Faschinajoch und der Flussverlauf der Ill und des Alpenrheins bis zum Bodensee

1.486 m, Bregenzerwald/Lechquellengebirge, Ill/Bregenzer Ach

Dieser Übergang (im Bild unten vom Glatthorn gesehen) verbindet das Tal der Bregenzer Ach mit dem Großen Walsertal und wird von der gut und wintersicher ausgebauten Faschinastraße (L 193) überwunden, die von der Ortschaft Au im Tal der Bregenzer Ach (800 m) das Damülsertal 12 km aufwärts über Damüls zur Scheitelhöhe führt, südlich der die höchstgelegene Siedlung des Großen Walsertales, die zur Gemeinde Fontanella gehörende Ortschaft Faschina liegt. Über den Hauptort Fontanella (1.145 m) erreicht sie sodann nach 8 km das Große Walsertal bei der Ortschaft Sonntag (888 m).

Bernhard Mäser, CC BY-SA 3.0

Das Faschinajoch trennt den Bregenzerwald im Westen vom Lechquellengebirge im Osten.

Wasserscheide  Ill Bregenzer Ach
Abflüsse  Faschinabach – Seebergbach – Lutz – Ill – Alpenrhein – Bodensee – Rhein Jochbach – Argenbach – Bregenzer Ach – Bodensee – Rhein
Mündung  Atlantik
Kauk0r, CC BY-SA 3.0
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Ill bis
Faschinajoch In Ostrichtung innerhalb des Lechquellengebirges den obersten Abschnitt des Großen Walsertales nördlich begleitend verläuft die Ill/Bregenzer Ach-Wasserscheide über Zafernhorn (2.107 m), Zitterklapfen (2.403 m), Kilkaschrofen (2.262 m) und Schöneberg (2.282 m) zur Hochkünzelspitze (2.397 m), von der sie in Südrichtung zum Schadonapass (1.830 m) abfällt, zum Rothorn (2.239 m) wieder ansteigt und nach dem Hochberg (2.324 m) die Braunarlspitze (2.649 m, im Bild oben) erreicht, wo jenseits des Illgebietes das Einzugsgebiet der Bregenzer Ach endet und jenes des Lech (und somit der Donau) beginnt und sich die Ill-Gebietsgrenze mit der Europäischen Kontinentalwasserscheide vereinigt.

Die nunmehrige Ill/Lech-Wasserscheide folgt dieser bereits beschriebenen Trennlinie (siehe Kapitel Abgrenzung des Rheingebietes) nach Vollziehung einer die Lechquellen umgehenden Westschleife in Ostrichtung über den Flexenpass in die Lechtaler Alpen zum Vallugamassiv, wo jenseits des Illgebietes das Einzugsgebiet des Lech endet und jenes des Inn beginnt. Ab dort in etwa der Landesgrenze Vorarlberg/Tirol folgend verläuft die Kontinentalwasserscheide als Ill/Inn-Wasserscheide in Südrichtung über den Arlberg in die Verwallgruppe und über die Bielerhöhe in die Silvrettagruppe der Rätischen Alpen, erreicht an der Dreiländerspitze (3.197 m) die Staatsgrenze zur Schweiz (Kanton Graubünden), dreht dieser folgend (als Grenze Vorarlberg/Graubünden) und die Illquellen südlich umgehend in Westrichtung und verlässt beim Signalhorn (3.210 m, im Bild unten der Gipfel in der Bildmitte hinter dem Ochsentaler Gletscher) die in Südrichtung in die Schweiz abdrehende Kontinentalwasserscheide, da dort jenseits des Illgebietes das Einzugsgebiet des Inn (und damit des Schwarzen Meeres) endet und jenes des Schweizer Rheinzuflusses Landquart beginnt.

