Die Ligurische Grenzkammstraße

Diese häufig als LGKS abgekürzte, in manchen Landkarten auch fälschlicherweise als Seealpen-Grenzkammstraße verzeichnete ehemalige Militärstraße verläuft östlich der Roya (und daher in den Ligurischen Alpen) entlang der französisch-italienischen Grenze von Ventimiglia bis zum Tendapass. Ihre auf losem Untergrund befahrbare Länge beträgt 63 km. Die Grenzkammstraße wurde insbesondere zwischen den Weltkriegen in der Mussolinizeit benutzt und instandgehalten. Zahlreiche Militärforts, wie das Fort Central am Tendapass (im Bild unten) säumen die hochalpine Kammstraße. Die meisten Höhenforts wurden zwischen 1880 und 1940 erbaut. Die Straße überquert mehrmals die Grenze. Dieser für eine Militärstraße merkwürdige Verlauf erklärt sich dadurch, dass in der Region der Grenzverlauf vor 1947 teilweise ein anderer war.

Markus Schweiss, CC BY-SA 3.0

Die Auffahrt erfolgt von der im Royatal 8 km oberhalb von Ventimiglia gelegenen Ortschaft Trucco, von wo über die Anhöhe La Colla (430 m) ins Tal des Nervia-Nebenflusses Torrente Barbaira gewechselt wird. Dieses aufwärts über den Passo del Cane (596 m) vorbei am westlich, auf französischem Staatsgebiet liegenden Gipfel des Tête d’Alpe (1.527 m) zum Grenzpass Passo del Muratone (frz: Pas de Muraton, 1.161 m), wo der südliche Abschnitt der LGKS endet und die Straße über die Sella di Gouta (frz: Gola di Gouta, 1.219 m) nach Pigna ins Nerviatal hinab führt. Von dort erreicht man über den Colla di Langan und den Colle Melosa (1.544 m) den Grenzpass Col Bertrand (1.960 m) und damit den nördlichen Abschnitt der LGKS. Am nördlich gelegenen Colla di Sanson (frz: Baisse de Sanson, 1.694 m) quert eine aus Triora im Argentinatal kommende Straße die LGKS, die auf französischem Boden über den Col Linaire (1.432 m) ins Royatal führt. Nach dem nördlich gelegenen Grenzpass Passo di Collardente (frz: Pas de Colle Ardente, 1.601 m) erreicht die LGKS den in der Alpenhauptkammkette liegenden Monte Saccarello (2.200 m, Gipfelauffahrt möglich; eine weitere Stichstraße führt zum Monumento al Redentore) und damit die Grenze zum Inneren Alpenbogen.

Die LGKS verläuft über französisches Staatsgebiet am Westhang des Monte Saccarello und erreicht den Alpenhauptkammpass Passo di Tanarello (2.045 m, im Bild unten), wo eine aus Monesi kommende Straße einmündet. Sie folgt nunmehr dem Alpenhauptkamm in Nord- und später in Westrichtung und erreicht nach Passage des Colle delle Selle Vecchie (frz: Col de la Celle Vieille, 2.099 m), des Colle del Lago die Signori (frz: Col des Seigneurs, 2.111 m), des Colle Malaberghe (frz: Col de Malabergue, 2.224 m), des Colle della Boaria (frz: Col de la Boaire, 2.102 m) und des Colle di Perla (2.086 m) den Colle di Tenda (dt: Tendapass, frz: Col de Tende, 1.870 m), wo sie endet und von wo entweder ins südlich gelegene Royatal (Äußerer Alpenbogen) oder ins nördlich gelegene Piemont (Innerer Alpenbogen) abgefahren werden kann.

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Alle genannten Pässe der Ligurischen Grenzkammstraße sowie die Zufahrtspässe sind nicht immer passierbar und auch nicht durchgehend asphaltiert und, – mit Ausnahme des Tendapasses und des Colla di Langan -, teilweise auch unbefestigt, weshalb sie im Rahmen gegenständlicher Ausführungen nur erwähnt seien und nicht näher beschrieben werden. Die LGKS führt teilweise durch Naturschutzgebiete, wird hauptsächlich von Enduro- und Mountainbikefahrern benützt und ist selbst für Geländewagen nicht überall problemlos befahrbar.

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von Verlauf der Gebietsgrenze des alpinen Ligurischen Küstengebietes bis
Monte Saccarello Die Grenze des zum Gebiet des Äußeren Alpenbogens gehörenden Teils von Ligurien trennt sich von der Staatsgrenze und verläuft ab dem Monte Saccarello, der auch die Regionsgrenze zwischen Piemont (im Norden) und Ligurien (im Süden) bildet, innerhalb Italiens entlang des die Südgrenze des Po(Tanaro)einzugsgebietes bildenden Alpenhauptkamms, der vom Monte Saccarello kurz in Ostrichtung über den nur von Süden anfahrbaren Passo Garlenda (2.012 m) zum Colla San Bernardo di Mendatica verläuft. Colla San Bernardo di Mendatica