Flussverlauf des Piave

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des Einzugsgebietes des Piave.

Der Piave (dt: Ploden) entspringt in der Provinz Belluno der Region Venezien im Karnischen Hauptkamm nahe der österreichischen Grenze am Monte Peralba (dt: Hochweißstein, 2.694 m, im Bild unten mit der „offiziellen“ Piavequelle im Vordergrund), von dem er in Südrichtung durch das Valle di Sesis abfließt.

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Noch vor der Ortschaft Sappada (1.250 m) zweigt vom dort von Süd- in Westrichtung drehenden Piavetal in Südostrichtung eine über die Cima di Sappada ins Tagliamentogebiet führende Straße ab.

© alpiorientali.it; Das Einzugsgebiet des Piave

Der Piave durchfließt (ab dort lt. AVE-Schema Grenzfluss zwischen dem Karnischen Hauptkamm und den Südlichen Karnischen Alpen) in Westrichtung das Ortsgebiet der deutschen Sprachinsel Sappada und es fließen zuerst von Süden der aus dem gleichnamigen Tal kommende Rio Storto -, und nach dem Ortsende am Beginn der Cadore genannten geographisch jedoch nicht exakt abgegrenzten Tallandschaft von Norden der das kaum besiedelte Val Visdende entwässernde Piave di Visdende zu (1.000 m). Der in Südwestrichtung drehende Piave passiert die hoch über seinem linken Ufer gelegene Ortschaft San Pietro di Cadore (1.350 m, im Bild unten) und erreicht nach 5 km die zur Gemeind Santo Stefano di Cadore gehörende Ortschaft Campolongo, in der von Süden der Torrente Frison einmündet (940 m), aus dessen Tal Straßen über die Forcella Lavardet und die Sella di Razzo ins Tagliamentogebiet -, sowie über die Sella Ciampigotto ins untere Piavetal führen.

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Beim 3 km unterhalb gelegenen Hauptort Santo Stefano di Cadore (908 m) mündet von Norden der die Karnischen Alpen (Karnischen Hauptkamm) von den Dolomiten trennende Torrente Pàdola in den Piave, aus dessen Tal Straßen über den Donau/Adria-Wasserscheidepass Passo di Monte Croce di Comélico (Kreuzbergpass) ins Südtiroler Draugebiet -, und über den Passo San Antonio ins westlich benachbarte Tal des Piave-Nebenflusses Ansiei führen. Nach dem Pàdola-Zufluss durchfließt der nunmehr selbst zum Grenzfluss zwischen den Karnischen Alpen (linkes Ufer) und den Dolomiten gewordene Piave eine 10 km lange Schlucht, in der er von der 44,5 m hohen Staumauer Diga del Tudaio zum Lago del Comelico aufgestaut wird (im Bild unten), und nach der ihm von Norden der am Monte Cristallo entsprungene 37 km lange Ansiei zufließt (750 m), aus dessen Tal Straßen über den Passo San Antonio ins östlich benach-barte Val Pàdola -, über den Col Sant’Angelo ins Höhlensteintal und somit ins Etschgebiet -, und über den Passo Tre Croci ins westlich benachbarte Valle del Boite führen.

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Nach Einmündung des Ansiei erreicht bei der Ortschaft Pelos di Cadore von links das Valle del Piova, an dessen Talschluss die Sella Ciampigotto (Übergang in den Talschluss des Piave-Zuflusses Torrente Frison) liegt, das Piavetal. Von Pelos di Cadore führt auch in Ostrichtung eine Hauptstraße zum Passo della Mauria (Übergang ins Tagliamentotal), dessen Westabfluss Torrente Cridola knapp unterhalb der Piovamündung den Piave erreicht. Unterhalb von Pelos wird der Piave zum Lago di Centro Cadore (690 m, im Bild unten mit Blick auf die bis zu 2.932 m hohe Marmarole) aufgestaut und es münden von rechts der das Val d`Oten -, und von links der das Vallesella entwässernde Bach in den Stausee, an dessen Südwestufer die Stadt Pieve di Cadore (Geburtsort des Malers Tizian) liegt. Unterhalb des Staubereichs erreicht von rechts das Valle d`Ampezzo das Piavetal und es mündet bei der Ortschaft Perarolo di Cadore der dieses Tal entwässernde Boite in den Piave (532 m).

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Der 42 km lange Boite entsteht durch den Zusammenfluss mehrerer Bäche südlich des Massivs der Hohen Gaisl (3.146 m) auf 1.800 m Seehöhe rund 6 km nördlich von Cortina d`Ampezzo im Parco Regionale delle Dolomiti d`Ampezzo oberhalb der Alm Malga Ra Stua (im Bild unten).

