Flussverlauf der Adda und des Po bis zur Oglioeinmündung

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des Einzugsgebietes der Adda.

Der Ursprung der Adda liegt an der Alpisella (2.285 m) unweit des in der Alpenhauptkammkette liegenden Fraelepasses in den Rätischen Alpen in der Lombardei. Sie wird im obersten Addatal zu den Stauseen Lago di San Giacomo (1.950 m, Bild unten) und Lago di Cancano aufgestaut, ehe ihr von links der Braulio zufließt, durch dessen Tal über den knapp auf Schweizer Staatsgebiet liegenden Umbrailpass und über das Stilfser Joch Straßen ins Etschgebiet führen.

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Kurz vor Bormio (1.225 m) fließt von rechts (Westen) die Bormina zu, durch deren Tal (Val Viola) eine Straße über den inneritalienischen Alpenhauptkammpass Passo di Foscagno nach Livigno führt. In Bormio fließt von Osten (links) der Frodolfo zu, durch dessen Tal eine Straße über den Passo di Gávia ins Einzugsgebiet des benachbarten linken Po-Zuflusses Oglio führt.

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Das von der Adda zwischen dem Bormio-Kessel (im Bild unten) und der Einmündung in den Comosee durchflossene Tal wird samt Nebentälern Valtellina (dt: Veltlin) genannt. Der in Nord-Südrichtung verlaufende rund 40 km lange obere Abschnitt zwischen Bormio (dt: veraltet Worms) und Tirano (441 m) wird Alta Valtellina genannt und ist (winter)touristisch sehr intensiv erschlossen. Der untere fast 70 km lange in Ost-Westrichtung verlaufende Abschnitt des Unteren Veltlin, in dem auch die Provinzhauptstadt Sondrio liegt, ist als Weinbaugebiet bekannt.

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Nach Bormio fließt die Adda in Südrichtung zwischen dem Monte Sobretta (3.296 m, höchster Berg der Sobrettagruppe) im Osten und der Cima dei Piazzi (3.439 m, höchster Berg der ebenfalls zu den Rätischen Alpen gehörenden Livigno-Alpen) im Westen und passiert nach 17 km die Ortschaft Frontale, bei der von Osten der das Val di Rezzalo entwässernde Bach zufließt (950 m), an dessen Talschluss der nach Santa Caterina ins Valfurva führende Passo dell`Alpe (2.461 m, kein Straßenpass) liegt.

Die Adda dreht in Südwestrichtung und erreicht nach 8 km die Ortschaft Grosio (656 m), wo von rechts der das Val Grosina entwässernde Torrente Roasco einmündet und in Südostrichtung Straßen das Alta Valtellina verlassen und über den Passo del Mortirolo ins Valcamonica führen. Nach Grosio (im Bild unten) durchfließt die Adda die am Ausgang des Valposchiavo (dt: Puschlav) nahe der Schweizer Grenze liegende Stadt Tirano (441 m), der Endstation der Berninabahn, wo ihr von Norden der Torrente Poschiavino zufließt.

I, Ogre lawless, CC BY-SA 3.0

Durch das auf Schweizer Staatsgebiet liegende Puschlav führen von Tirano in Nordrichtung die Rätische Bahn und Straßenverbindungen über den Schweizer Alpenhauptkammpass Passo del Bernina (dt: Berninapass) ins Engadin. Vor der Scheitelhöhe des Bernina zweigt eine Straße ab, die über den Grenzpass Forcola di Livigno ins italienische Valle di Livigno führt (siehe Ausführungen im Vorkapitel Valle di Livigno). Bei Tirano münden von links der Torrente Valgrande und der Torrente Trigno ein, aus deren Tälern Straßen über den Passo di Guspessa und den Passo di Trivigno ins Valcamonica führen.

