Abgrenzung des Einzugsgebietes des Po

Die rechte (südliche) Einzugsgebietsgrenze des Po verläuft außerhalb des Alpengebietes von der adriatischen Küste am Südrand des Podeltas in der Emilia-Romagna in Westrichtung durch die Poebene, dreht nach Querung der Autostrada A 13 im Abschnitt Ferrara-Bologna in Südwestrichtung, quert südlich von Castelfranco Emilia die Autostrada A 1 (Strada del Sole) im Abschnitt Modena-Bologna, steigt als Po/Reno-Wasserscheide auf der das Tal des Renozuflusses Samoggia vom westlich gelegenen Tal des Pozuflusses Panaro trennende Hügelkette zum Apenningebirge an, verläuft in der Folge entlang der das Tal des Torrente Leo im Osten begrenzenden Hügelkette und später entlang des Kamms jener Bergkette, die das östlich gelegene Tal des Torrente Silla vom westlich gelegenen Val Dardagna trennt, bis zum in der Kamm- und Gipfelkette des Apenninenhauptkamms gelegenen Corno alle Scale (1.945 m, Grenzberg Emilia-Romagna/Toskana, im Bild unten), auf dem jenseits des Pogebietes das Einzugsgebiet des Reno (und damit jenes der Adria) endet und jenes des Serchio (und damit des Ligurischen Meeres) beginnt.

© hikr/accoilli

Von dort folgt die Po-Einzugsgebietsgrenze dem Apenninenhauptkamm (teilweise in die Toskana übertretend) als Po/Serchio-Wasserscheide in Nordwestrichtung das Quellgebiet des Panaro begrenzend über die Apenninenpässe Passo di Croce Arcana (1.664 m) und Passo di Abetone (1.388 m), weiter über die Alpe Tre Potenze und Foce a Giovo, erreicht am Monte Giovo das Quellgebiet des Pozuflusses Secchia, verläuft über den Passo di Radici (1.530 m, im Bild unten) und den Monte Prato, wird nach dem Passo di Pradarena (1.570 m) zur Po/Magra-Wasserscheide, passiert als solche den Passo del Cerreto (1.261 m), erreicht nach der Alpe di Succiso (2.017 m) das Quellgebiet des Pozubringers Enza, verläuft weiter über den Passo di Lagastrello (1.200 m) und erreicht nach dem Monte Sillara (1.861 m) das Quellgebiet des Pozubringers Parma.

© snowboardsteez.com

Weiter entlang des die Regionsgrenze zwischen der Emilia Romagna und der Toskana bildenden Apenninenhauptkammes über den Passo di Cirone (1.255 m) wird nach diesem das Quellgebiet des Pozubringers Taro und kurz danach der Passo della Cisa (1.041 m, im Bild unten) erreicht, wo die Autostrada A 15 (Parma-La Spezia) den Apenninenhauptkamm quert.

Bjørn Christian Tørrissen, CC BY-SA 3.0

Weiter in Westrichtung dreht der Kamm nach dem Monte Molinatico in Südwestrichtung, verläuft über den Passo del Bratello (950 m), wird danach von der Bahn untertunnelt, erreicht am Monte Gottero (1.639 m) die Grenze zur Region Ligurien, dreht in Nordwestrichtung, passiert den Passo di Cento Croci (1.055 m), dreht danach in Westrichtung und verläuft das Tarotal im Süden begrenzend bis zu dessen Talschluss, steigt von dort in Nordrichtung über den Passo del Bocco (956 m) zum Monte Penna an, dreht vor dessen Gipfel wieder in Westrichtung, wird zur Po/Entella-Wasserscheide und erreicht innerhalb Liguriens am Monte Aiona (1.701 m) das Quellgebietet des Pozubringers Trebbia, verläuft weiter über den Passo della Forcella (875 m) und den Passo della Scoglina (926 m) zum Passo di Portello (926 m), erreicht das Quellgebiet des Pozubringers Scrivia, wird vor dem Passo della Scoffera (674 m) zur Po/Bisagno-Wasserscheide und kurz danach zur Po/Polcevera-Wasserscheide, passiert den Crocetta d`Orero (468 m) und schließlich den Passo dei Giovi (472 m), wo die Autostrada A 7 (Milano-Genova) rund 20 km nördlich der Stadt Genua (im Bild unten, größter Hafen Italiens) die Padanische Wasserscheide überwindet.

