Genfersee (La Morge-, Dranse-, Pamphiot-, Redon-, Foron- und l`Hermance)-Gebiet

Der bis zu 310 m tiefe Genfersee ist mit einer Wasserfläche von 580,03 km² (wovon 345,31 km² zur Schweiz und 234,71 km² zu Frankreich gehören) nach dem ungarischen Plattensee der zweitgrößte -, und mit einem durchschnittlichen Wasservolumen von 89 km³ der wasserreichste See Mitteleuropas. Er wird von der Rhône durchflossen, die an seinem Ostende als Grenzfluss zwischen den Schweizer Kantonen Wallis (Südufer) und Waadt (Nordufer) deltabildend einmündet und ihn an seinem Südwestende in der Stadt Genf im gleichnamigen Kanton wieder verlässt, wobei ihr Wasser im Durchschnitt 11,4 Jahre für den Durchfluss benötigt. Das rund 100 km lange Nordufer zwischen Ein- und Ausfluss der Rhône ist Schweizer Staatsgebiet und gehört zwischen der Rhôneeinmündung und der Ortschaft Versoix zum Kanton Waadt (frz: Vaud). Die letzten westlichsten 10 km des Nordufers von Versoix bis zum Rhôneaustritt in der Kantonshauptstadt Genf gehören zum Kanton Genf (frz: Genève). Außer den bereits erwähnten Nordufer-Zuflüssen mündet im Stadtgebiet von Lausanne die kleine Paudèze in den See, deren Quellbäche im Gebiet des am nördlichen Stadtrand Lausannes liegenden Kontinentalwasserscheidepass Col du-Chalet-à-Gobet entspringen. Schließlich mündet am westlichen Stadtrand Lausannes noch die in gegenständlichen Ausführungen als Alpen/Jura-Gebietsgrenze definierte Venoge ein, durch deren Tal Verkehrswege über den Sattel von La Sarraz ins Gebiet der Jurarandseen und somit ins Rheineinzugsgebiet führen. Der westlichste Teil des sich sichelförmig in Südwestrichtung drehenden Nordufers (siehe Abbildung unten) ist Juragebiet, weshalb der westliche Genfersee gleichzeitig auch Alpengebietsgrenze ist.

Chumwa – Bra, derivative work by Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 3.0

Vom rund 75 km langen Südufer des Genfer Sees gehören die westlichsten 12 km zwischen dem Rhôneaustritt in Genf (Bild unten) und der Grenzortschaft Hermance, bei der der Grenzbach l`Hermance in den See mündet, zum Kanton Genf, und die östlichsten 8 km zwischen der Grenzortschaft Saint Gingolph (Einmündung des Grenzbaches La Morge) und der Rhône-einmündung zum Kanton Wallis. Der zwischen La Morge- und l`Hermance-Mündung liegende 55 km lange Südufer-abschnitt gehört zu Frankreich (Region Auvergne-Rhône-Alpes, Départem. Haute-Savoie) und es münden dort zwischen den genannten Grenzbächen (außer fast einzugsgebietslosen Kleinstbächen) die Dranse (Mündung im Gemeindegebiet von Evian-les-Bains), sowie die Kleinbäche Pamphiot (Mündung westlich von Thonon-les-Bains), Redon (Mündung in Port de Séchex im Gemeindegebiet von Margencel) und Foron (Mündung östlich von Excenevex in der Ortschaft Sciez) in den Genfersee und erreichen so die Rhône.

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Größter dieser südlichen Genfersee-Zuflüsse ist die Dranse (siehe Karte unten), die zwecks Unterscheidung zum bereits erwähnten, vom Großen St. Bernhard kommenden gleichnamigen Schweizer Rhônezufluss (bei Martigny) Dranse (Wallis) meist als Dranse (Haute-Savoie) bezeichnet wird, die nach der Rhône der größte Genfersee-Zufluss ist.

Tschubby, CC BY-SA 3.0

Die französischen Genfersee-Zuflüsse entspringen alle in Frankreich in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in den Préalpes Isère et Savoies (Untergruppe Chablais) und auch ihre fast gänzlich innerhalb Frankreichs gelegenen Einzugsgebiete erstrecken sich ausschließlich auf Teilgebiete der Savoyer Voralpen. Nur die Einzugsgebiete der beiden Grenzflüsse La Morge und l`Hermance liegen teilweise auf Schweizer Staatsgebiet in den Kantonen Wallis bzw. Genf.

La Morge-Gebiet

Die rechte Einzugsgebietsgrenze der La Morge steigt von ihrer Genferseeeinmündung in Saint Gingolph (im Bild unten) im Schweizer Kanton Wallis in Südostrichtung als Wasserscheide zu östlich gelegenen kleinen Walliser Genfersee-Zuflüssen zu der das Vallée de la Morge östlich begrenzenden Hügelkette an, verläuft über La Frête (1.104 m) und Pointe de la Chaumény (2.067 m) zum Gipfel des Grammont (2.172 m), auf dem jenseits des La Morge-Gebietes das Einzugsgebiet des Genfersees endet und jenes des untersten Walliser Rhônetales beginnt, dreht in Südwestrichtung und erreicht nach dem Col des Crosses (1.971 m) den Mont Valeur (2.147 m), dreht nach dem Mont Gardy (2.201 m) in Westrichtung, passiert südlich den auf 1.632 m Seehöhe gelegenen Lac de Lovenay und erreicht nach dem Pas de Lovenex (1.850 m) knapp nordnordwestlich des Gipfels des Dent du Vélan (2.059 m), auf dem jenseits des Einzugsgebietes der La Morge das Einzugsgebiet des Walliser Rhônetales endet und jenes des Genfersee-Zuflusses Dranse (Haute-Savoie) beginnt, die französische Grenze.

