Tagliamento-Gebiet, Abgrenzung und Flusssystem

Der 178 km lange Tagliamento entwässert (über seine linken Nebenflüsse Degano, Bût und Fella) die „Adria-Seite“ der die Donau/Adria-Wasserscheide bildenden Kamm- und Gipfelkette vom Monte Oregone (Grenzberg zu Österreich) in den Karnischen Alpen bis zum Monte Canin (Grenzberg zu Slowenien) in den Julischen Alpen.

Italy_topographic_map-blank.svg: Eric Gaba, CC BY-SA 3.0

Der Tagliamento selbst entspringt im Zentrum der Karnischen Alpen in Venezien am Ostabhang des Passo della Mauria (im Bild unten die Quelle), tritt kurz nach seinem Ursprung in Ostrichtung in die Region Friaul-Julisch Venezien über, dreht nach rund 65 km in Südrichtung, verlässt nordwestlich von Udine bei Osoppo in die Friauler Tiefebene eintretend das Alpengebiet, wird nördlich von Latisana zum Grenzfluss zwischen Venezien (Westufer) und Friaul-Julisch Venezien und mündet als solcher zwischen Lignano und Bibione in die Adria.

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Sein 2.900 km² großes Einzugsgebiet umfasst Teilgebiete der Karnischen Alpen, der Julischen Alpen und der Oberitalienischen (Friauler) Tiefebene und erstreckt sich über Teilgebiete Veneziens und Friaul-Julisch Veneziens.

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von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Tagliamento bis
Adriaküste bei Bibione
Die rechte Einzugsgebietsgrenze des Tagliamento beginnt an der venezianischen Westseite der Mündung in Bibione, verläuft (als Trennlinie zum Einzugsgebiet der Laguna di Caorle) in Nordwestrichtung, tritt, – nachdem sie nordwestlich von Latisana von der Autobahn A 4 (Triest-Venedig) gequert worden ist -, in die Region Friaul-Julisch Venezien über und trifft im Gemeindegebiet von Casarsa della Delizia auf die Einzugsgebietsgrenze der Livenza. Die nunmehrige Tagliamento/Livenza-Wasserscheide erreicht bei Sequals (im Bild oben) das Alpengebiet, steigt in Nordrichtung zu den Karnischen Alpen an (siehe Ausführungen im Vorkapitel Livenza-Gebiet), dreht nach der Sella di Sualdin in Westrichtung, durchquert nach der Forcella di Monte Rest den Parco naturale delle Dolomiti Friulane und endet am Monfalcon di Cimoliana (Grenzberg zu Venezien), auf dem jenseits des Tagliamentogebietes das Einzugsgebiet der Livenza endet und jenes des Piave beginnt.

Die rechte Tagliamento-Einzugsgebietsgrenze folgt als Tagliamento/Piave-Wasserscheide der Regionsgrenze in Nordrichtung, passiert am Passo della Mauria westlich die an der Pass-Ostauffahrt gelegene Tagliamentoquelle und wird von der rechten zur linken Tagliamento-Gebietsgrenze, verläuft (siehe Ausführungen im Vorkapitel Piave-Gebiet) in etwa der Regionsgrenze folgend über die Sella di Razzo (Passhöhe innerhalb Veneziens) und Forcella Lavardet bis zur Cima di Sappada (Scheitelpunkt ebenfalls in Venezien), von der sie in Nordrichtung das Piavetal östlich begleitend und mit der Regionsgrenze wieder vereint bis zum die Grenze zu Österreich (und die Donau/Adria-Wasserscheide) bildenden Karnischen Hauptkamm verläuft und diesen am Monte Oregone erreicht, wo jenseits des Tagliamentogebietes das Einzugsgebiet des Piave endet und jenes der Drau (und damit auch der Donau und des Schwarzen Meeres) beginnt. Die Tagliamento/Drau(Adria/Donau)-Wasserscheide verläuft von dort in Ostrichtung das Quellgebiet des linken Tagliamento-Zuflusses Degano nördlich begrenzend entlang der Staatsgrenze über die Creta Verde (dt: Steinwand, 2.520 m), Monte Serino (dt: Kreuzen, 2.187 m), Monte Volaia (dt: Wolayer Kopf, 2.472 m), Monte Capolago (dt: Seekopf, 2.554 m) und Passo Volaia (dt: Wolayerpass, 1.974 m) zum Monte Coglians (dt: Hohe Warte, 2.780 m, höchster Berg der Karnischen Alpen), östlich dem sie, – nunmehr das Quellgebiet des linken Tagliamento-Zuflusses Bût nördlich begrenzend -, die Creta delle Chianevate (dt: Kellerspitzen, 2.774 m) und den Cellon (dt: Frischenkofel, 2,238 m, im Bild unten) passiert und zum Passo di Monte Croce Carnico (dt. Plöckenpass) abfällt.

Passo di Monte Croce Carnico
Mikmaq, CC BY 3.0