Vor der 10 km flussabwärts von Tirano gelegenen bereits von Terassenweinbergen umgebenen Ortschaft Tresenda (im Bild unten) mündet von links der das Valle di Aprica entwässernde und die Rätischen Alpen von den Bergamasker Alpen trennende Torrente Belvedere ein (374 m), an dessen Talschluss der Passo dell‘Aprica den Übergang ins Val di Córteno (rechtes Nebental des Valcamonica) bildet, und dem kurz vorher von Süden der Torrente Belviso zugeflossen ist, der im obersten Talabschnitt auf 1.485 m Seehöhe zum Lago Belviso aufgestaut wird.

I, Ghisolabella, CC BY-SA 2.5

Zwischen Tresendra und der über 40 km westlich nur mehr 17 km vom Comosee entfernt gelegenen Kleinstadt Morbegno (262 m) führen keine Straßen aus dem im Norden von den Bernina Alpen (Untergruppe der Rätischen Alpen) und im Süden von den Bergamasker Alpen begrenzten Unteren Veltlin in benachbarte Talschaften. Auch zwischen den zahlreichen Seitentälern des Unteren Veltlins gibt es (außer Schischaukeln) keine Verkehrsverbindungen. Von Norden (aus dem Berninagebiet) münden neben Kleinsttälern bei Chiuro (389 m) das Val Fontana, bei Sondrio (360 m) das Val di Togno und das Val Malenco, in dem das Schiressort Caspoggia liegt, bei Ca‘ Spinedi-Ca‘ San Giorgio das vom Torrente Caldenno durchflossene gleichnamige Tal und bei der Ortschaft Masino das Val Masino ins Untere Veltlin.

Von Süden (aus den Bergamasker Alpen) münden westlich des Val Beviso bei Cavallard das Val Malgina, bei Sazzo das Val Armisa, bei Plateda das Val Venina, bei Albosaggia das Val del Livrio, bei Berbenno das Val Cervia und das Val Madre, bei Talamona das Val Tartano sowie das vom Torrente Roncaiola durchflossene Tal, und schließlich bei Morbegno (im Bild unten) das Valle Bitto ins Untere Veltlin. Durch ein Seitental des Valle Bitto führt eine Straße über den Passo di San Marco ins südlich gelegene Tal des linken Addazuflusses Brembo.

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Westlich des Valle Bitto, dem Ursprungsgebiet der gleichnamigen italienischen Käsesorte (80% Kuh-, 20% Schafmilch), mündet noch der das Valle Lesina entwässernde Bach in die Obere Adda, ehe sie bei Colico im nördlichsten Teil des Ostufers in den Lago di Como (197 m) mündet, in den kaum 2 km nördlich der Addamündung von Norden auch die die Westalpen(Lepontinische Alpen)/Ostalpen(Rätische Alpen)-Grenze bildende Mera einmündet.

© pieroweb.com/Piero Gritti; der nördlichste Abschnitt des Comosee-Ostufers mit der Addamündung im Vordergrund; dahinter das Nordufer mit der Meramündung

Die Mera entspringt als Maira in den Rätischen Alpen am Septimerpass (2.310 m) in der Schweiz (Kanton Graubünden). Vom obersten Abschnitt ihres Tales führt eine Straße über den innerschweizer Alpenhauptkammübergang Malojapass nach St. Moritz und ins Engadin. Sie durchfließt in Westrichtung, – im Norden vom Alpenhauptkamm begleitet -, das Val Bregaglia (dt: Bergell) und tritt bei der Ortschaft Villa di Chiavenna (633 m), wo der Alpenhauptkamm sich vom Bergell entfernend in Nordnordwestrichtung dreht, auf italienisches Staatsgebiet über. Auf den nächsten 10 km durchfließt der numehr Mera genannte Fluss die Ortschaft Piuro (382 m), in deren Gemeindegebiet das jenseits (nördlich) des Alpenhauptkammes im äußeren Alpenbogen gelegene Valle di Lei liegt (siehe Ausführungen im Vorkapitel Valle di Lei), und es münden das Valle Drana und das Valle Dragonera ins Bergell. Nach der Stadt Chiavenna (333 m, im Bild unten) fließt der Mera von Norden der Torrente Liro zu.

