Isar-Gebiet (Deutschland), Abgrenzung und Flusssystem

Die 295 km lange Isar entspringt in Österreich im Bundesland Tirol, tritt bei Scharnitz nach Deutschland (Freistaat Bayern) über, fließt kurz in Ost- und dann in Nordrichtung bis München, dreht nach Nordosten und erreicht die Donau gegenüber von Deggendorf. Ihr 8.962 km² großes Einzugsgebiet liegt überwiegend in Bayern (nur der Südrand liegt in Tirol). Es umfasst Teile des Karwendelgebirges, des Rofan, des Wettersteingebirges, der Lechtaler – und der Ammergauer Alpen, der Bayerischen Voralpen und des Bayerischen Alpenvorlandes. Der deutsche Anteil des Einzugsgebietes der Isar ist im Norden vom Donautal -, im Osten von den Einzugsgebieten von Vils und Inn -, im Süden von der Staatsgrenze zu Österreich, im Südwesten und Westen vom Einzugsgebiet des Lech und im Nordwesten von den Einzugsgebieten der Paar und der Großen Laaber begrenzt.

Niklas Dehne, CC0

Von den auf deutschem Staatsgebiet liegenden Gebirgsgruppen entwässert die Isar (neben in Tirol liegenden Teilen des Rofan) die in Bayern gelegenen Nordränder der beiden überwiegend in Österreich liegenden Gebirgsgruppen des Karwendels und des Wettersteingebirges, den Westteil der Bayerischen Voralpen und die Ostabhänge der Ammergauer Alpen.

Die Bayerischen Voralpen liegen überwiegend in Bayern. Der Ostteil ihrer südlichen Ausläufer erstreckt sich bis ins österreichische Bundesland Tirol und wird zwischen Kiefersfelden und der im Tiroler Achental gelegenen Ortschaft Achental vom Rofangebirge begrenzt. Das Achental, dessen unterster Teil bereits wieder in Bayern liegt, bis zur Einmündung des Achenseeabflusses in den Isar-Stausee Sylvenstein bildet die Grenze zum Karwendelgebirge.

Geiserich77, CC BY 3.0

Der innerhalb Deutschlands liegende westliche Teil der Südgrenze der Bayerischen Voralpen bildet das Isartal (aufwärts) bis zur Ortschaft Krün weiterhin zum Karwendelgebirge. Der westlichste Teil der Südgrenze der Bayerischen Voralpen zum Wettersteingebirge bildet das Tal des bei Krün von Westen in die Isar einmündenden Kranzbaches, der Sattel von Klais und das jenseits dieses Übergangs liegende Tal des Kankerbaches bis Garmisch-Partenkirchen, wo der Kankerbach in die Partnach und diese in den linken Isarzuflusses Loisach mündet.

In Nordrichtung die Loisach abwärts über den Staffelsee bis zu deren Einmündung in die Isar bildet die Westgrenze der Bayerischen Voralpen zu den Ammergauer Alpen. Das östliche Ufer der Loisach wird in diesem Abschnitt vom Estergebirge, einer Untergruppe der Bayerischen Voralpen, überragt, dessen höchste Erhebung Krottenkopf (2.086 m) der höchste Berg der Bayerischen Voralpen ist (im Bild unten).

Luidger, CC BY-SA 3.0

Die gedachte in West-Ostrichtung verlaufende Linie Staffelsee-Kochelsee-Bad Tölz-Rosenheim wird als nahtloser nördlicher Übergang ins (Bayerische) Alpenvorland gesehen. Im Osten bildet der Inn nördlich von Kiefersfelden die Grenze zu den Chiemgauer Alpen.

Das Gebiet des in Bayern liegenden Teiles des Karwendelgebirges ist wie folgt umgrenzt: Ausgehend vom Isar-Übertritt nach Bayern bei Scharnitz (Porta Claudia) begrenzt innerhalb Deutschlands der Flusslauf der Isar bis zum Stausee Sylvenstein das Karwendelgebirge, und zwar von Scharnitz bis Krün vom Wettersteingebirge und ab dort von den Bayerischen Voralpen.

