Rhein-Gebiet (Deutschland), Abgrenzung und Flusssystem

Der in grundsätzlicher Süd-Nordrichtung fließende 1.232 km lange Rhein ist der einzige Fluss, der aus Alpingebieten stammendes Wasser dem Atlantik-Nebenmeer Nordsee zuführt, in das er in den Niederlanden einmündet. Seine Einzugsgebietsgrenze in der oberen (südlichen) Hälfte seines Flusslaufes, in der auch der innerhalb des Alpengebietes verlaufende Abschnitt zwischen den Ortschaften Mühlingen in Baden-Württemberg und La Sarraz im Schweizer Kanton Waadt liegt, ist ident mit der Europäischen Kontinentalwasserscheide, die die Atlantikzuflüsse von den Mittelmeerzuflüssen trennt. Nur ein sehr kleiner Teil der östlichen (rechten) Einzugsgebietsgrenze des Rhein durchläuft als Europäische Hauptwasserscheide (Rhein/Donau) das deutsche Alpengebiet, von dem nur der westliche Teil der Allgäuer Alpen sowie der südliche Teil des schwäbischen Alpenvorlandes vom Rhein entwässert wird.

In der folgenden Beschreibung des Rheingebietes wird (zum Unterschied zu den Ausführungen in Band 4 und 5) auch die Maas als (letzter linker) Nebenfluss des Rhein gesehen, wodurch sich sein Einzugsgebiet von 185.300 km² auf 218.300 km² vergrößert. Es umfasst den größten Teil der Schweiz, ganz Liechtenstein und Luxemburg, weite Teile Deutschlands, Belgiens und der Niederlande, dazu Gebiete im Nordosten Frankreichs und im Westen Österreichs, sowie ein sehr kleines Gebiet in Italien.

WWasser, CC BY-SA 3.0

Die Beschreibung des Verlaufes der Grenze des Rhein-Einzugsgebietes erfolgt im Uhrzeigersinn und beginnt in den Niederlanden nahe der Stadt Zwolle (Provinz Overijssel) am Ijsselmeer, einem durch Eindeichung der Nordseebucht Zuiderzee im Jahr 1932 künstlich entstandenen See. Der IJssel (dt: Issel, auch Gelderländische oder Geldernsche Issel) genannte östlichste Rhein-Mündungsarm erreicht in der Ketelmeer genannten Bucht das Ijsselmeer. In diese Nebenbucht mündet auch von Osten der Abfluss des Binnensees Zwarte Meer (im Bild unten) der von der im westlichen Münsterland auf 101 m Seehöhe entsprungenen 182 km langen Vechte gespeist wird, die daher als letzter rechter Nebenfluss des Rheins gesehen wird.

Gouwenaar, CC0

Die rechte Einzugsgebietsgrenze des Rhein verläuft innerhalb der Niederlande durch eine von Kanälen durchzogene Tiefebene (linksemsisches Kanalnetz) entlang dem oft kaum wahrnehmbaren, das nördliche Vechteufer begleitenden Hügelzug in Ostrichtung, tritt in die Provinz Drenthe über und erreicht das Einzugsgebiet des Nordseezuflusses Ems.

Die 371 km lange Ems ist der längste deutsche Fluss, der in Deutschland sowohl entspringt, als auch in ein Meer mündet, und der zwischen Quelle und Mündung seinen Namen nicht ändert. Ihr 13.160 km² großes Einzugsgebiet wird im Westen und Süden vom Einzugsgebiet des Rhein -, und im Osten vom Einzugsgebiet der Weser begrenzt.

Ulamm, CC BY-SA 4.0

Sie entspringt auf 129 m Seehöhe in Nordrhein-Westfalen bei der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock südlich des Teutoburger Waldes. Nach kurzem Verlauf in Westrichtung dreht sie östlich von Münster (60 m) nach Norden, wird ab der Stadt Rheine (35 m), bei der von Westen der Dortmund-Ems-Kanal einmündet, schiffbar, tritt nach Niedersachsen über, passiert die Mittelstädte Lingen (21 m), Papenburg (6 m) und Leer (3 m) und mündet bei Emden in der niedersächsischen Region Ostfriesland in die Dollart genannte Nordseebucht, die ins offene Meer der Nordsee übergeht.

Die Rheingebietsgrenze überschreitet als Rhein(Vechte)/Ems-Wasserscheide bei Emmen (Provinz Drenthe) die Deutsche Grenze, dreht im Gebiet des Bundeslandes Niedersachsen in Südrichtung, verläuft über das Autobahnkreuz Schüttorf (A 30/A 31, 27 m, im Bild unten), tritt danach nach Nordrhein-Westfalen über, folgt dem Münsterländer Kiessandzug, passiert Münster westlich und die Baumberge (Vechtequellgebiet) östlich und es beginnt auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Lippe, die bei Wesel in den Rhein mündet.

Jochen Teufel, CC BY-SA 3.0

Die Rhein(Lippe)/Ems-Wasserscheide wird bei Appelhülsen von der A 43 (Münster-Bochum) -, bei Senden (59 m) vom Dortmund/Ems-Kanal -, und (nach Schwenk in Ostrichtung) südlich von Ascheberg von der A 1 (Abschnitt Münster-Dortmund) gequert, verläuft sodann entlang des das Nordufer der Lippe begleitenden Hügelzuges, durchquert die nördlichen Stadtbezirke der Stadt Hamm, wird südlich von Bekum von der A 2 (Abschnitt Bielefeld-Dortmund) gequert, passiert südlich der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, wo sie von der A 33 (Abschnitt Bielefeld-Paderborn) gequert wird, die Emsquellen und erreicht südlich der Stadt Detmold im Teutoburger Wald unweit des Hermann-Denkmals

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den Dreiflussstein (380 m, im Bild unten), wo jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Ems endet und jenes der Weser beginnt.

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Die Weser ist der einzige Strom Deutschlands mit ausschließlich inländischem Einzugsgebiet. Dieses 46.259 km² große Gebiet wird im Westen und Süden vom Ems – und Rheingebiet -, und im Osten vom Einzugsgebiet der Elbe begrenzt. Die Weser entsteht durch Zusammenfluss von Werra und Fulda in der Stadt Hann.Münden in Niedersachsen auf 117 m Seehöhe.

