Passo di Resia (Reschenpass) und der Flussverlauf des Stillebaches

1.507 m, Alpi Retiche/Alpi Venoste, Donau(Inn)/Etsch, Alpenhauptkamm

Der Reschenpass ist ein Pass des Alpenhauptkamms und er liegt auch auf der Donau/Adria-Wasserscheide. Er verbindet den Südtiroler Vinschgau (Etschtal) mit dem Nordtiroler Oberinntal und trennt die Rätischen Alpen (Sesvennagruppe) im Westen von den Ötztaler Alpen im Osten. Die Talorte in Österreich (Bundesland Tirol) sind Nauders und Pfunds, sowie Mals auf der italienischen Südseite. Die Passhöhe des Reschenpasses selbst, östlich der auf der Südseite die Etsch entspringt, liegt auf italienischem Staatsgebiet am Nordrand der Ortschaft Reschen. Der Grenzübergang liegt etwas tiefer auf 1.450 m Seehöhe auf der Nordrampe (im Bild unten).

Llorenzi, CC BY-SA 3.0

Östlich der Scheitelhöhe verläuft die Inn/Etsch-Wasserscheide (Alpenhauptkammkette) in West- Ostrichtung und auch die Staatsgrenze folgt annähernd parallel nördlich und, – wie im Bereich von Verkehrs(grenz)übergängen aus militärstrategischen Gründen üblich rund 50 Höhenmeter tiefer -, deren Verlauf, bis es am Ostrand des Plateaus zur Vereinigung kommt. Die Etsch entspringt kaum 1 km östlich des Scheitelpunktes (1.550 m), durchfließt in Südrichtung das Ortsgebiet von Reschen und mündet am südlichen Ortsrand in den Reschensee (im Bild unten).

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Der Reschenpass ist seit langer Zeit eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen. Schon in vorrömischer Zeit verband er als Saumpfad das obere Inntal im Norden mit dem Vinschgau im Süden. Der Reschenpass war Teil der um das Jahr 50 eröffneten Römerstraße Via Claudia Augusta, die schnell zur Hauptverkehrsader zwischen Italien und der Region Augsburg wurde. Die Verbindung zählte auch im Mittelalter zu den wichtigsten Alpenübergängen. Erbauer der Alpenstraße über den Reschenpass war Carl Ritter von Ghega, der auch die Semmeringbahn geplant hatte, die zu den technischen Pionierleistungen der damaligen Zeit gehörte.

Die heutige Nordauffahrt beginnt bei der Kajetansbrücke in Pfunds (991 m, im Bild unten), wo die Straße das Inntal verlassend sich am westlichen Talrand emporschlängelt, die auf der Anhöhe des Finstermünzpasses (1.300 m) die über dem Zusammenfluss von Stillebach und Labaunbach gelegene Festung Nauders passiert, sodann dem Stillebach aufwärts folgt, das Ortsgebiet von Nauders (1.394 m) westlich tangiert und nach einer Talenge nach Italien übertritt (1.450 m).

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Erst 1 km nach dem Grenzübertritt erreicht die Straße die Scheitelhöhe des Reschenscheideck. Die Südrampe durchläuft das Ortsgebiet von Reschen, folgt der Etsch abwärts und verläuft danach entlang des Reschensees (1.501 m) und des Haidersees (1.450 m, im Bild unten im Vordergrund, dahinter der Reschensee, dazwischen die Ortschaft St. Valentin auf der Haide).

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Schließlich endet die Passstraße nach insgesamt 37 km in der im Talgrund des Vinschgaues gelegenen Ortschaft Mals (1.051 m, im Bild unten).

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Wasserscheide  Donau(Inn) (Äüßerer Alpenbogen) Etsch (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Valmiurbach – Stillebach – InnDonau Etsch
Mündung  Schwarzes Meer Adriatisches Meer
von Verlauf der Gebietsgrenze des innerhalb Italiens  gelegenen Gebietes des Reschenplateaus bis
Passo di Resia Die Gebietsgrenze folgt ab der Passhöhe des  Passo di Resia innerhalb Italiens der Inn/Etsch-Wasserscheide (= Alpenhauptkammkette) in Südwestrichtung zum Vallierteck (1.750 m, im Bild unten mit Kapelle), dreht in Westrichtung, passiert die Reschenalpe (2.000 m), steigt entlang dem das nördlich gelegene Quellgebiet des Valmiurbaches vom südlich gelegenen Quellgebiet des Faltelangebaches trennenden Kammes zum Äußeren Nockenkopf an und hat damit den Ausgangspunkt gegenständlicher Verlaufsbeschreibung der Gebietsgrenze des zu Italien gehörenden Westteil des Reschenplateaus wieder erreicht. Äußerer Nockenkopf
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Der Flussverlauf des Stillebaches

Der vom Reschenplateau in Nordrichtung ins Inntal abfließende 14,5 km lange Stillebach entspringt fast 6 km westsüdwestlich des Scheitelpunktes des Reschenpasses als Valmiurbach auf über 2.000 m Seehöhe in der Sesvennagruppe der Rätischen Alpen östlich des Jochbodenkopfes (im Bild unten) am Nordostabhang des Äußeren Nockenkopfes, eines italienisch/schweizerischen Grenzberges, an dessen Südostabhang der Faltelangebach entspringt, der über den Pitzbach (auch Rojenbach) den Reschensee erreicht und somit ein Etschzufluss ist.

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Der Valmiurbach fließt vorerst in Ostrichtung, dreht beim Vallierteck, das sein Tal vom Reschensee trennt, in Nordostrichtung, passiert das Ortsgebiet von Reschen (im Bild unten) im Westen, nähert sich dem Scheitelpunkt des Reschenpasses an, dreht vor diesem in Nordrichtung und wird zum Grenzbach zwischen den Ötztaler Alpen (Ostufer) und den Rätischen Alpen, überschreitet nach Vereinigung mit dem von links zufließenden Tentreserbach (auch Liegerbach) als Stillebach die österreichische Staatsgrenze, durchfließt auf österreichischem Staatsgebiet das Hochtal von Nauders, nimmt danach von rechts den Labaunbach auf und mündet im untersten Abschnitt des Engadin in den dort die Staatsgrenze Schweiz/Österreich bildenden Inn.

Bene16, CC BY-SA 3.0