Valle di Livigno

Dieses wegen seiner exponierten Lage auch Piccolo Tibet (dt: Klein-Tibet) genannte von der Spöl, einem rechten Nebenfluss des Donauzubringers Inn, durchflossene plateauartige Hochtal liegt in den Livignoalpen, einer Untergruppe der Rätischen Alpen an der Schweizer Grenze nordwestlich des Alpenhauptkamms und somit im Äußeren Alpenbogen.

Eine Besiedlung des Livigno-Hochtales ist seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar. Im 17. Jahrhundert wurde Livigno die rechtliche und wirtschaftliche Autonomie durch die Graubündner Herrscher des Veltlins verliehen. 1805 wurde Livigno wegen seiner exponierten und früher im Winter kaum erreichbaren Lage von Napoleon zur zollfreien Zone erklärt, damit es trotzdem ganzjährig bewohnt wird. Nach dem Wiener Kongress wurde das Gebiet im Jahr 1815 Teil des Königreichs Lombardisch-Venezien, das von Österreich regiert wurde.

Die alten Zollprivilegien Livignos wurden 1818 von Österreich anerkannt. Nachdem die Lombardei 1861 italienische Provinz geworden ist, wurde Livignos Status im Jahr 1910 von Italien -, und schließlich im Jahr 1960 auch von der Europäischen Gemeinschaft bestätigt. Livigno gehört gemäß Art. 3 Abs. 1 ZK nicht zum Zollgebiet der Gemeinschaft, weshalb auch am innerhalb Italiens liegenden Alpenhauptkammpass Passo di Foscagno Zollkontrollen stattfinden (siehe Bild unten).

Idéfix, CC BY-SA 3.0

Das Gebiet des Valle di Livigno ist annähernd ident mit dem 211 km² großen Gemeindegebiet der knapp 6.000 Einwohner zählenden Gemeinde Livigno (dt: Luwin) und gehört zur Provinz Sondrio der italienischen Region Lombardei. Der gleichnamige Hauptort liegt auf 1.816 m Seehöhe am Beginn des Staubereichs der zum Lago di Livigno (auch Lago di Gallo genannt, im Bild unten) aufgestauten Spöl. Das gesamte Gebiet wird vom Wintertourismus dominiert.

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von Verlauf der Gebietsgrenze des innerhalb Italiens  gelegenen Gebietes des Valle di Livigno bis
Cima la Casina Bei der südlich des innerschweizer Alpenhauptkammübergang Ofenpass in der dort die Grenze zwischen Italien und der Schweiz bildenden Kamm- und Gipfelkette des Alpenhauptkamms liegenden Cima la Casina verlässt der ab dort die Gebietsgrenze des Valle di Livigno bildende Alpenhauptkamm die Staatsgrenze und verläuft über italienisches Staatsgebiet in Südwestrichtung den Südostrand des Valle di Livigno bildend über den Passo di Fraele (1.952 m), den Passo Alpisella (2.285 m), den Monte Pettini (1.932 m), den Passo di Val Trela (2.295 m) und den Monte Rocca (2.810 m) zum Passo di Foscagno. Passo di Foscagno