© deacademic.com

Geographisch gesehen bildet Genua das Zentrum der italienischen Region Ligurien, deren Hauptstadt sie ist. Die sich etwa 35 km an der Mittelmeerküste entlangziehende Stadt geht in südöstlicher Richtung in die fast 100 km lange bis zur nahe der Regionsgrenze zur Toskana liegenden Stadt La Spezia (nach dem Marinearsenal von Tarent der wichtigste italienische Marinestützpunkt) reichende Riviera di Levante, in südwestlicher Richtung in die Riviera di Ponente über, die sich bis zur 170 km entfernten französischen Grenze bei Ventimiglia erstreckt. Die Riviera di Ponente wird ab Genua noch rund 50 km bis Savona vom Apenningebirge und danach von den (Ligurischen) Alpen begleitet.

Weiter in Westrichtung erreicht die rechte Po-Einzugsgebietsgrenze noch vor dem an der Regionsgrenze zum Piemont liegenden Passo della Bochetta (772 m, im Bild unten) das Einzugsgebiet des aus den Ligurischen Alpen kommenden rechten Po-Nebenflusses Tanaro. Die dort vom Apenninenhauptkamm in Nordrichtung abfließenden Bäche sind Zuflüsse des Apenninenflusses Orba, der jedoch nicht mehr direkt den Po erreicht, sondern vorher in den aus den Ligurischen Alpen kommenden rechten Tanarozufluss Bormida mündet.

© quellichepedalano.blogspot.com

Nach dem Monte Taccone (1.113 m) verlässt die Einzugsgebietsgrenze des Po wieder die Regionsgrenze und verläuft innerhalb Liguriens stets in Küstennähe (als Po/Leira-, Po/Lerone-, Po/Arresta- Po/Teiro- und Po/Sansobbia-Wasserscheide) über die Hochebene Piani di Praglia zum Passo del Turchino (588 m), wo die Autostrada A 26 (Novara-Genova) den Apennin quert, sowie über den Passo del Faiallo (1.044 m) und den Monte Beigua (1.286 m) bis zum Colle del Giovo (510 m), dreht in Südwestrichtung und erreicht nach Überwindung des Monte San Giorgio (834 m), auf dem jenseits des Pogebietes das Einzugsgebiet der Sansobbia endet und jenes des teilweise Alpenwasser führenden Letimbro beginnt, als Po(Tanaro)/Letimbro-Wasserscheide nach dem Colle di Santa Libera (410 m, tiefster Punkt des Ligurischen Apenninenhauptkamms) am Colle di Cadibona die Grenze zum Alpengebiet, wo der Apenninenhauptkamm zum Alpenhauptkamm wird und die Po-Gebietsgrenze das Scheitelplateau als Po(Tanaro)/Quiliano-Wasserscheide verlässt.

© lastampa.it/m.pa.

Der weitere Verlauf entlang des (nunmehrigen) Alpenhauptkamms innerhalb der Ligurischen Alpen wurde im Vorkapitel Ligurisches Küstengebiet und im Band 1 bereits ausführlich dargestellt. Nach dem Colle di Cadibona wird die Po-Gebietsgrenze zur Po(Tanaro)/Crovetto-Wasserscheide, passiert als Po(Tanaro)/Rio Pora-Wasserscheide den Colle del doppio bivio, als Po(Tanaro)/Maremola-Wasserscheide den Colle del Melogno, als Po(Tanaro)/Varaita-Wasserscheide das Giogo di Toirano, und als Po(Tanaro) /Centa-Wasserscheide die Pässe Colle Scravajon, Colle di San Bernardo di Garessio, Colle di Caprauna, Colle di Nava und Colla San Bernardo di Mendatica und erreicht die französische Grenze am Monte Saccarello, auf dem jenseits des Poeinzugsgebietes das Einzugsgebiet der Centa endet und jenes der Roya beginnt.

