Drau-, Vuka- und Donaugebiet

Der kroatische Anteil der Einzugsgebiete der in Kroatien in die Donau mündenden Flüsse ist von der Staatsgrenze Kroatiens zu Slowenien (Norden), Ungarn (Osten) und Serbien (Süden) begrenzt. Die Westgrenze bildet die im Vorkapitel Savegebiet beschriebene linke Einzugsgebietsgrenze der Save zwischen dem kroatisch/slowenischen Grenzberg Brezowa gora im Norden und der serbischen Grenze bei Tovarnik im Süden.

Die alpinen Teile beschränken sich überwiegend auf die Nordabhänge der die Wasserscheide zum Savegebiet bildenden Hauptkammkette der Slawonischen Gebirgsketten, die kaum 10 km nördlich der Kamm- und Gipfelkette fließend in die Slawonische Tiefebene übergehen. Lediglich im Nordteil (Draugebiet) gibt es größerflächige Alpingebiete, die wie folgt abgegrenzt sind:

Die Staatsgrenze zu Slowenien bildet die Nordgrenze des kroatischen Draugebietes, die von der Brezowa Gora in Nordostrichtung dem Hauptkamm des Macelj folgend ins Drautal bei Dubrava Kriţovljanska abfällt. Die Drau selbst bildet sodann in Ostrichtung fließend für 20 km die Staatsgrenze, die beim Grenzort Trnovec in Nordrichtung das Drautal verlässt und über die Südostausläufer der Windischen Bühel verläuft, beim zur Gemeinde Štrigova (im Bild unten) gehörenden Grenzort Banfi die Ebene des Murtales erreicht und das Alpengebiet verlässt.

Silverije, CC BY-SA 3.0

In der Murtalebene erreicht die Staatsgrenze zu Slowenien allmählich in Südostrichtung drehend nach kaum 6 km unterhalb der slowenischen Ortschaft Gibina die Mur und folgt deren Flusslauf über 30 km weit bis zur linksseitigen Einmündung der Ledava beim Dreiländereck Kroatien/Slovenien/Ungarn, nach dem die Mur weiter die Staatsgrenze, und zwar ab dort zwischen Kroatien und Ungarn, bildet.

Flussverlauf der Drau in Kroatien

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des kroatischen Teiles des alpinen Einzugsgebietes der Drau.

Das rechte Ufer der aus Slowenien kommenden Drau erreicht bei Dubrava Kriţovljanska die kroatische Grenze und ihr Flusstal bildet danach für 20 km die Staatsgrenze. Sie verläuft zwischen den Windischen Büheln (linkes slowenisches Ufer) und dem Matzelgebirge (rechtes kroatisches Ufer). Nachdem ihr aus dem Matzelgebirge der kleine Bach Pošelitva zugeflossen ist, passiert sie die slowenische Stadt Ormoz (linkes Ufer) und die kroatische Ortschaft Otok Virje (rechtes Ufer), die durch eine Brücke (im Bild unten) miteinander verbunden sind.

© be.visitcroatia.travel

Danach wird die Drau zum Ormoško jezero aufgestaut, nach dessen Staubereich sie gänzlich auf kroatisches Staatsgebiet übertritt (183 m), in die Ebene von Varazdin einfließt und damit das Alpengebiet verlässt. Bevor sie die Stadt Varazdin (173 m) erreicht fließt ihr von links die Trnava zu, durch deren Tal über Prekopa Straßenverbindungen in die Murebene führen. Nach Varazdin wird die Drau abermals, und zwar zum rund 10 km² großen Varaždinsko jezero und kurz danach zum 17 km² großen Dubravsko jezero (150 m, im Bild unten) aufgestaut, nach dem ihr von rechts nördlich der Ortschaft Mali Bukovek die Bednja zufließt (133 m).

