Flussverlauf der Brenta

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des Einzugsgebietes der Brenta.

Die Brenta (dt. Brandau) entsteht östlich von Trient im obersten Teil des dort die nördlich gelegenen Dolomiten von den südlich gelegenen Vizentiner Alpen trennenden Valsugana. Die sich vereinigenden Abflussbäche der Seen Lago di Caldonazzo (500 m) und des kleineren Lago di Levico (460 m, beide Seen im Bild unten) bilden die Brenta. Diese Seen liegen unmittelbar östlich der Talwasserscheide von Pergine, über die Hauptverkehrswege ins Etschtal führen.

In den Lago di Caldonazzo mündet von Süden aus den Vizentiner Alpen der Rio Mandola, durch dessen Tal Verkehrsverbindungen über die Hochebene Altopiano della Vigolana ins Etschgebiet südlich von Trient führen. Durch das Tal des unmittelbar nach dem Caldonazzosee ebenfalls von Süden einmündenden Torrente Centa führt eine Straße über den Passo della Fricca ins Val d`Astico. Dieses Tal ist auch über eine vom Mündungsbereich des Torrente Centa ausgehende über den Kaiserjägersteig (it: Monterovere) führende Straße erreichbar.

Rund 15 km flussabwärts von dem am Ostufer des Lago di Levico gelegenen Kurort Levico Terme fließen der die Fleimstaler Alpen von den Vizentiner Alpen trennenden Brenta bei der Ortschaft Borgo Valsugana (386 m) von Süden der aus dem Valle di Sella kommende Torrente Moggio -, und weitere 4 km weiter von Norden der aus dem Val di Calamento kommende Rio Maso zu, durch dessen Tal eine Straße über den Passo Mánghen ins Valle di Fiemme und somit ins Etschgebiet führt. Durch das Val Campelle, einem Seitental des Calamentotales, führt eine Schotterstraße über den Passo Cinque Croci (im Bild unten die Passhöhe, 2.018 m, aus Naturschutzgründen striktes Fahrverbot) ins vom Torrente Vanoi durchflossene Val Cia. Aus dem Tal des knapp unterhalb der Masomündung in die Brenta einmündenden Torrente Chieppena führt eine Straße über den Passo della Forcella ins Tesinotal.

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Bei der 16 km östlich von Castelnuovo gelegenen Ortschaft Grigno (263 m) mündet von Norden der das Valle del Tesino entwässernde und die Fleimstaler Alpen von den Dolomiten trennende 23 km lange Torrente Grigno in die Brenta (im Bild unten). Aus dessen Tal führen Straßen über den Passo della Forcella ins Valsugana -, über den Passo Brocòn ins Vanoital -, und über den Passo della Roa ins Val Senàiga.

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Die ab der Grignomündung zum Grenzfluss zwischen den Dolomiten (linkes Ufer) und den Vizentiner Alpen gewordene und allmählich in Südrichtung drehende Brenta überschreitet nach 7 km die Regionsgrenze zu Venezien. Nach dem Grenzübertritt führt eine fast 800 Höhenmeter überwindende Straße nach Enego auf das das Valsugana westlich begrenzende Plateau der 7 Gemeinden (L’Altopiano dei Sette Comuni) hinauf. Auch in Ostrichtung verlassen dort Straßen das Tal der Brenta, die ins kaum 8 km entfernte Cismontal führen. Die „alte“ Landesstraße verlässt über die Scale di Primolano das Valsugana; die „neue“ Schnellstraße SS50bis untertunnelt etwas weiter südlich den das Brentatal vom Cismontal trennenden Bergrücken durch einen 3 km langen Tunnel. Die Brenta erreicht schließlich die Ortschaft Cismon del Grappa (180 m), vor der ihr von links der Cismon zufließt.

