Colle di Pra Martino und der Flussverlauf des Pellice und des Po bis zur Chisolaeinmündung

916m, Alpi Cozie, Pellice/Chisola

Die über diesen Pass führende schmale aber durchgehend asphaltierte Kleinstraße verbindet auf einer Strecke von 10 km das Val Lemina im Osten (Talort San Pietro Val Lemina, 451 m, im Bild unten) mit dem Val Chisone im Westen (Talort Villar Perosa, 489 m). Auch dieser Pass war bereits mehrmals im Programm des Giro d’Italia.

Iron Bishop, CC BY-SA 3.0
Wasserscheide  Pellice – Po Chisola – Po
Abflüsse  Chisone – Pellice – Po Torrente Lemina – Chisola – Po
Mündung  Adriatisches Meer
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Pellice bis
Colle di Pra Martino Die Pellice/Chisola-Wasserscheide steigt zum Monte Rocciacotello (1.015 m) an, fällt in Südostrichtung zum Alpenrand ins südliche Stadtgebiet von Pinerolo ab (350 m, im Bild unten) und verliert sich danach östlich in der Poebene in einem von Kanälen durchlaufenen kaum 5 km breiten Landstreifen zwischen den Flussläufen von Lemina im Norden und Chisone im Süden. Pellicemündung in der Poebene
© mysmartenglish.it/pinerolo

Der Flussverlauf des Pellice

Der Pellice entspringt in den Cottischen Alpen im Piemont am Alpenhauptkamm an den Nordwestabhängen des Monte Granero (3.170 m), dessen Südabhänge das Valle Po begrenzen. Er fließt vorerst 12 km lang entlang des die Grenze zu Frankreich bildenden Alpenhauptkammes in Nordrichtung zwischen dem westlich in Frankreich gelegenen Guiltal und dem östlich gelegenen Tal seines Nebenflusses Carbonieri, in das eine alte Militärstraße (heute nur mehr ein Schotterweg für Mountainbiker, im Bild unten) über den Colle del Baracun (2.373 m) führt.

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Der Pellice dreht beim zur Gemeinde Bobbio-Pellice gehörenden Ortsteil Villanova (1.200 m) in Ostrichtung, entfernt sich somit vom Alpenhauptkamm und wird ab dort im Norden vom Talschluss des Chisone-Nebentals Valle Germanasca begrenzt. Aus dem Val Pelice führen weder nach Frankreich, noch ins Valle Germanasca, noch ins Valle Po KFZ-taugliche Verkehrswege. Nur über den Alpenhauptkammpass Colle della Croce (2.298 m) führt eine traditionelle Saumwegverbindung (im Bild unten) ins französische Queyras. Diese entlegenen Talschaften dienten im Mittelalter den Waldensern als Rückzugsgebiet, die als Häretiker galten und im Mittelalter von der Kirche ausgeschlossen und durch die Inquisition verfolgt wurden.

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Rund 8 km östlich von Villanova nimmt der Pellice nach der Ortschaft Bobbio Pellice (732 m) von rechts den Torrente Carbonieri auf, verlässt nach weiteren 12 km etwa 6 km südlich der Stadt Pinarolo (376 m) das Gebirge und tritt in die Poebene ein. Weiter in Ostrichtung passiert er die Kleinstadt Torre Pellice und nimmt von links nach der Chiamogna zwischen den Städten Cavour (300 m) und Vigone seinen wasserreichsten Zufluss, den Chisone auf.

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Der 70 km lange Chisone entspringt auf etwa 2.900 m Seehöhe zwischen der Punta Rognosa (3.280 m) und dem Bric Ghinivert (3.037 m). Zunächst fließt der Chisone in nördlicher Richtung und nimmt nach 5 km von links den vom Colle di Sestriere (Übergang ins Susatal) kommenden Torrente Chisonetto auf, wendet sich nach etwa 15 km bei Pragelato (1.518 m) nach Osten und später, – nach nordseitigem Zufluss des vom Colle dell Finestre (ebenfalls ein Übergang ins Susatal) kommenden Rio d`Usseaux -, bei Fenestrelle (1.215 m) nach Südosten. Ab Perosa Argentina, wo früher ein Silberbergwerk war und von rechts sein größter Nebenfluss Germanasca einmündet (630 m), dessen Quellen am Alpenhauptkamm zwischen dem Bric Bouchet und dem Grand Queyron liegen, beginnt sich sein Tal zu weiten. Nach den Ortschaften Pinasca (560 m) und Villar Perosa (489 m), von wo eine Straße über den Colle di Pra Martino (Beschreibung oben) ins Val Lemina und somit ins Einzugsgebiet des Chisola führt, erreicht der Fluss die Stadt Pinerolo und mündet nach weiteren 10 km in den Pellice.

Der ab der Chisonemündung bereits außerhalb des Alpengebietes fließende Pellice mündet 18 km weiter östlich bei Faule in den Po.

Der Po passiert 10 km unterhalb der Pellicemündung die am rechten Ufer gelegene Ortschaft Casalgrasso, vor der die Varaita (241 m, siehe Ausführungen im Vorkapitel Varaita-Gebiet), und nach der die Maira (240 m, siehe Ausführungen im Vorkapitel Maira-Gebiet) von rechts zufließen. Der danach in Nordrichtung drehende Po nimmt nach 2 km von rechts den Vorapenninenfluss Meletta auf, durchfließt ein kleines Naturreservat und erreicht nach 20 km die Stadt Moncalieri (im Bild unten), bei der von Westen die Chisola zufließt (221 m).

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