Flussverlauf der Soča

Die 140 km lange Soča (it: Isonzo) entspringt am Fuße des Travnik (2.379 m) im Mangart-Jalovec-Massiv innerhalb Sloweniens in den Julischen Alpen, fließt in grundsätzlicher Nord-Südrichtung, tritt bei Nova Gorica auf italienisches Staatsgebiet über, verlässt das Alpengebiet und mündet südlich von Monfalcone als Isonzo in die Adria. Das Mündungsdelta ist großteils Naturschutzgebiet und beinhaltet das größte Vogelschutzgebiet der oberen Adria.

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des slowenischen Teiles des Einzugsgebietes der Soča.

© biogeochemistry

Die Soča entspringt aus einer Karstquelle im Nationalpark Triglav. Von ihrem Quellgebiet führt vom Talort Trenta (1.000 m) eine Straße in Nordrichtung über den Vršič nach Kranjska Gora ins Tal der Sava Dolinka. Während der nächsten 20 Flusskilometer nach Trenta bis zur Stadt Bovec, wo die Koritnica von rechts zufließt (434 m), durch deren Tal eine Straße über den Grenzpass Predel ins italienische Gailitztal und somit ins Draugebiet führt, münden mehrere kleine, vor allem in Sportfischerkreisen bekannte Gebirgsbäche (Suhi potok, Lepenjica) in die Soča. Der berühmteste Bewohner des smaragdfarbenen Flusses ist nämlich die Soča Forelle (im Bild unten).

Lorenzo Piovesan, CC BY-SA 3.0

Die Salmo trutta marmoratus (Marmorata) ist die größte europäische Forelle, kann über 10 Jahre alt werden, bis zu 25 kg wiegen und eine Körperlänge von 1,20 Meter erreichen. Sie ist eine autochthone mediterrane Fischart und zählt zu den bedrohten Tierarten.

Rund 8 km flussabwärts von Bovec fließt bei der Ortschaft Žaga (313 m) von rechts die in Italien am Monte Zaiaur (1.815 m) entsprungene Učja zu, die auf slowenischem Staatsgebiet unmittelbar vor der Einmündung eine tiefe enge unpassierbare Schlucht durchflossen hat. Von der weitere 13 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Kobarid (234 m, dt: Karfreit) führt in Westrichtung eine Straße über Staro Selo ins Nachbartal des Soča(Isonzo)zubringers Nadiža. Von Kobarid flussabwärts wird das rechte Sočaufer auf einer Strecke von fast 50 km von den Gebirgszügen Matajur (1.641 m; it: Monte Matajur) und Kolovrat (1.169 m) begleitet, auf denen die Staatsgrenze zu Italien verläuft. Von der 3 km unterhalb Kobarids gelegenen Ortschaft Idrsko (229 m) führt eine Straße in Südwestrichtung über den Liveksattel nach Italien. Die Soča erreicht 12 km flussabwärts von Kobarid eine kleine Ebene, in der die Stadt Tolmin (200 m, dt: Tolmein, it: Tolmino, im Bild unten) liegt, in der von links der gleichnamige, diese Stadt durchfließende Bach einmündet. Unmittelbar nach Verlassen der Ebene fließt der Soča in der Ortschaft Most na Soči von Osten ihr größter Nebenfluss, die im Unterlauf die Julischen Alpen vom alpinen Teil des Karstgebirges trennende Idrijca zu (160 m).

© Janko Humar

Die Idrijca (dt: Fetschenbach) ist ein 60 km langer Fluss, der bei Vojsko (1.000 m) im Karst entspringt, rund 11 km in Südostrichtung ein enges Tal durchfließt (im Bild unten bei Feznar), vor der Stadt Idrija (326 m), von der eine Straße über Dole ins Savegebiet führt, in Nordrichtung dreht und 4 km unterhalb von Idrija die Ortschaft Spodnja Idrija (315 m) erreicht, in der ihr von Osten die Peklenska grapa, durch deren Tal ebenfalls eine Straße über Ledinsko Razpotje ins Savegebiet führt, und von Westen der Potok Kanomljica zufließen, von dessen Quellgebiet über den Oblakov Vrh eine Straße in ein benachbartes Nebental der Idrijca führt.

© kraji.eu

Nach Spodnja dreht die Idrijca in Nordwestrichtung und durchfließt nach 10 km den Ort Straža (201 m), nach dem ihr von Osten die die Julischen Alpen vom Karst trennende Čerknica zufließt, aus deren Tal Straßen über den Cerknosattel und Črni vrh pri Davča ins Soratal (Savegebiet) -, und über Bukovo ins westlich benachbarte Bačatal führen. Ab dem Čerknicazufluss die Grenze zwischen den Julischen Alpen (rechtes Ufer) und dem Karstgebirge bildend fließt die Idrijca weiter in Westrichtung und erreicht nach 12 km die Ortschaft Dolenja Trebuša (195 m), wo ihr von links die Trebušica zufließt, der kurz vorher die Hotenja zugeflossen ist, durch deren Tal über den Oblakov Vrh eine Straße nach Spodnja Idrija führt. Durch das Tal der Trebušica führt eine Straße über das Trnovoplateau ins Vipavatal. Bei der 9 km unterhalb von Dolenja Trebuša gelegenen Ortschaft Bača pri Modreju fließt der Idrijca von Norden die Bača zu (164 m), durch deren Tal Straßen über den Petrovo-Brdo-Pass ins Savegebiet und über Bukovo ins Čerknicatal führen. Auch die Wocheinerbahn, die aus dem Tal der Sava Bohinka kommend durch den Kobla-Tunnel die Donau/Adria-Wasserscheide überwunden hat, verlässt hier das Bačatal und erreicht in der 2 km von Bača pri Modreju entfernten Ortschaft Most na Soči, wo auch die Idrijca in die Soča mündet, das Sočatal. Von dort führt in Südrichtung eine Bergstraße über das Banjšice Plateau nach Nova Gorica.