Kuebi = Armin Kübelbeck, CC BY-SA 3.0

Die Westrichtung beibehaltend überschreitet die zur La Morge/Dranse-Wasserscheide gewordene La Morge-Einzugsgebietsgrenze die Staatsgrenze, passiert südlich das Quellgebiet der La Morge und wird von der rechten zur linken Einzugsgebietsgrenze der la Morge, fällt nach der Tête de Charousse (2.061 m) zum Col de Bise (1.915 m) ab und steigt zum Saix de Bise (2.075 m) wieder an, passiert in Nordrichtung den Col de Pavis (1.944 m) und dreht an der Pointe des Pavis (2.075 m) wieder in Westrichtung, um dann nach dem Col de Planchamp (2.197 m) am Dent d’Oche (2.222 m) neuerlich Nordrichtung einzunehmen und nach dem Col de Neuva (1.775 m) den Pic Boré (1.974 m) zu erreichen, bei dem jenseits des Einzugsgebietes der La Morge das Einzugsgebiet der Dranse (Haute-Savoie) endet und jenes westlich der Morgemündung gelegenen Genfersee-Kleinstzuflüssen (Ruisseau du Locum, Ruisseau de la Chéniaz etc., die bloß ihre eigenen verkehrsweglosen und unbewohnten Talschaften entwässern) beginnt, das jedoch weiter nordöstlich nach der Pointe de l’Aritte (1.626 m) noch vor dem Gipfel des Pic de Planchard (1.472 m) endet, da die linke La Morge-Einzugsgebietsgrenze vom Kamm ins Ortsgebiet von Saint Gingolph abfällt und bei der Mündung der La Morge endet.

© tourensuche.eu; Der Pic Boré überragt das Südufer des Genfersees; am gegenüberliegenden Nordufer ist die Stadt Montreux erkennbar

Die kaum 9 km lange La Morge entspringt in Frankreich in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in der Untergruppe Chablais der Préalpes Isère et Savoies auf rund 1.800 m Seehöhe am Nordabhang des Col de Bise, fließt stets in Nordrichtung und wird kurz nach ihrem Ursprung zum Grenzfluss zwischen Frankreich (Westufer) und der Schweiz. Sie durchfließt ein unbewohntes Hochtal und erreicht nach 4 km die Ansiedlung Novel (970 m, im Bild unten), vor der ihr von Westen ihr einzig nennenswerter Nebenfluss, der rund 3 km lange vom Col de Neuva kommende l`Eau des Rasses zufließt (1.050 m).

Miuki, CC BY-SA 3.0

Nördlich von Novel stürzt sie durch eine 4 km lange Schlucht, an deren westlichen oberen Talrand sie von einer vom Genferseeufer kommenden Bergstraße begleitet wird, die später westlich von Novel auf über 1.200 m Seehöhe als Sackgasse endet. Auch auf der Schweizer Seite, von der zahlreiche teils namenlose Kleinbäche einmünden, wird der Flusslauf von einer Kleinstraße begleitet, die die am rechten Talrand gelegenen Schweizer Weiler Clarive (845 m) und Freney (780 m) mit dem Südufer des Genfersees verbindet. Am Ausgang der Morgeschlucht liegt die am Südufer des Genfersees gelegene Grenzortschaft Saint Gingolph, in der die La Morge in den Genfersee mündet.

Dranse (Haute-Savoie)-Gebiet

Die 10 km lange Dranse entsteht durch den Zusammenfluss der 39 km langen Dranse d’Abondance, der 20 km langen Dranse de Morzine und der 22 km langen, auch Dranse Bellevaux genannten Brevon im Gemeindegebiet von La Forclaz auf rund 550 m Seehöhe. Ihr 495 km² großes Einzugsgebiet liegt innerhalb Frankreichs in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Dranse beginnt am Ostrand ihres Mündungsdeltas im westlichen Gemeindegebiet des Kurortes Évian-les-Bains und verläuft von zahlreichen Verkehrswegen gequert und die Quellgebiete mehrerer weniger als 5 km langer und teilweise nicht immer wasserführender Genfersee-Kleinstzuflüsse (Ruisseau de Forchez, Ruisseau de Montigny, Ruisseau de Coppy, Ruisseau de Drainan, Ruisseau de la Carrière, Ruisseau de la Corne, Ruisseau des Etalins, etc.) südlich passierend in Ostsüdostrichtung als Einzugsgebietsgrenze der rechten Dranse-Nebenflüsse Le Maravant und danach der l`Ugine durch die südlichen Vororte Évian-les-Bains und über das Hochplateau des Pays de Gavot, auf dem die Ortschaft Saint-Paul-en-Chablais liegt (820 m, im Bild unten mit Blick zum Genfersee).

Camster2, CC BY-SA 3.0

Sie steigt sodann den Talschluss des Vallée de l’Ugine nördlich begrenzend zum Mont Bénand (1.284 m) an, passiert den Col de Creusaz (1.160 m), den Mont Cesar (1.548 m), verläuft nach dem Col de Pertuis (1.512 m) entlang des Kammes des bis zu 1.674 m hohen Bergstockes Montagne des Mémises (im Bild unten) bis zum Plateau von Thollon (1.868 m), auf dem jenseits des Dransegebietes das Einzugsgebiet des bereits im Vorkapitel erwähnten kleinen Genfersee-Zuflusses Ruisseau du Locum beginnt, das aber kaum 3 km weiter südlich am Pic Boré bereits wieder endet, da dort jenseits des Dransegebietes das Einzugsgebiet der La Morge beginnt.

historicair 1, CC BY-SA 3.0

Die zur Dranse/La Morge-Wasserscheide gewordenene Gebietsgrenze der Dranse erreicht stark richtungsändernd (siehe Ausführungen im Vorkabitel La Morge-Gebiet) am Dent du Velan die Schweizer Grenze, wo jenseits des Dransegebietes das Einzugsgebiet der La Morge endet und jenes des Walliser Rhônetales beginnt. Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Dranse folgt in Südrichtung die Quellen zahlreicher kleiner Schweizer Rhônezuflüsse westlich begrenzend der Staatsgrenze (siehe Beschreibung des Grenzverlaufs im Vorkapitel Abgrenzung des französischen Alpengebietes) über die Cornettes de Bise (2.432 m), Haut Sex (1.961 m), Tête du Tronchet (1.916 m) und Pointe des Ombrieux (1.981 m) bis zum Pas de Morgins.