© gulliver.it

Ab dem Monte Saccarello (im Bild oben) folgt der Alpenhauptkamm der Staatsgrenze (zugleich Grenze zwischen der italienischen Region Piemont und der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur) und verläuft (begleitet von der Ligurischen Grenzkammstraße) in Nordrichtung als Po(Tanaro)/Roya-Wasserscheide zur Punta Marguareis, dreht in Westrichtung und geht am Colle di Tenda in die Seealpen über. Die rechte Po-Einzugsgebietsgrenze verläuft nach dem Tendapass dem Alpenhauptkamm folgend weiter in Westrichtung zum Monte Clapier, wo im Äußeren Alpenbogen jenseits des Pogebietes das Einzugsgebiet der Roya endet und jenes des Var beginnt, passiert als Po(Tanaro)/Var-Wasserscheide den Colle della Lombarda, dreht in Nordrichtung und passiert den Rocca dei Tre Vescovi (2.867 m), bei dem jenseits des Pogebietes das Einzugsgebiet des Var wieder endet und jenes der Rhône beginnt, passiert als Po(Tanaro)/Rhône-Wasserscheide den Colle della Maddalena, geht in die Cottischen Alpen über und erreicht vor der Tête de Vauclave (2.878 m, im Bild unten) jenen Punkt, wo im Inneren Alpenbogen das Einzugsgebiet des rechten Po-Zubringers Tanaro endet und jenes des nächsten rechten am Alpenhauptkamm entsprungenen Pozuflusses Maira beginnt.

© camptocamp.org/CC BY-SA 3.0

Nur kurz als Po(Maira)/Rhône-Wasserscheide verläuft die rechte Einzugsgebietsgrenze des Po über den Monte Oronaye (3.100 m) zur Cima Mongioia (3.100 m), auf der auf der Poseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Maira bereits wieder endet und jenes der Varaita beginnt. Als Po(Varaita)/Rhône-Wasserscheide wird der Colle dell’Agnello passiert und am Monte Losetta (3.054 m, im Bild unten) bereits wieder das Ende des Varaita-Einzugsgebietes erreicht.

F Ceragioli, CC BY-SA 3.0

Zwischen diesem unmittelbar westlich des gänzlich auf italienischem Staatsgebiet liegenden Monte Viso (3.841 m, höchster Berg der Cottischen Alpen) gelegenen Grenzberg und dem rund 8 km nördlich gelegenen Col de la Traversette (2.950 m) bildet der Alpenhauptkamm den Talschluss des Valle di Po und es sind somit alle in diesem Abschnitt östlich ins Gebiet des Inneren Alpenbogens abfließenden Bäche unmittelbare Zuflussbäche bzw. Quellbäche des Po.

Die von der rechten zur linken Einzugsgebietsgrenze des Po gewordene Po/Rhône-Wasserscheide passiert den Col de la Traversette, nördlich dem das Einzugsgebiet des linken Po-Nebenflusses Pellice beginnt, das aber nach kaum 20 km am Grand Queyron (3.060 m) bereits wieder endet, da dort auf der Poseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Dora Riparia beginnt.

Der Alpenhauptkamm und damit auch die nunmehrige linke Po-Einzugsgebietsgrenze dreht in Nordwestrichtung und verläuft als Po(Dora Riparia)/Rhône-Wasserscheide bis zum Grand Charvia (2.624 m), tritt dort erstmals auf französisches Staatsgebiet über, passiert innerhalb Frankreichs den Colle del Monginevro, dreht wieder in Nordrichtung, passiert den Grand Chalvet (2.682 m, im Bild unten) und vereinigt sich am Rocher des Grandes Becs (3.042 m) wieder mit der Staatsgrenze.

© cai-bussoleno.it

Am Sommet du Guiau (2.654 m) dreht der Alpenhauptkamm in Westrichtung und verläuft neuerlich über französisches Staatsgebiet. Er passiert nach 1 km den innerfranzösischen Alpenhauptkammpass Colle della Scala (frz: Col de l’Echelle, 1.762 m) und verläuft, – das französische Vallée Étroite (it: Valle Stretta) im Südwesten begrenzend -, bis zum Roche du Chardonnet (2.950 m), wo die Grenze zur Region Auvergne-Rhône-Alpes erreicht wird. In Nordostrichtung der Regionsgrenze Provence-Alpes-Côte d’Azur/Auvergne-Rhône-Alpes folgend und das Vallée Étroite nunmehr im Nordwesten begrenzend verläuft die Po(Dora Riparia)/Rhône-Wasserscheide zum Mont Thabor (3.178 m) und weiter in Ostrichtung bis zur Cime de la Planette (3.104 m, im Bild unten) die das „Dreiländereck“ der Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur, sowie der italienischen Region Piemont bildet, auf der es wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze kommt.