Pechristener Austria location map.svg : NordNordWest, Lencer, CC BY-SA 2.0

Die innerdeutsche Grenzlinie des Karwendelgebirges folgt sodann dem aus Österreich kommenden Sylvensteinsee-Zufluss Seeache (im untersten Abschnitt Walchen genannt) aufwärts bis zur Einmündung des Grenzbaches Hühnersbach. Zwischen Hühners-bachmündung und Scharnitz begrenzt die Staatsgrenze zu Österreich (siehe Grenzverlaufsbeschreibung) den deutschen Anteil des Karwendelgebirges.

© gaehnchen.de; Die im Vorkarwendel im rund 1.600 m hoch gelegenen Soiernkessel (ehemaliges Jagdrevier König Ludwigs II) liegenden Soiernseen (im Bild oben mit der 2.109 m hohen Krapfenkarspitze) liegen im Zentrum des deutschen Teils des Karwendelgebirges. König Ludwig ließ dort einen Pavillon und eine Seebühne errichten, um seiner Vorliebe für Wagner-Opern auch während der Jagdzeit frönen zu können. Angeblich verkehrte (als Bühnendeko für Rheingold) ein Drachenboot am See

Das Gebiet des in Bayern liegenden Teiles des Wettersteingebirges ist wie folgt umgrenzt: Ausgehend vom Übertritt des Isarzubringers Loisach nach Bayern 500 m oberhalb von Griesen begrenzt innerhalb Deutschlands die Loisach bis zur Einmündung der Partnach bei Garmisch-Partenkirchen das Wettersteingebirge von den Ammergauer Alpen.

Geiserich77, CC BY 3.0

Partnach und deren Zufluss Kankerbach, der Sattel von Klais und der Kranzbach bis zu seiner Einmündung in die Isar bei Krün begrenzen innerhalb Deutschlands sodann das Wettersteingebirge von den Bayerischen Voralpen.

Zwischen Krün und dem Übertritt der Isar nach Bayern bei Scharnitz (Porta Claudia) bildet die Isar die Abgrenzung des Wettersteingebirges vom Karwendelgebirge. Zwischen Scharnitz und dem Loisachtal oberhalb von Griesen begrenzt die Staatsgrenze zu Österreich (siehe Grenzverlaufsbeschreibung) den deutschen Anteil des Wettersteingebirges.

Pechristener Austria location map.svg : NordNordWest, Lencer, CC BY-SA 2.0

Bekanntester Berg des deutschen Teils des Wettersteingebirges ist natürlich die Zugspitze, deren Westgipfel auf bayerischem Gebiet liegt und mit 2.862 m die höchste Erhebung Deutschlands ist.

Ursprünglich Grenzberg zwischen Tirol und Bayern hat angeblich Kaiser Franz Joseph von Österreich im Jahr 1854 anlässlich seiner Hochzeit mit der bayerischen Prinzessin Elisabeth (Sisi) mit den Worten „Dasz a aan gscheiten Berg habts“ die heute gültige Grenzziehung veranlasst, nicht zuletzt auch deshalb, um seinen politischen Einfluss (gegen Preußen) auf seine „Schwieger-Verwandtschaft“, das Bayerische Königshaus der Wittelsbacher, zu vertiefen.

Der sowohl von österreichischer, als auch von deutscher Seite durch Seilbahnen erschlossene Gipfelbereich (siehe Bilder unten) wird touristisch voll genutzt.

© tagschmetterlinge.de
© climbandhike.com

Neben Deutschlands „höchsten Grenzübergang“ gibt es dort auch „Deutschlands höchste Bratwurst“, „Deutschlands höchsten Biergarten“…etc.

© fotocommunity/Arkin Türkel
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Isar in Deutschland
bis
Deggendorf Die rechte Einzugsgebietsgrenze der Isar verläuft von der Donaueinmündung der Isar in Deggendorf weg rund 10 km in Südrichtung und dann in Südwestrichtung entlang des Kammes des das Isartal vom Vilstal und später vom Tal der Kleinen Vils trennenden niedrigen und von zahlreichen Verkehrswegen an namenlosen Übergängen gequerten Hügelzuges, bis sie im östlichen Gemeindegebiet von Buch am Erlbach wieder in Südrichtung dreht, auf über 500 m Seehöhe ansteigt und als Isar/Vils-Wasserscheide den Übergang Fuchsberg erreicht. Fuchsberg