Po(Poschiavino-Adda)-Gebiet

Dieses Gebiet liegt im Kanton Graubünden in den Rätischen Alpen und wird innerhalb der Schweiz vom Alpenhauptkamm zum Einzugsgebiet der Donau(Inn), sowie von der Staatsgrenze zu Italien begrenzt. Es handelt sich dabei um das Puschlav (it: Valposchiavo) genannte vom Adda-Zufluss Poschiavino durchflossene Tal, das vom Berninapass in Südrichtung verläuft und bei der italienischen Stadt Tirano ins von der Adda durchflossene Veltlin mündet. Es ist das östlichste der 4 italienischsprachigen Südtäler des Kantons Graubünden. Auch die meterspurige von St. Moritz über den Berninapass führende Berninabahn der Rhätischen Bahn, die in Tirano an das italienische Eisenbahnnetz anknüpft, verläuft durch diese Talschaft (siehe Bild unten).

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Die folgende Abgrenzungsbeschreibung erfolgt im Uhrzeigersinn ab dem Übertritt des Poschiavino nach Italien bei der Piattamala genannten Talenge unterhalb von Campocologno.

Vom Südrand der Grenzortschaft Campocologno folgt die Gebietsgrenze des Schweizer Poschiavino-Einzugsgebietes in Westrichtung der Staatsgrenze, die zum Piz Cancan (2.435 m) ansteigt, am Piz Combul (2.901 m) in Nordrichtung dreht und, – das Puschlav im Westen begrenzend -, über Piz Malgina (2.877 m), Piz Cancian (3.103 m) und Corno delle Ruzze (2.808 m) das Gletschergebiet rund um den knapp innerhalb der Schweiz liegenden Gipfel des Piz Varuna (3.453 m, im Bild unten) erreicht und schließlich sich am Westabhang des Piz Palü (3.901 m) mit dem Alpenhauptkamm vereinigt.

Marco Zanoli, CC BY-SA 3.0

Die Poschiavino-Gebietsgrenze verlässt dort die Staatsgrenze und folgt dem die Einzugsgebietsgrenze zum Donau(Inn)gebiet bildenden Alpenhauptkamm in Nordostrichtung über Piz Palü, Piz Cambrena (3.602 m) und Piz d`Arlas (3.375 m) zum Berninapass (2.328 m, im Bild unten die Passhöhe), nach dem sie zum Piz Lagalp (2.959 m) ansteigt und bis zur Südschulter (2.933 m) des Piz dals Lejs verläuft, wo der Alpenhauptkamm die Staatsgrenze wieder erreicht und mit dieser in Ostrichtung zur Forcola di Livigno abfällt.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Die Staatsgrenze folgt weiter der Alpenhauptkammkette in Südostrichtung über den Piz Ursera (3.032 m) und den Piz Paradisin (3.302 m) bis zum Südgipfel des Piz Val Nera (3.160 m). Dort trennt sich die Poschiavino-Gebietsgrenze vom Alpenhauptkamm und folgt weiter der Staatsgrenze in Südrichtung das Puschlav nunmehr im Osten begrenzend über Corno di Dosde (3.232 m), Piz dal Teo (3.049 m) und Piz di Sassiglion (2.855 m) bis zur Banderola (2.795 m), von der sie zum Talausgang des Puschlav in Südwestrichtung abfällt und den Ausgangspunkt der Abgrenzungsbeschreibung bei Campocologno (im Bild der Grenzbahnhof) wieder erreicht.

I, Parpan05, CC BY-SA 3.0

Der 30 km lange Poschiavino entsteht durch Zusammenfluss kleinerer Bergbäche am Südrand der Forcola di Livigno. Der oberste Val Laguné genannte Talabschnitt endet mit der rund 1870 m hoch gelegenen Ebene von La Rösa (im Bild unten mit alter Säumerstation).

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Auf den nächsten 5 km durchfließt der Poschiavino ein enges bewaldetes Tal, bevor er den rund 10 km langen, von 1100 m bis 960 m sanft abfallenden Talboden von Poschiavo erreicht. Dort mündet von rechts die Cavagliasch aus einer felsigen Schlucht kommend (Bild unten) ein.

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Die Cavagliasch hat kurz vorher ihrerseits den vom Berninapass (Übergang ins Engadin) abfließenden Acqua da Pila aufgenommen. Nachdem der Poschiavino den Lago di Poschiavo (962 m, im Bild unten) durchflossen hat, fließt er mit relativ gleichmäßigem Gefälle weiter.

Val Poschiavo, CC0

Der Poschiavino passiert die Ortschaften Brusio (749 m) und Campascio (637 m), wo von rechts der ein kaum bewohntes Tal (im Bild unten) entwässernde Saent einmündet, erreicht schließlich Campocologno (553 m) und überschreitet kurz danach beim Engpass Piattamala (522 m) die Staatsgrenze nach Italien.

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Bei Tirano, dem einzigen italienischen Ort am Fluss, mündet der Poschiavino 3 km nach dem Grenzübertritt im Veltlin (it: Valtelina) auf 409 m Seehöhe in die Adda, die in diesem Abschnitt auch Obere Adda genannt wird. Diese mündet rund 70 km weiter westlich bei Colico rund 4 km südlich der Meramündung in den Comosee. Als Untere Adda verlässt sie diesen am Südende des Lecco-Armes bei der Stadt Lecco in Südrichtung, durchfließt über 20 km voralpines Hügelland, tritt in die Poebene ein, passiert östlich die lombardische Hauptstadt Mailand und mündet rund 70 km östlich der Olonamündung bei Castelnuovo Bocca d`Adda in den Po. Dieser erreicht fast 300 Flusskilometer weiter östlich nach der Stadt Adria das Adriatische Meer.

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