Forcola di Livigno und der Flussverlauf der Spöl

2.315 m, Alpi Retiche, Donau(Inn)/Po, Alpenhauptkamm

Der Grenzpass Forcola di Livigno verbindet das zum Schweizer Kanton Graubünden gehörende Puschlav mit dem italienischen Livignotal. Die von Livigno kommende SS 301 führt das Tal der Spöl aufwärts bis zu diesem am Spölursprung liegenden Forcola di Livigno genannten Übergang und weiter ins südlich des Berninapasses liegende Val Poschiavino (Puschlav), wo sie bloß 250 Höhenmeter tiefer rund 4 km unterhalb der Scheitelhöhe in die vom Puschlav auf den Berninapass führende Straße einmündet. Der Übergang (im Bild unten) ist zwar gut ausgebaut, jedoch im Winter gesperrt.

© alpentourer-bilder.de
Wasserscheide  Donau(Inn) (Äußerer Alpenbogen) Po (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Spöl – InnDonau Poschiavino – Obere Adda – Comosee – Untere Adda – Po
Mündung  Schwarzes Meer Adriatisches Meer
© flikr/xrotwang
von Verlauf der Gebietsgrenze des innerhalb Italiens  gelegenen Gebietes des Valle di Livigno bis
Forcola di Livigno Von der Forcola di Livigno steigt die Staatsgrenze zur Ostflanke des Piz dals Lejs (3.044 m, im Bild oben) an. An dessen niedereren Südgipfel (2.933 m) verlässt der Alpenhauptkamm wieder die Staatsgrenze in Südwestrichtung und strebt dem auf Schweizer Staatsgebiet liegenden Berninapass und dem Berninamassiv zu, während die das Valle di Livigno begrenzende Staatsgrenze weiter in Nordrichtung ins Gebiet des Äußeren Alpenbogens übertritt und nach dem Piz dals Lejs zwischen dem Livignotal im Osten und dem Engadin im Westen verläuft, über Monte Breva (auch Piz la Streta, 3.104 m) und Monte Garone (3.030 m) am Munt Cotschen (3.104 m) in Nordnordostrichtung dreht und weiter über Piz Laviruns (3.052 m), Punta Casana (3.007 m), Piz Caschauna (3.071 m) und Piz Fier (3.059 m) den Piz Serra (3.095 m) erreicht. In Ostrichtung verläuft die Staatsgrenze über den Piz da l`Acqua (3.126 m) zum Piz Murtarous (2.921 m), von dem sie zur Staumauer des Lago di Livigno abfällt, danach weiter durch den See südlich des auf Schweizer Staatsgebiet liegenden von einem Autotunnel unterquerten Munt la Schera (2.587 m) verläuft, den See in Nordostrichtung verlässt, durch das Tal des Ova da Caschabella bis zu dessen Talschluss verläuft und dort in Südrichtung zur Cima del Serraglio (2.664 m) ansteigt. Von dieser fällt sie ins Val Mora ab, quert dieses, steigt zum Piz Mon`Ata (2.938 m) an, erreicht in Ostrichtung an der Cima la Casina (auch Piz Muratöl genannt, 3.180 m, im Bild unten) wieder den vom südwestlich gelegenen Passo di Fraele kommenden Alpenhauptkamm, verlässt damit wieder das Gebiet des Äußeren Alpenbogens und hat damit den Ausgangspunkt gegenständlicher Verlaufsbeschreibung der Gebietsgrenze des Valle di Livigno wieder erreicht. Cima la Casina
© hikr/Omega3

Der Passo di Fraele, der das Val Mora, ein Nebental des Valle di Livigno, vom Val di Fraele genannten obersten Teil des Addatales trennt, ist der einzige Pass des Alpenhauptkammes zwischen dem Reschen und dem Maloja mit einer Scheitelhöhe von unter 2.000 m. Dennoch führt keine Verbindung von Graubünden über den Fraele ins Veltlin. Nur von Bormio führt eine Straße zu den umliegenden Kraftwerksbauten, die jedoch im Scheitelbereich (Bild unten) endet.

© alpenpass.eu

Der Flussverlauf der Spöl

Das Valle di Livigno wird von der Spöl durchflossen, die auf der Alpe Vago unterhalb des Grenzpasses Forcola di Livigno (Beschreibung oben) entspringt. Sie durchquert das Tal in Nordostrichtung und erreicht nach 15 km Livigno (im Bild unten), den Hauptort des Tales, wo sie in den Livignostausee einfließt. Auf diesem Weg fließen ihr kleine Sturzbäche, wie z. B. der Torrente Tresenda, zu. Weitere Nebenflüsse der Spöl, wie der Torrente Federia, Ova da Caschabella, Aua dal Mora/Acqua del Gallo und La Vallaccia münden unterhalb von Livigno direkt in den Stausee. Von Livigno führt eine Straßenverbindung über den Passo d´Eira ins Tal der La Vallaccia.

Massimo Macconi, CC0

Am 9 km nördlich von Livigno gelegenen Stauwerk Punt dal Gall (im Bild unten) verlässt die Spöl Italien, nimmt auf Schweizer Staatsgebiet nach Passage der Spölschlucht den vom Ofenpass abfließenden Ova dal Furon auf und mündet bei Zerenz im Engadin in den Inn.

© Panoramio

Ähnlich wie beim Lago di Lei liegt fast der ganze Staubereich des Livignostausees auf italienischem, der 3.385 m lange Zufahrtstunnel auf Schweizer Staatsgebiet. Nachdem die Mauer im Jahr 1968 fertiggestellt und der See geflutet wurde, wurde der Munt-la-Schera-Tunnel mit gewissen Einschränkungen auch für den allgemeinen Verkehr geöffnet. Er beginnt am Punt la Drossa im Tal der Ova dal Fuorn (Nordportal 1.711 m) an der ganzjährig offenen Ofenpassstraße und verläuft östlich der Spölschlucht in gerader Linie zum Nordufer des Lago di Livigno (Südportal 1.809 m, im Bild unten).

© Panoramio

Er untertunnelt im obersten Bereich auch den von Mountainbikern stark frequentierten Passo del Gallo (Singletrail im Bild unten).

© gps-tour.info

Von dort aus verläuft die Straße ständig am Ufer des Stausees entlang über die Punt dal Gall genannte Staumauer in Südrichtung nach Livigno. Die Zollstationen befinden sich an den Tunnelportalen, der italienische Zoll am Südportal liegt auf Schweizer Staatsgebiet, da die Staatsgrenze quer über die 130 m hohe Staumauer verläuft. Der Tunnel ist nur einspurig befahrbar, der Richtungswechsel erfolgt üblicherweise alle 15 Minuten. Zugelassen sind Fahrzeuge mit einer Maximalhöhe von 3,6 m und einer Maximalbreite von 2,5 m. Die Benutzung ist gebührenpflichtig; die Maut wird am Südportal entrichtet. Seit dem 1. Jänner 2010 ist die Strecke durchgehend geöffnet; zuvor war der Tunnel nachts geschlossen.