NordNordWest, CC BY-SA 3.0

Der östliche 300 km lange Quellfluss Werra entspringt in Thüringen auf 770 m Seehöhe im Thüringer Schiefergebirge, fließt später mehrmals die Landesgrenze überschreitend im Grenzgebiet zu Hessen und tritt kurz vor Hann.Münden nach Niedersachsen über. Der westliche 220 km lange Quellfluss Fulda entspringt in Hessen im Mittelgebirgsstock Rhön auf 850 m Seehöhe, passiert in Nordrichtung die Städte Fulda und Kassel, tritt danach nach Niedersachsen über und vereinigt sich mit der Werra zur Weser, die in Nordrichtung Niedersachsen und das Gebiet der Hansestadt Bremen durchfließt und nach 451 km bei Bremerhaven in die Nordsee mündet.

Die weiter innerhalb des Einzugsgebietes der Nordsee verlaufende Rhein(Lippe)/Weser-Wasserscheide verlässt bei Detmold die Norddeutsche Tiefebene und steigt innerhalb des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirg in Südostrichtung entlang des Hauptkamms des Teutoburger Waldes zum Eggegebirge an, folgt in Südrichtung dessen Hauptkamm (464 m) und umgeht damit im Uhrzeigersinn den Kurort Bad Lippspringe, in dem die Lippe entspringt (im Bild unten das Odins Auge genannte markante Merkmal der Lippequelle).

Gmoeller, CC BY 1.0

Die Rhein(Lippe)/Weser-Wasserscheide passiert Bad Lippspringe östlich, wird bei Meerhof von der Autobahn A 44 (Abschnitt Dortmund-Kassel) gequert, verlässt das Naturparkgebiet, durchläuft in Südwestrichtung den östlichsten Teil des als Windpark genutzten Sintfeldplateaus (456 m, im Bild unten) und die anschließende Briloner Hochfläche, vor der auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Ruhr beginnt, die in Duisburg in den Rhein mündet.

Teta, CC BY-SA 3.0

Die Rhein(Ruhr)/Weser-Wasserscheide dreht südlich von Brilon in Südrichtung, steigt zum Rothaargebirge an und erreicht am Langenberg (843 m) die Landesgrenze zu Hessen, der sie den Upland genannten hessischen Teil des überwiegend zu Nordrhein-Westfalen gehörenden Hochsauerlandes westlich begrenzend bis zum Hopperkopf (832 m, Gipfel in Hessen) folgt, in Südwestrichtung innerhalb Westfalens über die Winterberger Hochfläche die Ruhrquelle am Ruhrkopf südlich -, und den Kernort des Wintersportzentrums Winterberg (im Bild unten die Ortsansicht) nördlich passierend zum Kahler Asten (841 m) und weiter über den Albrechtsberg (771 m) bis zum Riemen (678 m) verläuft, nach dem auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Sieg beginnt, die bei Bonn in den Rhein mündet.

H. Helmlechner, CC BY-SA 4.0

Nur kurz als Rhein(Sieg)/Weser-Wasserscheide verlaufend dreht die Rheingebietsgrenze nach der Obersten Henn (676 m) in Ostrichtung und es beginnt am Westrand des Wittgensteiner Landes auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Lahn (im Bild unten der Quellteich der Lahn beim Lahnhof am Lahnkopf), die in Lahnstein in den Rhein mündet.

Gieß’ner, CC BY-SA 3.0

Die Rhein(Lahn)/Weser-Wasserscheide durchläuft in der Folge das Wittgensteiner Land, tritt vor der Sackpfeife (674 m) nach Hessen über, verlässt ins westhessische Bergland übertretend das Rothaargebirge, verläuft in Südostrichtung entlang des Burgwaldes (443 m) zum Kellerwald, sodann weiter in Südrichtung entlang der Oberhessischen Schwelle, die westlich von Romrod von der Autobahn A 5 (Abschnitt Gießen-Hattenbacher Dreieck) gequert wird, bis zum Mittelgebirgszug Vogelsberg (773 m), auf dessen Gipfel Sieben Ahorn (753 m) auf der Rheinseite das Einzugsgebiet des Main (über dessen Zuflüsse Graswiesenbach und Nidda, im Bild unten deren Quelle) beginnt, der bei Mainz-Kostheim in den Rhein mündet.

MdE, CC BY-SA 3.0 de

Die Rhein(Main)/Weser-Wasserscheide folgt in Südostrichtung dem 13 km langen Hessischen Landrücken (529 m), der bei der Kleinstadt Schlüchtern sowohl von der Eisenbahn, als auch von der Autobahn A 66 (Abschnitt Frankfurt-Fulda) gequert wird, und erreicht die Grenze zu Bayern.

Dem Grenzverlauf Bayern/Hessen folgend wird die Rhein(Main)/Weser-Wasserscheide bei Bad Brückenau von der Autobahn A 7 (Abschnitt Würzburg-Fulda) gequert, steigt in Nordostrichtung zu dem das Dreiländereck Thüringen/Bayern/Hessen bildenden Rhön-Gebirge an (im Bild unten die 950 m hohe Wasserkuppe, des höchsten Berg der Rhön und Hessens, die auch Quellberg des Weser-Quellflusses Fulda ist).

J. Braukmann Milseburg, CC BY-SA 3.0

Die Rhein(Main)/Weser-Wasserscheide verlässt das Rhön-Gebirge dem Grenzverlauf Bayern/Thüringen folgend in Südostrichtung, tritt am Grabfeld (679 m) kurz nach Thüringen über, verläuft in Ostrichtung einige Kilometer durch Thüringen, kehrt nach Bayern zurück und folgt in Ostrichtung dem das linke Werraufer begleitenden Hügelzug, wird nördlich von Coburg von der Autobahn A 73 (Abschnitt Bamberg-Suhl) gequert, steigt in Nordostrichtung die Grenze zu Thüringen neuerlich überschreitend zum Hauptkamm des bis zu 983 m hohen Thüringer Waldes an, an dessen Nordwestrand die Wartburg liegt (411 m, im Bild unten), tritt von diesem ins Thüringer Schiefergebirge über, in dem sie am Bleßberg (865 m) endet, da jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Weser endet und jenes der Elbe beginnt.

Moritz Grenke, CC BY-SA 3.0

Die 1.094 km (inkl. Moldau 1.245 km) lange Elbe entspringt in Tschechien auf 1.386 m Seehöhe im Riesengebirge (Grenzgebirge zu Polen), tritt nach Zufluss ihres größten Nebenflusses Moldau, von deren rechten Zuflussbächen einige in Österreich entspringen, nach 367 km nach Deutschland über (Flussverlauf und deutsche Zuflüsse siehe Karte unten) und mündet bei Cuxhaven in die Nordsee.

