Lage und Abgrenzung des Liechtensteiner Alpengebietes

Die Grenze zu Österreich verläuft ab dem im Norden des Staatsgebietes von Liechtenstein gelegenen nördlichen Dreiländereck Liechtenstein/Schweiz/Österreich (430 m), das in der Rheinmitte liegt und zugleich einerseits der nördlichste und tiefste Punkt Liechtensteins -, und andererseits der westlichste Punkt Österreichs ist, im Gemeindegebiet der am Rhein gelegenen Liechtensteiner Ortschaft Ruggell in Südostrichtung rund 6 km durch die Ebene des Rheintals (Bangser Feld, Spirsbach, Frickgraben), bis sie am Nordrand des aus der Rheintalebene aufragenden Bergrückens des Schellenberg (auch Eschnerberg) von der Landesstraße L 80 gequert wird, die die österreichische Ortschaft Nofels mit Ruggell verbindet.

Tschubby, CC BY-SA 4.0

Danach steigt die Staatsgrenze zum Schellenberg an und wird im Zuge dieses Anstieges von der Schellenbergstraße gequert, die von Nofels über Fresch in die zahlreichen, am Plateau des Eschnerberges gelegenen Ortsteile der Liechtensteiner Gemeinde Schellenberg und weiter bis hinunter in die am Rhein gelegene Ortschaft Gamprin führt. Der Schellenberg (im Bild unten mit der österreichischen Stadt Feldkirch im Hintergrund) kann als Wiege des Staates Liechtenstein bezeichnet werden. Im Jahre 1699 kaufte Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg, die jedoch nicht nur das heutige Gemeindegebiet von Schellenberg, sondern auch das ganze heutige Liechtensteiner Unterland umfasste. Erst 13 Jahre später kaufte der Fürst die Grafschaft Vaduz, das heutige Oberland, dazu. Im Jahr 1719 wurden die zusammengelegten Gebiete von Vaduz und Schellenberg schließlich zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben.

© mauren.li

Die Staatsgrenze erreicht die Kammlinie an der höchsten Erhebung (698 m) des Schellenbergs, verläuft ab dort in Südsüdwestrichtung 1,5 km lang entlang der Schellenbergwand und fällt sodann über den Osthang des Schellenberges, – wieder in Südostrichtung -, in die Ebene zum Nebenstraßen-Grenzübergang zwischen der österreichischen Ortschaft Hub und der Liechtensteiner Gemeinde Mauren (im Vordergrund des obigen Bildes) ab. Entlang diversester Entwässerungsgräben erreicht die Staatsgrenze nach 2 km den Grenzort Schaanwald, wo die in Österreich entsprungene Esche die Grenze passiert und ihrer weniger als 10 km entfernten Einmündung in den Rhein bei der Liechtensteiner Gemeinde Eschen zustrebt. Im Gemeindegebiet von Schaanwald befindet sich der Hauptverkehrsübergang zu Österreich (Grenzübergang Feldkirch Tisis/Schaanwald, im Bild oben), über den die Bundesstraße Nr. 191 verläuft und die Vorarlberger Bezirkshauptstadt Feldkirch (459 m) mit Vaduz (455 m), der Hauptstadt des Fürstentums, verbindet. Über diesen Grenzübergang führt auch die wichtigste Bahnverbindung zwischen der Schweiz und Österreich. Diese Bahnlinie (einzige Eisenbahnstrecke in Liechtenstein) verlässt rund 10 km weiter westlich beim am Rhein gelegenen Schweizer Grenzort Buchs wieder das Staatsgebiet von Liechtenstein.

Böhringer Friedrich, CC BY-SA 3.0

Von Schaanwald steigt die Staatsgrenze zum Kamm des das Eschetal vom Saminatal trennenden Höhenzugs an, erreicht diesen am Mistelmark (1.378 m) und folgt dem Kamm in Südrichtung über das Bergmassiv der Drei Schwestern (2.053 m, im Bild unten die Kleine und die Mittlere Schwester von der Großen Schwester aus gesehen) bis zum Garsellikopf (2.105 m), dreht dort in Ostrichtung, verläuft über den Kamm der Garsellatürme (1.848 m), fällt ins Saminatal ab, quert dieses bei Falleck (873 m) und steigt über Söllerseck (1.198 m) und Zigerbergkopf (2.051 m) zum Galinakopf (2.198 m) wieder an.