Der 51 km lange Cismon entspringt im Trentino nördlich des Rollepasses (Übergang ins Fleimstal und somit ins Etschgebiet) am Dolomitenberg Falde della Costazza auf 2.150 m Seehöhe. In Südrichtung durch die Primierotal genannte Talschaft abfließend bildet er im Oberlauf die Grenze zwischen den Dolomiten (Ostufer) und den Fleimstaler Alpen. Er passiert den Wintersportort San Martino di Castrozza (1.467 m) und erreicht nach 13 km die Ortschaft Fiera di Primiero (dt: Markt Primör, 745 m), bei der von Osten der vom Passo Cereda (Übergang ins Piavegebiet) kommende Torrente Canali einmündet. In der 4 km weiter südlich gelegenen Ortschaft Mezzano (640 m) verlässt in Westrichtung eine über Imer und den Passo di Gobbera ins Vanoital führende Straße das Cismontal, der auch die Gebietsgrenze Dolomiten/Fleimstaler Alpen folgt und der Cismon ab dort gänzlich ins Dolomitengebiet eintritt. Der Cismon nimmt unterhalb von Mezzano von links den das Val Noana entwässernden Torrente Noana auf, der im oberen Abschnitt seines Tales zum Lago di Val Noana aufgestaut wird (1.015 m). Vor der Ortschaft Pontet (576 m) wird der Cismon zum Lago Schener (im Bild unten, 565 m, dt: Schenersee) aufgestaut, dessen Staudamm bereits in die Region Venezien liegt. Rund 2 km nach dem Grenzübertritt mündet von rechts der 25 km lange Vanoi ein, aus dessen Tal Straßen über den Passo Brocòn ins Val Tesino -, und über den Passo di Gobbera ins Cismontal führen. In Südrichtung erreicht der Cismon nach 8 km die über seinem westlichen Talrand gelegene Ortschaft Lamon, gegenüber der von Osten der vom Passo Croce d’Aune (Übergang ins Piavetal) kommende Torrente Ausor einmündet, dessen Tal eine Straße in Südrichtung über den Col Falcon verlässt.

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Nachdem die vom Col Falcon kommende Kleinstraße den Talgrund des Cismontales erreicht hat, nimmt der Cismon von Westen den Torrente Senàiga auf, aus dessen Tal eine Straße über den Passo della Roa ins Tesinotal führt, und erreicht die sein linkes Ufer begrenzende Sella di Arten (Übergang ins Piavetal), von der eine Straße auf den Monte Grappa führt. Unterhalb von Fonzaso passiert der Cismon die über seinem Westufer liegende Stadt Arsiè, bei der eine über die Scale di Primolano aus dem Brentatal kommende Straße sein Tal erreicht. Unterhalb von Arsiè wird der Cismon zum Lago di Corlo (268 m, im Bild unten) aufgestaut, an dessen Westufer das östliche Tunnelportal der aus dem Brentatal kommenden Schnellstraße SS50bis liegt. Nach dem Stausee durchfließt der Cismon die reizvolle Cismonschlucht und mündet danach nördlich des Ortsgebietes von Cismon del Grappa (190 m) in die Brenta.

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Unterhalb von Cismon del Grappa münden von Westen bei der Gadena das Val Gadena (170 m) und nach weiteren 5 km bei der Valstagna (157 m) das ebenfalls vom L’Altopiano dei Sette Comuni kommende gleichnamige Tal ins Brentatal. Aus dem Valstagna führt eine ebenfalls über 800 Höhenmeter überwindende Bergstraße nach Foza. Die beiden auf der Hochebene von Asiago liegenden und zu den Sette Comuni gehörenden Ortschaften Foza und Enego sind durch eine den Westrand des unteren Brentatales begleitende Hochstraße verbunden, in deren Verlauf das Valgadena durch eine der höchsten Brücken Italiens überwunden wird (im Bild unten).

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Schließlich erreicht die Brenta nach weiteren 15 km den Talausgang bei der Stadt Bassano del Grappa (129 m) und sie tritt das Alpengebiet verlassend in die Venezianische Tiefebene ein. Von Bassano del Grappa führt eine Bergstraße auf den Monte Grappa, von dessen Gipfel Straßenverbindungen ins Piavegebiet und ins obere Cismontal bestehen. Die Brenta mäandert über 50 km in Südrichtung durch die Ebene bis zur Stadt Padua, in deren nördlichen Vororten Vigodarzere und Cadoneghe ihr von links der Kanal Muson-Sassi eingeleitet wird, in den mehrere von den Vizentiner Alpen in die Ebene eintretende Bäche eingeleitet werden. Größter dieser Bäche ist der Musone, dessen Zufluss Lastego am auf der Wasserscheide Brenta/Piave gelegenen Monte Grappa entspringt und auf seinem Weg die Sella di Steggio (Übergang ins Piavetal) westlich berührt. Danach passiert die Brenta (bereits selbst kanalisiert) das Stadtgebiet Paduas (12 m) im Osten, wo beim östlichen Vorort Stra der Brentakanal (ihr ursprüngliches Flussbett) abzweigt, der die Brenta-Riviera bildet und südlich von Mestre bei Fusina (Stadtteil Venedigs) die Küste der Lagune von Venedig erreicht.

