Abgrenzung des französischen Alpengebietes

Die folgende Beschreibung der Grenze des französischen Alpengebietes erfolgt im Uhrzeigersinn und beginnt in der „Südostecke“ des Gebietes an der dort die französische Region Provence-Alpes-Côte d’Azur von der italienischen Region Ligurien trennenden Staatsgrenze bei der Grenzstadt Menton (Stadtteil Garavan) am Côte d’Azur genannten französischen Abschnitt der Küste des Westlichen Mittelmeeres, wo die Seealpen steil zur Küste abfallen.

Von der Mündung des Grenzbaches Torrente San Luigi weg verläuft die Küstenlinie als Alpengebietsgrenze in Westsüdwestrichtung. Nach der Stadt Menton, in der die kleinen Gebirgsbäche Le Fossan, Le Careï, Torrent du Borrigo und Torrent de Gorbio ins Meer münden, passiert sie das Cap Martin und die Bucht von Roquebrune (im Bild unten) und erreicht, – kaum 10 km von der italienischen Staatsgrenze entfernt -, die Staatsgrenze des Fürstentums Monaco.

Myosotismail, CC BY-SA 3.0

Die Küstenlänge des kaum 2 km² großen Fürstentums, das die Westgrenze des Ligurisches Meer genannten Teiles des Westlichen Mittelmeeres bildet, das sich von der an der italienischen Toskanaküste gelegenen Hafenstadt Livorno bis hierher erstreckt und im Süden von den Inseln Elba und Korsika begrenzt wird, beträgt 4,1 km.

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Die Grenze des französischen Alpengebietes verlässt dort logischerweise die Küstenlinie und folgt über Land dem Verlauf der 4,1 km langen Staatsgrenze zu Monaco, die annähernd parallel zur Küste verläuft und östlich des Cap-d`Ails wieder die Küstenlinie erreicht, die ab dort wieder die Grenze des französischen Alpengebietes bildet und rund 15 km weiter südwestlich die Stadt Nizza passiert, in deren Zentrum der Paillon -, und an deren Westrand der die Alpes Maritimes von den Préalpes de Provence trennende Var ins Meer mündet.

Nunmehr die Provenzalischen Voralpen südlich begrenzend passiert die Küstenlinie die Hafenstadt Cagnes-sur-Mer, in deren Zentrum der Fluss Cagne -, und an deren westlichen Stadtrand der Loup das Meer erreichen. In Südwestrichtung passiert die Küste die Stadt Antibes, nördlich der der kleine Küstenfluss Brague ins Meer mündet, sowie die Filmfestspielstadt Cannes (im Bild unten), und erreicht die Hafenstadt Mandelieu-la-Napoule, in deren Küstenabschnitt die das Tannerongebirge nördlich begrenzende Siagne -, und kaum 500 m später der das Massif de Tanneron vom Massif de l’Esterel trennende Riou de l’Argentière ins Meer münden.

© Ubaldi de Cannes

Nach dem folgenden 35 km langen Corniche de l`Esterel genannten Küstenabschnitt wird die Hafenstadt Fréjus erreicht, südlich der der das Massif de l’Esterel vom Massif des Maures trennende Argens ins Meer mündet. Im folgenden über 100 km langen Corniche des Maures genannten Küstenabschnitt passiert die Küstenlinie das Gemeindegebiet von Sainte-Maxime, in dem der kleine Küstenfluss Préconil das Meer erreicht; sodann den Golf von Sainte-Tropez, in dem die Mündung des Mauren-Gebirgsbaches Giscle liegt, dreht nach der Halbinsel von Sainte-Tropez von Südwest- allmählich in Westrichtung, passiert nach dem Cap Bénat die Bucht von Hyères, in die beim Yachthafen von La Londe-les-Maures das Flüsschen Maravenne -, und kurz vor Hyères (südlichste Stadt der Provence) der Gapeau und der nur bei starkem Niederschlag wasserführende Roubaud das Meer erreichen.

Südlich von Hyères erreicht die Küstenlinie an der Südpitze der Halbinsel Giens ihren südlichsten Punkt zwischen Menton und der Rhône-Mündung. Giens ist somit gemäß dem System des IX Congresso Geografico Italiano 1924 der südlichst gelegene Teil des gesamten Alpengebietes. Wie bereits erwähnt bildet diese Halbinsel selbst, die mit dem Festland durch ein Doppel-Tombolo verbunden ist, sowie die ihr vorgelagerten Inseln Îles d’Hyères bzw. Îles d’Or, – genau so wie das südwestlich von Toulon gelegene Cap Sicié -, geologisch eine Verlängerung des heute meist nicht mehr als Alpengebiet gesehenen Küstengebirges Massif de Maures.

