Flussverlauf der Donau unterhalb der Draueinmündung

Nach dem Drauzufluss passiert die dort die Staatsgrenze zwischen Serbien (linkes Ufer) und Kroatien bildende Donau die kroatische Stadt Vukovar (Stkm 1.337), nach der ihr die aus Kroatien kommende im alpinen Mittelgebirge der Slawonischen Berge entsprungene Vuka zufließt (85 m) und wird danach, – allmählich in Ostrichtung drehend -, wieder zur Alpengebietsgrenze, da die Westabhänge der Fruška Gora, des letzten und östlichsten (mittel)alpinen Bergrückens, ihr kroatisches (rechtes) Ufer erreichen. Sie passiert die serbische Ortschaft Bačko Novo Selo (Stkm 1.319) und tritt, nachdem ihr auf kroatischer Seite noch der Debeli potok bei der kroatischen Grenzstadt Ilok (östlichste Stadt Kroatiens, im Bild unten die dortige über dem rechten Donauufer gelegene Burg von Ilok) zugeflossen ist, nach Bačka Palanka (83 m, Stkm 1.299) bei Stkm 1.295,5 gänzlich auf serbisches Staatsgebiet über.

Modzzak, CC0

In Ostrichtung entlang der zu ihrem rechten Ufer abfallenden Nordabhänge der Fruška Gora fließend passiert die Donau die Ortschaft Neštin (Stkm 1.292), wo ihr von rechts die Neština zufließt. Auch auf den nächsten 40 km bis Novi Sad erreichen die Donau von Süden zahlreiche vom Hauptkamm der Fruška Gora in Nordrichtung abfließende und somit alpine Kleinbäche. Die Donau passiert dabei die am rechten Ufer liegenden Ortschaften Banostor (Stkm 1.277) und Beočin (Stkm 1.269), danach die am linken Ufer liegenden westlichen Stadtbezirke von Novi Sad (82 m, dt: Neusatz) und erreicht die gegenüber dem Stadtzentrum von Novi Sad bei Stkm 1.255 am rechten Ufer liegende historische Festung Peterwardein (im Bild unten).

Wolfgang Hunscher, CC BY-SA 3.0

Nach dem Hafen von Novi Sad verlässt die Donau das Stadtgebiet in Ostrichtung und passiert bei Stkm 1.244 die Stadt Sremski Karlovci, nach der sie bei Stkm 1.232,1 von der Autobahn A 22 (Novi Sad-Belgrad) überbrückt wird und es fließt ihr 0.5 km nach der Ortschaft Stari Slankamen bei Stkm 1.214,5 von Norden die in der Ukraine an der Kontinentalwasserscheide entsprungene 965 km lange Theiss zu (80 m, im Bild unten: Theiß von oben in die Donau mündend), die der längste und (nach der Save) zweitwasserreichste Nebenfluss der Donau ist.

Aisano, CC BY-SA 4.0

Wieder in Südrichtung drehend und die Ostabhänge der Fruška Gora umschmiegend passiert die Donau die an den Ost- und Südostausläufern der Fruška Gora gelegenen Ortschaften Surduk (Stkm 1.207) und Novi Banovci (Stkm 1.189), begrenzt mit ihrem rechten Ufer im nördlichen Belgrader Stadtbezirk Zemun (Stkm 1.174) den östlichsten Teil des Alpengebietes und es mündet noch vor dem Stadtzentrum Belgrads bei Stkm 1.172 ein linker Save-Nebenarm -, und schließlich bei Stkm 1.170 der Hauptarm der Save von Westen auf 75 m Seehöhe ein.

Kmusser, CC BY-SA 2.5

Die 940 km lange Save ist (nach Theiss und Pruth) der drittlängste und mit einem durchschnittlichen Abfluss von 1.513 m³ pro Sekunde der wasserreichste Nebenfluss der Donau. Sie entspringt an der Donau/Adria-Wasserscheide in der Nordwestecke Sloweniens in den Julischen Alpen, durchfließt in Südostrichtung Slowenien, sodann Nordkroatien und mündet in Zentralserbien in die Donau. Vom Alpengebiet entwässert die Save die Südabhänge der Karawanken, die Osthälfte der Julischen Alpen und des alpinen Karsts, den größten Teil der Steiner Alpen, den Westen des Cillier Berglandes, die Medvednica und das Usokengebirge (Žumberak) samt den Vukomeričke gorice, Teile des Matzelgebirges und der innerhalb Kroatiens gelegenen Mittelgebirgsgruppen des Slawonischen Gebirges, sowie die überwiegend in Serbien gelegenen Südabhänge der Fruška Gora und führt der Donau letztmals von Alpengebieten stammendes Wasser zu. Durch rechte nichtalpine Save-Zuflüsse erreicht auch aus Bosnien und Herzegowina, aus Montenegro und aus Albanien stammendes Wasser die Donau (siehe auch Ausführungen im Band 6, Kapitel Serbien Save-Gebiet).