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Vom obersten Bereich seines Tales führt über den Passo di Cimabanche eine Straße ins Etschgebiet. Von Cortina d`Ampezzo (1.211 m) führt die Große Dolomitenstraße in Ostrichtung über den Passo Tre Croci ins Ansieital -, und in Westrichtung durch das Val Falzàrego auf den Passo di Falzàrego, von dessen Scheitelpunkt über den Passo di Valparola eine Verbindung ins Abteital und somit ins Etschgebiet besteht, während seine Südwestabfahrt ins Cordevoletal hinunter führt. Kurz vor Cortina d`Ampezzo mündet von Südwesten der Torrente Costeana ins Val Falzàrego, durch dessen Tal eine Straße über den Passo di Giau ins Val Fiorentina führt. Von den bereits im unteren Teil des vom Boite durchflossenen Valle di d`Ampezzo gelegenen Ortschaften Vodo Cadore (901 m) und Venas di Cadore führen über die Forcella Chiandolada bzw. die Forcella Cibiana Straßen nach Forno di Zoldo ins benachbarte Tal des Torrente Maè. Unterhalb von Venas di Cadore wird der Boite zum Lago di Valle di Cadore (700 m) aufgestaut. Er erreicht schließlich 6 km unterhalb des Staubereiches bei Perarolo di Cadore den Piave.

Von beiden Seiten kaum besiedelte Täler entwässernde Gebirgsbäche aufnehmend erreicht der Piave 16 km südlich der Boitemündung die Ortschaft Longarone (474 m), bei der von Osten der Vajont einmündet, durch dessen Tal eine Straße über den Passo di San Osvaldo ins Livenzagebiet führt. Unterhalb der nach der Naturkatastrophe von 1963 (Erdrutsch in den Vajont-Stausee) neu aufgebauten Ortschaft Longarone (im Bild unten) mündet von Westen der das Valle di Zoldo entwässernde Torrente Maè in den Piave, aus dessen Tal Straßen über die Forcella Chiandolada und die Forcella Cibiana ins östlich benachbarte Tal des Boite -, und über die Forcella Staulanza und den Passo Duran ins Einzugsgebiet des westlich benachbarten Piave-Zuflusses Cordevole führen.

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Begleitet von der Autobahn A 27 (Alemagna) verlässt der Piave nach Longarone das Cadore und geht ins Valbelluna über. Er erreicht, – nachdem ihm von links der aus dem Valle Gallina kommende Bach zugeflossen ist -, nach 10 km Ponte Nelle Alpi (397 m), wo der Fiume Rai (Abfluss des Lago di Santa Croce) zufließt, die Autobahn das Piavetal verlässt, den Lago di Santa Croce westlich passiert, von dem über den Passo Crosetta eine Straße ins Livenzatal führt, und vom Südufer dieses Sees über die Sella di Fadalto ins Livenzagebiet übertritt. Bei Ponte Nelle Alpi dreht der Piave in Südwestrichtung, passiert die Provinzhauptstadt Belluno (390 m), wo ihm von rechts der das Buson de la S’cesora entwässernde Torrente Ardo zufließt, und erreicht nach 18 km Sedico, wo ihm von rechts der Cordevole zufließt (230 m, im Bild unten). Unmittelbar vor der Cordevolemündung erreicht noch von links ein ebenfalls Torrente Ardo genannter Bach den Piave, aus dessen Tal eine Straße über den Passo di San Boldo ins Valmareno führt.

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Der 70 km lange Cordevole ist der größte Piave-Zufluss und entspringt auf über 2.000 m Seehöhe in den Dolomiten am Passo Pordoi, über den eine Straßenverbindung ins Fleimstal und somit ins Etschgebiet führt. Vom Fuße der Auffahrt zum Pordoijoch führt in Nordrichtung über den Passo Campolongo ebenfalls eine Straße ins Etschgebiet, nämlich ins Gadertal (Abteital). Der oberste Teil des Cordevoletals zwischen Passo Pordoi und Passo di Falzarego wird Fodom oder Buchenstein genannt und ist eines der fünf ladinischen Dolomitentäler neben dem Gadertal, Gröden, dem Fassatal und Cortina d`Ampezzo. Die Bevölkerung der beiden zu Venezien (Provinz Belluno) gehörenden Talschaften von Cortina d`Ampezzo und Buchenstein hat sich in einer Volksabstimmung zu 90 % für die Ausgliederung von Venezien und den Anschluss an die Provinz Bozen der Autonomen Region Trentino-Alto Adige ausgesprochen. Die (ladinische) Schützenkompanie Buchenstein (im Bild unten) wurde 2011 wiedergegründet.