Weiter in Südrichtung entlang der Staatsgrenze passiert die rechte Einzugsgebietsgrenze der Dranse nach der Tête de Linga (2.156 m) östlich, – zuerst zwischen der Tête du Géant (2.228 m) und der Pointe de Chésery (2.251 m) das Quellgebiet der Dranse d’Abondance -, und unmittelbar danach über Pointe de Chavanette (2.219 m) und Pointe de la Léchère (2.175 m) bis zur Tête de Bostan (2.406 m) die Quellen der Dranse de Morzine und wird damit zur linken Einzugsgebietsgrenze der Dranse. An der Tête de Bostan (im Bild unten) endet auch jenseits des Dransegebietes das Einzugsgebiet der La Vièze (und damit des Walliser Rhônetales) und es beginnt jenes der Arve, die die Rhône erst nach ihrem Austritt aus dem Genfersee im Stadtgebiet von Genf erreicht.

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Die nunmehrige Dranse/Arve-Wasserscheide verlässt in Westrichtung die Staatsgrenze und verläuft innerhalb Frankreichs über den Col de la Golèse (1.662 m) zur Pointe d`Angolon (2.090 m), von der sie zum Col de Joux Plane abfällt und dort in Nordwestrichtung dreht.

In Nordwestrichtung von der Passstraße begleitet verlässt die Dranse/Arve-Wasserscheide nach dem Col du Ranfolly die Scheitelhochfläche, passiert das Schigebiet Les Chavannes (1.500 m) und fällt danach entlang eines kleinen Kammes zwischen den Gebirgsbächen Torrent L`Arpettaz im Süden und Ruisseau des Gets im Norden verlaufend zum Col des Gets ab.

Die Dranse/Arve-Wasserscheide steigt zum Gipfel des Schibergs Mont Chéry (1.826 m) an und fällt die Nordwestrichtung beibehaltend sogleich wieder zum Col de l’Encrenaz ab.

Weiter über den Roc d`Enfer (2.244 m, Quellberg der Dranse de Bellevaux, im Bild unten) und die Pointe de Chavasse (2.012 m) dreht die Dranse/Arve-Wasserscheide an der Pointe de Chavannais (1.851 m) in Nordrichtung, verläuft über die Tête des Follys (1.768 m) und die Pointe des Follys (1.713 m) zur Pointe de Jottis (1.548 m), von der sie zum Col de Jambaz abfällt.

Fachimiar, CC BY-SA 4.0

Die Dranse/Arve-Wasserscheide passiert in Nordrichtung den Mont Riond (1.212 m, im Bild unten), nach dem sie in Westrichtung zum Plateau des Mouilles abfällt.

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Die Dranse/Arve-Wasserscheide steigt in Südwestrichtung zum Schigebiet Hirmentaz an (1.509 m, im Bild unten), von dem sie in Nordwestrichtung zum Col de Terramont abfällt.

Yorisse, CC0

In Nordwestrichtung über den sich auf über 1.300 m erhebenden Bois de la Turche erreicht die Dranse/Arve-Wasserscheide den Col des Arces.

Die Dranse/Arve-Wasserscheide verläuft noch über den nordwestlich des Col des Arces gelegenen Mont Forchat (1.539 m) und endet nach dem von Mountainbikern gern befahrenen Col de l’Encrenaz (1.433 m) am Très la Paraz (1.513 m), da dort jenseits des Dransegebietes das Einzugsgebiet der Arve endet und jenes des Genfersee-Zuflusses Ruisseau du Redon beginnt, das aber nach nur 1 km weiter nördlich an der Crêt Pujin (1.367 m) bereits wieder endet, da dort das Einzugsgebiet des Ruisseau du Pamphiot beginnt, der am westlichen Stadtrand von Thonon-Les-Bains den Genfersee erreicht und manchmal auch Ruisseau des Blaves genannt wird. Die nunmehrige Dranse/Pamphiot(Blaves)-Wasserscheide tangiert in Ostrichtung drehend den Weiler Très le Mont (1.382 m) und fällt zum Col du Feu ab.

Die Dranse/Pamphiot(Blaves)-Wasserscheide steigt in Nordostrichtung zum bis zu 1.413 m hohen Bergstock Mont d’Hermone an und folgt dessen Hauptkamm, von dem man bei der Chapelle Notre Dame d’Hermone (1.326 m) eine tolle Aussicht auf den Genfersee hat (im Bild unten), bis zu dessen Nordostende, von wo sie in Nordwestrichtung zum Plateau Lyaud abfällt.

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Die Dranse/Pamphiot(Blaves)-Wasserscheide passiert, – bereits von zahlreichen Verkehrswegen an namenlosen Übergängen gequert -, in Nordrichtung die Anhöhe Forêt de Thonon (611 m) und verliert sich danach im Stadtgebiet von Thonon-les-Bains.