Die Donau verlässt nach der Savemündung Belgrad in Ostrichtung und es beginnt noch vor der bei Stkm 1.104 gelegenen südlichen Einmündung des 165 km langen Hauptflusses Serbiens, der Großen Morava der rund 150 km lange und abschnittsweise fast 3 km breite Đerdapsko jezero genannte Stausee des Kraftwerks Eisernes Tor 1 (65 m, im Bild unten). Die an der Balkan-Wasserscheide und der Donau/Adria-Wasserscheide entspringenden Quellflüsse der Großen Morava sind die 308 km lange Westliche Morava, deren Zuflüsse (Ibar) teilweise im Kosovo und Montenegro entspringen, und die 295 km lange Südliche Morava, die auch aus Nord-Mazedonien und Bulgarien stammendes Wasser mit sich führt.

Denis Barthel, CC BY-SA 3.0

In den Stauraum Đerdapsko jezero mündet bei Stkm 1.075 von links die aus den Karpaten kommende und die Grenze zu Rumänien bildende Nera ein und die Donau wird von den Rumänischen Westkarpaten in Südostrichtung gedrängt. Als Grenzfluss zwischen Rumänien (linkes Ufer) und Serbien durchbricht die Donau die Karpaten zwischen deren Untergruppen Banater Gebirge und dem vom rechten Ufer aufragenden Serbisches Erzgebirge genannten südlichsten Karpatengebirgszug beim Eisernen Tor (Stkm 943 bis 864), wo sie von den Kraftwerken Eisernes Tor 1 und Eisernes Tor 2 (vorläufig letztes Laufkraftwerk der Donau; ein kleines Kraftwek Eisernes Tor 3 wird von Serbien geplant) aufgestaut wird, wobei sie sich vor der ersten Staustufe auf 150 m verengt und über 100 m tief wird (größte Flusstiefe Europas).

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Nach dem Durchbruch in die Ebene der historischen Region Walachei eingetreten fließt der Donau bei Stkm 845 von rechts der die serbisch/bulgarische Grenze bildende Timok zu (30 m), dessen Mündungsbereich der nördlichste Punkt Bulgariens ist.

Die Donau verlässt nach der Timokmündung endgültig das serbische Staatsgebiet und verläuft in Ostrichtung weiter rund 470 km lang als Grenzfluss zwischen Rumänien (linkes Ufer) und Bulgarien. In diesem Abschnitt wird sie von bloß 2 Brücken überspannt. Die erst im Jahr 2013 fertiggestellte Brücke (im Bild unten) zwischen der rumänischen Stadt Calafat (35 m) und der bulgarischen Stadt Widin (34 m) liegt knapp 50 Flusskilometer unterhalb der Timokmündung.

Uwarf, CC BY-SA 3.0

Nach weiteren 180 km mündet bei der bulgarischen Ortschaft Gigen von rechts der im Rilagebirge an der Balkan-Wasserscheide entsprungene 368 km lange Iskar ein. Auf den folgenden 125 Flusskilometern münden auf der bulgarischen Uferseite die im Hohen Balkan und somit ebenfalls an der Balkan-Wasserscheide entsprungenen Flüsse Vid (189 km, Mündung in Somovit), Ossam (314 km, Mündung in Nikopol), Jantra (285 km, Mündung in Switschpol) und Rusenski Lom (197 km, Mündung in Russe) in die Donau.

Von der rumänischen Seite erreicht in diesem Abschnitt (u. a.) zwischen Vid- und Ossammündung in Turnu Măgurele der in den Ostkarpaten entsprungene 615 km lange innerrumänische Fluss Olt, der im Unterlauf die Kleine Walachei im Westen von der Großen Walachei im Osten trennt, die Donau.