© jpchau.free.fr; Ein Tombolo ist ein Dünenstreifen, der eine Insel mit dem Festland verbindet und somit zu einer Halbinsel macht. Tombolos entstehen durch Ablagerungen, die durch Flussmündungen, Küstenströmungen und Wellenbrechung im Inselumfeld verursacht werden können. Im Bild oben sind die beiden Tombolos, die Giens mit dem Festland verbinden gut erkennbar. Zwischen den Tombolos liegt der salzige Étang des Pesquiers.

Nach der Südausbuchtung um de Halbinsel Giens wieder in Westrichtung verlaufend erreicht die Küstenlinie die Marine-Hafenstadt Toulon, in der die französische Mittelmeerflotte stationiert ist und die Bäche Eygoutier und Le Las ins Meer münden. Westlich von Toulon hat die Küstenlinie auf der Halbinsel von St-Mandrier am Cap Sicié das östliche Ende des Golfe du Lyon genannten Teiles des Westlichen Mittelmeeres erreicht, der sich von Toulon bis zum spanischen (katalanischen) Kap Creus (östlichster Punkt der Iberischen Halbinsel) erstreckt.

Die Küstenlinie dreht nach dem Cap Sicié ab dem Küstenort Sanary-sur-Mer, bei dem die La Reppe mündet, in Westnordwestrichtung und passiert die 10 km voneinander entfernten Küstenorte La Ciotat und Cassis, zwischen denen die Südausläufer des nach vorherrschender Lehrmeinung als Alpenausläufer geltenden Massif de la Sainte Baume die Küste erreichen. Zählt man das Maurengebirge nicht zum Alpengebiet, wäre nicht die Halbinsel Giens, sondern der in La Ciotat südlich kapartig ins Meer hineinragende 155 m hohe rötliche Felsen Bec de l’Aigle (im Bild unten), der 40 km westlich und 15 km nördlich der Halbinsel Giens liegt, als südlichster Punkt des Alpengebietes zu sehen.

© fotocommunity/macro77

In Cassis, wo der kleine Bach Vallat des Brayes ins Meer mündet, endet auch der Côte d’Azur genannte Abschnitt der französischen Mittelmeerküste. Westlich von Cassis beginnt die Metropolregion der Hafenstadt Marseille, in der zuerst das Massif du Garlaban -, und nach der in Zentrumsnähe gelegenen Mündung der Huveaune das Massif de l’Étoile die Küste säumen.

Ab dem westlichen Stadtrand Marseilles begleitet der Gebirgszug Chaîne de l’Estaque die Küste und es wird dieser Küstenabschnitt bis zum Golfe de Fos, einer untergeordneten Meeresbucht des Golfe du Lion, Côte Bleue genannt. Der Golf von Fos, in dessen Westteil sich bei der Hafenstadt Port-Saint-Louis-du-Rhône der das Rhône-Delta und damit auch das weltbekannte Landschafts- und Naturschutzgebiet Camargue östlich begrenzende Grand-Rhône genannte Hauptmündungsarm der Rhône ergießt, ist am Ostrand durch den Étang de Caront mit der Meeresbucht Étang de Berre verbunden.

Diese Meeresbucht, die auch ein Salzwassermoor enthält, liegt in der Küstenregion Côte Bleue nordwestlich von Marseille und östlich des Rhônetales und ist durch den genannten Étang de Caront, der früher ein schmaler Naturkanal gewesen ist, mit dem offenen Meer verbunden. Damit erfüllt der Étang de Berre die Kriterien für ein Haff. Mit einer Ausdehnung von 155,3 km² gilt er daher als größter Binnensee Frankreichs (im Bild unten bei dem am Westufer gelegenen Hafengebiet von Port Istres). Der Étang de Berre ist durch den 6,5 km langen erwähnten, von einer Autobahnbrücke überquerten und heute zum Schiffahrtskanal Canal Caronte ausgestalteten ursprünglichen Naturkanal auch für große Schiffe vom Mittelmeer aus zugänglich. Hierdurch gehört sein Hafengebiet zusammen mit dem Erdölhafen am Golfe de Fos und einem Vorhafen im Mündungsdelta der Rhône zum Hafenkomplex von Marseille, der nach dem von Rotterdam als zweitbedeutendster Seehafen Europas gilt. Eine zweite (künstliche) Verbindung mit dem Mittelmeer gibt es seit 1926. Der Canal du Rove verbindet den Étang de Berre durch einen Tunnel unter dem Estaque-Gebirge mit dem Golf von Marseille. Nach einem Tunneleinsturz im Jahr 1963 ist der Kanal jedoch nicht mehr befahrbar.

