Staller Sattel

2.052 m, Hohe Tauern, Drau/Etsch

Der auf Italienisch Passo Stalle genannte Übergang liegt auf der Donau/Adria-Wasserscheide und verbindet das Osttiroler Defereggental im Osten mit dem Südtiroler Antholzertal im Westen und scheidet innerhalb der Hohen Tauern die Rieserfernergruppe im Westen von den Villgratner Berge im Osten. Unterhalb der Passhöhe liegt auf Südtiroler Seite der Antholzer See; auf dem Passplateau des Staller Sattels selbst liegt der kleinere Obersee, dessen Abfluss ins Deffereggental entwässert. Die kleine im Scheitelbereich nur einspurige Passstraße ist von November bis Mai gesperrt.

Watz, CC0

Sie verbindet auf einer Strecke von 22 km St. Jakob in Defereggen (1.369 m) und Antholz (1.258 m). Im Sommer besteht eine Einbahnregelung mit 15-Minuten-Takt (Ampelregelung, im Bild oben die Südtiroler Seite), sowie ein Fahrverbot für Wohnwagen und Busse. Im Bild unten der Beginn des einspurigen Streckenabschnitts des Staller Sattels von der Osttiroler Seite.

Steinsplitter, CC BY-SA 3.0
Wasserscheide  Drau Etsch
Abflüsse  Obersee – Staller Almbach – Schwarzach – Isel – Drau – Donau Ackstallbach – Antholzersee – Antholzerbach – Rienz – Eisack – Etsch
Mündung  Schwarzes Meer Adriatisches Meer
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau in Österreich bis
Staller Sattel Zwar kleinräumig immer wieder richtungsändernd, jedoch in grundsätzlicher Nordrichtung verlaufen Staatsgrenze und Drau/Etsch-Wasserscheide über den Großen Mandl (2.818 m), die Barmer Spitze (3.200 m), den Lenkstein (3.236 m), die Gabelspitze (3.071 m), die Lenkspitze (3.105 m), die Löffelspitze (3.190 m) und die Rotspitze (3.498 m) und erreichen nach dem Rosshut (3.199 m) an der Dreiherrnspitze (3.499 m) den die Alpenhauptwasserscheide bildenden und die Gebiete des Äußeren Alpenbogens von den Gebieten des Inneren Alpenbogens trennenden Alpenhauptkamm, wo jenseits des Draugebietes das Einzugsgebiet der Etsch (und damit der Adria) endet und jenes des Inn beginnt, die Grenze zum österreichischen Bundesland Salzburg erreicht wird und sich die Einzugsgebietsgrenze der Drau von der Donau/Adria-Wasserscheide und auch der Staatsgrenze trennt, die dem Alpenhauptkamm in Westrichtung folgen, während die nunmehrige Drau/Inn-Wasserscheide innerhalb Österreichs als Grenze zwischen Osttirol im Süden und Salzburg im Norden dem Alpenhauptamm und damit auch der Alpenhauptwasserscheide in Ostrichtung folgt und letztere bis zu ihrem Ende in Westungarn, und zwar vorerst als Drau/Inn-, und in der Folge als Drau/Enns-, Drau/Traisen-, Drau/Leitha- und Drau/Raab-Wasserscheide begleiten wird. Dieser Verlauf wurde in den Vorkapiteln Inn-Gebiet, Enns-Gebiet, Traisen-Gebiet, Leitha-Gebiet und Raab-Gebiet samt Passübergängen bereits ausführlich geschildert, weshalb hier nur wiederholend eine geraffte Zusammenfassung des restlichen Verlaufes der Draugebietsgrenze mit Fokusierung auf die an dieser Kamm- und Gipfelkette entspringenden Drauzuflüsse dargestellt wird.

Die Drau entspringt zwar nicht selbst am Alpenhauptkamm (sondern im Inneren Alpenbogen in Südtirol am Nordrand der Dolomiten bei Toblach. Bild unten), jedoch wird der dem Inneren Alpenbogen zugewandte Teil der Alpenhauptwasserscheide (Südseite) östlich der Dreiherrnspitze gänzlich von der Drau, und zwar durch 4 ihrer linken Zuflüsse, nämlich von der Isel, der Möll, der Lieser und der Mur entwässert.

Dreiherrnspitze
© Hannes Gfrerer
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau in Österreich bis
Dreiherrnspitze Die linke Einzugsgebietsgrenze der Drau folgt ab der Dreiherrnspitze innerhalb der Hohen Tauern als Drau(Isel)/Inn-Wasserscheide dem Alpenhauptkamm in Ostrichtung, erreicht nach dem Felbertauerntunnel am Eiskögele (3.426 m) das Dreiländereck der österreichischen Bundesländer Salzburg, Osttirol und Kärnten, wo auf der Drauseite der Kammkette das Einzugsgebiet der Isel endet und jenes der Möll beginnt.