Flussverlauf der Dranse (Haute-Savoie)

Längster Quellfluss der Dranse (Haute-Savoie) ist die Dranse d’Abondance, die westlich der Schweizer Grenze und nördlich des nur von Norden anfahrbaren Col Bassachaux (1.778 m) im Gemeindegebiet von Châtel durch Zusammenfluss mehrerer kleinerer Quellbäche entsteht. Begleitet von der entlang des Kamms der ihr rechtes Ufer säumenden Bergkette verlaufenden Staatsgrenze passiert sie in Nordostrichtung den vom Wintertourismus geprägten Hauptort der Gemeinde Châtel, in dem ihr von Osten der vom Pas de Morgins (Übergang ins Walliser Rhônetal) kommende Ruisseau de Vonnes zufließt (1.122 m). Allmählich in Westrichtung drehend und den vom linken Ufer aufragenden Mont de Grange (2.432 m, im Bild unten) umschmiegend erreichen die Dranse d’Abondance von beiden Seiten unbewohnte Hochtäler entwässernde Bäche, wobei in rechtsseitige Täler öfter Stichstraßen führen, die alle bei Aufstiegshilfen ins grenzüberschreitende Skigebiet Châtel-Portes du Soleil als Sackgasse enden.

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Ab der 6 km flussabwärts von Châtel über dem rechten Ufer gelegenen Ortschaft La Chapelle-d’Abondance (1.020 m), bei der von Norden der Ruisseau de Séchet -, und von Süden der Ruisseau des Mattes und weitere von den Nordabhängen des Mont de Grange abfließende Bäche einmünden, entfernt sich die Dranse d’Abondance in Westrichtung von der Staatsgrenze und erreicht nach weiteren 6 km die für sie namensgebende Ortschaft Abondance (840 m), bei der von Süden der Ruisseau le Malève einmündet, durch dessen Tal eine Stichstraße zum Stausee Lac des Plagnes (1.181 m, im Bild unten) führt und bei der Feriensiedlung Chalets de Lens (1.587 m) endet.

Mimi74500, CC0

Nachdem unterhalb von Abondance von Norden der Ruisseau de Melon und von Süden die Chenau und der Ruisseau de la Plagne zugeflossen sind, erreicht die Dranse d’Abondance bei der Ortschaft Bonnevaux von Süden der Gebirgsbach Nant de la Joux Verte, durch dessen Tal eine Straße zum Col du Corbier verläuft.

Die Dranse d’Abondance fließt nach Bonnevaux kurz in Nordrichtung und es mündet nach 2 km von Osten die L’Eau Noire ein, der kurz vorher der Nant de Darbon von rechts zugeflossen ist und es führen durch die Täler beider genannten Bäche Stichstraßen aufwärts, die auf über 1.500 m Seehöhe bei Schutzhütten enden.

Allmählich wieder in Westrichtung drehend passiert die Dranse d’Abondance die Ansiedlungen Covaleux (796 m), Fontany (784 m) und Taverole (778 m) und es verlässt danach kurz vor Beginn eines schluchtartigen Talabschnitts eine zum Col du Grand Taillet führende Passstraße den linken Talrand. Kurz nach dem Eingang in die bereits erwähnte Schlucht fießt der Dranse d’Abondance von Norden die l`Ugine zu, deren Quellbäche an den Wasserscheidepässen Col de Creusaz, Col de Pertuis, Col de Planchamp und Col de Neuva entspringen und sich im Talschluss bei Bernex vereinigen (960 m, im Bild unten), von wo mehrere (nicht immer uneingeschränkt befahrbare) Stichstraßen zu den genannten Pässen zwar hinaufführen, dort jedoch alle als Sackgassen enden. Nur vom Mittelabschnitt des Vallée de l’Ugine führen zahlreiche Straßen über namenlose Übergänge ins westlich benachbarte Tal des Dranse-Zuflusses Le Maravant. Nachdem die Dranse d’Abondance aus der 6 km langen Schlucht ausgetreten ist, vereinigt sie sich mit der von Süden kommenden Dranse de Morzine zur Dranse, der nur 1 km weiter westlich von Südwesten die Dranse de Bellevaux zufließt (550 m).

Camster, CC BY-SA 3.0

Der zweite Quellfluss, die 20 km lange Dranse de Morzine entsteht im Stadtgebiet von Morzine durch die Vereinigung ihrer beiden Quellflüsse Dranse des la Manche und Dranse de Sous Saix. Die 9,2 km lange Dranse des la Manche entspringt auf 1.885 m Seehöhe westlich der Schweizer Grenze an den Südhängen des Bergstockes Les Hauts-Forts (2.466 m), erreicht den Talgrund bei L’Erigné devant (1.223 m) und durchfließt von beiden Seiten kleine Bäche aufnehmend in Nordwestrichtung ein 6 km langes dünn besiedeltes Tal. Nachdem ihr kurz vor Morzine von links ein vom Col de Joux Plane (Übergang ins Arvegebiet) kommender namenloser Bach zugeflossen ist, vereinigt sie sich in Morzine mit der von rechts kommenden Dranse de Sous Saix, deren Quellgebiete ebenfalls nahe der Schweizer Grenze südöstlich der Skistation Avoriaz (im Bild unten) auf fast 2.000 m Seehöhe liegen, zur Dranse de Morzine.

Look Sharp!, CC BY-SA 3.0

Einige dieser Quellbäche werden in dem am Fuße des Skigebietes Avoriaz gelegenen Lac d`Avoriaz (1.735 m), der in die Dranse de Sous Saix entwässert, gesammelt. Über den Col de la Joux Verte besteht eine Straßenverbindung zwischen den Tälern der Dranse de Sous Saix und der Dranse de Montriond.