© trekearth.com/Herve Gomila

Weiter in Nordostrichtung (nunmehr als Regionsgrenze Piemont/Auvergne-Rhône-Alpes) passiert die Po(Dora Riparia)/Rhône-Wasserscheide die von Bahn und Straße untertunnelte Pointe de Fréjus und erreicht in Ostrichtung den Col Clapier ou Savine (2.482 m, im Bild unten), tritt ein drittes Mal auf französisches Staatsgebiet über, passiert den Colle del Moncenisio, wechselt damit von den Cottischen in die Grajischen Alpen, geht in Südostrichtung über und vereinigt sich am Mont Tour (3.385 m) wieder mit der Staatsgrenze. Dort endet auch auf der Poseite das Einzugsgebiet der Dora Riparia und es beginnt jenes der Stura di Lanzo.

© altituderando.com

Nach dem Mont Tour verläuft die nunmehrige Po(Stura di Lanzo)/Rhône-Wasserscheide in Nordrichtung bis zur Levanna Orientale (3.555 m), wo das Einzugsgebiet der Stura di Lanzo endet und jenes des Orco beginnt, und weiter entlang des nordöstlich gelegenen italienischen Nationalparks Gran Paradiso zur Punta di Galisia (3.343 m), wo das Einzugsgebiet des Orco bereits wieder endet und das Einzugsgebiet der Dora Baltea beginnt. Dort endet auch auf der italienischen Seite der Wasserscheide das Gebiet der Region Piemont und es beginnt das Gebiet der autonomen Region Aostatal.

Die Po(Dora Baltea)/Rhône-Wasserscheide passiert den Colle del Piccolo San Bernardo, dreht von Nord- in Nordostrichtung, verläuft über das von einem Straßentunnel (Mont-Blanc-Tunnel) unterquerte Massive Monte Bianco und erreicht nach Überwindung des höchstgelegenen Punktes ihres Verlaufes (Monte Bianco 4.810 m, im Bild unten) am Monte Dolent (3.820 m) das Dreiländereck Frankreich/Schweiz/Italien.

Joe MiGo, CC BY-SA 3.0

Der Alpenhauptkamm und mit ihm die Po(Dora Baltea)/Rhône-Wasserscheide verläuft ab dem Dreiländereck in grundsätzlicher Ostrichtung, – nunmehr als Grenzkamm zwischen der Schweiz (Kanton Wallis) und Italien (Region Aostatal) -, bis zum Colle del Gran San Bernardo (im Bild unten), wo sie in die Walliser Alpen übertritt. Weiter in weitläufig vergletschertem Gebiet geht der Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Po bis zum Monte Rosa Massiv, bei dessen Gipfel Ludwigshöhe (4.341 m) sowohl die Region Aostatal, als auch das Einzugsgebiet der Dora Baltea endet und jenes des bereits wieder im Piemont liegenden Pozuflusses Sesia beginnt.

© naturaosta.it

Die Po(Sesia)/Rhône-Wasserscheide endet jedoch nach Überwindung der Punta Gnifetti (4.559 m) gleich wieder und zwar kurz vor dem höchsten Gipfel des Monte Rosa Massives Dufourspitze, da dort das Einzugsgebiet des Pozuflusses Ticino (dt: Tessin) beginnt. Nach Überwindung der Dufourspitze (4.634 m) verläuft die nunmehrige Po(Ticino)/Rhône-Wasserscheide weiter bis zur Pizzo d`Andolla (3.654 m), wo der Alpenhauptkamm die Staatsgrenze in Nordrichtung verlässt und nunmehr auf Schweizer Staatsgebiet (Kanton Wallis) nach dem Fletschhorn (3.985 m) den Sempione (dt: Simplon oder auch Simplonpass, 2.005 m) passiert und damit von den Walliser Alpen in die Lepontinischen Alpen übergeht. Am Monte Leone (3.553 m) kommt es wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze, der bis zum Grieshorn (2.968 m, im Bild unten) gefolgt wird, vor dem am Kleinen Grieshorn (2.930 m) auf der Schweizer Seite der Kanton Wallis endet und der Kanton Tessin beginnt.