Als Drau(Möll)/Inn-Wasserscheide folgt die linke Einzugsgebietsgrenze der Drau nunmehr der Landesgrenze Salzburg/Kärnten über das Hochtor (Großglockner Hochalpenstraße) und den Gamskarlspitz, unter dem der Tauernschleuse genannte Tauernbahntunnel (Böckstein-Mallnitz) die Kammkette quert, zum Ankogel (3.246 m), wo auf der Drauseite das Einzugsgebiet der Möll endet und jenes der Lieser beginnt, das aber kurz danach am Weinschnabel (2.754 m, im Bild unten) bereits wieder endet, da dort jenes der Mur beginnt, das aus Übersichtsgründen im Folgekapitel separiert beschrieben werden wird.

Weinschnabel
© LOIS ESSL; Die Nordansicht des Weinschnabels (Doppelgipfel in der Mitte der linken Bildhälfte); davor die Schwarzseen
© 2018 Flachau Tourismus
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau in Österreich bis
Weinschnabel Die nunmehrige Drau(Mur)/Inn-Wasserscheide verlässt am Weinschnabel die Landesgrenze und verläuft innerhalb Salzburgs in Nordostrichtung zwischen den Landesteilen Pongau im Norden und Lungau im Süden zum Murtörl (2.260 m), wo sie in die Niedere Tauern übertritt und kurz danach den Faulkogel (2.654 m, im Bild oben) erreicht, an dem jenseits des Draugebietes das Einzugsgebiet des Inn endet und jenes der Enns beginnt.

Die nunmehrige Drau(Mur)/Enns-Wasserscheide passiert die Schlierscharte (2.212 m), unter der die beiden Röhren des Tauerntunnels (Autobahn A 10) die Kammkette queren, sowie den Radstädter Tauernpass und erreicht an der Steirischen Kalkspitze (2.459 m, im Bild unten) die Landesgrenze zur Steiermark. Sie folgt der Landesgrenze zwischen der Steiermark im Norden und Salzburg im Süden bis zur Hasenhöhe (2.446 m), nach der sie in die Steiermark übertritt, den Sölkpass und den Triebener Tauern passiert, am Schoberpass in die Ennstaler Alpen, am Präbichl in die Hochschwabgruppe und am Steirischen Seeberg in die Mürzsteger Alpen übertritt, in diesen das Niederalpl passiert, kurz vor dem Lahnsattel die Grenze zu Niederösterreich überschreitet und den Göller (1.786 m) erreicht, wo jenseits des Draugebietes das Einzugsgebiet der Enns endet und jenes der Traisen beginnt.

Göller
© gps-tour
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau in Österreich bis
Göller Die nunmehrige Drau(Mur)/Traisen-Wasserscheide endet jedoch 10 km weiter östlich nach dem Gippel (1.669 m) bereits wieder, da dort jenseits des Draugebietes das Einzugsgebiet der Traisen endet und jenes der Leitha beginnt und sich die Hauptwasserscheide der Alpen vom in Nordostrichtung ins Gebiet des Äußeren Alpenbogens eintretenden und seinem Ende in Wien zustrebenden Alpenhauptkamm trennt.

Die nunmehrige Drau(Mur)/Leitha-Wasserscheide verlässt den Alpenhauptkamm und folgt der Alpenhauptwasserscheide in Südostrichtung, die am Glatzeter Kogel (1.594 m) die steirische Grenze erreicht, dieser folgt und am Naßkamm (1.210 m) in die Rax-Schneeberg-Gruppe übertritt, nach dem Gamseck (1.854 m) innerhalb der Steiermark über die Heukuppe (2007 m, höchste Erhebung der Rax) verläuft und sich am Preiner Gschaid wieder mit der Landesgrenze Niederösterreich/Steiermark vereinigt, die kurz danach am Semmering in die Fischbacher Alpen übergeht. Die Drau(Mur)/Leitha-Wasserscheide verlässt an der Ostschulter des Harter Kogels die Landesgrenze, tritt in die Steiermark ein und endet am Gipfel des Harter Kogels (1.523 m), da jenseits des Draugebietes das Einzugsgebiet der Leitha endet und jenes der Raab beginnt.