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Rund 35 km südlich von Stra fließt bei Ca‘ Pasqua – Capolinea von Westen (rechts) in kanalisierter Form der Bacchiglione -, kaum 2 km später in Brondolo (südlicher Stadtteil von Chioggia) von Süden der Gorzone(kanal) zu.

Der 118 km lange Bacchiglione entspringt als auch Bacchiglioncello genannter Risorgiva in der Region Venezien in den Ausläufern der Vizentiner Alpen nördlich der Bezirkshauptstadt Vicenza auf 60 m Seehöhe und es fließt dem aus mehreren Quellen entstandenen Fluss sogleich der Timonchio zu, der oberhalb der 20 km nördlich des Zusammenflusses gelegenen Stadt Schio entspringt, und dem südöstlich von Schio im Gemeindegebiet von Marano Vicen von Nordwesten die 24 km lange Leogra zufließt, die im Pasubiomassiv nahe dem Pian delle Fugazze (Übergang ins Etschgebiet) auf 1.162 m Seehöhe entspringt und in Südostrichtung das Valle del Leogra durchfließt. Die Flussstrecke Leogra-Timonchino könnte somit als Oberlauf des Bacchilione gesehen werden.

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Von der Ostauffahrt zum Pian delle Fugazze zweigt kurz nach Schio (im Bild unten) eine Straße in Nordostrichtung ab, die das Valle del Leogra über den Passo Xomo verlässt.

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Bei der 10 km oberhalb von Schio gelegenen Ortschaft Valli del Pasubio (im Bild unten) verlässt eine Straße das Valle del Leogra in Südrichtung, die über den Passo Xon ins Valle d`Agno führt. Von Schio aus ist dieses Tal auch über Passo Zovo und Passo del Mucchione erreichbar.

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Der Bacchiglione durchfließt nach dem Timonchiozufluss in Südostrichtung das Stadtgebiet Vicenzas (39 m), nach dem von Norden die kaum 27 km lange Tesina zufließt, die auf bloß 69 m Seehöhe wie der Bacchiglione als Risorgiva entspringt und der auf halbem Weg von links der Torrente Astico zufließt.

Der 53 km lange Torrente Astico entspringt im Trentino in den Vizentiner Alpen im Gemeindegebiet von Folgaria am Sommo Alto auf über 1.500 m Seehöhe. Von seinem Quellgebiet führen Straßen über den Passo del Sommo und den Passo Coe ins Etschtal. Im Oberlauf begrenzt sein Tal südlich die kleine Hochebene von Lavarone, von der Straßen über den Kaiserjägersteig Monterovere ins oberste Valsugana -, und über den Passo di Vézzena nach Asiago führen. In Südostrichtung überschreitet der Astico vor der Ortschaft Lastebasse (585 m) die Regionsgrenze zu Venezien, nimmt nach 3 km bei Pedemonte von Norden den von der Vézzena -Hochebene abfließenden Rio Torto auf, dreht beim Hauptort der Gemeinde Valdastico (405 m, im Bild unten) in Südrichtung und erreicht die Ortschaft Pedescala, bei der von Osten der Torrente Assa zufließt, der die Hochebene der sieben Gemeinden entwässert, von der Straßen über Foza und Enego ins untere Brentatal -, über den Passo di Vézzena ins Valsugana und zur Hochebene von Lavarone -, sowie über Treschè Conca ins untere Val d`Astico führen.

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In der 6 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Arsiero (356 m) fließt von Westen der Torrente Posina (im Bild unten) zu, aus dessen Tal Straßen in Südrichtung über den Passo Xomo ins Valle del Leogra -, und in Westrichtung über den Passo della Borcola und (aus einem nördlichen Nebental) den Passo Coe ins Etschgebiet führen. Arserio ist östlicher Ausgangspunkt einer teils panoramaartig als Kammstraße zwischen Val d`Astico und Valle Posina verlaufenden Straßenverbindung, die über den Passo della Vena und den Passo di Valbona, sowie über die bereits beschriebenen Passhöhen Passo del Sommo und Passo Coe in die im Etschgebiet liegende Hochebene von Folgaria führt.