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Weiter in Südrichtung das westlich gelegene Tal des Saminazubringers Valorschbach begrenzend erreicht sie an dessen Talschluss den Ochsenkopf (2.286 m), ab dem sie entlang des Kammes, der das östlich gelegene von der Mens durchflossene österreichische Gamperdontal vom westlich gelegenen Liechtensteiner Hochtal Malbun (der dieses Tal entwässernde Malbuner Bach ist ebenfalls ein Quellbach der Samina) trennt. Die Staatsgrenze verläuft weiter entlang des Gamsgrates, nach dem sie den östlichsten Punkt Liechtensteins passiert, und weiter über den Gorvion (2.308 m), die Ostschulter des Augstenbergs (2.359 m) und das Bettler Joch (2.108 m) bis zum Naafkopf (2.570 m, im Bild unten), der das südliche Dreiländereck Liechtenstein/Schweiz/Österreich bildet.

svickova, CC0

Nunmehr als Grenze zwischen der Schweiz (Kanton Graubünden) und Liechtenstein verläuft die Staatsgrenze weiter in Westsüdwestrichtung entlang des Talschlusses des nördlich gelegenen Valünatales (der Valünerbach ist der dritte Quellbach der Samina), passiert nach rund 4 km den Hinteren -, und kurz danach den Vorderen Grauspitz (2.599 m, höchste Erhebung Liechtensteins, im Bild unten) und erreicht kurz nach dem am Talschluss des nördlich gelegenen Lawenatals gelegenen Falknis (2.560 m) am Falknishorn (2.452 m, auch Mazorakopf) den südlichsten Punkt Liechtensteins und zugleich das westliche Ende der Rätikonkette.

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Weiter in Nordwestrichtung über Rotspitz (2.127 m) und Guschagrat dreht die Staatsgrenze am Mittlerspitz (1.899 m) in Westrichtung und fällt ins Rheintal ins südliche Gemeindegebiet von Balzers ab, wo sie von der Straßenverbindung Balzers-Maienfeld (Nr. 28, einzige Verkehrsverbindung in die Schweiz, die nicht über eine Rheinbrücke führt) gequert wird und auch der aus der Schweiz kommende Ansrüfibach als Oberaukanal die Grenze passiert, der am Westfuß des Falknishorns entspringt und sich im Norden Balzers nach Vereinigung mit dem das Lawenatal entwässernden Lawenaröfi in den Rhein ergießt. Westlich des Grenzübergangs erreicht die Staatsgrenze am Südrand der zur Gemeinde Balzers gehörenden Ortschaft Mäls den sich am rechten Rheinufer entlang ziehenden bis knapp 1.000 m hohen Höhenzug Fläscherberg, dessen Nordabhänge sie in der Ebene vorerst umschmiegt, dann ein kurzes Stück in Südwestrichtung in den Talgrund des Elltales eindringt, dort in Nordwestrichtung dreht, den nördlichsten Ausläufer des Fläschberges überquert und schließlich am Westabhang des 758 m hohen Ellhorn den Rhein, der dort die Grenze zwischen den Schweizer Kantonen Graubünden und St. Gallen bildet, erreicht.

Tilman2007, CC BY-SA 3.0; Die Burg Gutenberg in Balzers liegt an den Nordabhängen des Fläschberges inmitten von Weingärten

Die Liechtensteiner Staatsgrenze verläuft ab dort in der Mitte des Rheinstromes in Nordrichtung über 20 km lang bis zum nördlichen Dreiländereck Liechtenstein/Schweiz/Österreich im Norden der Grenzgemeinde Ruggel, dem Ausgangspunkt gegenständlicher Verlaufsschilderung.

In diesem Abschnitt wird der Rhein von einer Eisenbahnbrücke (Schaan-Buchs) und 7 Straßenbrücken, nämlich von Mäls nach Trübbach, von Balzers nach Azmoos, 2 Brücken von Vaduz nach Seleven, von Schaan nach Buchs, von Eschen nach Haag und von Ruggell nach Salez, überquert. Außer dem erstgenannten Übergang und der alten, unter Denkmalschutz stehenden Holzbrücke bei Vaduz (siehe Bild unten) haben alle anderen Rheinbrücken auf Schweizer Seite einen direkten Anschluss an die entlang des linken Rheinufers verlaufende Autobahn A 13 (Bodensee-Bellinzona), der zweitwichtigsten Schweizer Nord-Süd-Verbindung.

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