© fgg-elbe.de

Ihr 148.268 km² großes Einzugsgebiet umfasst neben Teilgebieten Deutschlands und Tschechiens auch kleine Gebiete von Österreich und Polen und wird im Westen vom Einzugsgebiet der Weser -, im Südwesten vom Rheingebiet -, im Süden vom Donaugebiet (= Europäische Kontinentalwasserscheide) -, im Osten vom Einzugsgebiet des Ostseezuflusses Oder -, und im Norden von Einzugsgebieten mehrerer kleiner Ostseezuflüsse begrenzt.

Die nunmehrige Rhein(Main)/Elbe-Wasserscheide verlässt das Thüringer Schiefergebirge in Südostrichtung, tritt nach Bayern über, folgt dem Hauptkamm des Frankenwaldes (795 m), verläuft danach über die Münchberger Hochfläche, auf der sie von der Autobahn A 9 (Abschnitt Nürnberg-Leipzig) gequert wird und steigt in Südrichtung zum nahe der Tschechischen Grenze gelegenen Fichtelgebirge (siehe Karte unten) an, nach dessen höchsten Erhebungen (Schneeberg 1.051 m und Ochsenkopf 1.024, Quellberg des Donauzuflusses Fichtelnaab) jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Elbe (und damit auch der Nordsee) endet, und jenes der Donau (und damit des Schwarzen Meeres bzw. des Mittelmeeres) beginnt.

Thomas Römer/OpenStreetMap data, CC BY-SA 2.0

Hier sei einschiebend darauf hingewiesen, dass das 817.000 km² große Einzugsgebiet der (inkl. Quellfluss Breg) 2.888 km langen Donau, die im deutschen Bundesland Baden-Württemberg im Schwarzwald auf 1.078 m Seehöhe (Breg-Quelle) entspringt und in Rumänien bei Sulina deltabildend ins Schwarze Meer mündet, im Band 5, Österreich, Donau-Gebiet detailliert dargestellt wird.

Die ab dort mit der  Europäischen Hauptwasserscheide idente rechte Einzugsgebietsgrenze des Rhein verlässt als Rhein(Main)/Donau(Naab)-Wasserscheide, – die Quellgebiete diverser Main-Zuflüsse (im Bild unten die Quelle des Roten Main, der sich später mit dem Weißen Main zum Main vereinigt) östlich begrenzend und den Flusslauf des Donauzubringers Fichtelnaab westlich begleitend -, das Fichtelgebirge in Südrichtung, durchläuft das Gemeindegebiet von Fichtelberg (684 m), geht in den Juragebirgszug Fränkische Alb über, erreicht deren Hauptkamm am Kütschenrainberg (647 m), verläuft über den Ossinger (651 m) zum Poppenberg (652 m), wird vorher bei der Ortschaft Poppenberg (597 m), deren Kirche genau auf der Wasserscheide steht, von der Autobahn A 6 (Abschnitt Nürnberg-Pilsen) -, und nachher von der Autobahn A 3 (Abschnitt Nürnberg-Regensburg) gequert, dreht in Südsüdwestrichtung und wird zwischen den Orten Berching im Norden und Beilngries im Süden vom Rhein-Main-Donaukanal gequert.

Roehrensee, CC BY-SA 3.0

Der Rhein-Main-Donaukanal ist eine rund 171 km lange Bundeswasserstraße in Bayern, die den Rheinzufluss Main bei Bamberg mit der Donau bei Kelheim verbindet. Neben seiner Funktion als Verkehrsweg ist der Kanal Teil der Donau-Main-Überleitung, die das wasserarme Einzugsgebiet von Regnitz und Main mit Wasser aus der Donau und der Altmühl versorgt, wodurch es zu einem künstlichen Wasseraustausch von der Donau in den Rhein kommt. Die 17 km lange Scheitelhaltung (im Bild unten mit künstlerischer Granitskulptur), die das Juragebirge Fränkische Alb und dort die Kontinentalwasserscheide überquert, ist mit 406 m Seehöhe der höchste Punkt des Europäischen Wasserstraßennetzes.

Michael Mertens, CC BY-SA 2.0; Der zwischen 1960 und 1992 erbaute Kanal ermöglicht eine schiffbare Verbindung zwischen der Nordsee bei Rotterdam und dem Schwarzen Meer.

Nachdem die Rhein(Main)/Donau-Wasserscheide von der Autobahn A 9 (Abschnitt Ingolstadt-Nürnberg) gequert worden ist, verläuft sie in Westrichtung zum Altmühltal und erreicht dieses im Ortsteil Graben der Stadt Treuchtlingen, in dem ein Quellbach des Mainzubringers Rednitz entspringt, dreht in Nordwestrichtung und folgt dem das Tal der 227 km langen Altmühl (mündet bei Kelheim in die Donau) östlich begrenzenden Hügelzug aufwärts bis zu deren Quellgebiet auf der Frankenhöhe (554 m), dreht in Umgehung der Altmühlquelle in Südwestrichtung, wird zwischen den Städten Rothenburg ob der Tauber (im Bild unten die dortige Brücke über den Mainzufluss Tauber) im Nordwesten und Schillingsfürst, in deren Gemeindgebiet der 132 km lange linke Donauzufluss Wörnitz entspringt, im Südosten, von der Autobahn A 7 (Abschnitt Ulm-Würzburg) gequert, tritt danach von der Fränkischen Alb in die Schwäbische Alb und von Bayern nach Baden-Württemberg über und es beginnt auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Neckar, der bei Mannheim in den Rhein mündet.