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Der Liro entspringt an den Südabhängen des in der Alpenhauptkammkette auf der Grenze zur Schweiz liegenden Splügenpasses, über den eine Straße ins Hinterrheintal führt. Er durchfließt in Südrichtung das 30 km lange die Grenze zwischen den Westalpen (Lepontinische Alpen) und den Ostalpen (Rätische Alpen) bildende Valle San Giacomo (dt: St. Jakobstal). Auf diesem Weg passiert er die Stauseen Lago di Montespluga (1.900 m), Lago di Isola (1.604 m) und Lago di Prestone (1.070 m) und es münden nur kurze, kaum 10 km lange Bäche ein. Von der Westalpenseite erreichen den Liro die das Valle Febrarro und das Valle del Drogo entwässernden gleichnamigen Bäche. Von der Ostalpenseite münden bei Madesimo (1.550 m) der Torrente Scaloggia und bei Campodolcino (dt: Gampolschin, 547 m, im Bild unten) der das Valle Torrente Rabbiosa entwässernde gleichnamige Bach ein.

Losanna94, CC BY-SA 3.0

Nach der Liroeinmündung dreht die Mera selbst in Südrichtung und wird bis zur Mündung in den auch Lago di Lario genannten Comosee selbst zum Grenzfluss zwischen West- und Ostalpen. Auf diesem 20 km langen Weg durch das dort Valchiavenna genannte Tal durchfließt sie den 4 km² großen und bis zu 69 m tiefen Lago di Mezzola und es mündet von Westen der das Valle Bodengo entwässernde Bach ein. Von Osten münden die das Valle Codera und das Val dei Ratti entwässernden Bäche direkt in den Lago di Mezzola (im Bild unten der Blick Richtung Süden zum Comosee), den die Mera in Südrichtung verlässt und den Comosee erreicht.

Superchilum, CC BY-SA 3.0

Der Lago di Como ist mit einer Seefläche von 146 km² der drittgrößte und mit bis zu 425 m der tiefste italienische See. Bedingt durch seine (verkehrte) Y-Form hat er mit 170 km die größte Uferlänge aller Seen Italiens. Der 51 km lange und maximal 10 km breite See faßt ein Volumen von 23 km³, liegt gänzlich innerhalb der Lombardei und wird von der Adda durchflossen.

Markus Bernet, CC0

Außer dieser ist die Mera sein größter Zufluss. Er bildet die Grenze zwischen den Westalpen und den Ostalpen, die den See bei der Meramündung am Nordufer erreicht, dessen Mitte und jene des Südost(Lecco)armes durchläuft und den See bei Lecco mit der Unteren Adda wieder verlässt. Der Lago di Como trennt im nördlichsten Abschnitt (bis zur Linie Gravedona-Colico) die Lepontinischen Alpen von den Rätischen Alpen und südlich dieser Linie die Luganer Alpen von den Bergamasker Alpen.

Zwischen der Meramündung und Menaggio erreichen von der Westalpenseite die das Valle di Livo, das Valle del Dosso, das die Lepontinischen Alpen von den Luganer Alpen trennende Valle San Jorio und das Valle Albano entwässernden Bäche, sowie der Torrente Acquaseria den Comosee. Aus dem Tal der bei Menaggio einmündenden Sanagra führen Straßen über Naggio und die Sella di Grandola zum Luganersee und somit ins Ticinogebiet. Auch durch das vom Telo, der 14 km südlich von Menaggio bei Argegno in den Como-Arm des Comosees mündet, durchflossene Val d`Intelvi führt eine Straße über San Fedele d`Intelvi zum Luganersee. Südlich von Argegno fällt das Gebirge steil zum Westufer des abflusslosen Como-Armes des Comosees ab und es erreichen in diesem Uferabschnitt nur kurze Sturzbäche den See. In der 15 km südlich von Argegno gelegenen Ortschaft Cernobbio mündet die aus der Schweiz (Kanton Tessin) kommende Breggia, die die Schweizer Grenzstadt Chiasso durchfließt und aus deren Einzugsgebiet Verkehrswege ins Ticino- und ins Olonagebiet führen, in den Comosee. Weitere 5 km südlich liegt am Südende des Como-Arms am südlichsten Punkt des Comosees die Provinzhauptstadt Como (im Bild unten), in der die nur 16 km lange Cosia einmündet. Von Como führen Verkehrswege u.a. über die Übergänge San Fermo della Battaglia und Albavilla ins Einzugsgebiet des Lambro.