Rund 3 km unterhalb von Morzine fließen der Dranse de Morzine im Gemeindegebiet von Montriond zuerst von rechts die Dranse de Montriond –, die den 32 ha großen Lac de Montriond (1.055 m) durchflossen hat und aus deren Talschluss eine Straße über den Col de la Joux Verte nach Avoriaz bzw. nach Morzine zurück führt, und 200 m danach von links der Ruisseau des Gets zu (880 m), aus dessen Tal und Nebentälern Straßen über die Pässe Col des Gets und Col de l’Encrenaz ins Arvegebiet führen.

Rund 6 km nördlich von Montriond weitet sich der Talkessel des Vallée d’Aulps und es fließen der Dranse de Morzine nahe der Ortschaft Saint-Jean-d’Aulps von links der Ruisseau des Favets und der Ruisseau du Jourdil –, und von rechts der Ruisseau du Lavaty und der Ruisseau de l`Abbaye zu. Unterhalb von Saint-Jean-d’Aulps mündet nach dem rechtsseitigen Zufluss des Ruisseau du Biot ebenfalls von rechts der Ruisseau du Corbier ein, an dessen Talschluss der Col du Corbier (Übergang ins Tal der Dranse d’Abondance) liegt. Nach rechtsseitigem Zufluss des Ruisseau de la Tire beginnt der Stauraum des Lac du Jotty (645 m). Unterhalb der Staumauer (im Bild unten) durchfließt die Dranse de Morzine die spektakuläre Schlucht Gorges du Pont du Diable, vor der eine Straße in Westrichtung das Vallée d’Aulps verlässt und über La Vernaz ins Brevontal führt.

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Am Ausgang der Schlucht verlässt eine Straße in Ostrichtung das Vallée d’Aulps und führt über la Forclaz und den Col du Grand Taillet ins Tal der Dranse d’Abondance. Kaum 2 km weiter nördlich vereinigen sich Dranse de Morzine und Dranse d’Abondance zur Dranse, die in Westrichtung fließend das Plateau von La Vernaz nördlich begrenzend nach 1 km von links die Brevon (Dranse de Bellevaux) aufnimmt.

Die 22 km lange Brevon entspringt an den Nordwestabhängen des Roc d`Enver auf 1.350 m Seehöhe im Gemeindegebiet von Bellevaux. Sie fließt zuerst einige Kilometer in Nordwestrichtung durch den Wald von Pététoz (im Bild unten) bis zum kleinen Dorf La Chèvrerie, wo sie den kleinen Bergsee Lac de Vallon (1.080 m) bildet, der durch einen Bergsturz im Jahre 1943 entstanden ist. Nach der Ortschaft l`Epuyer, nach der eine Straße in Westrichtung das Tal verlässt und über den Col de Jambaz ins Arvegebiet führt, dreht sie in Nordrichtung und passiert die Ortschaft Bellevaux, von der in Westrichtung eine Straße über La Côte das Tal verlässt.

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In Nordrichtung passiert die Brevon die Ortschaften Chez Maurice (828 m) und Le Lavouet (780 m) und es münden bei der Ansiedlung Les Aix von links die La Follaz-, und 200 m später der Ruisseau du Jallan ein. Aus dem Tal der Follaz (Bild unten bei Lullin) und deren Nebentälern führen Straßen über das Plateau des Mouilles, den Col de Terramont und den Col des Arces ins Arvegebiet, über den Col du Feu ins Pamphiottal, sowie über La Côte ins obere Brevontal bei Bellevaux zurück. Vom Tal des Ruisseau du Jallan führt ebenfalls eine Straße zum Col du Feu. Nach der Ortschaft Vailly passiert die Brevon die Ortschaft Chez Marphoz, bei der sie von einer aus La Vernaz (Übergang ins östlich gelegene Vallée d’Aulps) kommenden Straße gequert wird, die zum linken Talrand ansteigt und über das Plateau Lyaud ins Pamphiottal bzw. zum Südufer des Genfersees führt. Die Brevon mündet 6 km unterhalb von Chez Marphoz bei Bioge im Gemeindegebiet von La Vernaz in die Dranse.

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Die Dranse durchfließt nach der Brevoneinmündung in Nordwestrichtung eine über 7 km lange und 200 m tiefe Schlucht (Gorges de la Dranse), deren linker Talrand das Plateau Lyaud begrenzt, und in die von rechts u. a. der Ruisseau de Curninge und der Ruisseau de la Creuse hinabstürzen. Am Ausgang der Schlucht mündet noch von rechts der Maravant ein (424 m) und die Dranse erreicht (wieder in Nordrichtung drehend) den östlichen Stadtrand von Thonon-les-Bains. Sie erreicht schließlich das westliche Gemeindegebiet von Évian-les-Bains beim Ortsteil Publier, wo das weltbekannte Évian-Mineralwasser abgefüllt wird. Die Dranse bildet ein 53 ha großes unter Naturschutz stehendes Mündungsdelta (Bild unten) und mündet in den Genfersee.

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Pamphiot (Ruisseau des Blaves)-Gebiet

Der nur knapp über 15 km lange auch Ruisseau des Blaves genannte Pamphiot entspringt an den Nordhängen des Col du Feu auf rund 1.000 m Seehöhe, fließt stets in (grundsätzlicher) Nordrichtung und mündet im Stadtgebiet von Thonon-les-Bains (Bild unten) in den Genfersee.

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Die rechte Einzugsgebietsgrenze des Pamphiot beginnt im Stadtgebiet von Thonon-les-Bains, in dem sie zur Pamphiot(Blaves)/Dranse-Wasserscheide wird und als solche (siehe Ausführungen im Vorkapitel Dranse-Gebiet) über den Forêt de Thonon, das Plateau Lyaud und den Mont d’Hermone-Grat zum Col du Feu verläuft, die Pamphiotquellen südlich passiert und damit von der rechten zur linken Pamphiot-Einzugsgebietsgrenze wird, und als solche weiter bis zur Crêt Pujin verläuft, bei der jenseits des Pamphiotgebietes das Einzugsgebiet der Dranse endet und jenes des Redon beginnt. Als Pamphiot/Redon-Wasserscheide fällt sie in Südrichtung über die Anhöhe Trebillet (1.160 m) zur auf einem kleinen Plateau gelegenen Ortschaft Maugny ab.