© members.a1.net; Die Wocheinerbahn quert die Bača kurz vor ihrer Einmündung in die Idrijca bei Grahovo ob Bači

 

Nunmehr selbst zum Grenzfluss zwischen den Julischen Alpen (rechtes Ufer) und dem Karst geworden fließt die Soča weiter durch ein enges, im Westen vom Kolovrat und im Osten vom Banjšice Plateau begrenztes Tal in Südrichtung durch Kanal ob Soči (106 m, dt: Kanalburg, it: Canale d’Isonzo, im Bild unten), Deskle (92 m) und Anhovo, bis sie nach über 35 km Solkan und die Grenzstadt Nova Gorica erreicht, wo sie auf italienisches Staatsgebiet übertritt und danach die italienische Stadt Gorizia (84 m, dt: Görz) durchfließt. Im Süden der Stadt fließt dem nunmehr Isonzo heißenden Fluss von links die aus Slowenien kommende Vipava zu (35 m).

© kraji.eu

Die Vipava (dt: Wippach, it: Vipacco) entsteht aus 9 Quellen in der gleichnamigen Stadt Vipava (102 m, im Bild der Vipava-Ursprung im Podskalapark) am Westabhang des Nanosgebirges.

Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0

Der Bergzug des Nanos bildet zusammen mit dem Trnowzi gozd, dem westlichen Teil des Hrušica, der Hochebene von Črni vrh, dem Hinterland der Hubelj (dt: Hubl) und Banjšiče (dt: Banschitz) eine hydrogeologische Einheit. Die Entwässerung nahezu des gesamten Gebietes erfolgt zur Quelle der Vipava. Noch in der Stadt Vipava fließen ihr die das obere Vipavatal entwässernde Močilnik, durch deren Tal eine Straßenverbindung zum Plateau von Razdrto nach Postojna und somit ins Savegebiet führt, und die Bela zu, durch deren Tal ebenfalls eine über den Hrušica führende Straße ins Savegebiet führt. Unmittelbar nach Vipava passiert sie im Süden die Stadt Ajdovščina (dt: Haidenschaft, im Bild unten), das wirtschaftlichen Zentrum des Vipavatales, wo ihr die Bäche Hubelj und Lokavščka zufließen (90 m) und von wo eine über das am Trnowzi gozd liegende Trnovoplateau verlaufende Straße ins Idrijcatal führt.

© TIC Ajdovščina

Allmählich in Westrichtung übergehend fließt der Vipava bei Dornberk (61 m) ihr einziger größerer linker Nebenfluss, die Branica zu, durch deren Tal die Eisenbahnverbindung Triest-Nova Gorica (Karstbahn) verläuft. Diese Bahnlinie führt von Triest über den Grenzübergang Voglje/Sežana und Kopriva (im Bild unten der dortige Streckenabschnitt) ins Branicatal.

Lysippos, CC BY-SA 3.0

Die Karstbahn erreicht das Branicatal bei der Ortschaft Kobdilj (276 m), wo der Branica der allerdings nur bei Niederschlag wasserführende Sturzbach Raša zufließt, der südlich parallel zur Močilnik sich zwischen den steilen Bergen Kobolovski hrib und Večkotovski hrib seinen Weg in das breitere Branicatal bahnt und von dessen Quellbereich über den Gabrk Hauptverkehrsrouten ins Rekatal, nach Triest und in die slowenische Hafenstadt Koper verlaufen. Bahn und der Fluss Branica erreichen 11 km flussabwärts bei Dornberk (im Bild unten der Bahnhof) das Vipavatal.

Ajznponar, CC BY-SA 3.0

Knappe 12 km weiter westlich passiert die Vipava im bereits sehr ebenen Gemeindegebiet von Miren-Kostanjevica (44 m, im Bild unten der Hauptort Miren) die italienische Grenze und mündet nach weiteren 4 km im Gemeindegebiet von Savogna d’Isonzo in den Isonzo.

© mirenkostanjevica.wordpress.com

Auf italienischem Staatsgebiet fließt dem Isonzo, – nachdem er die Kleinstadt Gradisca d’Isonzo (32 m) passiert hat, in die Friauler Tiefebene eingetreten ist und damit das Alpengebiet verlassen hat -, bei Fiumicello sein westlichster Nebenfluss, der nur innerhalb Italiens verlaufende Torrente Torre von rechts zu (6 m). Vom Einzugsgebiet des Natisone, des größten Nebenflusses des Torrente Torre, führen Straßen über den Liveksattel und Staro Selo ins slowenische Sočatal. Nach Fiumicello beginnt das unter Natuschutz stehendes Mündungsdelta des Isonzo. Sein Hauptarm mündet südwestlich von Monfalcone in die Adria.