Nicolago, CC0

Den südlichen Abschnitt der Ostküste des Como-Armes erreichen nur kleine aus dem Triangolo Lariano kommende und nur kurze Täler entwässernde Bäche. Erst 17 km nordöstlich von Como mündet bei der Ortschaft Nesso mit der Giurada ein größerer Fluss in den Comosee und es führt durch deren Tal eine Straße über die Colma di Sormano ins Lambrotal. Nahe der Nordspitze des Triangolo Lariano (im Bild unten) mündet bei Loppia der Torrente Perlo in den Como-Arm und es erreicht bei Vassena der Torrente Civenna die Westküste des Lecco-Armes, aus dessen Tal eine Straße über den Colle del Ghisallo ins Quellgebiet des Lambro führt. Die Täler der Bäche Perlo und Civenna sind durch den Übergang Piano Rancio miteinander verbunden.

Joyborg, CC0

Rund 3 km südlich von Vassena mündet bei Onno der Torrente Moregge in den Lecco-Arm des Lago di Como, durch dessen Tal eine Straße über Osigo-Valbrona ins Lambrotal führt. In der 10 km südlich von Onno nahe dem Addaausfluss aus dem Comosee und vis-a-vis von Lecco gelegenen Ortschaft Malgrate (im Bild unten) mündet noch der Ritorto in den Lecco-Arm des Comosees. Von dort führt eine Straßenverbindung nach Erba ins Lambrotal, die bei der zwischen dem Annonesee und dem Pusianosee gelegenen Ortschaft Cesana Brianza die Wasserscheide zwischen Adda und Lambro überwindet.

ComuneMalgrate, CC0

An der Ostalpenseite des Comosees erreichen im Bereich der Rätischen Alpen, also in dem kaum 2,5 km langen in der Nordostecke des Comosees gelegenen Uferabschnitt zwischen Mera- und Addamündung keine Bäche den See. Südlich der Addamündung im Gebiet der Bergamasker Alpen erreichen 15 km südlich von Colico beim Fremdenverkehrsort Dervio der Fiume Varrone -, nach weiteren 5 km bei Bellano die das Valsassina entwässernde Pioverna -, und nach weiteren 5 km bei Varenna der Torrente Essino Lario das Ostufer des Comosees. Die beiden erstgenannten Täler sind durch den Passo di Piazzo miteinander verbunden.

Aus dem Valsassina führen Straßen über den Passo di Piazzo ins nördlich benachbarte Valvarrone, über den Passo Agueglio und den Colle di Balisio in südlich gelegene am Ostufer des Comosees endende Talschaften, sowie über den Culmine di San Pietro ins Brembotal. Südlich von Varenna beginnt der Südostarm (Lecco-Arm) des Comosees und es erreicht bei der 12 km von Varenna entfernten Fremdenverkehrsgemeinde Mandello del Lario (im Bild unten die Schiffsanlegestelle)  die das gleichnamige Tal, aus dem es keinerlei Verkehrsverbindungen in Nachbartäler gibt, entwässernde Meria das Ostufer des Leco-Arms.

BKLuis, CC BY-SA 3.0

Weitere 10 km südlich liegt am Comer-See-Ende die Stadt Lecco, in der die Bäche Gerenzone und Caldone in den See einmünden, durch deren Täler Straßen zum Colle di Balisio und weiter ins Valsassina führen. Von der am Südfuß des Colle di Balisio gelegenen Ortschaft Ballabio führen Stichstraßen einerseits in Westrichtung auf den Aussichtsberg Corno del Nibbio (1.300 m), und andererseits in Ostrichtung über die Forcella di Olino in die Ortschaft Morterone.