Die Pamphiot/Redon-Wasserscheide verläuft nach Maugny in Nordrichtung entlang der das linke Ufer des Rivière de Mâcheron begleitenden Hügelkette bis Allinges, wo sie dichter bebautes Gebiet erreicht und ab dort von zahlreichen Verkehrswegen an namenlosen Übergängen gequert wird. Sie passiert den Ort Allinges westlich, durchläuft danach, – nunmehr das linke Ufer des Pamphiot begleitend -, das Ortsgebiet von Anthy-sur-Leman (im Bild unten) und endet am nordöstlichen Ortsrand bei der Mündung des Pamphiot in den Genfersee.

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Der Pamphiot passiert nach seinem Ursprung am Col du Feu (Übergang ins Dransegebiet) die Ansiedlung Fillient (812 m) und erreicht nach dem über seinem rechten Ufer gelegenen Ort Jouvernaisinaz die Ortschaft Charmoisy, wo eine Straße das Tal in Westrichtung verlässt und über das Plateau Orcier ins Tal des Rivière de Macheron führt. Der Pamphiot dreht in der Ortschaft Les Moulins d’Amphion (592 m) mit seinem rechten Ufer das Plateau Lyaud (Übergang ins Dransetal) begrenzend in Nordwestrichtung und erreicht nach mehr als 2 km die Ortschaft Noyer (542 m), in der von Süden der Rivière de Macheron einmündet, aus dessen Tal Straßen über das Plateau Maugny ins Redongebiet -, und über das Plateau Orcier ins obere Pamphiottal führen. Danach passiert der Pamphiot nördlich das Ortsgebiet von Allinges und erreicht nach Marclaz (419 m) das Südufer des Genfersees.

Redon-Gebiet

Der knapp 12 km lange Redon entwässert ein Einzugsgebiet von 30,5 km². Er entspringt im Moisesmassiv auf knapp 600 m Seehöhe, fließt stets in Nordrichtung und mündet 3 km westlich von Thonon-les-Bains im Gemeindegebiet von Margencel in den Genfersee.

Die rechte Einzugsgebietsgrenze des Redon beginnt bei seiner Einmündung in den Genfersee in Port de Séchex und verläuft von Ost- in Südrichtung drehend ins Ortsgebiet von Anthy-sur-Leman, in dem sie zur Redon/Pamphiot(Blaves)-Wasserscheide wird und als solche (siehe Ausführungen in den Vorkapiteln Pamphiot-Gebiet und Dranse-Gebiet) über das Plateau Maugny, wo sie die Redon-Quellen östlich passiert und damit von der rechten zur linken Redon-Einzugsgebietsgrenze wird, bis zur Crêt Pujin verläuft, bei der jenseits des Redongebietes das Einzugsgebiet des Pamphiot endet und jenes der Dranse beginnt, und von dort noch 1 km weiter als Redon/Dranse-Wasserscheide bis zum Très la Paraz (1.513 m, im Bild unten der linke Gipfel; rechts der Mont Forchat 1.539 m; dazwischen der Col de l’Encrenaz) verläuft, bei dem jenseits des Redongebiet das Einzugsgebiet der Dranse (und damit des Genfersees) endet und jenes der Arve beginnt.

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Als Redon/Arve-Wasserscheide fällt sie in Westrichtung zum Col des Moises ab. Die Redon/Arve-Wasserscheide steigt in Westrichtung zur das Scheitelplateau des Col des Moises westlich begrenzenden Kammkette Crêt Vernay an, folgt dieser in Südrichtung und fällt nach deren höchsten Gipfel l`Aiguille (1.225 m) zum Col de Cou ab.

Die Redon/Arve-Wasserscheide steigt vom Col de Cou in Südwestrichtung den Talschluss des Ruisseau de la Gurmaz im Uhrzeigersinn umschmiegend über die Sommet de Targaillan (1.233 m) zur Tête du Char an (1.260 m, im Bild unten), auf der jenseits des Redongebietes das Einzugsgebiet der Arve endet und jenes des Foron (und damit wieder des Genfersees) beginnt, von der sie als nunmehrige Redon/Foron-Wasserscheide in Nordrichtung entlang der das Tal des Ruisseau de la Gurmaz im Osten von jenem des Ruisseau de Gorge im Westen trennenden Kammkette in verbautes Gebiet in die Ortschaft Rezier (611 m) abfällt, wobei sie auf diesem Weg bei der Anhöhe Les Esserts d`en haut von einer Bergstraße gequert wird.

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Die Redon/Foron-Wasserscheide verläuft von zahlreichen Verkehrswegen (Haupt- und Nebenstraßen, Bahn) an namenlosen und kaum wahrnehmbaren Übergängen gequert in Nordrichtung durch den Forêt de Planbois, in dem jenseits des Redongebietes das Einzugsgebiet des Le Foron endet und jenes des kaum 3 km langen Dronzet beginnt, der in Port de Plaisance de Sciez (im Bild unten der dortige Jachthafen) den Genfersee erreicht.

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Die linke Einzugsgebietsgrenze des Redon durchläuft als Redon/Dronzet-Wasserscheide die Ortschaften Jouvernex (464 m) und Jussy (419 m) und endet am Genfersee beim Plage du Redon (im Bild unten) in Port de Séchex.