Signalhorn
Vince51, CC BY 3.0; Am linken Bildrand die Wiesbadner Hütte
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Ill bis
Signalhorn Als Ill/Landquart-Wasserscheide folgt die nunmehr linke Ill-Einzugebietsgrenze weiter der Staatsgrenze (siehe Grenzverlaufsbeschreibung), die kurz danach beim Schlappinerjoch (im Bild unten) innerhalb der Rätischen Alpen von der Silvrettagruppe in den Rätikon übergeht, bis zum das südliche Dreiländereck Schweiz/Liechtenstein/Österreich bildenden Naafkopf. Naafkopf
© kulturwege-schweiz
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Ill bis
Naafkopf Die Gebietsgrenze der Ill verlässt dort Österreich, folgt ein kurzes Stück dem Grenzverlauf Schweiz/Liechtenstein bis zum Ljesfürggi (2.348 m), wo jenseits des Illgebietes das Einzugsgebiet der Landquart endet und jenes des Liechtensteiner Rheinzuflusses Lawenaröfi (bzw. des Binnenkanals, der fast alle ins Rheintal abfließenden Liechtensteiner Bäche aufnimmt) beginnt, dreht danach in Nordrichtung und verläuft innerhalb Liechtensteins nunmehr als Ill/Binnenkanal-Wasserscheide das Saminatal westlich begrenzend über Rappastein (2.222 m), Goldhochspitz (2.110 m) und Kolme (1.993 m) zum Heubüal (1.936 m), wird auf seinem weiteren Weg zum Alpspitz (1.942 m) von der alten, für den allgemeinen Verkehr nunmehr gesperrten Triesenbergpassstraße gequert und von der neuen, ins Liechtensteiner Schigebiet Malbun führenden Straße untertunnelt, passiert den Gafleispitz (2.000 m) und erreicht über den Kuegrat (2.123 m) am Garsellakopf (2.105 m) wieder die österreichische Grenze. Sie folgt dieser über die Drei Schwestern (2.053 m) bis zum Mistelmark (1.378 m), von wo sie die Nordrichtung beibehaltend nach Österreich bei der Oberen Illschschlucht ins südliche Stadtgebiet von Feldkirch abfällt. Sie passiert entlang dem das linke Illufer säumenden Hügelzug das Stadtgebiet, wo sie von den über den Grenzübergang Feldkirch/Tisis-Schaanwald nach Liechtenstein führenden Hauptverkehrswegen (Bahn und Bundesstraße) gequert wird. Nach Feldkirch passiert sie östlich das Quellgebiet des Liechtensteiner Alpenrheinzuflusses Esche, gewinnt bei der Unteren Illschlucht an den zum Illufer abfallenden Nordabhängen des Eschnerberges ein wenig an Höhe und es endet dort jenseits des Illgebietes das Einzugsgebiet des Liechtensteiner Binnenkanals und es beginnt jenes des direkten Alpenrheinzuflusses Spiersbach, der am Nordwestabhang des Eschnerberges in Liechtenstein nahe der Ortschaft Ruggell, bei der der Binnenkanal in den Alpenrhein geleitet wird, entspringt, östlich von Ruggell die Rheintalebene erreicht, in Nordrichtung den Alpenrhein östlich begleitet, bei Bangs nach Österreich übertritt und unmittelbar vor dem Illspitz in den Alpenrhein mündet. Die nunmehrige Ill/Spiersbach-Wasserscheide fällt sogleich über Nofels (443 m) in die Rheintalebene ab, passiert das Feuchtgebiet Rote Au (435 m), überwindet die kleine Anhöhe Bergele (445 m) und endet am Alpenrhein beim Illspitz zwischen Spiersbach- und Illmündung (429 m). Illspitz

Die Ill entspringt auf 2.240 m Seehöhe in der Silvrettagruppe der Rätischen Alpen am Ochsentaler Gletscher an den Nordabhängen von Dreiländerspitze und Piz Buin (im Bild unten).

Basotxerri, CC BY-SA 4.0

In Nordrichtung durchfließt sie das Ochsental und wird auf der Bielerhöhe (2.037 m, Übergang ins Inngebiet) zum Silvretta-Stausee aufgestaut. Sie fließt in Nordwestrichtung ins 39 km lange Montafon ab, passiert als Grenze zwischen der Verwallgruppe (rechtes Ufer) und der Silvrettagruppe die Ortschaften Partennen (1.051 m), Gaschurn (979 m) und St. Gallenkirch (878 m), nach der ihr bei Gargenul von Süden der 10 km lange und die Silvrettagruppe vom Rätikon trennende Suggadinbach zufließt, der bei Gargellen (1.423 m, im Bild unten) durch Vereinigung von Vergaldabach und dem vom Schlappinerjoch kommenden Valzifenzbach entstanden ist.

Photo: Andreas Praefcke

Als Grenze zwischen der Rätikongruppe der Rätischen Alpen (linkes Ufer) und der Verwallgruppe passiert die Ill Tschagguns (687 m), wo ihr von Norden die 24 km lange, das Silbertal (Kerngebiet der Verwallgruppe) entwässernde Litz zufließt, die unmittelbar vor ihrer Einmündung in die Ill die Ortschaft Schruns (690 m), den Hauptort des Montafons, durchfließt, und im Süden die 3 Türme genannte Berggruppe (im Bild unten) des Rätikon aufragen.