In Lecco verlässt die Adda (als Untere Adda) den Comosee, durchfließt kurz danach den kleinen Lago di Garlate und bei der 8 km von Lecco entfernten Ortschaft Calolziocorte den noch kleineren Lago di Olginate und erreicht nach weiteren 8 km die Ortschaft Cisano Bergamasco, wo ihr von links der Torrente Sonna zufließt, durch dessen Tal über den Passo di Valcava eine Straßenverbindung ins Valle Imagna führt.

Nach Cisano Bergamasco durchfließt die Adda wenige Kilometer hügeliges Voralpenland und tritt dann in die Poebene ein, in der ihr bei der 20 km unterhalb von Cisano Bergamasco gelegenen Ortschaft Vaprio d’Adda von links der Brembo zufließt (129 m, im Bild unten).

© Roberto Serafin/viestoriche.net

Der 74 km lange Brembo entsteht durch 2 an den Südabhängen des Hauptkamms der Bergamasker Alpen entspringenden Quellflüssen, von denen der östlichere am Pizzo Diavolo (2.142 m), der westliche am Pizzo dei Tre Signori (2.554 m) entspringt. Die beiden Quellbäche vereinigen sich in der Ortschaft Lenna (465 m) zum Brembo.

Luigi Chiesa (talk | contribs), CC0

Aus dem Tal bzw. den Nebentälern des östlichen Quellflusses führen keine Straßenverbindungen in benachbarte Talschaften. Die durch dieses Tal führende SP 2 endet im Talschluss bei der Ortschaft Foppolo (1.615 m, im Bild unten). Kurz vorher zweigt eine Stichstraße zum 1.902 m hoch gelegenen Stausee Lago di Fregabolgia ab. Durch das Tal des westlichen Brembo-Quellflusses führt über den Passo di San Marco eine Straße ins Veltlin. Noch vor Lenna fließen bei der Ortschaft Olmo al Brembo (556 m) von Westen zuerst der das Val Averara entwässernde Torrente Mora -, und nach dem Ortsgebiet der Torrente Stabina zu, in dessen Tal eine Stichstraße führt, die nach 12 km im Schigebiet von Valtorta (Skischaukel ins Valsassina) auf über 1.000 m Seehöhe endet.

© Gino Galizzi – www.valbrembanaweb.com

Nach Vereinigung der beiden Quellbäche fließen dem Brembo nach 6 km bei Camerata Cornello von links der Torrente Parina und weitere 3 km flussabwärts in der Ortschaft San Giovanni Bianco (448 m) von rechts der Torrente Enna zu, aus dessen Tal Straßen über den Culmine di San Pietro ins Valsassina und über die Forcella di Olino nach Lecco zum Comosee führen. Durch ein südliches Nebental des Val Taleggio genannten Ennatales führt über die Forcella di Buro eine Straßenverbindung ins Brembillatal. Von San Giovanni führt eine Straße in Ostrichtung über den Colle San Gallo nach Dossena.

Auf seinem Weg in den 4,5 km von der Ennamündung flussabwärts gelegenen Kurort San Pellegrino Terme (358 m, im Bild unten) fließt dem Brembo von links der das Valle Asnera entwässernde gleichnamige Bach zu. Aus diesem Tal führt eine Straße über den Übergang Colle San Gallo ins Valbrembana. Von der am Talschluss dieses Nebentals gelegenen Ortschaft Dossena führt eine Straße über den Passo Crocetta ins Valle Serina.

© visitvalbrembana.com

In der weitere 4 km flussabwärts von San Pellegrino Terme liegenden zur Gemeinde Zogno gehörenden Ortschaft Ambria-Spino al Brembo mündet von Osten der Torrente Serina in den Brembo. Vom Talschluss des Valle Serina führen Straßen einerseits über den Passo Crocetta nach Dossena, und andererseits über den Passo di Zambla ins vom linken Adda-Zufluss Serio durchflossene Valle Seriana. Von einem südlichen Seitental führen über den Altopiano di Selvino und den Passo di Ganda ebenfalls Straßen ins Valle Seriana.