Rainer Lippert, CC0

Die Rhein(Neckar)/Donau-Wasserscheide wird sodann von der Autobahn A 6 (Abschnitt Heilbron-Nürnberg) gequert, dreht in Südrichtung und verläuft (von der A 7 begleitet und mehrmals gequert) knapp westlich der bayerischen Grenze, passiert die Hochfläche Nördlinger Ries westlich, begleitet das Tal des Neckar-Zuflusses Jagst im Osten bis in sein Quellgebiet, dreht in Südwestrichtung und verläuft über die bis zu 733 m Seehöhe erreichende Härtsfeld genannte Hochfläche, passiert die Ortschaft Amstetten (628 m), wird weiter westlich bei Merklingen (710 m) von der Autobahn A 8 (Abschnitt Stuttgard-Ulm) gequert, durchläuft das Stadtgebiet von Albstadt (731 m), geht in die zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald gelegene Baar genannte Hochebene über, durchläuft das Ortsgebiet von Schura (734 m), einem südlichen Stadtteil von Trössingen, wird am westlichen Stadtrand von der “Bodensee-Autobahn” A 81 (Abschnitt Stuttgart-Singen) gequert und tritt im Gebiet der “Doppelstadt” Villingen-Schwenningen (758 m) die Baarhochebene verlassend in den Schwarzwald ein. Der Stadtteil Villingen liegt am Donauquellfluss Brigach; das zu Schwenningen gehörende Moorgebiet Schwenninger Moos (705 m, im Bild unten) ist das Quellgebiet des Rheinzuflusses Neckar.

Michael Kauffmann, CC BY 3.0

Kaum 15 km nordwestlich von Schwenningen beginnt westlich des Ortsgebietes von St. Georgen im Schwarzwald (862 m) auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Kinzig, die in Kehl-Auenheim in den Oberrhein mündet. Die Rhein(Kinzig)/Donau(Brigach)-Wasserscheide endet bereits wieder nach 12 km westlich der Ortschaft Schönwald im Schwarzwald (1.000 m) kurz vor der nördlich des Talschlusses des Bregtales gelegenen Quelle der Elz, die bei Kehl-Kronenhof als Alte Elz den Oberrhein erreicht, sodass die Rheingebietsgrenze nach einem Südschwenk als Rhein(Elz)/Donau(Breg)-Wasserscheide das Rosseck (1.154 m) erreicht, an dessen Ostabhang die Martinskapelle (1.091 m) steht, bei der die auch Donauursprung genannte Quelle der Breg, des längsten Donauquellflusses liegt (im Bild unten).

© deacademic.com

In Südrichtung passiert sie die an der oberen Breg liegende Ortschaft Furtwangen westlich, dreht vor der Ansiedlung Waldau in Südostrichtung und es beginnt auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Wutach, die bei Waldshut-Tiengen in den Hochrhein mündet. Die Rhein(Wutach)/Donau(Breg)-Wasserscheide passiert nördlich den über die Gutach in den Hochrheinzufluss Wutach entwässernden Titisee (840 m, im Bild unten im Herbst).

Markus Winkler, CC BY-SA 4.0

Die Kontinentalwasserscheide begleitet in Ostrichtung das südliche Bregufer, passiert den zum Gemeindegebiet der an der Breg gelegenen Stadt Hüfingen gehörenden Weiler Hausen vor Wald (700 m), dreht in Südrichtung und passiert östlich die am Südrand des Schwarzwaldes nahe der Schweizer Grenze gelegene Kleinstadt Blumberg (704 m, im Bild unten), nach der auf der Rheinseite das Einzugsgebiet der Biber beginnt, die bei Bibermüli im Schweizer Kanton Schaffhausen in den Hochrhein mündet.

© Stadt Blumberg

Die Rhein(Biber)/Donau-Wasserscheide kehrt in Nordostrichtung in die dort auch Baaralb genannte Schwäbische Alb zurück und wird neuerlich (zwischen der Donaustadt Immendingen und dem südlich im Hegau und somit im Alpengebiet gelegenen Ort Engen) von der “Bodensee-Autobahn” A 81 (Abschnitt Stuttgart-Singen) gequert.

Weiter in Ostrichtung nördlich der sich immer mehr annähernden Alpengebietsgrenze (der dort nahtlose Übergang vom Juragebirge in den Hegau genannten nordwestlichsten Teil des den Allgäuer Alpen vorgelagerten Alpenvorlandes, das sich zwischen der Donau im Norden, dem Bodensee im Osten, dem Hochrhein im Süden, dem Schweizer Kanton Schaffhausen im Westen und dem zum Juragebirge gehörenden Randen im Nordwesten erstreckt) verlaufend, wird die Rhein/Donau-Wasserscheide unterirdisch von versickerten Donauwasser gequert, das in der südlich im Hegau gelegenen Ortschaft Aach mit der Aachtopf genannte Quelle (im Bild unten) wieder zu Tage tritt und als Radolfszeller Aach bei Radolfszell in den Untersee genannten Teil des Bodensees (und somit in den Rhein) mündet (natürlicher Wasseraustausch von der Donau in den Rhein).

© schwaebischealbnatur.blogspot.com

Die nur kurz zur Rhein(Radolfszeller Aach)/Donau-Wasserscheide gewordene Kontinentalwasserscheide durchläuft das in der Hegaualb (auch Badischer Heuberg), der südlichen Abdachung des Juragebirgsstockes Schwäbischen Alb gelegene Gemeindegebiet von Neuhausen ob Eck, dessen Südteil bereits im Einzugsgebiet des Bodensee(Überlingersee)zuflusses Stockacher Ach liegt und tritt ins Gemeindegebiet von Mühlingen über, das dem Hegau und somit dem den Allgäuer Alpen westlich vorgelagerten (Schwäbischen) Alpenvorland bzw. dem (Deutschen) Alpengebiet zugezählt wird.

Die Allgäuer Alpen liegen überwiegend in Bayern. Nur ein kleines Gebiet im äußersten Nordwesten liegt in Baden-Württemberg. Ihre Südost-, Süd- und Südwestausläufer ragen auf österreichisches Staatsgebiet über und werden im Südosten und Süden innerhalb des Bundeslandes Tirol, wo auch ihr höchster Berg, der Große Krottenkopf (2.656 m) liegt, von den Lechtaler Alpen, und im Südwesten innerhalb des Bundeslandes Vorarlberg vom Lechquellengebirge und vom Bregenzerwald begrenzt. Von dem die Westgrenze bildenden Bodensee verläuft die Nordgrenze zum Alpenvorland von Lindau über Leutkirch, Kempten und Marktoberdorf bis Schongau am Lech. Der Lech bildet schließlich die Ostgrenze zu den Ammergauer Alpen.