© Copyright Österreich Werbung

Nach Vandans (648 m) erreicht die Ill unterhalb von Lotrüns (583 m) den Talausgang des Montafon und es mündet vor der am rechten Illufer gelegenen Bezirkshauptstadt Bludenz von Osten die 26 km lange, aus dem Zusammenfluss von Stuben- und Rauzbach bei Stuben am Arlberg entstandene, die Verwallgruppe vom Lechquellengebirge trennende und das Klostertal entwässernde Alfenz zu (574 m), deren genannte Quellbäche an den Kontinentalwasserscheidepässen Arlberg (Übergang vom Rauzbachtal ins Inngebiet) und Flexenpass (Übergang von Alpe-Rauz ins Lechtal) entspringen. Als Grenze zwischen Lechquellengebirge und Rätikon durchfließt die Ill das Bludenzer Becken. In der gegenüber von Bludenz am südlichen Illufer gelegenen Ortschaft Bürs mündet die 13 km lange, vom im Talschluss des Brandnertales gelegenen Lünersee (1.970 m, im Bild unten) abfließende und das Brandnertal etwässernde Alvier in die Ill (570 m), die unterhalb von Bludenz in den rund 20 km langen Walgau genannten Talabschnitt eintritt und ihr dort von Norden am Ostrand von Nenzing die fast 30 km lange, das Lechquellengebirge vom Bregenzerwald trennende und das Große Walsertal entwässernde Lutz zufließt (517 m). Aus dem Großen Walsertal führt eine Straße über das Faschinajoch ins Tal der Bregenzer Ach. Ein rechtes Nebental, das vom Lutzzufluss Ladritsch entwässerte Ladritschtal ist durch das Furkajoch mit dem Laternsertal verbunden.

Vince51, CC BY-SA 3.0; Neben der Staumauer des Lünersees liegen die Douglasütte und die Bergstation der Lünerseebahn

In Nenzing mündet von Süden die 18 km lange, das Gamperdonatal entwässernde Meng in die ab dort den Rätikon vom Bregenzerwald trennende Ill (505 m). Der Talschluss des Gamperdonatales, in dem das Erholungsgebiet Nenzinger Himmel (1.370 m) liegt, wird im Westen von dem das (südliche) Dreiländereck Österreich/Schweiz/Liechtenstein bildenden Naafkopf (2.571 m) und im Süden vom Augstenberg (2.541 m, im Bild unten) überragt.

© wanderbus

In der 6 km flussabwärts von Nenzing gelegenen Ortschaft Satteins mündet von Norden der kleine Sägebach ein (475 m), von dessen Nebenflusstälern über die Übergänge Weiherberg und Schwarzer See Straßen ins Rheintal bei Rankweil und somit ins Einzugsgebiet der Frutz führen. Bloß 1 km nach der Sägebachmündung erreicht in der Ortschaft Frastanz die 17 km lange Samina von Süden die Ill (473 m). Diese ist (nach dem Alpenrhein) der Hauptfluss Liechtensteins. Sie entsteht im Gemeindegebiet von Triesenberg, wo sie ihren Ursprung aus dem Zusammenfluss von Stägerbach und Valorschbach bei Ölersegg hat. Sie durchfließt von Süd nach Nord 12 km lang den Ostteil Liechtensteins, tritt bei Falleck (873 m) nach Österreich über und duchfließt bis Frastanz ein schluchtartiges 5 km langes Tal. Ihr dünn besiedeltes Einzugsgebiet erstreckt sich auf ein Drittel der Landesfläche Liechtensteins. Die Ill durchfließt zwischen Frastanz und Feldkirch die Obere Illschlucht und nach Feldkirch die zwischen Schellenberg (linkes Ufer) und Ardetzenberg gelegene Untere Illschlucht (440 m, im Bild unten), nach der sie zwischen Gisingen und Nofels die Rheintalebene erreicht, in der sie beim Illspitz (429 m) bei Meiningen in den Alpenrhein mündet.

welleschik, CC BY 3.0

Bei der 2 km unterhalb des Illspitzes gelegenen Ortschaft Koblach mündet die 19 km lange, das Laternsertal entwässernde Frutz in den Alpenrhein (im Bild unten), der ihrerseits kurz vorher von rechts die ein unbewohntes Tal entwässernde Frödisch und der Ratzbach zugeflossen sind.

Asurnipal, CC BY-SA 3.0

Während durch linke untere Nebentäler des Laternsertales über die Übergänge Weiherberg und Schwarzer See Straßen ins Illgebiet führen, ist das Laternsertal (im Bild unten vom Furkajoch gesehen) selbst bloß durch eine einzige, im Winter gesperrte über das Furkajoch führende Passstraße mit dem Damülstal verbunden. Weder führen aus den kleinen Talschaften des Frutzgebietes KFZ-taugliche Verkehrswege ins nördlich benachbarte Einzugsgebiet der Dornbirner Ach, noch sind diese miteinander verbunden.

böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

Nach Koblach verlässt der Alpenrhein die Staatsgrenze und verläuft innerhalb der Schweiz die Grenzortschaft Diepoldsau westlich passierend bis zum Südrand der österreichischen Grenzortschaft Lustenau, wo es nach 6 km wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze kommt. Am Nordrand von Lustenau trennt sich der Alpenrhein neuerlich von der in Westnordwestrichtung weiter verlaufenden Staatsgrenze, tritt die Nordrichtung beibehaltend auf österreichisches Staatsgebiet über und mündet nach rund 6 km in den Obersee genannten Teil des Bodensees, wobei er auf den letzten 3 km rechts von der (kanalisierten) Dornbirner Ach begleitet wird, die ebenfalls westlich der Ortschaft Hard in den Bodensee (395 m) mündet (siehe Dornbirner Ach-Gebiet).