GôTô, CC BY-SA 2.5

Die Alpengebietsgrenze verlässt durch den Étang de Caront die Küste des Westlichen Mittelmeeres und folgt, – vorerst kurz in Ostrichtung die Chaîne de l’Estaque nunmehr nördlich- und dann (nach Einmündung des Kleinbaches La Cadière bei der Ortschaft Margane) in Nordrichtung das Massif de l’Étoile westlich begrenzend -, der Ostküste des Étang de Berre, an der der Arc einmündet. An der Nordküste erreicht auch die Touloubre diese Meeresbucht und somit das Westliche Mittelmeer bzw. den Golf von Lyon. Nördlich der Touloubremündung liegt die Stadt Salon-de-Provence, die von den Südostabhängen der Chaîne des Alpilles erreicht wird und die Alpengebietsgrenze verläuft von dort das Küstengebiet endgültig verlassend in Westrichtung entlang des Übergangs der Südabhänge der Alpillen in die Küstenebene bis ins Tal der Grand-Rhône, das sie bei Arles nahe dem westlichsten Punkt des Alpengebietes erreicht. Die Alpengebietsgrenze folgt sodann in Nordrichtung dem Flusslauf der Rhône aufwärts, der ab dem Westabzweig der Petit Rhône oberhalb von Arles (Beginn der Deltabildung) über 100 km lang die Grenze der Regionen Occitanie und Provence-Alpes-Côte d’Azur (Ostufer) bildet.

Nur das 24 km oberhalb von Arles nördlich der Kleinstadt Tarascon (im Bild unten die dortige Burg) am Ostufer der Rhône und somit im Alpengebiet an den Nordwestabhängen der Chaîne des Alpilles gelegene Gemeindegebiet der Ortschaft Vallabrègues gehört zur Region Occitanie.

Gérard MARIN, CC BY 2.5

Der Fusslauf der Rhône (aufwärts) trennt bis zum östlichen Zufluss der im Unterlauf den Französischen Jura von den Dauphine-Voralpen trennenden Isère oberhalb der bereits in der Region Auvergne-Rhône-Alpes gelegenen Stadt Valence das westlich gelegene Massif central vom Alpengebiet, und zwar vom Rhône-Delta bis zur Durancemündung von den Chaîne des Alpilles, danach bis zur ostseitigen Einmündung der Ouvèze oberhalb von Avignon bei Sorgues von den Préalpes du Provence, und schließlich oberhalb von Sorgues bis zur Einmündung der von Nordosten kommenden Isère von den Préalpes du Dauphiné.

In diesem letztgenannten Abschnitt endet 30 km nördlich von Caderousse unterhalb von Pont-Saint-Esprit am rechten (westlichen) Rhôneufer das Gebiet der Region Occitanie und es beginnt die Region Auvergene-Rhône-Alpes, sodass die Rhône für über 2 km zur Regionsgrenze Auvergne-Rhône-Alpes/Provence-Alpes-Côte d’Azur wird und erst oberhalb von Pont-Saint-Esprit gänzlich innerhalb der Region Auvergne-Rhône-Alpes fließt.

Von der östlich gelegenen „Alpenseite“ fließt der Rhône unterhalb der Ouvèzemündung am südlichen Stadtrand Avignons die bereits erwähnte Durance zu. In dem oberhalb von Sorgues gelegenen über 100 km langen Flussabschnitt bis zum Isèrezufluss nördlich von Valence münden die Alpenflüsse Eygues (bei Caderousse), Lez (bei Bollène), La Berre (bei Donzère) Roubion (bei Montélimar), Teyssonne (bei Saulce-sur-Rhône), Drôme (bei Loriol-sur-Drôme), La Véore (bei Étoile-sur-Rhône) und schließlich im Stadtgebiet von Valence die Barberolle ein.

