Mur-Gebiet (Innerer Alpenbogen), Abgrenzung und Flusssystem

Die 453 km lange Mur ist der letzte linke, Alpingewässer führende Nebenfluss der Drau. Der Fluss entspringt im Salzburger Lungau im Grenzgebiet zwischen den Hohen und den Niederen Tauern (im Bild unten der Murursprung), fließt vorerst in Ostrichtung, tritt in die Steiermark über, dreht bei Bruck an der Mur in Südrichtung, passiert die steirische Landeshauptstadt Graz und erreicht die slowenische Grenze bei Spielfeld, dreht wieder in Ostrichtung und bildet bis nach Bad Radkersburg die Staatsgrenze zwischen Slowenien (Südufer) und Österreich, dreht unterhalb von Bad Radkersburg in Südostrichtung, tritt gänzlich nach Slowenien über, ergießt sich, – das Alpengebiet verlassend -, in die Ravensko und Dolinsko genannten außeralpinen Ebenen des Prekmurje (dt: Übermurgebiet), die bereits zum Westteil der Pannonischen Tiefebene gehören, und durchquert Slowenien, wird bei Gibana zum Grenzfluss zwischen Slowenien (linkes Ufer) und Kroatien, erreicht das Dreiländereck Slowenien/Ungarn/Kroatien und mündet kurz danach als ungarisch/kroatischer Grenzfluss bei Legrad von links in die aus Kroatien kommende Drau.

Wolfgang Glock, CC BY 3.0

Über ein Drittel des im Vorkapitel Drau-Gebiet genannten 40.095 km² großen Einzugsgebietes der Drau, nämlich 13.824 km² wird von der Mur entwässert und erstreckt sich über 4 Staaten, nämlich Slowenien, Kroatien, Ungarn und Österreich (Bundesländer Kärnten, Steiermark, Salzburg, Niederösterreich und Burgenland), wobei die Drau-Einzugsgebiete der beiden letztgenannten Bundesländer ausschließlich über die Mur entwässern.

Vom von der Drau entwässerten Alpengebiet werden die Teilgebiete des Drau-Einzugsgebietes der Niederen Tauern, der Ennstaler Alpen, der Hochschwabgruppe, der Mürzsteger Alpen, der Rax-Schneeberg-Gruppe, der Fischbacher Alpen, des Grazer Berglandes und des Oststeirischen Hügellandes, – inklusive des in Ungarn Őrség genannten letzten Teiles der Alpenhauptwasserscheide und des gänzlich in die Mur entwässernden Goričko genannten auch nach Ungarn übergreifenden gebirgigen Teiles des slowenischen Übermurgebietes, ausschließlich über die Mur entwässert. Weiters entwässert ein kleiner Anteil des Drau-Einzugsgebietes der Hohen Tauern auch über die Mur in die Drau.

Von den gänzlich innerhalb des Drau-Einzugsgebietes gelegenen Gebirgsgruppen (siehe Ausführungen im Vorkapitel) der Gurktaler Alpen und der Lavanttaler Alpen, sowie des diesen vorgelagerten überwiegend innerhalb Sloweniens gelegenen und nach Kroatien übergreifenden Voralpengebietes der Windischen Bühel entwässern Teilgebiete auch über die Mur in die Drau.

Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Mur beginnt außerhalb des Alpengebiets in Kroatien an der ungarischen Grenze bei der Mureinmündung in die Drau (im Bild unten die Drau im Vordergrund) nördlich der kroatischen Ortschaft Legrad (Gespanschaft Koprivnica-Križevci).

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Sie verläuft in Nordwestrichtung durch die Ebene des Medimurje, bis sie nach rund 35 km nördlich der Stadt Čakovec die in die Ebene abtauchenden Südausläufer der Windischen Bühel (Slovenske Gorice) erreicht, zum Hauptkamm dieses den Lavanttaler Alpen vorgelagerten Voralpengebietes, das sich zwischen der von der Mur durchflossenen Ebene des Medimurje im Osten und dem von der Drau durchflossenen Pettauer Feld im Westen erhebt, ansteigt und im Zuge dieses Anstieges die slowenische Grenze überschreitet. Als Wasserscheide zwischen dem den östlichen Teil der Windischen Bühel entwässernden Murzufluss Ščavnica (im Mündungsbereich Murica genannt) und dem Drauzufluss Pesnica (dt: Pößnitz), der fast alle sich aus den Windischen Büheln ins Pettauer Feld ergießenden Bäche „einfängt“, passiert sie (siehe Ausführungen im Band 6; Kapitel Slowenien) die Verkehrsübergänge Hermanci-Jeruzalem, Radomerščak und Mekotnjak, Sveti Tomaž, Cerkvenjak, Ihova und Sveta Ana, bis sie nordwestlich des Quellgebietes der Ščavnica den das rechte (südliche) Ufer der dort die Staatsgrenze zu Österreich bildenden Mur begleitenden Hügelzug erreicht, diesem flussaufwärts in Westrichtung folgt und am Bubenberg (387 m) auf die dort vom Murtal in Südrichtung zur das rechte Murufer begleitenden Hügelkette ansteigende österreichische Staatsgrenze trifft.

von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Mur in Österreich
bis
Bubenberg Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Mur folgt ab dem Bubenberg der Staatsgrenze in Westrichtung und fällt zum weniger als 500 m entfernten Grenzübergang Šentilj ab. Šentilj