Die ab da als Drau(Mur)/Raab-Wasserscheide weiter verlaufende Hauptwasserscheide der Alpen passiert die Übergänge Pfaffensattel, Alpl und Schanzsattel, geht am Straßegg ins Grazer Bergland über, passiert in diesem die Übergänge Saukogel (Sommeralm), Teichalm-Angerwirt, Nechnitz, Rechberg, Anger, Jägerwirt und Kreuzberg-Rinnegg, geht am Fasslberg ins Oststeirische Hügelland über, passiert in diesem innerhalb der Steiermark die Übergänge Schillingsdorf, Hönigtal, Laßnitzhöhe, Schemerlhöhe, Krumegg, Sengerberg-Schwarten, Hochegg, Reithberg, Toter Mann, Lamberg, Wagenhoferberg, Pernreither Höhe, Prädiberg, Satzwipfler Anhöhe, Kulmberg, Steinriegel-Absetz, Rotes Kreuz, Kapfenstein, Hausberg und Oberpretal, tritt vor dem Schloss Tabor ins Burgenland über, erreicht nach den Übergängen Pfaffenriegel, Wolfsriegel und Rauscherriegel am Schneiderkogel (389 m) die Staatsgrenze zu Slowenien und folgt dieser über den Grenzsattel Matjaševci-Zollhütte bis zum Dreiländereck Österreich/Slowenien/Ungarn (387 m, im Bild unten).

Dreiländereck Österreich/Slowenien/Ungarn
© Südburgenland – Tourismusverband Region Oberwart/bergfex

Der Verlauf der österreichischen Staatsgrenze ab dem Schneiderkogel bis zur Dreiherrnspitze (siehe Grenzverlaufsbeschreibung im Kapitel Abgrenzung des österreichischen Alpengebietes), sowie der eben geschilderte Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau von der Dreiherrnspitze entlang des Alpenhauptkamms und der Alpenhauptwasserscheide bis zum Schneiderkogel umgrenzt den innerhalb Österreichs gelegenen Teil des Gebietes des Inneren Alpenbogens.

Die Drau(Mur)/Raab-Wasserscheide verlässt entlang des Őrség Österreich in Ostrichtung als Grenzkamm zwischen Ungarn im Norden und Slowenien im Süden. Sie passiert die Übergänge Srebrni breg und Katin breg und endet am Grenzberg Soški Vhr (325 m), da dort jenseits des Drau(Mur)gebietes das Einzugsgebiet der Raab endet und jenes der Zala beginnt, die über den Balaton (dt: Plattensee, im Bild unten das dortige Zala-Delta vor der Stadt Keszthely) und den Siokanal die Donau südlich von Budapest erreicht.

Tomas Orth, CC BY-SA 3.0

Während die Alpenhauptwasserscheide als Raab/Zala-Wasserscheide in Ostrichtung gänzlich auf ungarisches Staatsgebiet (Komitat Vas) übertritt, nach dem Nationalpark Őrség, in dem sie den gleichnamigen Übergang und an dessen Ostende den Übergang Rimány passiert, ins Komitat Zala wechselt und nördlich von Zalaegerszeg, von wo über den Principális Kanal ein künstlicher Wasseraustausch mit der Mur besteht, endet, folgt die nunmehrige Drau(Mur)/Zala-Wasserscheide noch rund 4 km der Staatsgrenze in Südostrichtung entlang dem das linke Ufer der Velika Krka begleitenden Hügelzuges bis diese ins Velika-Krka-Tal zum Grenzübergang Hodoš abfällt.

Die Einzugsgebietsgrenze der Drau tritt danach ebenfalls gänzlich auf ungarisches Staatsgebiet über, passiert die Übergänge Cserta erdö und Irsapuszta, und folgt, – südwestlich von Zalalövő ins Komitat Zala übertretend und das Alpengebiet verlassend -, dem das linke Ufer der innerhalb Ungarns die Alpengebietsgrenze bildenden Kerka säumenden Hügelzug. Zwischen dem westlich gelegenen Flusslauf des Mur(Ledava)zubringers Kerka und dem östlichen Flusslauf des Zalazubringers Válicka (auch Felsö-Válicka) verläuft die Einzugsgebietsgrenze der Drau von Südost- in Südrichtung drehend bis ins Quellgebiet der Felsö-Válicka in den sich vom nördlichen Drauufer erhebenden Zala-Hügeln, in denen sich die Einzugsgebietsgrenze der Mur von jener der Drau wieder trennt und sich im sumpfigen Mur-Mündungsgebiet im dortigen Nationalpark verliert, während die Drau-Gebietsgrenze weiter in Ostrichtung die Válickaquellen umgehend bei Nagykanizsa ins Komitat Somogy übertritt, rund 150 km lang das linke Ufer der dort die Staatsgrenze Ungarn/Kroatien bildenden Drau begleitet, nach Kaposvár ins Komitat Baranya übertritt, südöstlich der ungarischen Stadt Pécs (dt: Fünfkirchen) in Südostrichtung dreht und die kroatische Grenze nördlich von Osijek passiert, innerhalb Kroatiens (Gespanschaft Osijek-Baranja) die Kleinstadt Beli Manastir durchläuft und schließlich östlich von Osijek am kroatischen (rechten) Donauufer bei der Draumündung endet.

 

Zum Flussverlauf der Drau