Predel

1.156 m, Julijske Alpe, Drau/Soča (Donau/Adria)

Dieser auf Deutsch Predilpass (it: Passo di Predil) genannte Grenzpass verbindet das italienische Gailitztal mit dem slowenischen Sočatal. Die über ihn führende Straße Nr. 203 verbindet Bovec (dt: Flitsch, it: Plezzo, im Bild unten), den Hauptort des oberen Sočatals, mit der Ortschaft Cave del Predil (dt: Raibl, slow: Rabelj) und dem italienischen Kanaltal.

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Etwa 1 km östlich des Scheitelpunktes zweigt die Mangartstraße ab. Diese mautpflichtige Panoramastraße (slow: Mangrtska Cesta) in den Julischen Alpen führt vom Predel dem Mangrtska potok aufwärts folgend hinauf auf die Mangrtska sedlo (dt: Lahnscharte, im Bild unten), erreicht die Scharte aber nicht ganz, sondern endet vorher in einer Schleife mit Parkplätzen. Die Straße führt auf eine Höhe von 2.055 m und ist damit die höchste Straße Sloweniens. Der Verlauf der 12 km langen, größtenteils asphaltierten Straße führt über 17 Kehren und durch 5 Tunnel. Kurz vor der Endschleife zweigt eine kurze Stichstraße zur Mangarthütte (1.906 m) ab.

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Wasserscheide  Donau Adria
Abflüsse  Gailitz – Gail – Drau – Donau Predilnica – Konitnica – Soča – Isonzo
Mündung  Schwarzes Meer Adriatisches Meer
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau in Slowenien bis
Predel Die Drau/Soča-Wasserscheide erreicht in Südwestrichtung drehend nach dem Predel den Grenzberg Kanin (2.587 m), wo sie endet, da dort jenseits des Draugebietes das Einzugsgebiet der Soča (des Isonzo) endet und jenes des Tagliamento beginnt. Kanin

Die der Donau/Adria-Wasserscheide folgende rechte Drau-Einzugsgebietsgrenze verlässt als Drau/Tagliamento-Wasserscheide am Kanin Slowenien und verläuft innerhalb Italiens in Nordrichtung an der im Kanaltal gelegenen Saifnitzer Talwasserscheide in die Karnischen Alpen übergehend bis zu deren Hauptkamm, dem sie in Westrichtung fast 100 km lang als Grenzkamm zu Österreich folgt und in diesem Abschnitt zur Drau/Piave – und später zur Drau/Etsch-Wasserscheide wird (siehe dazu auch Ausführungen in Band 1, 2 und 5), ehe sie wieder über italienisches Staatsgebiet verläuft, am Kreuzbergpass in die Dolomiten übergeht und an deren Nordrand die Drauquellen passiert, wobei der Drausprung bei Toblach (im Bild unten) als Drauquelle gilt.

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Als nunmehr linke Drau-Einzugsgebietsgrenze geht sie am Toblacher Feld (Talwasserscheide des Pustertales) in die Hohen Tauern über, wird wieder zum Grenzkamm Italien/Österreich und erreicht als solcher bei der Dreiherrnspitze den Alpenhauptkamm. Sie verlässt dort die in Westrichtung weiter dem Grenzverlauf folgende Donau/Adria-Wasserscheide und folgt als Drau/Inn-Wasserscheide in Ostrichtung innerhalb Österreichs dem Alpenhauptkamm, bis sie am bereits in den Niederen Tauern gelegenen Gipfel des Weinschnabels das Einzugsgebiet ihres Nebenflusses Mur erreicht. Ident mit der im Vorkapitel Mur-Gebiet bereits beschriebenen linken Mur-Einzugsgebietsgrenze verläuft die Draugebietsgrenze ab dem Weinschnabel entlang der Alpenhauptwasserscheide, bis sie als Drau/Raab-Wasserscheide am Schneiderkogel wieder die slowenische Grenze erreicht.

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von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Drau in Slowenien bis
Schneiderkogel Die linke Drau(Mur)-Einzugsgebietsgrenze verläuft jedoch nicht über slowenisches Staatsgebiet, sondern sie bildet den Grenzkamm, und zwar – vorerst zu Österreich, passiert den Übergang Matjaševci-Zollhütte (im Bild oben), und danach zu Ungarn -, bis sie nach Passage der Grenzpässe Srebrni breg und Katin breg am Soški Vrh zur Drau(Mur)/Zala-Wasserscheide wird und kurz danach als solche nördlich des Grenzortes Hodoš (im Bild unten) auf ungarisches Staatsgebiet (Komitat Vas) übertritt. Soški Vrh
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Auf ungarischem Boden verlässt sie ins Komitat Zala übertretend das Alpengebiet und verläuft bis ins Gemeindegebiet von Lispeszentadorján, wo sich Mur- und Drau-Einzugsgebietsgrenze wieder trennen. Während die Murgebietsgrenze in Südrichtung der Mur/Drau-Vereinigung bei Legrad zustrebt, begleitet die Draugebietsgrenze innerhalb Ungarns mehr als 150 km lang den Flusslauf der auf dieser Strecke die Grenze zwischen Ungarn und Kroatien bildenden Drau. Sie wechselt nach Nagykanizsa vom Komitat Zala ins Komitat Somogy und nach Kaposvár ins Komitat Baranya. Da die Drau in ihrem letzten Abschnitt die Staatsgrenze verlässt und innerhalb Kroatiens der Donau zustrebt, tritt auch ihre linke Einzugsgebietsgrenze südöstlich von Pécs (dt: Fünfkirchen) nach Kroatien über, passiert die Kleinstadt Beli Manastir (Gespanschaft Osijek-Baranja) und endet nordöstlich von Osijek im Mündungsgebiet der Drau, die dort von rechts in die in diesem Abschnitt ihres Flusslaufes die Grenze zu Serbien bildende Donau einmündet.

 

Zum Flussverlauf der Drau