Die Alpengebietsgrenze verlässt oberhalb von Valence das Rhônetal und folgt in Nordostrichtung dem Flusslauf der Isère aufwärts, die im Unterlauf zwischen Mündung und der Kleinstadt Voreppe die Préalpes du Dauphiné vom Massif du Jura (dt: Französischer Jura) trennt, bis dieser oberhalb von Voreppe von Norden der die Préalpes Isère et Savoies westlich begrenzende und diese vom Französischen Jura trennende Torrent de la Roize zufließt.

Die Alpengebietsgrenze verlässt das Isèretal und folgt sodann (nunmehr als Grenze der Savoyer Voralpen zum Französischen Jura) dem Torrent de la Roize und dem Ruisseau La Roizette in Nordrichtung aufwärts bis zum Col de la Placette. Jenseits der Passhöhe folgt sie dem Ruisseau de Greppy und dem Ruisseau de Merdarent abwärts bis zu dessen (via Canal de l’Herretang künstlich geschaffenen) Einmündung in den Guiers Mort bei Saint-Lorent-du-Pont und danach diesem bis zum Zusammenfluss mit dem Guiers Vif. Sodann folgt sie den Flussläufen des Guiers Vif und des Ruisseau Le Maupas aufwärts bis zum Col de Couz und jenseits der Passhöhe dem Flusslauf der L’Hyères abwärts bis zu deren Einmündung in die Leysse in Chambéry und danach dieser bis zu ihrer Mündung in den Lac du Bourget (im Bild unten).

Florian Pépellin , CC0

Die Alpengebietsgrenze durchquert die Nordrichtung beibehaltend den Lac du Bourget, dessen Westufer dem Juragebiet zugeordnet wird, und dessen Ostufer vom voralpinen Massif des Bauges (Untergruppe der Préalpes Isère et Savoies) dominiert wird. Vom Nordufer folgt die Alpen/Jura-Grenze dem Abfluss des Lac du Bourget, dem Canal de Savière, bis zu dessen Einmündung in die Rhône bei Chanaz und hat damit das Rhônetal wieder erreicht. Nunmehr folgt sie der Rhône wieder aufwärts bis zu deren Übertritt von der Schweiz auf französisches Staatsgebiet bei Pougny. In diesem Abschnitt fließen der Rhône oberhalb von Chanaz der Fier (bei Châteaufort), die Les Usses (bei Bassy), sowie die Kleinbäche Parnant (bei Arcine), Couvatannaz und Laire (beide bei Pougny) zu.

Die französische Staatsgrenze verläuft ab Pougny vorerst in (grundsätzlicher) Ost- und später in Südrichtung bis zur Mittelmeerküste stets innerhalb des Alpengebietes und ist daher naturgemäß ident mit der hier beschriebenen Grenze des französischen Alpengebietes. Die Staatsgrenze (zur Schweiz, Kanton Genf) verlässt bei Pougny in Ostrichtung den Flusslauf der Rhône, steigt zum Bois de Chancy an, erreicht den linken Rhônezufluss La Laire, folgt dessen Flusslauf aufwärts bis Soral, wechselt bei Veyrier ins benachbarte Arvetal, quert dieses und folgt dem rechten Arvezufluss Le Foron in Nordostrichtung bis Moniaz, verlässt dort das Flussbett des Le Foron, verläuft in Westrichtung über Gy ins Tal der l’Hermance und folgt dieser 6 km lang in Nordrichtung bis zur Einmündung in den Genfersee bei der Grenzortschaft Hermance. Die Staatsgrenze verläuft von Hermance in Nordwestrichtung im Genfersee, dessen Nordufer zum Schweizer Kanton Waadt gehört, bis zur Seemitte, dreht dort in Nordostrichtung und verläuft, – parallel zum Südufer (im Bild unten) -, allmählich in Ostrichtung drehend bis auf Höhe des Mündungsbereiches des am Südufer einmündenden Grenzflusses Torrent La Morge in der Grenzortschaft Saint-Gingolph, die rund 55 Uferkilometer östlich von Hermance liegt.

Pischdi, CC BY-SA 3.0

In Südrichtung aus der Seemitte kommend erreicht die Staatsgrenze Saint-Gingolph, verlässt den Genfersee und folgt (nunmehr den Schweizer Kanton Wallis begrenzend) dem Tal der La Morge aufwärts in den Hochgebirgsteil der Préalpes Isère et Savoies.