© emedjimurje.rtl.hr

Die 133 km lange Bednja ist der größte kroatische Drau-Nebenfluss. Sie entwässert ein Gebiet von 966 km² und entspringt im Matzelgebirge nahe der Ortschaft Cvetlin, von der in Nordrichtung eine Straße über den Cvetlinsattel nach Slowenien und in Westrichtung eine Nebenstraße über den Čemernikasattel zum internationalen Hauptgrenzübergang Gruškovje/Macelj führt, der im Einzugsgebiet der Save liegt. Nachdem die Bednja kurz nach ihrem Ursprung zum kleinen Trakošćansko jezero (246 m, im Bild unten mit Schloss) aufgestaut worden ist, fließt sie in Ostrichtung entlang der Nordabhänge der Bergstöcke Ivanščica und Kalničko gorje.

MayaSimFan, CC BY-SA 3.0

Durch kurze rechte (südliche) Nebentäler führen über die Übergänge Gornje Jesenje, Golubovec, den Sattel von Donje Makojišće und den Kalniksattel Verkehrswege ins Savegebiet. Von den linken Nebenflüssen der Bednja ist lediglich die in der kleinen, am Nordfuß der Ivanščica liegenden Ebene Ivanečko polje zufließende Voća erwähnenswert, durch deren von der Sarnice durchflossenen Nebental eine Straße über den Zlogonjesattel ebenfalls nach Slowenien in ein rechtes Nebental der Drau führt. In Ludbreg erreicht die Bednja (im Bild unten) die zur Pannonischen Tiefebene gehörende Ebene von Varazdin, an deren Ostende sie unterhalb des Dubravsko jezero in die Drau mündet.

Andres rus, CC BY-SA 3.0

Die Drau erreicht wenige Kilometer unterhalb der Bednjamündung die Ortschaft Legrad, nördlich der die Mur einmündet (130 m) und sich somit alle östlich der in den Hohen Tauern am Alpenhauptkamm gelegenen Dreiherrnspitze von der Alpenhauptwasserscheide in den Inneren Alpenbogen abfließenden Gewässer vereinigt haben. Die Mur berührt kroatisches Territorium kaum bzw. nur als Grenzfluss (rechtes Ufer). Zwischen Cestijanec und dem Dreiländereck Kroatien/Slowenien/Ungarn bildet die Mur die Grenze zu Slowenien (in diesem Abschnitt bestehen Straßenverbindungen über die Windischen Bühel und die Ortschaft Prekopa ins Drautal) und danach bis zu ihrer Einmündung in die Drau die Grenze zu Ungarn.

© wordpress.com; Mündung der Mur (rechts mit Bahnstrecke am ungarischen Ufer) in die Drau (links) bevor diese selbst zum Grenzfluss wird

Nach Zufluss der Mur bildet die Drau selbst ein kurzes Stück die Grenze zu Ungarn, tritt dann gänzlich auf kroatisches Staatsgebiet über und fließt rund 40 km innerhalb Kroatiens parallel zur stets kaum 10 km entfernten ungarischen Grenze, bis sie bei Novo Virje (106 m) wieder zum Grenzfluss wird. In diesem Abschnitt fließen ihr der Gliboki potok und die Koprivnica zu, durch deren Täler Verkehrsverbindungen über Apatovec und Lepavina ins Savegebiet führen. Die Drau verästelt sich in der Folge häufig in sich immer wieder vereinigende Nebenarme, die ihrerseits wieder durch künstliche Kanäle miteinander verbunden sind, in die alle von den slawonischen Bergen abfließenden Bäche einmünden und die Drau nur mehr über diese Kanalsysteme erreichen. Aus den Tälern der in die Drauebene einfließenden Bäche Hotava und Breznica führen über die Übergänge Racitnica, Lončarica und den Sattel von Dulovac Verkehrsverbindungen ins Lonjatal und somit ins Savegebiet. Durch die Täler der weiter östlich in die Drauebene einfließenden Cadavica, Voćinsca und Karašica führen Verkehrsverbindungen über die Übergänge Djedovica, Koprivnato brdo, Petrov vrh und Gradac in den Pozegakessel, der vom Savezufluss Orljava entwässert wird. Nebentäler der Cadavica und der Voćinsca sind über den Popisano brdo miteinander verbunden. Die Drau bleibt unterhalb von Novo Virje für rund 100 km Grenzfluss zu Ungarn, bis sie nach Donji Miholjac (95 m) endgültig auf kroatisches Staatsgebiet übertritt, nach mehr als 50 km die Stadt Osijek passiert (92 m, im Bild unten) und 15 km weiter östlich und insgesamt 305 km flussabwärts ihres Grenzübertritts bei Dubrava Krizovljanska in die Donau mündet (90 m).