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Vom oberen Buchenstein (1.645 m) führt in Nordostrichtung eine Straße über den Passo di Falzàrego nach Cortina d`Ampezzo ins Boitetal. Im unteren Buchenstein mündet ins Tal des Cordevole von Nordosten das Val Fiorentina ein, aus dem Straßen über den Passo di Giau ebenfalls nach Cortina -, und über die Forcella Staulanza ins Valle di Zoldo führen. Von Westen mündet dort auch das Val Pettorina ein, aus dem eine Straße über den Passo di Fédaia ins oberste Fassatal (Etschgebiet) führt. Aus dem Val de Bióis, einem rechten Nebental des Val Pettorina, führen (ausgehend von der Ortschaft Falcade, im Bild unten) Straßen über den Passo San Pellegrino ins unterste Fassatal -, und über den Passo di Valles ins Fleimstal.

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Aus dem im unteren Talabschnitt Agordino genannte Cordevoletal führen bei der Stadt Agordo (611 m) Straßen sowohl in Nordrichtung über den Passo Duran ins Val di Zoldo, als auch in Südwestrichtung über die Pässe Forcella Aurine und Forcella Franche ins Mistal. Von der dortigen Ortschaft Gosaldo (1.141 m) führt über den Passo Cereda eine Straße ins Brentagebiet. Der Cordevole durchfließt südlich von Agordo einen über 20 km langen engen Talabschnitt, nach dem ihm bei Sospirolo (447 m, im Bild unten) von rechts der Torrente Mis zufließt, aus dessen Tal Straßen über die Übergänge Forcella Franche und Forcella Aurine zurück ins mittlere Cordevoletal -, sowie über den Passo di Cereda ins Brentagebiet führen. Der Cordevole erreicht schließlich 5 km unterhalb der Miseinmündung den Piave.

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Kaum 2 km unterhalb der Cordevolemündung fließt dem Piave westlich der Ortschaft Mel von Süden der Torrente Terche zu, dem eine Straße aufwärts zum Passo di Praderadego folgt. Der Piave wird bei der Ortschaft Busche (Gemeinde Feltre) auf rund 200 m Seehöhe noch einmal zum Lago di Busche aufgestaut und es fließt ihm danach unterhalb von Feltre von rechts der Fiume Sonna zu, aus dessen Zuflusstälern Straßen über den Passo Croce d’Aune, die Sella di Arten und den Monte Grappa ins Brentagebiet führen. Zwischen dem Monte-Grappa-Massiv im Westen und dem Aussichtsberg Monte Cesen (1.570 m) im Osten, auf den von Valdobbiadene aus eine gut ausgebaute Autostraße hinauf führt, dreht der Piave von Südwest- in Südostrichtung, tritt von der Provinz Belluno in die Provinz Treviso über und erreicht nach 25 km die am rechten Ufer liegende Ortschaft Pederobba (134 m), wo ihm von rechts der Torrente Curogna (im Bild unten) zufließt, durch dessen Tal eine Straße über die Sella di Steggio nach Bassano di Grappa ins Einzugsgebiet der Brenta führt.

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Nach der gegenüber von Pederobba am linken Piaveufer gelegenen Proseccometropole Valdobbiadene verlässt der Piave das Gebirge und wird bis zur rund 20 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Falzè di Piave (107 m), wo ihm von links der letzte im Alpingebiet entsprungene Fluss Soligo zufließt, von der Weißweinstraße begleitet. Aus dem Valmareno genannten Tal des Soligo führen in Nordrichtung Straßen über den Passo di Praderadego und den Passo di San Boldo ins Valbelluna, sowie in Ostrichtung über die Sella di Revine nach Vittorio Veneto ins Livenzagebiet. Vom Mündungsbereich des Soligo führt eine kleine Weinbergstraße über den Colle di Guardia in die zweite Weißweinmetropole Conegliano, die am Torrente Monticana, einem rechten Nebenfluss der Livenza, liegt. Nach der Soligomündung durchfließt der Piave noch 70 km lang die Venezianische Tiefebene, in der er bei Spresiano (37 m) von der Autobahn A 27 (Alemagna) und bei Noventa di Piave (7 m) von der Autobahn A 4 (Triest-Venedig-Mailand) gequert wird. Er passiert die Stadt San Donà di Piave (3 m), bei der rechts (westlich) der Fiume Piave Vecchia abzweigt (bis zum Ende des 17.Jh. ursprüngliches Flussbett des Piave), der sich kurz vor der Einmündung in die Lagune von Venedig bei Caposile mit dem Sile vereinigt (im Bild unten), und erreicht schließlich östlich von Jesolo die Offene See des Adriatischen Meeres.

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Kaum 10 km östlich der Piavemündung erreicht im Ortsteil Porto Santa Margherita der Küstenstadt Caorle auch die Livenza die Adria.