Entwässerung und Verkehrsübergänge

Die Entwässerung des gesamten Staatsgebietes erfolgt über den die Westgrenze bildenden Rhein in den Atlantik. Von allen Gewässern Liechtensteins führt nur der Rhein selbst (aus seinen Quellgebieten) vom Alpenhauptkamm stammendes Wasser mit sich. Fast alle sonstigen Gewässer Liechtensteins entspringen auf dem Hoheitsgebiet des Fürstentums, fließen in Ost-Westrichtung und münden meist nach weniger als 10 km von rechts in den Rhein. Nur die 17 km lange Samina (nach dem Rhein der größte Fluss Liechtensteins) verlässt bei Falleck das Staatsgebiet (873 m), fließt in Nordostrichtung in den österreichischen Walgau ab und mündet dort in die Ill, die nach rund 12 km nördlich des Staatsgebietes von Liechtenstein in den Rhein mündet.

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Die Samina hat ihren Ursprung aus dem Zusammenfluss von Valorschbach und Stägerbach, der selbst wieder aus dem Zusammenfluss von Malbuner Bach und Valünerbach entsteht. Letzterer wird oberhalb der Ortschaft Steg auf 1.300 m Seehöhe noch zum Gänglesee aufgestaut, ehe es im Ortsgebiet von Steg zur Vereinigung mit dem Malbuner Bach kommt, in dessen Tal das einzige Wintersportgebiet Liechtensteins liegt.

Sämtliche von dem im äußersten Norden des Landes aus der Rheintalebene aufragenden Schellen- bzw. Eschnerberg abfließenden Bäche sind direkte Rheinzuflüsse. Die vom Südabhang dieses Bergstocks abfließenden Gewässer erreichen über die Esche bei der Ortschaft Eschen (im Bild unten rechts) den Rhein. Die vom Nordabhang abfließenden Bäche erreichen den Rhein über den Spiersbach, der auf österreichischem Staatsgebiet nahe der Illmündung in den Rhein mündet. Über den Eschnerberg führt eine Bergstraße vom Eschetal ins Rheintal.

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Der die Wasserscheide zwischen Samina(Ill) und Rhein(Esche) bildende Gebirgszug hat seinen Ausgang in Österreich am linken Illufer zwischen Frastanz und Feldkirch. In Südrichtung erreicht diese Wasserscheide über die Amerlugalpe (1.204 m) am Mistelmark die Staatsgrenze zu Liechtenstein und folgt dieser über die Sarojahöhe (1.659 m) und die Drei Schwestern (2.053 m) bis zum Garsellikopf (2.105 m, im Bild unten).

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Während von dort die Liechtensteiner Staatsgrenze (zu Österreich) in Ostrichtung ins Saminatal abfällt, dieses quert, danach in Südrichtung am Naafkopf die Schweizer Grenze erreicht, dieser in Westrichtung die Täler der drei Saminaquellbäche begrenzend bis zum Hinter Grauspitz (2.574 m, im Bild unten), der rund 18 km südlich des Garsellikopfs liegt, verläuft, erreicht die Wasserscheide Samina(Ill)/Rhein diesen Grenzberg zur Schweiz auf direktem Weg innerhalb Liechtensteins, indem sie nach dem Garsellikopf weiter der Kammkette folgend und die Quellgebiete kleiner oberhalb der Esche direkt in den Rhein mündenden Bäche (Triesener Dorfbach, Trettobel, Lawenaröfi, etc.) östlich begrenzend die Südrichtung beibehält und nach dem Gafleispitz (2.000 m) vom Alpspitz (1.942 m) zum Triesenberg Pass abfällt.

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Nach dem Triesenberg Pass verläuft die Einzugsgebietsgrenze der Samina weiter in Südrichtung über Chrüppel (1.707 m) und Heubüal (1.936 m) bis zum Goldlochspitz (2.110 m). Nunmehr entlang der das Valünatal (im Bild unten) vom westlich gelegenen Lawenatal trennende Kammkette erreicht die Samina/Rhein-Wasserscheide über Rappastein (2.222 m) und Plasteikopf (2.356 m) die Staatsgrenze Liechtenstein/Schweiz am Hinter Grauspitz, wo sie endet.

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Die von der oben geschilderten Bergkette zwischen Mistelmark und Grauspitz in Westrichtung zum Rhein abfließenden Bäche sind alle weniger als 10 km lang. Die im Norden in die Ortschaften Mauren und Nendeln abfließenden Bäche erreichen über die Esche den Rhein. Die weiter südlich in die Orte Schaan, Vaduz und Triesen abfließenden Bäche sind direkte Rheinzubringer. Mit fast 10 km ist der am Nordfuß des Grauspitz entspringende und das wildromantische Lawenatal (siehe Bild unten) durchfließende Lawanöfi der längste und wasserreichste Liechtensteiner Bach, der den Rhein auf dem Staatsgebiet des Fürstentums erreicht und nördlich von Balzers (472 m) einmündet.

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