© giacomolonghi.wordpress.com

Am Kleinen Grieshorn verlässt die Po(Ticino)/Rhône-Wasserscheide dem Alpenhauptkamm folgend neuerlich die Staatsgrenze und verläuft innerhalb der Schweiz als Kantonsgrenze zwischen Wallis und Tessin über den Passo della Novena, an dessen Südhang der Fluss Ticino entspringt, der in seinem Unterlauf auf italienischem Staatsgebiet die Regionsgrenze zwischen Piemont und Lombardei bildet, bis zum Ostgipfel (3.025 m) des Witenwasserenstocks, an dem im Äußeren Alpenbogen der Kanton Wallis endet und der Kanton Uri beginnt. Weiters erreicht dort die vom Hauptgipfel des Witenwasserenstocks (3.082 m) kommende Europäische Kontinentalwasserscheide (Atlantik/Mittelmeer) den Alpenhauptkamm und es endet somit dort im Äußeren Alpenbogen auch das Einzugsgebiet der Rhône (und damit des Mittelmeeres) und es beginnt jenes des Rheins (und damit des Atlantiks).

Rund 10 km weiter östlich des Witenwasserenstockes passiert die Po(Ticino)/Rhein-Wasserscheide den Passo del San Gottardo, steigt zum Piz Alv (2.769 m) an, wo im Äußeren Alpenbogen der Kanton Uri endet und Graubünden beginnt, fällt zum Passo del Lucomagno ab, steigt zum Gebirgsstock Adula an, verlässt auf diesem die Kantonsgrenze und fällt in Ostrichtung innerhalb Graubündens zum Passo del San Bernardino ab, erreicht östlich des Pizzo Curciusa (2.871 m) wieder die Staatsgrenze (dort gleichzeitig Grenze zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und der italienischen Region Lombardei), folgt dieser in Nordrichtung zum Piz di Ross (3.018 m), bei dem im Inneren Alpenbogen das Einzugsgebiet des Ticino endet und jenes der Adda beginnt, und erreicht den Passo dello Spluga, wo sie von den Lepontinischen Alpen in die Rätischen Alpen und damit von den Westalpen in die Ostalpen übertritt.

Alpenhauptkamm und Po(Adda)/Rhein-Wasserscheide erreichen in Südostrichtung den Piz Timun (3.208 m) am Westrand des Val di Lei, trennen sich von der Staatsgrenze und verlaufen in Südrichtung innerhalb Italiens (siehe Vorkapitel Val di Lei) zur östlich gelegenen Cima da Lägh (3.083 m), auf der sich Staatsgrenze und Alpenhauptkamm wieder vereinigen. Danach verläuft der Alpenhauptkamm als Grenzkamm Schweiz/Italien bis zum Passo da la Prasgnola (2.724 m, im Bild unten), tritt dort neuerlich auf Schweizer Staatsgebiet über und erreicht den Lunghinpass, wo jenseits des Pogebietes im Äußeren Alpenbogen das Einzugsgebiet des Rheins (und damit des Atlantiks) endet und jenes der Donau (über ihren Zubringer Inn) und damit des Schwarzen Meeres beginnt.

© gulliver.it

Die Europäische Kontinentalwasserscheide verlässt dort ins Gebiet des Äußeren Alpenbogens übertretend den als Donau/Adria-Wasserscheide weiter verlaufenden Alpenhauptkamm, der als Po(Adda)/Donau-Wasserscheide in Südrichtung über den Schweizer Alpenhauptkammübergang Passo del Maloggia zum Pizzo Muretto (2.007 m) verläuft, auf dem die Staatsgrenze wieder erreicht wird. In Ostrichtung wieder als Grenzkamm Schweiz/Italien erreicht der Alpenhauptkamm das Berninamassiv, in dem er sich am Piz Palü (3.900 m) wieder von der Staatsgrenze trennt, innerhalb der Schweiz nach dem Piz Bernina (4.049 m) zum Passo del Bernina abfällt, zum Südabhang des am Talschluss des Valle di Livigno gelegenen Piz dals Lejs (3.044 m) wieder ansteigt, sich dort wieder mit der Staatsgrenze vereinigt, in Südostrichtung dreht, das Valle di Livigno südöstlich begrenzend (siehe Vorkapitel Valle di Livigno) über die Forcola di Livigno zum Südgipfel des Piz Val Nera (3.160 m, im Bild unten) verläuft, dort auf italienisches Staatsgebiet übertritt, über den inneritalienischen Alpenhauptkammübergang Passo di Foscagno und den Passo di Fraele bis zur Cima la Casina (3.180 m) verläuft, auf der es wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze kommt. Nach dem Monte Subraida (3.124 m) endet am Monte Forcola (2.906 m) jenseits des Pogebietes das Einzugsgebiet der Donau (und damit des Schwarzen Meeres) und es beginnt jenes des Adria-Zuflusses Etsch (it: Adige).

