Postojnska vrata

609 m, Kras(Alpen)/Kras(Din. Gebirge), Save(Ljubljanica)gebiet

Durch diesen auch Adelsberger Sattel genannten Felsenpass (siehe Bild unten) führte bereits in vorgeschichtlicher Zeit der am leichtesten passierbare Weg von Mitteleuropa an die Küste der nördlichen Adria. Die Pforte wurde von der Bernsteinstraße auf dem Wege von der Ostsee zur Adria durchquert. Angeblich sollen auch die Argonauten auf ihrer Reise die Donau, die Save und die Ljubljanica aufwärts und dann durch die Pforte von Postojna zur Adria gefahren sein.

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Nach gängiger Definition trennt diese Passhöhe die Alpen (im Norden) vom Dinarischen Gebirge. Es ist der Übergang vom (alpinen) Hrušica zum (dinarischen) Javornik-Gebirgsstock. Der letzte südöstliche Ausläufer des Hrušica senkt sich im nordöstlichen Stadtgebiet von Postojna zu diesem Sattel ab. Südlich der Scheitelhöhe steigt der Hügelzug sogleich wieder zu den dem Dinarischen Gebirge zuzuordnenden Javornikgipfeln (Šentjurlj und Veliki Javornik 1.268 m) an. Der Sattel ist auch heute noch einer der wichtigsten Hauptverkehrsübergänge Sloweniens. Haupt- und Nebenstraßen, Autobahn A 1, sowie die Bahntrasse der historischen Südbahnstrecke Triest-Wien führen über diesen Übergang.

In der Karte unten die Lage der Adelsberger Pforte. Die Donau/Adria-Wasserscheide verläuft 10 km weiter westlich in Südrichtung über den Nanos zum Razdrtoplateau, auf dem die nach Görz führende Autobahn von der A1 (Ljubljana-Koper) abzweigt.

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Die nordwestlich der Stadt Postojna entspringende Nanoscica und die von Süden kommende nördlich der Stadt Ilirska Bistrica entsprungene Pivka vereinigen sich westlich von Postojna, versickern im nördlichen Stadtgebiet und tauchen im Osten der Stadt als Unica wieder auf, die in Nordostrichtung als Ljubljanica dem Laibacher Becken und der Save zustrebt. Dazwischen durchfließen sie (und viele andere kleine versickerte Bäche) die weltberühmten Höhlen von Postojna (slow: Postojnska jama, it: Grotte di Postumia, dt: Adelsberger Grotte), deren Hauptzugang nur wenige 100 m von der Passhöhe Postonjska vrata entfernt ist.

Boštjan Burger (Lander), CC BY-SA 3.0; Der Stalagmit Brilliant, ein Wahrzeichen der Höhlen von Postojna

Hier befindet sich die (nach der libanesischen Jeita Grotta) zweitgrößte für Touristen erschlossene Tropfsteinhöhle der Welt. Der erschlossene Teil zieht sich über 20 km durch das Karstgebiet und wird zum Teil mit einem Zug befahren.

Der Adelsberger Sattel bildet somit keine Wasserscheide; vielmehr liegt er über einem unterirdischen Flusssystem von sich vereinigenden Gewässern, die sowohl an seiner südwestlichen dinarischen Seite (z.B. Nanoscia, Pivka, Lokva), als auch an seiner nordöstlichen alpinen Seite (z.B. Strzen, Cerknišcica) versickert oder in eine Karsthöhle eingeflossen sind.

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All diese Gewässer treten fast 10 km nordöstlich von Postojna bei Planina als Unica wieder zu Tage (siehe Bild unten), durchfließen das Planinatal, um dann südlich von Logatec abermals zu versickern und bei Vrhnika (dt: Oberlaibach) nach unterirdischem Zufluss weiterer Bäche (z.B. Črni potok) endgültig, und ab da nun als Ljubljanica, wieder zu Tage zu treten.

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Zum Flussverlauf der Save