Vor dem Talschluss steigt die Staatsgrenze zum Dent du Velan (2.059 m) an, der in der das Schweizer Rhônetal westlich begrenzenden Kammkette liegt, und folgt dieser in (grundsätzlicher) Südrichtung über die Gipfel Les Cornettes de Bise (2.432 m), Le Linleu (2.093 m), Aiguille de Brate (1.913 m), Haut Sex (1.961 m), Tour de Don (1.998 m), Pointe des Ombrieux (1.981 m), den Straßenpass Pas de Morgins (1.369 m), Tête de Linga (2.156 m), Velar du Pertuis (1.895 m), Tête de Bossetan (2.405 m), Pointe de la Golette (2.634 m), Petit – (2.845 m) und Grand Mont Ruan (3.044 m), Mur des Rosses (2.932 m), Le Cheval Blanc (2.831 m) und Grand Perron (2.674 m) bis zum das Südufer des auf Schweizer Staatsgebiet liegenden Stausees Lac d’Emosson überragenden Aiguilles du Van (2.578 m, im Bild unten).

© Laurent DUPONT

Dort verlässt die Staatsgrenze diesen Kamm, fällt ins Tal des Torrent de Barberine (Abfluss des Lac d’Emosson) ab und folgt dessen Lauf bis zur Einmündung in den Torrent L`Eau Noire, der das einzige französische Gewässer ist, das (über den Trient) die Rhône oberhalb des Genfersees erreicht, quert dessen Tal und geht damit ins Gebiet der Alpes Grées über.

In den Grajischen Alpen steigt sie über die Tête de Balme (2.321 m) wieder zur das Schweizer Rhônetal begrenzenden Kammkette an und folgt dieser durch vergletschertes Gebiet über den Col de Balme (2.191 m), Pointe des Grands (3.101 m), Aiguille du Tour (3.540 m), Aiguille d`Argentiere (3.901 m) und Pointe Kurz (3.680 m, im Bild unten) bis zum Mont Dolent (3.820 m), der in der Kamm- und Gipfelkette des die Alpenhauptwasserscheide bildenden und die Gebiete des Äußeren Alpenbogens von jenen des Inneren Alpenbogens trennenden Alpenhauptkamms liegt und das Dreiländereck Frankreich/Schweiz/Italien bildet.

© hikr/akka

Vom Mont Dolent verläuft die Staatsgrenze zu Italien (Region Aostatal) in Südwestrichtung über die Aiguille de Talèfre (3.730 m) und dann entlang der mehrgipfeligen Grandes Jorasses (höchster Punkt Pointe Walker, 4.208 m) genannten mächtigen Bergkette des Mont-Blanc-Massives, das vom Mont-Blanc-Straßentunnel unterquert wird, bis sie nach dem Gipfel des Mont Blanc, der mit 4.810 m der höchste Berg der Alpen und Europas ist (im Bild unten der Normalweg zum Gipfel), die Aiguille de Bionnassay (4.052 m) erreicht, in Südostrichtung dreht und über Aiguille de la Lex Blanche (3.697 m), Punta Lechaud (3.128 m) und Lancebranlette (2.936 m) zum Col du Petit Saint-Bernard (dt: Kleiner St.Bernhard) verläuft.

Franco56, CC BY-SA 3.0

Weiter bis zum Glacier de l’Invernet (3.486 m), ab dem die Staatsgrenze in Südrichtung über Pointe du Nant Cruet (3.605 m) und Grande Sassière (3.751 m) bis zur Pointe de la Galise (3.345 m) verläuft, bei der auf der italienischen Seite die Region Aostatal endet und Piemont beginnt. Nach der Levanna Centrale (3.619 m) über Roc du Mulinet (3.469 m) und La Bessanèse (4.592 m) dreht die Staatsgrenze ab der Pointe de la Valette (3.384 m) in Südwestrichtung, umgeht in einer kleinen Südausbuchtung den Glacier de Rochemelon (im Bild unten) über die Pointe de Novalese (3.350 m), die knapp nordwestlich des innerhalb Italiens gelegenen Gipfels des Wallfahrtsberges Rocciamelone (3.538 m) liegt, und verlässt am Mont Tour in Westrichtung den in Nordwestrichtung dem innerfranzösischen Straßenpass Col du Mont Cenis zustrebenden Alpenhauptkamm, tritt erstmals ins Gebiet des Inneren Alpenbogens ein, fällt zum Talgrund des Val Cenischia knapp unterhalb des Mont-Cenis-Plateaus ab, quert die Cenischia und tritt damit in die Alpes Cotiennes über, steigt in Südwestrichtung zum rechten Talrand des Cenischiatales an und vereinigt sich am Col Clapier wieder mit dem Alpenhauptkamm.