© camptocamp.org/gerry

Die linke Po-Einzugsgebietsgrenze verlässt als Po(Adda)/Etsch-Wasserscheide den in Nordwestrichtung auf Schweizer Staatsgebiet übertretenden und dem Ofenpass zustrebenden Alpenhauptkamm in Ostrichtung und verläuft im Gebiet des Inneren Alpenbogen im Adria-Einzugsgebiet annähernd der Staatsgrenze zur Schweiz folgend über das Giogo di Santa Maria bis zur Dreisprachenspitze (it: Cima Garibaldi, 2.843 m), auf der die Regionsgrenze zu Trentino-Alto Adige erreicht wird. Sie verlässt dort die Staatsgrenze und fällt innerhalb Italiens als Grenze zwischen der lombardischen Provinz Sondrio und der Provinz Bozen der Region Trentino-Alto Adige von der Dreisprachenspitze zum Passo dello Stelvio (im Bild unten die Nordauffahrt) ab.

www.ulb.ac.be/di/ssd/ldoyen/e/stelvio.html

Dem Regionsgrenzverlauf in Ostrichtung folgend verläuft die Po(Adda)/Etsch-Wasserscheide bis zum Monte Cevedale (3.769 m, Grenzberg zwischen den Provinzen Südtirol und Trentino und höchster Berg des Trentino, im Bild unten der rechte Gipfel). Weiter in Südrichtung wird das Corno dei Tre Signori (3.360 m) erreicht, wo auf der Poseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Adda endet und jenes des Oglio beginnt, von wo sie als Po(Oglio)/Etsch-Wasserscheide zum Passo del Tonale verläuft und zur Cima Presena (3.069 m) ansteigt, wo das Einzugsgebiet des Po-Zubringers Oglio schon wieder endet und jenes des Mincio beginnt.

Svíčková, CC BY-SA 3.0

Dort verlässt die Po(Mincio)/Etsch-Wasserscheide die Regionsgrenze und verläuft innerhalb der Provinz Trient in Ostrichtung über Passo Campo Carlo Magno und Sella di Andalo zum Passo Santel, dreht Südostrichtung, passiert den Passo Cadine, dreht in Südrichtung und erreicht nach Passo Bondone und Passo di Santa Barbara den Passo San Giovanni, nach dem sie über den 30 km langen, vom Ostufer des Gardasees aufragenden Gebirgszug des Monte Baldo verläuft, auf dessen nördlichsten Gipfel, dem Monte Altissimo di Nago (2.078 m, im Bild unten der Blick von dort zum Gardaseenordufer) sie die Grenze zur Region Veneto überschreitet.

© girovagandointrentino.it

In den Südausläufern des Monte Baldo passiert die Po(Mincio)/Etsch-Wasserscheide den Passo di Lumini, folgt dem das linke Ufer des bei Peschiera aus dem Gardasee austretenden Mincio begleitenden Moränenhügelzug, wird von der Autostrada A 4 (Venezia-Milano) gequert, dreht (bereits außerhalb des Alpengebietes) in Ostrichtung, verläuft dann, – nachdem der Mincio den Po unterhalb von Mantua erreicht hat -, als Po/Etsch-Wasserscheide in der Tiefebene in einem schmalen Korridor zwischen den Flussläufen des Po und der Etsch in Ostrichtung und erreicht am Nordrand des Podeltas bei Porto Levante (im Bild unten) die Küste der Adria.

© eurofloats.com

Zum Flussverlauf des Po