Innerhalb Bayerns passiert die Isar/Lech-Wasserscheide die Übergänge Wildsteig und Ziegelstadel, geht bei Peiting ins Alpenvorland über, wird nordöstlich von Landsberg am Lech zur Isar/Paar-Wasserscheide, dreht in Nordostrichtung und durchläuft das Haspelmoor, wird zur Isar/Abens-Wasserscheide, passiert als solche Schweitenkirchen und erreicht nach dem Fuchsberg als Isar/Große Laaber-Wasserscheide das Donautal gegenüber von Deggendorf.

Zum Flussverlauf der Isar