© Claude GARNIER

Weiter nunmehr innerhalb der Cottischen Alpen verläuft die französische Staatsgrenze in Westrichtung über den Mont d`Ambin (3.378 m) und die Aiguille de Scolette (3.506 m) zur Pointe de Fréjus (2.934 m), unter der der Alpenhauptkamm von Bahn und Autobahn untertunnelt wird, dreht in Südwestrichtung und erreicht nach der Punta Nera (3.047 m) an der Cime de la Planette (3.104 m, im Bild unten) die Grenze zur Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

© rana73

Die Staatsgrenze verlässt dort den die Südwestrichtung beibehaltenden Alpenhauptkamm, dem auch die Regionsgrenze Auvergne-Rhône-Alpes/Provence-Alpes-Côte d’Azur folgt, und tritt die Regionsgrenze überschreitend in Südrichtung ein zweites Mal ins Gebiet des Inneren Alpenbogens über, passiert am Roche Bernaude (3.222 m) den westlichsten Punkt Italiens, fällt zum Talgrund des Vallée Étroite ab, quert dieses Tal am Talausgang, steigt in Südostrichtung zum südlichen Talrand an und vereinigt sich am den innerfranzösischen Alpenhauptkammpass Col de l’Echelle östlich begrenzenden Sommet du Guiau (2.654 m) wieder mit dem Alpenhauptkamm.

Nach kurzem Ostverlauf über den Sommet du Charra (2.844 m) drehen Alpenhauptkamm und Staatsgrenze in Südrichtung und erreichen nach dem Pointe des Gands Pecs (3.043 m) die Nordostschulter des Pointe des Rochers Charniers (3.047 m), wo es neuerlich zur Trennung kommt. Während der Alpenhauptkamm in Südwestrichtung über den Hauptgipfel des Charniers (3.063 m) dem innerfranzösischen Alpenhauptkammübergang Col de Montgenèvre zustrebt, tritt die Staatsgrenze ein drittes (und letztes) Mal ins Einzugsgebiet des Adriazubringers Po und somit ins Gebiet des Inneren Alpenbogens ein und schlängelt sich in grundsätzlicher Südrichtung entlang der Ostabhänge des Mont Chaberton (3.138 m, Gipfel in Frankreich, im Bild unten von Italien aus gesehen) zur italienischen Grenzortschaft Claviere (1.760 m) hinunter, die am vom westlich gelegenen Col de Montgenèvre kommenden Torrent La Doire liegt. Die Staatsgrenze quert diesen Gebirgsbach die Südrichtung beibehaltend am westlichen Ortsrand von Claviere, steigt zum südlichen Talrand des Doiretales an und vereinigt sich wenig später am Mont Gimont (2.648 m) wieder mit dem von Nordwesten kommenden Alpenhauptkamm, dem sie von dort bis in die Ligurischen Alpen folgen wird.

I, Thomas Grollier, CC BY-SA 3.0

In Südostrichtung über Grand Glaiza (3.293 m) und Bric Froid (3.302 m) zum Grand Queyron (3.060 m), sodann in Südrichtung über Bric Bouchet (2.998 m), Tête de Clot Lapierre (2.730 m) und Col de la Traversette (2.950 m), unter dessen Scheitel auf rund 2.880 m Seehöhe ein 75 m langer, 3 m breiter und 2 m hoher Buco di Viso genannter Tunnel den Alpenhauptkamm quert, der im Jahr 1480 eröffnet worden ist, seinerzeit den Handel auf der Via Sale zwischen Provence und Poebene erleichtern sollte und als ältester Alpentunnel gilt, bis zur Pointe Gastaldi (3.215 m), deren südwestlich innerhalb Italiens gelegener Nachbargipfel Monte Viso (3.841 m) als Quellberg des Po gilt und höchster Berg der Cottischen Alpen ist.

Nur kurz in Westrichtung über den l`Asti (auch Mont Aiguillette, 3.287 m) dreht die entlang des Alpenhauptkamms verlaufende Staatsgrenze über den höchsten Alpenhauptkammpass Col Agnel wieder in Südrichtung und verläuft über Tête des Toillies (3.175 m), Bric de Rubren (3.340 m, im Bild unten), Brec de l`Homme (3.211 m) und Tête de Moïse (3.104 m) zum Col de Larche, wo sie in die Alpes Maritimes übertritt.