Rund 6 km Brembo-abwärts von Ambria-Spino al Brembo münden bei der Ortschaft Sedrina (328 m) von Norden der Torrente Brembilla ein, aus dessen Tal Straßen über die Forcella di Buro ins Val Taleggio -, und über die Forcella di Berbenno ins Val Imagna führen. Bei der 6 km flußabwärts von Sedrina gelegenen Ortschaft Clanezzo mündet von Nordwesten der Torrente Imagna dessen Tal Straßen über die Forcella di Berbenno ins Val Brembilla -, und über den Passo Valcava ins Tal der Unteren Adda führen, in den Brembo (siehe Bild unten mit der aus dem 10. Jh. stammende Brücke über den Imagna von Attone Leuco).

Luigi Chiesa, CC BY-SA 3.0

Nach Clanezzo durchfließt der Brembo das Voralpenland westlich von Bergamo, erreicht die Poebene und mündet rund 25 km unterhalb von Clanezzo bei Vaprio d’Adda in die Adda.

Nach der Bremboeinmündung bei Vaprio d’Adda fließt die Adda östlich von Mailand in Südrichtung durch die Poebene, dreht bei Spino d`Adda in Südostrichtung und erreicht über 50 km flussabwärts der Brembomündung die zur Gemeinde Montodine (62 m) gehörende Ortschaft Bocca di Serio, wo ihr von Norden der Serio zufließt (im Bild unten).

Ago76, CC0

Wie der Brembo entspringt auch der 124 km lange Serio an den Südabhängen des Hauptkamms der Bergamasker Alpen, und zwar östlich des Bremboquellgebiets zwischen dem Monte Torena (2.911 m) und dem Pizzo del Diavolo della Malgina (2.926 m).

Luigi Chiesa (talk | contribs), CC BY-SA 3.0

Er fließt grundsätzlich in Nord-Südrichtung. Im obersten Abschnitt des Val Seriana durchfließt der Serio den auf 1.862 m Seehöhe liegenden Stausee Lago Inferiore del Barbellino, des größten Sees der Bergamasker Alpen. Danach überwindet der Fluss die Serio-Wasserfälle, die 315 m hoch und damit die höchsten Wasserfälle Italiens sind.

© de.visititaly.com

Die Serio-Wasserfälle (siehe Bilder oben und unten) verschwanden mit dem Bau des Barbellino-Staudamms im Jahr 1932, da das Wasser im Staubecken zurückbehalten und zur Energiegewinnung verwendet wird. Seit 1969 können an 5 Tagen im Jahr die Wasserfälle für eine halbe Stunde besichtigt werden (meistens an Sonntagen zwischen Juni und September wird`s Bacherl aufdraht), da in dieser Zeit vom E-Werksbetreiber 8.000 – 10.000 Kubikmeter Wasser abgelassen werden. In den Zeiten rund um dieses Touristenspektakel finden im ganzen Tal diverseste Veranstaltungen statt.

B.Matteo, CC BY-SA 2.5

Nach den Cascate del Serio durchfließt der Serio die auf rund 900 m Seehöhe gelegene Ortschaft Valbondione, wo ihm die Gebirgsbäche Bondione und Fiume Nero zufließen. Auf dem folgenden 25 km langen Weg durch das enge Val Seriana bis Ponte Nossa (459 m) überwindet er weitere 450 Höhenmeter und es münden zahlreiche kleine Bäche ein, aus deren Tälern jedoch keine Verkehrswege in benachbarte Talschaften führen. Von Westen münden bei der Ortschaft Gromo der Goglio -, bei der Ortschaft Ponte Seghe der Torrente Acqualina und bei Ponte Nossa die das Valle Dossana entwässernde Nossana ein. Von Osten erreichen bei Ardesio der Rino -, und in Villa d`Ogna der das Valle Valzurio entwässernde Torrente Ogna den Serio. Zwischen Villa d`Ogna und Ponte Nossa (im Bild unten) führt in Ostrichtung eine Straße aus dem Val Seriana über den Altopiano di Clusone ins Val Borlezza und somit ins Einzugsgebiet des Oglio.