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Unterhalb von Arsiero fließt der Astico in Südostrichtung, passiert die Ortschaft Cogollo del Cengio, bei der von Norden eine vom Treschè Conca-Plateau kommende Straße das Tal erreicht. Weiterhin zahlreiche von der Hochebene der sieben Gemeinden in Südrichtung abfließende Bäche aufnehmend, deren Täler durch über namenlose Übergänge verlaufende Kleinstraßen verbunden sind, passiert der Astico nach 11 km Lugo di Vicenca (203 m), dreht in Südrichtung, verlässt nach 7 km bei Breganze (110 m) in hügeliges Weinbaugebiet eintretend das Alpengebiet und mündet in die Tesina, die ihrerseits südöstlich von Vicenza den Bacchiglione erreicht, der die Venezianische Tiefebene in Südostrichtung durchfließt, nach 40 km die südöstlichen Vororte Paduas erreicht und kanalisiert wird.

Während ein Teil seines Wassers in Kanälen (Kanal Naviglio Interno und Canale Piovegio) in Ostrichtung durchs Stadtgebiet Paduas und östlich davon in die Brenta geleitet wird, dreht der Hauptstromkanal in Südostrichtung, begleitet westlich die Brenta (siehe Bild unten) und wird erst nach fast 40 km kurz vor Brondolo bei Ca`Pasqua kaum 2 km vor der Gorzonemündung in die Brenta eingeleitet.

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Der Gorzone ist ein rund 70 km langer seit dem 16. Jahrhundert (von der Seerepublik Venedig) kanalisierter Flusslauf der Venezianischen Tiefebene, in den zahlreiche kleine Küstenbäche, die ansonsten zur Versumpfung der Ebene beitragen würden, eingeleitet werden. Hauptzufluss ist neben dem ebenfalls kanalisierten 40 km lange Fiume Fratta der 13 km lange Fiume Frassine (im Bild unten), dessen einziger (und somit für gegenständliche Ausführungen ausschließlich relevanter) alpiner Zufluss der 38 km lange Gua ist, der durch Zusammenfluss des 29 km langen Agno und des (kürzeren) Torrente Restena im Voralpengebiet der Vizentiner Alpen entsteht. Der Gesamtflusslauf Agno-Gua-Frassine-Gorzonekanal ist somit 150 km lang.

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Der Torrente Agno entsteht durch den Zusammenfluss mehrerer Quellbäche in der Region Venezien in den Vizentiner Alpen auf über 1.000 m Seehöhe im Gemeindegebiet von Recoaro Terme an der Südostauffahrt zum Passo die Campogrosso (1.460 m, für KFZ gesperrter Übergang ins Etschgebiet). In Südostrichtung durchfließt der Agno das gleichnamige Tal und erreicht nach 5 km den Hauptort Recoaro Terme (442 m), wo von Norden eine vom Passo Xon (Übergang ins Valle del Leogra) kommende Straße den Talgrund erreicht. Bei dem 7 km flussabwärts gelegenen Weiler Novale (290 m) erreicht eine vom Passo Zovo (Übergang nach Schio ins Valle del Leogra) kommende Straße das Val d`Agno.

Der Agno passiert nach weiteren 2 km Valdagno (260 m), den Hauptort seines Tales, in dem einerseits das Westportal des den Passo del Mucchione untertunnelnden Schio-Valdagno-Tunnels liegt, und andererseits von rechts der Torrente Garzaro einmündet, aus dessen Tal eine Straße über den Passo Santa Caterina ins Valle del Chiampo und somit ins Etschgebiet führt. Zwischen Valdagno und der Ortschaft Cornedo Vicentino (200 m, im Bild unten) mündet von rechts der vom Passo dei Sette Roccoli (Übergang ins Valle del Chiampo) kommende Torrente Grossa in den Agno, der danach in Südrichtung dreht, nach 12 km die Ortschaft Tezze erreicht und sich mit dem Torrente Restena, aus dessen Tal eine Straße nach Nogarole Vicentino (ebenfalls ein Übergang ins Tal des Chiampo) führt, zum Torrente Gua vereinigt.