Luca Bergamasco, CC BY 3.0

Nunmehr in den Seealpen wieder in Südrichtung wird kurz nach der Tête de l’Enchastraye (2.954 m) der Rocher des Trois Évêques (2.868 m) passiert, auf dem auf der französischen Seite der Alpenhauptwasserscheide bzw. des Alpenhauptkammes das Einzugsgebiet der Rhône endet und jenes des Var beginnt, der bei Nizza ins Westliche Mittelmeer mündet. Weiter in Südostrichtung erreicht die Staatsgrenze nach Mont Ténibre (3.031 m), Corborant (3007 m), Tête de l’Autaret (3.015 m), dem Straßenpass Col de la Lombarde, Mont Malivern (2,938 m), Cime de Tavels (2.795 m), Cime du Mercantour (2.772 m) und Cime du Gélas (3.143 m) am Mont Clapier (3.045 m) den südlichsten 3000-er des Alpengebietes (im Bild unten), bei dem das Einzugsgebiet des Var wieder endet und jenes der Roja beginnt, die innerhalb Italiens bei Ventimiglia in den Ligurisches Meer genannten Teil des Westlichen Mittelmeeres mündet. Weiter in Ostrichtung verläuft die Staatsgrenze über Cima Della Scandeiera (2.705 m) und Rocca dell’Abisso (2.755 m) zum Col de Tende, wo sie in die Alpes Ligures übertritt.

Iros; CC BY-SA 2.5

Die Staatsgrenze verläuft nach dem Tendapass innerhalb der Ligurischen Alpen von der Ligurischen Grenzkammstraße begleitet noch ein kurzes Stück in Ostrichtung zur Punta Marguareis (2.651 m, Gipfel in Frankreich, höchster Berg der Ligurischen Alpen), nach der sie in Südrichtung über den Mont Bertrand (2.483 m) zum Mont Saccarel (2.200 m) verläuft, dessen Gipfel knapp in Frankreich liegt und an dessen Nordabhang auf der italienischen Seite die Region Piemont endet und Ligurien beginnt.

Während der Alpenhauptkamm in Ostrichtung nach Italien abdreht, tritt die Staatsgrenze die Südrichtung beibehaltend und weiterhin von der Ligurischen Grenzkammstraße begleitet ins Gebiet des Äußeren Alpenbogens ein und verläuft allmählich in Südwestrichtung drehend über den Mont Torrage (1.971 m) entlang der das Tal der Roya im Osten begrenzenden Bergkette (meist knapp unterhalb der Kammhöhe auf der italienischen Seite verlaufend) weiter bis zum nur mehr 15 km von der Küste des Ligurischen Meeres entfernten Mont Colombin (1.088 m), an dem sie den weiter in Südrichtung bis zum Riviera dei Fiori genannten Küstenabschnitt nach Ventimiglia verlaufenden Höhenzug verlässt, in Westrichtung ins Tal der Roya abfällt, die Talsohle und den Fluss Roya quert und damit in die Alpes Maritimes zurückkehrt, in Südwestrichtung zum westlichen Talrand ansteigt, danach das Tal des rechten Royazuflusses Bévéra quert und über den Bergstock Cuore (1.095 m) zum Mont Grammont (1.378 m) ansteigt, von dem sie in Südrichtung zur Cime de Restaud (1.148 m) verläuft und danach entlang dem das westlich gelegene französische Fossantal vom Tal des italienischen Küstenflüsschens Torrente Luigi trennenden Kamms zur Küste abfällt. Während der Le Fossan die Südrichtung beibehält und im Ortsgebiet von Menton ins Meer mündet, schwenkt der Torrente Luigi kaum 500 m vor seiner Mündung von Süd- in Südwestrichtung und vereinigt sich am Nordrand der Grenzortschaft Balzi Rossi mit der von Norden kommenden Staatsgrenze. Diese folgt diesem wieder in Südrichtung drehenden Bach bis zu seiner Mündung unterhalb der Grenzbrücke Pont-St.Louis und hat damit beim Grenzübergang Balzi Rossi/Menton (im Bild unten) den Ausgangspunkt der Gebietsumschreibung des französischen Alpengebietes wieder erreicht.

Lemone, CC BY-SA 4.0