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Der Redon entspringt an der Westschulter des Plateau Maugny (Übergang ins Pamphiotgebiet), fließt kurz in Westrichtung und nimmt nach 2 km in der Ortschaft Perrignier (557 m) von links den vom südlich gelegenen Col des Moises (Übergang ins Arvegebiet) kommenden Ruisseau des Moises auf.

Der Redon dreht danach selbst in Nordrichtung und es fließen ihm südlich der Ortschaft Mésinges von links zuerst der Ruisseau des Vernes und unmittelbar danach der Ruisseau de la Gurmaz zu (478 m), aus dessen Talschluss Straßen über die Übergänge Col de Cou ins Arvegebiet und über Les Esserts d`en haut ins Forongebiet führen. Der Redon passiert die über seinem linken Talrand gelegene Ortschaft Jouvernex und danach die an seinem rechten Talrand gelegene Ortschaft Margencel (im Bild unten das dortige Amtshaus und Schulgebäude), wird vor Séchex von einer Autobahn gequert und mündet in Port de Séchex in den Genfersee.

Chabe01, CC BY-SA 4.0

Foron-Gebiet

Es sei hier angemerkt, dass es im Département Haute-Savoie eine Fülle von Flüssen mit dem Namen Foron gibt (allein 6 Arve-Zuflüsse, sowie 1 Isère-Zufluss), die fast alle in den folgenden Ausführungen noch Erwähnung finden werden und nicht mit dem hier beschriebenen rund 10 km langen Genfersee-Zufluss (Mündung in Sciez) verwechselt werden dürfen, der durch den Zusammenfluss mehrerer Quellbäche, deren Quellen auf bis zu 1.000 m Seehöhe liegen, im Gemeindegebiet von Bons-en-Chablais am Nordfuß des Col de Saxel entsteht.

Die rechte Einzugsgebietsgrenze des Foron (zum kleinen Genfersee-Zufluss Dronzet) verläuft von seiner Mündung in Südrichtung durchs Ortsgebiet von Bonnatrait (402 m) und steigt zum Forêt de Planbois an, in dem jenseits des Forongebietes das Einzugsgebiet des Dronzet endet und jenes des Redon beginnt (500 m). Als Foron/Redon-Wasserscheide verläuft sie durch die Ortschaft Rezier (siehe Ausführungen im Vorkapitel Redon-Gebiet) über die Anhöhe Les Esserts d`en haut zur Tête du Char, bei der jenseits des Forongebietes das Einzugsgebiet des Redon (und damit des Genfersees) endet und jenes der Arve beginnt. Als Foron/Arve-Wasserscheide verläuft sie in (grundsätzlicher) Südwestrichtung das Vallée Verte westlich -, und die Quellgebiete der östlichen Foron-Quellbäche südöstlich begrenzend entlang der Kammkette Sommet de la Grande Combe (1.297 m) und der Crêtes de Saxel (1.293 m, im Bild unten), von der sie zur Scheitelhöhe des Col de Saxel abfällt.

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Die Foron/Arve-Wasserscheide verläuft nach dem Col de Saxel vorerst in Westrichtung entlang einer Kammkette, die südlich von einer Panoramastraße begleitet wird, passiert südlich auch die Quellgebiete der westlichen Foron-Quellbäche und wird damit von der rechten zur linken Foron-Einzugsgebietsgrenze, verlässt vor dem Gipfel der Signal des Voirons (im Bild unten von Marcellaz gesehen) diese Kammkette (1.264 m), fällt in Nordrichtung ins dichter besiedelte Gebiet der Bas Chablais ab, quert, – das Quellgebiet des in die Arve entwässernden Ruisseau du Coudray östlich tangierend -, das westliche Ortsgebiet von Bons-en-Chablais, steigt von zahlreichen Straßen und einer Bahnlinie gequert (545 m) in Nordwestrichtung zur am rechten Talrand des Ruisseau du Coudray gelegenen Ortschaft Brens (577 m) an und erreicht nordwestlich des Ortsgebietes auf einem namenlosen am Ostrand des Plateau Couty gelegenen Waldhügel jenen Punkt, an dem jenseits des Forongebietes das Einzugsgebiet der Arve endet und jenes der l`Hermance (und damit wieder des Genfersees) beginnt.

Sissssou. CC BY-SA 3.0

Die Foron/l`Hermance-Wasserscheide endet rund 3 km weiter nördlich am Südrand des Waldgebietes Mont de Boisy (739 m), an dessen Nordrand die Ortschaft Sciez liegt, und es beginnt westlich der Ortschaft Ballaison (601 m) das Einzugsgebiet des Le Vion, der bei Excenevex in den Genfersee mündet. Als Foron/Vion-Wasserscheide überquert die linke Foron-Einzugsgebietsgrenze das genannte Waldgebiet, durchläuft danach das Ortsgebiet von Sciez (394 m) und endet bei der Foroneinmündung in den Genfersee.

© vinsvignesvignerons.com; Der auch Montagne de Crépy genannte Mont de Boisy ist das Zentrum des namensgeschützten Weinbaugebietes Crépy, das zur Weinbauregion Savoie gehört. Es wird hauptsächlich Weißwein, und zwar ausschließlich aus der Rebsorte Gutedel gekeltert, der hier Chasselas genannt wird und seit 1948 über den Status Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) verfügt.