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Der Torrente Gua passiert den östlichen Rand der Stadt Arzignano, deren westliche Stadtteile am Etsch-Zufluss Chiampo liegen (und somit beide Flüsse gleichmäßig durch von Betrieben Arzignanos stammende Gerbereiabfälle versaut werden), sodann die Ortschaft Montebello Vicentine (53 m), wird von der Autobahn A 4 (Abschnitt Venezia-Verona) gequert, nimmt von links die 25 km lange Brendola auf, durchfließt die Ortschaft Lonigo (31 m), tritt in die Venezianische Tiefebene ein, passiert westlich die Euganeischen Hügeln und wird nach insgesamt 38 km bei Borgo Frassine in den kanalisierten Fiume Frassine eingeleitet. Dieser dreht in Südostrichtung und wird südlich der Euganeischen Hügeln bei Vighizzolo D’este mit anderen Bächen in den Gorzonekanal eingeleitet, der in Ostrichtung parallel zur südlich fließenden Etsch von der Autobahn A 13 (Padua-Bologna) gequert wird, die nördlichen Bezirke der Kleinstadt Cavarzere (4 m) durchfließt (im Bild unten die Etsch im Vordergrund; rechts daneben der Gorzonekanal), danach in Nordostrichtung dreht und in Brondolo, einem südlichen Stadtteil Chioggias, die Brenta erreicht.

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Die Brenta mündet 5 km weiter östlich südlich des Stadtzentrums von Chioggia rund 2 km nördlich der Etschmündung in die Adria (im Bild unten).

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Der nächste, östlich der Brenta alpine Gebiete in die Adria entwässernde Fluss ist der Piave. Zwischen der nur 2 km nördlich der Etschmündung südlich von Chioggia gelegenen Brentamündung und der Piavemündung östlich von Jesolo bei Cortellazzo liegt die Lagune von Venedig, in die beide Flüsse ursprünglich mündeten (die Brenta bei Mestre, der Piave westlich von Jesolo bei Camposile). Dazwischen mündeten zahlreiche aus Grundwasserquellen (Risorgive) in der Ebene entsprungene Flüsse ebenfalls in diese Lagune. Größter dieser Flüsse ist der bereits erwähnte Sile, der östlich des heutigen Flughafens die Lagune erreichte.

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Um die Lagune vor Verlandung zu schützen führte die Seerepublik Venedig vom 14. bis zum 19. Jh. zahlreiche bauliche Maßnahmen (Dammbauten, Flussumleitungen etc.) mit nicht immer den ursprünglichen Vorstellungen entsprechenden Auswirkungen durch. Nach ständigen Um- und Ergänzungsbauarbeiten, deren Zweck sowohl die Freihaltung der Schifffahrtsstraßen zum Hafen von Venedig, als auch die Malariabekämpfung waren, kam es schließlich zu den nunmehrigen Mündungen des Piave östlich von Jesolo, des Siles am Litorale del Cavallino westlich von Jesolo und der Brenta im seinerzeitigen Mündungsgebiet ihrer nunmehrigen rechten Nebenflüsse Torrente Guà und den die Stadt Padua durchfließenden Bacchiglione bei Chioggia (im Bild unten) am Südwestende der Lagune von Venedig.

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Die Brentaumleitung hat insofern den größten Bekanntheitsgrad, da durch die Umleitung dieses Flusses, der ursprünglich von der östlich von Padua gelegenen Ortschaft Stra in Ostrichtung fließend nach 20 km das Meer genau gegenüber der Stadt Venedig in der Lagunenmitte erreichte, entlang seines alten, nunmehr von Kanälen und Schleusen durchzogenen ehemaligen Flussbettes die sogenannte Brenta Riviera mit ihren berühmten Villenbauten entstanden ist. Die linke (östliche) Einzugsgebietsgrenze der Brenta und die rechte (westliche) Einzugsgebietsgrenze des Piave umgrenzen im mündungsnahen Bereich das Einzugsgebiet des Sile und treffen sich zwischen Asolo und Montebelluna in der Oberitalieischen (Venezianischen) Tiefebene, also noch außerhalb des Alpengebietes.

Das Silegebiet wäre demnach als außeralpine Gegend für gegenständliches Thema ohne sachliche Relevanz; jedoch wurde der Zusammenfluss dieses Flusses mit seinem Nebenfluss Cagnan (heutiger Name Botteniga) innerhalb der Stadt Treviso (im Bild unten) vom italienischen Dichter Dante Alighieri (1265-1321) in seiner Göttlichen Komödie beschrieben, weshalb auch der Autor gegenständlicher Ausführungen, – schon allein um die literarische Augenhöhe mit Dante nicht zu verlieren -, den Sile nicht unerwähnt lassen wollte.

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Die Flüsse Sile und Piave münden im Bereich Lido di Jesolo der Stadtgemeinde Jesolo in die Obere Adria. Die Silemündung liegt im westlichen Ortsteil Faro; im östlichen Ortsteil Cortellazzo erreicht der Piave das Meer.