Ago76, CC BY-SA 3.0

Durch das Tal des in Ponte Nossa einmündenden Riso führt eine Straße über den Passo di Zambla ins Valbrembana. Rund 7 km unterhalb von Ponte Nossa münden in der Ortschaft Vertova (im Bild unten) von Westen der an den Südhängen des Monte Alben entsprungene und das Val Vertova entwässernde Torrente Vertova -, und weitere 2 km flussabwärts bei der Ortschaft Fiorano al Serio (396 m) von Osten der Torrente Romna in den Serio. Dieser Bach passiert die Hochebene Altopiano di Val Gandino, über das eine Straße ins Valle Rossa führt.

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Nur 1,5 km unterhalb der Romnamündung passiert der Serio die Ortschaft Gazzaniga (343 m), von der eine Straße in Westrichtung über den Passo di Ganda ins Valbrembana führt, und erreicht nach weniger als 1 km die Ortschaft Cene (340 m), in der von Osten der das Valle Rossa entwässernde Torrente Doppia einmündet, aus dessen Tal Straßen sowohl über Altopiano di Val Gandino ins Val Gandino -, als auch über Bianzano ins Val Cavallina und somit ins Ogliogebiet führen.

Durchs Tal des 3 km flußabwärts von Cene bei Albino von Osten einmündenden Lujo führt ebenfalls eine Straße über den Colle del Gallo ins Val Cavallina. In der 2 km flussabwärts von Albino gelegenen Ortschaft Nembro (309 m) münden von Osten der am Monte Misma (1.160 m) entsprungene Torrente Valogna, und von Westen der am Monte Purito im Schigebiet von Selvino entsprungene 5 km lange Torrente Carso (im Bild unten), durch dessen Tal eine Straßenverbindung über den Altopiano di Selvino ins Valbrembana besteht, in den Serio. Schließlich erreicht in der weitere 2 km flussabwärts am Stadtrand von Bergamo gelegenen Ortschaft Alzano Lombardo die am Cima Podona entsprungene Nesa von rechts den Serio, ehe dieser die östlichen Stadtgebiete von Bergamo durchfließt.

Ago76, CC BY-SA 3.0

Der Torrente Serio durchfließt die östlich des Flughafens von Bergamo gelegene Kleinstadt Grassobbio, verlässt das Alpengebiet und verläuft weiter in Südrichtung mäandernd durch die Poebene, bis er rund 50 km südlich von Bergamo bei Bocca di Serio die Adda erreicht.

Die Adda durchfließt nach der Serioeinmündung in Südostrichtung das in der Poebene und somit außerhalb des Alpengebietes liegende Naturschutzgebiet Riserva naturale Adda Morta und mündet über 25 km weiter flussabwärts bei Castelnuovo Bocca d`Adda in den Po.

Nach dem Zufluss der Adda haben sich alle Gewässer des Inneren Alpenbogens der Westalpen im Po vereinigt. Dieser durchfließt 5 km nach der Addamündung die südlichen Stadtteile von Cremona und wird zu einer stark befahrenen Wasserstraße. Auf der folgenden fast 90 km langen Flussstrecke zwischen Cremona und Suzzara (20 m) bildet der Po weiterhin die Regionsgrenze zwischen der Lombardei (linkes Ufer) und der Emilia Romagna (Südufer) und es erreichen ihn in diesem Abschnitt von Süden die Apenninnenflüsse Taro (bei Gramignazzo), Parma (bei Mezzano Superiore) und Enza (bei Brescello). Bei Suzzara verlässt die Regionsgrenze den Flusslauf in Südostrichtung und der Po fließt ab dort innerhalb der Lombardei weiter, wo ihm nach 10 km bei Borgoforte (19 m) der Oglio zufließt.