Geiserich77, CC BY 3.0

Das dem Kerngebiet der Allgäuer Alpen nördlich vorgelagerte zwischen der Iller im Westen und dem Lech im Osten gelegene Alpenvorland (westlichster Teil des Bayerischen Alpenvorlandes) wird im Norden zwischen Ulm und Marxheim von der Donau begrenzt. Der westlich der Iller, im Süden von Bodensee und Hochrhein begrenzte auch Schwäbisches Alpenvorland genannte Teil des den Allgäuer Alpen nordwestlich vorgelagerten Alpenvorlandes wird zwischen Ulm und der an der Ablachmündung am Fuß des Badischen Heubergs (Teil des Juragebirgsstockes Schwäbische Alb) gelegenen Stadt Mengen ebenfalls von der Donau begrenzt. Die bogenförmig verlaufende Nordwest- und Westgrenze des Schwäbischen Alpenvorlandes bildet zwischen Mengen und dem Hochrhein der fließende Übergang der Südausläufer der Schwäbischen Alb (Badischer Heuberg, Baaralb, Randen) in den sich bis westlich des Bodensees bis zur Schweizer Grenze erstreckenden Hegau (im Bild unten die Hegaulandschaft bei Singen mit dem Untersee). Das Gebiet umfasst neben dem Ostrand der deutschen Exklave Büsingen auch nördlich des Hochrheins gelegene Gebiete des Schweizer Kantons Schaffhausen.

© Ti-Singen

Die Rhein/Donau-Wasserscheide durchläuft innerhalb der Allgäuer Alpen das Deutsche Alpengebiet von ihrem Übertritt vom Juragebirge ins Schwäbische Alpenvorland in Baden-Würtemberg im Gemeindegebiet von Mühlingen bis zum deutsch/österreichischen Grenzberg Hoher Ifen, auf dem sie von Bayern ins österreichische Bundesland Vorarlberg übertritt. Auf diesem Weg passiert sie zahlreiche (15) Verkehrsübergänge (Schwackenreute, Pfullendorf, Höchsten, Pfrunger Burgweiler Ried, Lampertsweiler, Mattenhaus-Bad Waldsee, Leutkirch-Hundhöfe, Schwarzerd, Hellengerst, Diepolz, Stxner Joch, Kalzhofen, Hinterstaufen, Riedbergpass und Rohrmoossattel). Der Verlauf dieser für gegenständliches Kapitel themenrelevanten Wegstrecke wird im folgenden mittels einer Linkkette (von Pass zu Pass, beginnend mit dem Übergang Schwackenreute) präzise dargestellt.

Die Rhein/Donau-Wasserscheide tritt am Nordwestrand des Gemeindegebiets von Mühlingen ins Schwäbische Alpenvorland und somit ins Alpengebiet des Außeren Alpenbogens ein, passiert nördlich die zur Gemeinde Mühlingen gehörende Ortschaft Mainwangen, durchläuft in Ostsüdostrichtung ein kleines Schwarzhölzle genanntes Waldsück und erreicht eine von Verkehrswegen durchlaufene Seenplatte beim Ortsteil Schwackenreute.

Die Rhein/Donau-Wasserscheide geht nach ihrem Übertritt auf österreichisches Staatsgebiet am Hohen Ifen innerhalb Vorarlbergs am Hochtannbergpass, vor dem bei der Höferspitze auf der Donauseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Iller endet und jenes des Lech beginnt, von den Allgäuer Alpen ins Lechquellengebirge über, in dem bei der Braunarlspitze auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Bregenzer Ach endet und jenes des Vorarlberger Alpenrheinzuflusses Ill beginnt, sodass sie als Rhein(Ill)/Donau(Lech)-Wasserscheide am Flexenpass in die Lechtaler Alpen übertritt, in diesen sich mit der Landesgrenze zum Bundesland Tirol vereinigt, als Grenzkamm Vorarlberg/Tirol das Valfagehrjoch passiert, wo auf der Donauseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Lech endet und jenes des Inn beginnt, und sie somit als Rhein(Ill)/-Donau(Inn)-Wasserscheide am Arlbergpass in die Verwallgruppe übertritt, diese in Südrichtung durchläuft, auf der Bielerhöhe in die Rätischen Alpen übertritt, an der Dreiländerspitze (im Bild unten), auf der auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Ill endet und jenes des Schweizer Alpenrheinzuflusses Landquart beginnt, die Staatsgrenze zur Schweiz (Kanton Graubünden) erreicht und dieser in Westrichtung als Grenzkamm Vorarlberg/Graubünden bis zum Signalhorn folgt, wo sie Österreich in Südrichtung verlässt.

SlartibErtfass der bertige, CC BY-SA 3.0

Innerhalb Graubündens wird die Rheingebietsgrenze vom Vereinabahntunnel gequert, nach dem auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Landquart endet und jenes des Rheinquellflusses Hinterrhein beginnt, sodass sie als Hinterrhein/Donau(Inn)-Wasserscheide Flüelapass, Albulapass und Julierpass passiert und den in der Kamm- und Gipfelkette des Alpenhauptkamms gelegenen Lunghinpass (einer der Europäischen Hauptwasserscheidepunkte) erreicht, auf dem jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Donau (und damit des Schwarzen Meeres) endet und jenes des Po (und damit der Adria) beginnt.

Capricorn4049, CC BY-SA 3.0

Hier sei einschiebend darauf hingewiesen, dass das 75.000 km² große, überwiegend auf italienischem Staatsgebiet gelegene Einzugsgebiet des 652 km langen Po (längster und wasserreichster Fluss Italiens), der im Piemont auf 2.022 m Seehöhe in den Cottischen Alpen entspringt, kurz nach seinem Ursprung das Alpengebiet verlässt, in West-Ostrichtung den Poebene genannten Westteil der Oberitalienischen Tiefebene durchfließt und in Venezien deltabildend in die Adria mündet, im Band 2, Italien, Po-Gebiet, detailliert dargestellt wird.