© ishaosijek.blogspot.com

Abgrenzung des Vukagebietes:

Die südliche Einzugsgebietsgrenze der Drau unterhalb von Donji Miholja ist ident mit der nördlichen (linken) Einzugsgebietsgrenze des 20 km unterhalb der Draumündung die Donau erreichenden rechten Donauzuflusses Vuka. Diese beginnt am Berg Tromeda in den Ostabhämgen des Krndija-Gebirges, von dem sie in Nordostrichtung entlang dem das linke Ufer der Vuka begleitenden Hügelzuges zur Drauebene abfällt, diese nach weniger als 10 km erreicht, in dieser in Ostrichtung verläuft und, nachdem sie die Stadt Osijek südlich passiert hat, sich in der Donauebene zwischen der Drau- und der Vukamündung in Vukovar (im Bild unten) verliert.

Modzzak, CC BY-SA 3.0

Flussverlauf der Vuka:

Die 110 km lange Vuka entspringt auf knapp 250 m Seehöhe innerhalb Kroatiens an der Wasserscheide zur Save südlich der Ortschaft Paučje, über die eine Straße ins Savegebiet führt. Kurz nach dem Ursprung wird die Vuka zum 160 ha großen fischreichen Borovik jezero aufgestaut (105 m, im Bild unten), nach dem sie in die Slawonische Tiefgebene einfließt und in dieser stark mäandernd in Ostrichtung entlang des Nordfußes des Dakovacki Ravnjak fließt, über den zahlreiche Verkehrswege ins Savegebiet führen, wobei die Hauptverkehrsrouten die am Scheitelpunkt liegende Ortschaft Tomašanci passieren. Die Vuka mündet am südlichen Stadtrand von Vukovar in die Donau (86 m).

© Panoramio

Flussverlauf der Donau in Kroatien:

Die aus Ungarn kommende in Südrichtung fließende Donau überschreitet in der Pannonischen Tiefebene südlich der ungarischen Stadt Mohács (92 m) bei Stkm 1.433 die Staatsgrenze zu Kroatien und ihr Hauptstrom wird beim Winterhafen von Baračka (Stkm 1.426,1) zum Grenzfluss zwischen Kroatien und Serbien (linkes Ufer). Sie fließt weiter stark mäandernd in Südrichtung und es mündet von Westen bei Stkm 1.382,5 die Drau (90 m) und knapp unterhalb der Stadt Vukovar bei Stkm 1.333 die Vuka ein (86 m).

© croatia.org; Vukovar wurde 1991 im Jugoslawienkrieg fast völlig zerstört; im Bild oben eine Aufnahme während des serbischen Bomardements

Nach der Vukaeinmündung erreichen die Westabhänge der Fruška Gora, von der die Donau allmählich in Ostrichtung gedrängt wird, ihr rechtes Ufer und ihr Flusslauf wird (fast 600 Stromkilometer flussabwärts von Wien) wieder zur Alpengebietsgrenze. Östlich der Vukamündung erreichen nur mehr weniger als 5 km lange Kleinstbäche, die vom Kamm der das rechte Donauufer begleitenden Fruška Gora direkt zur Donau hinabfließen, das kroatische Donauufer (z.B. die bei Opatovac einmündende Bećka). In der kroatischen Donaustadt Ilok (Stkm 1.300) fließt noch der Duboki potok von Süden zu, durch dessen Tal Straßen über den Grenzsattel Sot/Ljuba nach Serbien ins unterste Bosuttal und somit ins Savegebiet führen, ehe die Donau bei Stkm 1.295,5 gänzlich auf serbisches Staatsgebiet übertritt. Sie war somit 137,5 Stromkilometer lang Grenzfluss zwischen Serbien und Kroatien.

© valentin-manthei.de; Die Burg der Donaustadt Ilok, der östlichsten Gemeinde Kroatiens