Col de l’Allimas

1.352 m, Préalpes du Dauphiné, Isère(Drac-Ébron/Gresse)gebiet

An der Ostseite des Vercors-Hauptkamms zwischen St. Michel les Portes (889 m) und dem kleinen Ski- und Ferienort Gresse en Vercors (1.186 m) führt eine kleine Straße über diesen Pass und verbindet das Tal der Gresse mit dem Ébrontal. Die Passstraße verläuft direkt unterhalb des markanten Gipfels des Mont Aiguille (im Bild unten).

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Durch seine steilen Wände galt der 2.087 m hohe Mont Aiguille lange Zeit als unbesteigbar und war auch unter dem Namen Mons Inaccessibilis bekannt. König Karl VIII (der Freundliche oder der Höfische), dem die bizarre Gestalt des Berges beschrieben wurde, befahl 1492 seinem Kammerherrn Antoine de Ville eine Besteigung zu versuchen. Am 26. Juni 1492 erreichten Antoine de Ville und mehr als zehn weitere Expeditionsteilnehmer, – darunter zwei Priester und ein Notar -, mit Hilfe von Leitern und weiteren extra angefertigten Bergsteigerausrüstungsgegenständen vom westlich gelegenen Pass Col de l’Aupet (1.627 m) aus den Gipfel. Dort wurde eine Messe gelesen und der Berg offiziell in „Aiguille-Fort“ umbenannt; – ein Name, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Darüber hinaus wurden Gipfelkreuze und eine kleine Hütte errichtet. Die Expedition verbrachte ganze sechs Tage auf dem Gipfel und ließ sich von unten vom einfachen Volk und Mitgliedern des eigens alarmierten und herbeigeholten Stadtrates von Grenoble feiern und bewundern.

Wird die Ersteigung des Mont Ventoux durch Francesco Petrarca im Jahr 1336 als Geburtsstunde des Alpinismus schlechthin angesehen, so gilt die Erstbesteigung des Mont Aiguille, die vom französischen Dichter François Rabelais in seinem Werk Quart Livre beschrieben wurde, als Geburtsstunde des Alpinkletterns, da für die Besteigung erstmals nur für diesen Zweck hergestellte spezielle Ausrüstungsutensilien verwendet worden sind, was bis dahin unüblich gewesen ist.

Der von der Nordauffahrt des Col de l`Allimas abfließende Ruisseau de l`Aulanier mündet in Gresse en Vercors in die Gresse, die über den Drac die Isère erreicht; der die Südabfahrt begleitende Ruisseau de Chauplane erreicht über den Ruisseau de Grosse Eau, den Ébron und den Drac die Isère.