Die nunmehrige Rhein/Po-Wasserscheide folgt dem die Gebiete des Äußeren Alpenbogens von jenen des Inneren Alpenbogens trennenden und die Alpenhauptwasserscheide bildenden Alpenhauptkamm in Südwestrichtung bis zum Pizz Gallagiun, vor dem die Staatsgrenze zu Italien erreicht wird, verläuft in Nordostrichtung drehend kurz als Grenzkamm bis zur Cima da Lägh, tritt auf italienisches Staatsgebiet (Region Lombardei) über, passiert das Valle di Lei begrenzend (einziges Gebiet Italiens, das in die Nordsee entwässert) u. a. den Passo di Lei, vereinigt sich am Piz Timun wieder mit der Staatsgrenze, folgt dieser in Westrichtung, geht am Splügenpass von den Rätischen Alpen in die Lepontinischen Alpen und damit von den Ostalpen in die Westalpen über, dreht am Pizzo Tambo in Südrichtung, verlässt am Piz di Ross in Westrichtung die Staatsgrenze, passiert den Graubündener Alpenhauptkammpass San Bernardino und erreicht am Rheinquellhorn die Kantonsgrenze zum Tessin, der sie in Nordichtung über das Rheinwaldhorn folgt, auf dem auf der Rheinseite das Einzugsgebiet des Hauptquellflusses Vorderrhein beginnt, und in Nordwestrichtung den Lukmanierpass erreicht (im Bild unten die Passhöhe mit Hospiz und dem Stausee Lai da Sontga Maria).

Roland Zumbuehl, CC BY-SA 3.0

Die in diesem Abschnitt entlang des Alpenhauptkamms verlaufende und sowohl mit der Alpenhauptwasserscheide, als auch mit der Europäischen Hauptwasserscheide idente rechte Einzugsgebietsgrenze des Rhein passiert am das Dreiländereck der Kantone Uri/Graubünden/Tessin bildenden Piz Alv (im Bild unten), auf dem auf der Rheinseite das Einzugsgebiet der Aare beginnt, die Rheinquellen südlich und wird damit von der rechten zur linken Rheineinzugsgebietsgrenze.

Albinfo, CC BY-SA 3.0

Die Rhein(Aare)/Po-Wasserscheide folgt der Kantonsgrenze Uri/Tessin in Westrichtung, passiert die knapp innerhalb des Tessins gelegene Scheitelhöhe des Gotthardpasses, vereinigt sich am Pizzo Lucendro wieder mit der Kantonsgrenze und endet am das Dreiländereck Uri/Wallis/Tessin bildenden Ostgipfel des Witenwasserenstockes, da jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet des Po (und damit der Adria) endet und jenes der Rhône (und damit des Westlichen Mittelmeeres) beginnt.

Auch hier sei einschiebend darauf hingewiesen, dass das 95.500 km² große, auf französischem und Schweizer Staatsgebiet gelegene Einzugsgebiet der 812 km langen Rhône (wasserreichster Fluss Frankreichs), die in der Schweiz im Kanton Wallis in den Berner Alpen am Rhônegletscher auf über 2.200 m Seehöhe als Rotten entspringt, in Westrichtung als Rhône den Genfersee erreicht, diesen in Südwestrichtung bei Genf wieder verlässt und nach Frankreich übertritt, innerhalb Fankreichs in Südrichtung dreht und als Westgrenze des Alpengebietes ihr teils unter Naturschutz stehendes Delta (Parc naturel régional de Camargue) erreicht und in den Golf von Lyon des Westlichen Mittelmeeres mündet, im Band 3, Frankreich Rhône-Gebiet detailliert dargestellt wird.

Die nunmehrige, weiterhin mit der Europäischen Hauptwasserscheide idente Rhein(Aare)/Rhône-Wasserscheide trennt sich, – den Alpenhauptkamm in Nordrichtung verlassend und der Kantonsgrenze Uri/Wallis folgend -, von der Alpenhauptwasserscheide, kehrt ins Gebiet des Äußeren Alpenbogens zurück, geht am Furkapass in die Berner Alpen über und verläuft südlich des Dreikantonenecks Uri/Wallis/Bern in Südwestrichtung drehend über den Rhônegletscher (im Bild unten mit der Westauffahrt zum Furkapass).

Pegasus2, CC0

Die Rhein(Aare)/Rhône-Wasserscheide verläuft. – der Kantonsgrenze Wallis/Bern folgend -, über den Grimselpass und weiter entlang des Hauptkammes der Berner Alpen, in denen sie am Finsteraarhorn (4.274 m) den höchsten Punkt ihres Verlaufes (gleichzeitig höchster Punkt des Rheineinzugsgebietes und auch der Kontinentalwasserscheide) überwindet, bis zum von der Eisenbahn untertunnelten Lötschberg (im Bild unten das Nordportal), passiert nach dem innerhalb des Wallis gelegenen Scheitelpunkt des Sanetschpasses das das Dreikantoneneck Waadt/Bern/Wallis bildende Oldenhorn (3.132 m), von dem sie innerhalb Waadts zum Col du Pillon abfällt und von den Berner Alpen in die Waadtländer und Freiburger Voralpen übertritt.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Die Rhein(Aare)/Rhône-Wasserscheide passiert in diesen die Pässe Col des Mosses, Col Pierre du Moëllé, Col d`Ayerne und Col de Jaman, tritt in den Kanton Freiburg über, passiert den Sattel Châtel-Saint-Denis und kehrt in den Kanton Waadt zurück, verläuft über den nahe des Nordufers des Genfersees gelegenen Col du-Chalet-à-Gobet, verlässt bei La Sarraz (im Bild unten das dortige Schloss) das Alpengebiet und tritt ins Gebiet des Schweizer Jura über.

Roland Zumbuehl, CC BY-SA 4.0

Die Rhein(Aare)/Rhône-Wasserscheide vollzieht in Umgehung des in den Rhein entwässernden Vallée de Joux nahe der französischen Grenze eine Westausbuchtung, in deren Verlauf sie 2x kurz nach Frankreich (Region Bourgogne-Franche-Comté) übertritt, überschreitet nach der Ansiedlung La Vraconnat die Kantonsgrenze zum Kanton Neuenburg, durchläuft, – stark richtungsändernd und abschnittsweise die französische Grenze berührend -, dessen Gebiet und tritt nordöstlich der abflusslosen Hochebene von La Chaux-de-Fonds (992 m, im Bild unten die Stadt) in den Kanton Bern über, den sie aber nach kaun 2 km wieder verlässt und im Kanton Jura das 1.000 m hohe Plateau der Freiberge überquert, auf dem auf der Rheinseite das Einzugsgebiet der Birs beginnt, die als Grenze der beiden Kantone Basel-Land (rechtes Ufer) und Basel-Stadt im städtischen Gebiet des Großraums Basel von Süden in den Hochrhein mündet.