Zwischen Russe und der rumänischen Stadt Giurgiu (25 m) wird die Donau von der 2,8 km langen im Jahr 1954 fertiggestellten Freundschaftsbrücke überspannt (Stkm 489, im Bild unten das rumänische Nordportal), die bis 2013 die einzige Grenzbrücke über die Donau zwischen Bulgarien und Rumänien gewesen ist.

S. Stähler, CC0

Nach der 110 km östlich von Ruse an der Donau gelegenen Grenzstadt Silistra (6 m, Stkm 376, letzte bulgarische Donauortschaft) verlässt die Donau die Staatsgrenze Bulgarien/Rumänien und tritt in Nordrichtung auf rumänisches Staatsgebiet über. Sie passiert innerhalb Rumäniens, – begrenzt von den auch Waldkarpaten genannten Äußeren Ostkarpaten im Westen und dem Schwarzmeer-Küstengebirge Dobrudscha im Osten -, die Stadt Cernavodă (Stkm 300), in der sich das einzige Atom-Kraftwerk Rumäniens befindet und von der in Ostrichtung der Donau-Schwarzmeer-Kanal (Cernavodă-Constanța-Kanal) abzweigt. Bild unten: Donau (blau) und DS-Kanal (rot)

Julieta39 (talk | contribs), CC BY-SA 3.0

Am gegenüber liegenden linken Ufer liegen die Städte Brăila und Galați (im Bild unten), bei der von Westen der aus der nördlichen Bukowina (Ukraine – Oblast Tscherniwz, dt: Czernowitz) kommende 706 km lange Sereth einmündet (5 m, Stkm 150).

Utilizator:Iulian.crintea at ro.wp, CC0

Die unterhalb von Galați in Ostrichtung drehende Donau wird 11 km unterhalb der Serethmündung ab der nördlichen Einmündung des in den ukrainischen Waldkarpaten an der Donau/Dnjestr-Wasserscheide entsprungenen 953 km langen Pruth (nach der Theiß der zweitlängste Nebenfluss der Donau) auf einer Strecke von nur 570 m bei der moldawischen Stadt Giurgiulesti (im Bild unten der Hafen und der Güterbahnhof) zum Grenzfluss zwischen Moldawien (linkes Ufer) und Rumänien.

Glax2007, CC BY-SA 4.0

Östlich von Giurgiulesti bildet die Donau bis zur rumänischen Stadt Tulcea für 100 km die Grenze zwischen der Ukraine (Nordufer) und Rumänien. Bei Tulcea mündet von Norden der Kuhurluj genannte Abfluss des Jalpuhsees, der seinerseits hauptsächlich vom 114 km langen, an der Donau/Dnjestr-Wasserscheide innerhalb Moldawiens entsprungenen Jalpulch gespeist wird, in die Donau.

In Tulcea beginnt die Deltabildung des Donaustroms und der Hauptstrom teilt sich in drei Mündungsarme. Der nördliche in Nordostrichtung abzweigende 116 km lange Kilijaarm hat eine eigene Kilometrierung, führt über 60 % des Donauwassers und bildet bis zu seiner Schwarzmeer-Einmündung weiter die Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kilijaarm

Der südliche in Südostrichtung abzweigende für Großschifffahrt ungeeignete St.-Georgs-Arm führt 20 % des Donauwassers und erreicht das Schwarze Meer bei Sfântu Gheorghe.

Obwohl er die geringste Wassermenge der 3 Mündungsarme führt, ist der nach Tulcea die Ostrichtung beibehaltende mittlere Sulinaarm (Bratul Sulina) wegen kaum vorhandener Krümmungen und ausreichenden Wassertiefen am wenigsten verschlammt, wird für die Großschifffahrt in Stand gehalten und auch Sulinakanal genannt. Die an seiner Mündung gelegene Stadt Sulina ist nicht an das rumänische Straßennetz angebunden und nur mit dem Schiff erreichbar.

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Im Sulinaarm liegt nahe dem Leuchtturm von Sulina (im Bild oben) der seinerzeit festgesetzte für die Kilometrierung der Donau maßgebliche Stromkilometer Null, dessen Entfernung zur offenen See des Schwarzen Meeres sich im Laufe der Zeit immer mehr vergrößert.

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