Der Le Foron entsteht am Nordostrand des Ortsgebietes von Bons-en-Chablais (im Bild unten) auf 540 m Seehöhe durch Zusammenfluss des von Westen kommenden Ruisseau de la Folle, des von Osten kommenden Ruisseau de Pisse-Vache und des von Süden vom Col de Saxel (Übergang ins Arvegebiet) kommenden Ruisseau de la Creusiaz. Er durchfließt in Nordrichtung im Westteil des Forêt de Planbois ein 6 km langes fast unbewohntes Tal, in dem ihm von links der Ruisseau des Gotales, der Ruisseau des Passaga, der Grand Vire (479 m) und der Ruisseau des Esserts -, und von rechts der Ruisseau d`Avully, der Ruisseau de la Creuse, der von der Anhöhe Les Esserts d`en haut (Übergang ins Redongebiet) kommende Ruisseau de Gorge und der Ruisseau des Combes zufließen, an dessen Ausgang (389 m) die Ortschaft Sciez liegt, die er östlich passiert und danach in den Genfersee mündet.

© grillat-degerine-bonsenchablais.notaires.fr

L`Hermance-Gebiet

Die Hermance ist ein 13 km langer Fluss der Bas Chablais, der innerhalb Frankreichs östlich der Kleinstadt Tholomaz auf 583 m Seehöhe entspringt, auf seinen letzten 6 km die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz bildet und bei der Schweizer Grenzortschaft Hermance in den Genfersee mündet. Von seinem 43 km² großen Einzugsgebiet liegen über 90% in Frankreich (Region Auvergne-Rhône-Alpes), der Rest im Schweizer Kanton Genf.

Die rechte Einzugsgebietsgrenze der l`Hermance (zum kleinen Genfersee-Zufluss Ruisseau des Léchères, der 4 km nordöstlich von Hermance in Chens-sur-Léman den Genfersee erreicht) verläuft von seiner Mündung in Ostrichtung durchs Ortsgebiet von Douvaine (430 m), nach dem sie als l`Hermance/Vion-Wasserscheide nördlich der Ortschaft Ballaison die Südausläufer des Mont de Boisy (739 m) durchläuft, bis westlich von Ballaison (im Bild unten die Kirche) jenseits des l`Hermancegebietes das Einzugsgebiet des Le Vion endet und jenes des El Foron beginnt.

Duperrier, CC BY-SA 3.0

Als nunmehrige l`Hermance/Foron-Wasserscheide (siehe Ausführungen im Vorkapitel Foron-Gebiet) in Südrichtung verlaufend passiert sie östlich die Quellen der l`Hermance, wird damit von der rechten zur linken Einzugsgebietsgrenze der l`Hermance und erreicht als solche den Ostrand des Plateau Couty, wo jenseits des l`Hermancegebietes das Einzugsgebiet des Foron endet und jenes der Arve beginnt.

Die unmehrige l`Hermance/Arve-Wasserscheide quert sodann in Südwestrichtung das Plateau Couty. Die l`Hermance/Arve-Wasserscheide dreht am Südwestrand des Plateaus in Westrichtung, überschreitet nördlich von Moniaz die Schweizer Grenze, kehrt nach 2 km im Waldgebiet Bois du Château nochmals kurz nach Frankreich zurück, um nach 4 km zwischen Foncenex (im Bild unten) und der Schweizer Grenzortschaft Gy (458 m) endgültig in die Schweiz überzutreten, wo am nordwestlichen Ortsrand von Gy jenseits des l`Hermance-Gebietes das Einzugsgebiet der Arve endet und jenes des Nant d`Aisy beginnt, der in Anières in den Genfersee mündet.

© cc-baschablais.com

In Nordwestrichtung erreicht die l`Hermance/Aisy-Wasserscheide das östliche Ortsgebiet von Anières, wo sie endet und die linke Einzugsgebietsgrenze der l`Hermance die auf Schweizer Staatsgebiet liegende linke Uferböschung des Grenzflusses l`Hermance erreicht, der sie in Nordrichtung bis ins Ortsgebiet von Hermance folgt und dort am südlichen Genferseeufer endet.

Die l`Hermance entspringt im Gemeindegebiet von Loisin südöstlich von Tholomaz auf 583 m Seehöhe. In Westrichtung passiert sie das Ortsgebiet von Tholomaz südlich und das Waldgebiet les Grand Bois nördlich, nach dem sie die Schweizer Grenze erreicht und ihr von Süden ihr einziger nennenswerter linker Nebenfluss, nämlich der vom Plateau Couty (Übergang ins Arvegebiet) kommende und in seinem unteren Abschnitt die Staatsgrenze bildende Ruisseau le Tuernant zufließt (454 m). Nachdem sie 300 m lang selbst zum Grenzfluss geworden ist, tritt die l`Hermance in Nordwestrichtung wieder gänzlich auf französisches Territorium über und erreicht das Ortsgebiet von Veigy (im Bild unten), in dem ihr von rechts der Marais des Mermes zufließt (432 m).

Eniotna, CC0

Schließlich wird die l`Hermance westlich von Veigy endgültig zum Grenzfluss zwischen der Schweiz (linkes Ufer) und Frankreich (427 m), dreht in Nordrichtung, nimmt nach den Grenzortschaften Crevi (426 m) und Les Cabrets (421 m) die aus Frankreich kommenden Bäche Le Marnot (418 m) und (bereits im Mündungsbereich bei Hermance) auch noch die Chamburaz (390 m) auf und ergießt sich in Westrichtung drehend am nördlichen Ortsrand von Hermance in einem künstlich wieder renaturierten Delta in den Genfersee.

Die Rhône verlässt nahe dem Stadtzentrum der Schweizer Kantonshauptstadt Genf als Alpengebietsgrenze zwischen dem Juragebirge (rechtes Ufer) und dem Voralpengebiet der Savoyer Voralpen den Genfersee an dessen Südwestende und es mündet nach rund 1 km noch im Stadtgebiet von links die Arve ein (371 m), die ihr erstmals von der französischen Seite des Alpenhauptkammes stammendes Wasser zuführt (siehe Arve-Gebiet).