Andreas Faessler, CC BY-SA 4.0

Die Rhein(Birs)/Rhône-Wasserscheide verläuft in Nordostrichtung entlang der Jurakette des Mont Russelin bis zum Jurapass Col de Rangiers, nach dem sie die französische Grenze und damit das Einzugsgebiet des Rheinzuflusses Jll (mündet in Offendorf in den Oberrhein) erreicht, dieser in Nordwestrichtung rund 15 km folgt und am Grenzberg Le Mont die Schweiz endgültig verlässt, nach Frankreich übertritt, in Nordrichtung als Grenze der französischen Regionen Grand Est im Osten und Bourgogne-Franche-Comté im Westen über den Burgundische Pforte genannten Sattel zwischen Jura und Vogesen verläuft, auf dem sie auf 349 m Seehöhe vom Rhein-Rhône-Kanal (im Bild unten die 12-stufige Schleusentreppe) bei Altmünsterol gequert wird.

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In den Vogesen angekommen steigt die Rhein(Jll)/Rhône-Wasserscheide zum Ballon d`Alsace an, auf dem auf der Rheinseite der Wassersheide das Einzugsgebiet der Mosel beginnt, die in Koblenz in den Rhein mündet, dreht in Nordwestrichtung, verläuft durch die südwestlichen Vogesenausläufer entlang der das linke Moselufer begleitenden Bergkette, tritt nach Remiremont in die Region Grand Est ein, geht bei der Moselstadt Épinal in Westrichtung, verläuft über ein Vôge gennantes Sandsteinhochplateau zu den Monts Faucilles, in denen am Col de Clochettes auf der Rheinseite das Einzugsgebiet der Maas beginnt, die zwischen 1904 und 1970 ein eigenständiger Nordseezufluss gewesen ist und durch bauliche Veränderungen im Mündungsbereich (siehe Ausführungen im Anhang von Band 1) im Jahr 1970 wieder zum letzten linken und mit 875 km längsten und (nach der Aare) zweitwasserreichsten Nebenfluss des Rheins geworden ist.

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Vor 1970 endete die Rhein/Rhône-Wasserscheide im Gebiet des Col de Clochettes, da die Einzugsgebietsgrenze des Rhein (die Kontinentalwasserscheide verlassend) als Rhein/Maas-Wasserscheide in Nordrichtung drehte, Luxemburg und Ostbelgien durchlief und auf deutsches Staatsgebiet zurückkehrte, bevor sie in den Niederlanden der Mündung des Waal genannten Hauptmündungsarmes des Rheins zustrebte (siehe auch die Schilderung der Rheingebietsgrenze in Band 4).

Seit 1970 verläuft die Rhein(Maas)/Rhône-Wasserscheide ab dem Col de Clochettes noch weiter in Südwestrichtung über den Col du Haut de Salin bis zum Plateau von Langres, auf dem sie südlich der an den Quellen diverser Maaszuflüsse gelegenen Ortschaft Récourt eine Plémont genannte, am Nordwesthang des 443 m hohen Mont Mercure gelegenen Anhöhe erreicht und endet, da nunmehr erst hier jenseits des Rhein(Maas)gebietes das Einzugsgebiet der Rhône (und damit des Mittelmeeres) endet und jenes der Seine (und damit des Atlantiks) beginnt.

Die 777 km lange Seine ist (nach der Loire) der zweitlängste Fluss Frankreichs. Sie entspringt auf 470 m Seehöhe am Plateau von Langres im Gemeindegebiet von Source-Seine in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Zwar sehr mäanderreich (wodurch sich die beachtliche Flusslänge erklärt), jedoch in grundsätzlicher Nordwestrichtung fließend tritt sie vor der Stadt Troyes ins Gebiet der Region Grand Est -, und vor Melun in die Region Ile de France über, in der sie die französische Hauptstadt Paris durchquert, nordwestlich der sie in die Region Normandie übertritt, deren Hauptstadt Rouen durchfließt und bei Le Havre in den Ärmelkanal und somit in den Atlantik mündet.

Paul Passy, CC BY-SA 4.0

Mit Ausnahme eines kleinen Landstreifens am Oberlauf ihres rechten Nebenflusses Oise, der zu Belgien gehört, liegt ihr 78.650 km² großes Einzugsgebiet innerhalb Frankreichs und wird im Süden vom Einzugsgebiet der Loire -, im Südosten vom Rhônegebiet -, im Nordosten vom Rheingebiet -, und im Norden vom Einzugsgebiet der Somme begrenzt.

Die linke Einzugsgebietsgrenze des Rhein verlässt als Rhein(Maas)/Seine-Wasserscheide die Kontinentalwasserscheide in Nordrichtung und verläuft (nunmehr wieder innerhalb des Atlantikeinzugsgebietes) vorerst entlang der das linke Ufer des Maaszuflusses Mouzon begleitenden Hügelkette, passiert die Kleinstadt Neufchâteau westlich, folgt sodann der das linke Maasufer begleitenden Hügelkette, durchläuft den Forêt Domaniale du Vau (425 m), wird vom Canal de la Marne au Rhin gequert und durchläuft das Gemeindegebiet von Rupt-devant-Saint-Mihiel (341 m, 55 Einwohner, im Bild unten die Kirche).

© fondation-patrimoine.org

Im weiteren Verlauf wird die Rhein(Maas)/Seine-Wasserscheide westlich von Verdun von der Autoroute A 4 (Autoroute de l’Est) gequert, dreht in Nordnordwestrichtung, wird beim Lac de Bairon vom Canal des Ardennes -, und südlich von Launois-sur-Vence von der Autoroute A 34 gequert, erreicht die Ardennen, tritt in den an der belgischen Grenze gelegenen Parc naturel régional des Ardennes ein und überschreitet an dessen Nordrand die Staatsgrenze zu Belgien.

Im Gebiet der belgischen Region Wallonie durchläuft die Rhein(Maas)/Seine-Wasserscheide sodann das Gemeindegebiet von Chimay, in dem sie östlich die Oise-Quellen passiert und unmittelbar danach, – sich vom Flusslauf der Maas entfernend -, in Westrichtung dreht, bei der belgischen Grenzortschaft Momignies nach Frankreich (Region Hauts-de-France) zurückkehrt, das Gemeindegebiet von Fourmies und später bei Le Nouvion-en-Thiérache die Quellen der 193 km langen Sambre (größter linker Nebenfluss der Maas; Mündung in Namur) südlich passiert, vom Canal de la Sambre à l’Oise gequert wird und nördlich von Saint-Quentin nahe des 93 km langen Canal de Saint-Quentin, der im Süden von der Oise -, im Mittelteil von der Somme – und im Nordteil von der Schelde gespeist wird (im Bild unten die Scheitelstrecke vor der Einfahrt in den Riquevaltunnel), endet, da jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Seine endet und jenes der Somme beginnt.

