Sella di Camporosso (Saifnitzer Talwasserscheide) und der Flussverlauf der Slizza innerhalb Italiens

816 m, Alpi Giulie/Alpi Carniche, Donau(Drau)/Tagliamento

Die Saifnitzer Talwasserscheide liegt auf der Donau/Adria-Wasserscheide. Über diese am Kulminationspunkt des Kanaltales liegende Talwasserscheide führen die wichtigsten Verkehrswege zwischen Südösterreich und Italien. Das in West-Ostrichtung verlaufende Kanaltal trennt die Karnischen Alpen im Norden von den Julischen Alpen im Süden.

Camporosso (oder Camporosso in Valcanale, dt: Saifnitz, slow. Žabnice, friul: Cjamparos) ist eine Fraktion der Gemeinde Tarvis. Der Ort liegt am Nordfuß des Luschariberges, der fast 600 Jahre lang ein Wallfahrtsort der deutschen Kärntner und der Slowenen war. Im Jahre 1860 erreichten diese Wallfahrten mit über 100.000 Wallfahrern den Höhepunkt. Der schöne Aussichtsberg ist heute durch eine moderne Seilbahn erschlossen.

Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0; Blickrichtung Wasserscheide vom Luschariberg Richtung Norden hinunter auf Camporosso (Saifnitz) im Kanaltal

Die Autobahn (49 Brücken, 18 Tunnels) wurde von 1973 bis 1986 erbaut. Der Bau der Hochleistungseisenbahn Pontebbana von Udine bis zur österreichischen Grenze (94 km) mit 13 Tunnels (Gesamtlänge 46 km, das sind 48 % der Strecke) wurde im Jahr 2000 abgeschlossen.

Wasserscheide  Donau (Drau) Tagliamento
Abflüsse  Torrente Casarenza – Rio Bartolo – Slizza – Gail – Drau Donau Fella – Tagliamento
Mündung  Schwarzes Meer Adriatisches Meer
von Verlauf der Gebietsgrenze des Friauler Draugebietes bis
Sella di Camporosso
Die Nordrichtung beibehaltend steigt die Donau/Adria-Wasserscheide in den Karnischen Alpen zwischen den Quellbächen der westlichen Fella und jenen des östlichen Rio Bartolo zum Karnischen Hauptkamm an und erreicht diesen am an der österreichischen Grenze liegenden 1.813 m hohen Monte Acomizza (dt: Achomitzer Berg, slow: Zahomec). Bei diesem Grenzberg zwischen Österreich und Italien verlässt die ab dort das Friauler Draugebiet wieder begrenzende Staatsgrenze die Donau/Adria-Wasserscheide und verläuft innerhalb des Draueinzugsgebietes weiter in Ostrichtung entlang des Karnischen Hauptkamms über die Sella di Bártolo (dt: Bartolosattel, 1.175 m, Quellberg des Rio Bartolo), Monte Goriane (dt: Göriacher Berg, 1.693 m, im Bild unten) und Capin di levante (dt: Kapin, 1.528 m), nach dem sie ins Slizza(Gailitz)tal zum Westufer der Slizza zwischen Coccau Valico und Thörl-Maglern (Grenzübergang Tarvis/Thörl-Maglern) abfällt und so zum Ausgangspunkt dieser Abgrenzungsschilderung wieder zurückkehrt. Grenzübergang Tarvis/Thörl-Maglern
© sentierinatura.it

Der Flussverlauf der Slizza

Die 35 km lange Slizza ist ein rechter Nebenfluss des Drauzuflusses Gail in Italien und Österreich. Ihr zu rund 95% innerhalb Italiens gelegenes Einzugsgebiet beträgt rund 188 km². Der Ursprung der Slizza liegt in den Julischen Alpen an der Nordostauffahrt der Sella Nevea (1.190 m) im Talschluss des Val Rio del Lago (dt: Seebachtal). Sie durchfließt 10 km flussabwärts ihres Quellgebietes den Lago di Predil (900 m, dt: Raibler See, im Bild unten), von dem eine Straße in Ostrichtung über den Passo di Predil ins slowenische Soča(Isonzo)tal führt.

In Nordrichtung weiterfließend erreicht die Slizza nach 5 km von links der das Val di Rio Freddo entwässernde gleichnamige Bach. Weitere 4 km flussabwärts mündet das Seebachtal von Süden am Ostrand von Tarvis ins Kanaltal (700 m), wo die Slizza dem Talverlauf entsprechend in Nordostrichtung übergeht und ihr von links (Westen) der von der Sella di Camporosso (Beschreibung oben) kommende die Stadt Tarvis durchfließende und die Grenze zwischen des Karnischen Alpen und den Julischen Alpen bildende Rio Bartolo zufließt, dessen alter deutscher Name Tervis namensgebend für die nunmehr italienische Stadt Tarvisio (im Bild unten der Hauptplatz) gewesen sein dürfte. Dieser entspringt kaum 1 km östlich der Quellen des Tagliamento-Zuflusses Fella am Südabhang des Karnischen Hauptkamms und fällt von dort parallel zur Fella westlich von Tarvis bei Camporosso ins Kanaltal -, und zwar auf die Ostseite der Sella di Camporosso ab, die er in Ostrichtung verlässt.

I, Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0

Die Slizza fließt, – zum Grenzfluss zwischen den Karnischen Alpen (linkes Ufer) und den Julischen Alpen geworden -, südöstlich an Tarvis vorbei und verlässt nach kaum 2 km das Kanaltal bei Coccau di Sopra. Dort fließt ihr von rechts der aus dem Valromana genannten östlichen Teil des dort die Grenze zwischen Karawanken und Julischen Alpen bildenden Kanaltals, an dessen Talschluss über die Valico di Fusine eine Straße ins slowenische Savetal führt, der auch das Mangarttal entwässernde Rio Bianco (im Bild unten) zu. Die Slizza tritt, – zum Grenzfluss zwischen den Karnische Alpen und den Karawanken geworden -, nach weiteren 2 km bei Thörl-Maglern nach Kärnten über (602 m) und verlässt damit das Friauler Drau-Einzugsgebiet. Sie mündet 8 km später als Gailitz in des rechten Drauzufluss Gail.

© markusertl.at