Dora Riparia-Gebiet, Abgrenzung und Flusssystem

Die 125 km lange Dora Riparia entwässert den dem Inneren Alpenbogen zugewandten Abschnitt des Alpenhauptkamms zwischen dem Grand Queyron in den Cottischen Alpen über die auf französischem Staatsgebiet liegenden Alpenhauptkammpässe Colle del Monginevro, Colle della Scala und Colle del Moncenisio bis zu der in den Grajischen Alpen liegenden Pointe de Novalèse. Sie mündet im Stadtgebiet von Turin in den Po.

F Ceragioli, CC BY-SA 3.0

Ihr 1.340 km² großes Einzugsgebiet erstreckt sich über Teilgebiete der Cottischen – und der Grajischen Alpen und liegt überwiegend im Piemont. Nur drei voneinander getrennte Randgebiete liegen in Frankreich, und zwar 2 am Westrand ihres Einzugsgebietes in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (Montgenèvre-Val Doire und das Vallée Étroite), und eines am Nordrand in der Region Auvergne-Rhône-Alpes (Mont-Cenis-Plateau).

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von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Dora Riparia
bis
Turin Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Dora Riparia durchläuft in Südwestrichtung das Turiner Stadtgebiet und trifft westlich der Stadt bei Rivoli auf das Einzugsgebiet des Sangone, ab wo sie als Dora Riparia/Sangone-Wasserscheide (siehe Ausführungen im Vorkapitel Sangone-Gebiet) in den Cottischen Alpen den Straßenpass Colle Braida passiert und den Colletto Robinet erreicht, bei dem jenseits des Dora Riparia-Gebietes das Einzugsgebiet des Sangone endet und jenes des Pellice beginnt. Als Dora Riparia/Pellice-Wasserscheide (siehe Ausführungen im Vorkapitel Pellice-Gebiet) erreicht sie den Colle delle Finestre (Übergang ins Chisonetal) verläuft entlang des Assiettakammes in Südrichtung drehend zum ebenfalls ins Chisonetal und somit ins Pellicegebiet führenden Colle di Sestriere, nach dem sie den in der Kamm- und Gipfelkette des Alpenhauptkamms liegenden Grand Queyron (Grenzberg zu Frankreich) erreicht, auf dem jenseits des Dora Riparia-Einzugsgebietes das Einzugsgebiet des Pellice (und damit auch des Po) endet und jenes der Rhône beginnt. Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Dora Riparia folgt als Po(Dora Riparia)/Rhône-Wasserscheide in Nordwestrichtung dem die Staatsgrenze Italien/Frankreich bildenden Alpenhauptkamm über Bric Froid (3.302 m), Grand Glaiza (3.293 m) und Cime de Fournier (2.424 m) zum Grand Charvia (2.648 m), tritt dort erstmals auf französisches Staatsgebiet (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur) über, passiert innerhalb Frankreichs südlich das Quellgebiet der La Doire, des Hauptquellbaches der Dora Riparia und wird somit von der rechten zur linken Dora Riparia-Einzugsgebietsgrenze, dreht am innerfranzösischem Alpenhauptkammpass Colle del Monginevro (frz: Col de Mongenèvre, 1.854 m) in Nordrichtung, passiert den Grand Chalvet (2.682 m) und vereinigt sich an der Nordostschulter der Pointe des Rochers Charniers (3.047 m, im Bild oben) wieder mit der italienisch/französischen Staatsgrenze.

Nach der Pointe des Grand Becs (3.043 m) dreht die Po(Dora Riparia)/Rhône-Wasserscheide Alpenhauptkamm und Staatsgrenze folgend in Westrichtung und erreicht den Sommet du Guiau (2.654 m), ab wo der Alpenhauptkamm die Westrichtung beibehaltend neuerlich ins französische Staatsgebiet (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur) eintritt. Er passiert nach 1 km den innerfranzösischen Alpenhauptkammpass Colle della Scala (frz: Col de l’Echelle, 1.762 m) und verläuft das französische Vallée Étroite (it: Valle Stretta) im Südwesten begrenzend bis zum Roche du Chardonnet (2.952 m, westlichster Gipfel des Alpenhauptkammes), wo die Grenze zur Region Auvergne-Rhône-Alpes erreicht wird. In Nordostrichtung der innerfranzösischen Regionsgrenze Provence-Alpes-Côte d’Azur/Auvergne-Rhône-Alpes folgend und das Vallée Étroite nunmehr im Nordwesten begrenzend verläuft die Po(Dora Riparia) /Rhône-Wasserscheide zum Mont Thabor (3.181 m) und weiter in Ostrichtung bis zur Cime de la Planette (3.071 m), die das „Dreiländereck“ der französischen Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur, sowie der italienischen Region Piemont bildet, auf der es wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze kommt. Weiter in Nordostrichtung (nunmehr als Regionsgrenze Piemont/Auvergne-Rhône-Alpes) und dem Alpenhauptkamm folgend wird nach der Punta Nera (3.046 m) und dem historischen Saumweg-Passübergang Col du Fréjus (2.541 m, im Bild unten) die von Bahn und Straße untertunnelte Pointe de Fréjus (2.932 m) erreicht.

Fréjus-Tunnel
F Ceragioli, CC BY-SA 3.0