Boerkevitz, CC BY-SA 3.0

Die 245 km lange Somme entspringt in der frz. Region Hauts-de-France auf 86 m Seehöhe nordöstlich von Saint-Quentin bei Fonsomme, fließt in Westrichtung, passiert die Städte Saint-Quentin, Ham, Amiens und Abbeville und mündet bei Saint-Valery-sur-Somme in den Ärmelkanal und somit in den Atlantik.

Boldair, CC BY-SA 4.0

Ihr 5.560 km² großes Einzugsgebiet wird im Süden und Osten vom Seinegebiet -, im Nordosten kurz vom Rheingebiet (nämlich nur vom Quellgebiet des linken Maaszubringers Sambre) -, und im Norden vom Scheldegebiet begrenzt.

Nur kurz verläuft die Rheingebietsgrenze als Rhein(Maas)/Somme-Wasserscheide in Nordwestrichtung, passiert die Somme-Quelle (im Bild unten) nordöstlich und endet nach kaum 5 km bereits wieder bei Bohain-en-Vermandois, da jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Somme bereits wieder endet und jenes der Schelde beginnt.

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Die 360 km lange Schelde (frz; Escaut) entspringt in der Region Hauts-de-France auf 97 m Seehöhe 16 km nördlich von Saint-Quentin bei Gouy, fließt in Nordrichtung, passiert die Städte Cambrai und Valenciennes, überschreitet nach 104 km die belgische Grenze (Region Wallonie), passiert die Stadt Tournai und tritt nach weiteren 27 km in die Region Flandern über, passiert die Stadt Gent, in der von links die Leie zufließt, nimmt danach von rechts bei Rupelmonde die 12 km weiter östlich durch Zusammenfluss der die Metropolregion um Brüssel entwässernden Flüsse Nete und Dijle entstandene Rupel auf, durchfließt das Stadtgebiet Antwerpens, tritt am nördlichen Stadtrand in die Niederlande (Provinz Zeeland) über und mündet in den Westerschelde genannten Ästuar, der nach 56 km in die Nordsee übergeht.

TomGonzales, CC BY-SA 3.0

Ihr 21.863 km² großes Einzugsgebiet erstreckt sich über Teilgebiete Frankreichs, Belgiens und der Niederlande und wird im Westen und Nordwesten von der von Kanälen und Tieflandbächen durchzogenen Küstenebene begrenzt, die sich entlang des nördlichsten Abschnittes der französischen Ärmelkanalküste bis Calais (Straße von Dover) und danach entlang der gesamten belgischen Atlantikküste bis zur niederländischen Grenze nördlich von Brügge erstreckt. Im Süden wird das Scheldegebiet vom Einzugsgebiet der Somme -, und im Osten und Norden vom Rhein(Maas)gebiet begrenzt.

Die nunmehrige Rhein(Maas)/Schelde-Wasserscheide verläuft in Nordrichtung, passiert östlich Le Cateau-Cambrésis, durchläuft in Nordostrichtung den Parc naturel régional de l’Avesnois, verläuft zwischen den Orten Bavay im Westen und Maubeuge im Osten, dreht in Ostnordostrichtung und überschreitet nordöstlich von Maubeuge die belgischen Grenze (Region Wallonie).

In Nordwestrichtung passiert sie sodann die Industriestadt Charleroi westlich, wird von der Autobahn A 15 (Abschnitt La Louvière-Charleroi) -, und wenig später, – das Ardennengebiet verlassend und allmählich in die Tiefebene Flanderns absteigend -, von der Autobahn A 4 (Abschnitt Wavre-Namur) gequert, tritt, – die von Zuflüssen des rechten Schelde-Nebenflusses Rupel entwässerte Metropolregion um Brüssel östlich passierend -, in die Region Flandern über, wird von der Autobahn A 3 (Abschnitt Löwen-Lüttich) -, und kurz danach östlich von Hasselt von der Autobahn A 13 (Abschnitt Hasselt-Lüttich) und vom Albertkanal (im Bild unten bei Hasselt) gequert, der die Maas-Stadt Lüttich mit der Schelde-Stadt Antwerpen verbindet, erreicht nordwestlich von Genk das Gebiet der Donderslagse Heide und hat sich damit der Maas, die im dortigen Abschnitt die Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden bildet und weiter nördlich ins Gebiet der Niederlande eintritt, bis auf wenige Kilometer angenähert.

Paul Hermans, CC BY-SA 3.0

Die aufgrund der bestehenden Kanalverbindungen nur mehr theoretische Wasserscheide zwischen Rhein und Schelde verlässt (sich von der Maas wieder entfernend) in Westrichtung dieses Heide- und Moorgebiet und verläuft knapp innerhalb Belgiens in einem schmalen Landstreifen zwischen der niederländischen Grenze im Norden und dem Albertkanal im Süden. Sie trennt die Quellen von u. a. die südniederländischen Städte Breda und ’s-Hertogenbosch durchfließenden Zubringern des linken Maaszuflusses Dieze im Norden von den Quellgebieten diverser Zuflüsse der Nete im Süden.

Schließlich überschreitet die Rhein(Maas)/Schelde-Wasserscheide nördlich von Antwerpen bei der niederländischen Grenzortschaft Roosendaal die von West- in Südwestrichtung drehende Staatsgrenze zu den Niederlanden (Provinz Nordbrabant) und endet nördlich der Einmündung der Schelde in den zur Nordsee offenen Ästuar Westerschelde am Ostrand des völlig eingedeichten und unter Naturschutz stehenen Ästuars Oosterschelde. Die linke Einzugsgebietsgrenze des Rhein dreht in Nordrichtung und endet nach kaum 10 km am Südrand der Nordseebucht Hollands Diep, in die sowohl die Maas, als auch die Waal (Hauptmündungsarm des Rhein) münden und die durch den Haringvlietdamm (im Bild unten geöffnete und geschlossene Hubtore dieses Sperrwerkes der Deltawerke) vom offenen Meer der Nordsee abgetrennt ist.

Quistnix, CC BY 2.5

Zum Flussverlauf des Rhein