MÜRZSTEGER ALPEN und Randgebiet östlich der Mur – Wechselgebiet

Die Mürzsteger Alpen werden zwischen dem Steirischen Seeberg und dem Schwaigerkogel vom Alpenhauptkamm durchlaufen. Bei dem in der Hauptkammkette liegenden Berg Gippel trennt sich die Alpenhauptwasserscheide vom Alpenhauptkamm und verlässt danach die Mürzsteger Alpen am Nasskamm. Das Gebiet erstreckt sich sowohl auf Gebiete des Inneren-, als auch des Äußeren Alpenbogens.

Geiserich77, CC BY 3.0

Sie liegen innerhalb Österreichs in den Bundesländern Steiermark und Niederösterreich (Nordteil). Markanteste Gebiete sind die im Zentrum gelegene Veitsch, der nördlich daran anschließende Gebirgsstock des Göller/Gippel-Massives und das Hochplateau der Schneealpe westlich der Rax.

Die Westgrenze zur Hochschwabgruppe (siehe dort) verläuft zwischen Kapfenberg im Mürztal über den Steirischen Seeberg bis Gußwerk im Salzatal. Sie setzt sich noch 1,5 km entlang der Salza-aufwärts als Grenze zu den Ybbstaler Alpen (siehe dort) bis zur Einmündung des Grünaubaches, der in seinem in der Rasing genannten Mündungsgebiet die Grenze zwischen Ybbstaler Alpen und Türnitzer Alpen bildet, fort.

Die Nordwestgrenze zu den Türnitzer Alpen verläuft ab Rasing weiter die Salza aufwärts (Unteres und Oberes Halltal) bis zum in ihrem Quellgebiet liegenden Kernhofer Gscheid, südlich dessen Scheitelpunkt die Grenze zu Niederösterreich überschritten wird, und jenseits der Passhöhe das Keertal abwärts bis St. Aegyd am Neuwalde im Tal der Unrechttraisen, wo von Osten der die Gutensteiner Alpen begrenzende Seebach in die Unrechttraisen mündet.

Die Nordgrenze zu den Gutensteiner Alpen verläuft von St. Aegyd am Neuwalde das Seebachtal in Ostrichtung aufwärts, nach Passage eines namenlosen Sattels das Wassertal abwärts bis zur Ortschaft Trauch und weiter dem Trauchbach abwärts bis zu dessen Einmündung in die Schwarza. Dieser wird flussabwärts bis zur linksseitigen Einmündung des die Gutensteiner Alpen von der Rax-Schneeberg-Gruppe trennenden Voisbaches beim Weiler Voismaut im südlichen Gemeindegebiet von Schwarzau im Gebirge gefolgt.

Die Ostgrenze der Mürzsteger Alpen zur Rax-Schneeberg-Gruppe verläuft ab Voismaut noch ein kurzes Stück die Schwarza abwärts bis zur (südlichen) Einmündung des Nassbaches. Dessen Tal in Südrichtung aufwärts folgend über den Nasskamm und nach diesem Übergang (wieder in der Steiermark) das Altenbergtal abwärts bis zur Ortschaft Kapellen im Tal der Mürz, der abwärts bis Mürzzuschlag gefolgt wird. Dort mündet die vom Semmering kommende Fröschnitz ein, die die Rax-Schneeberg-Gruppe von den Fischbacher Alpen trennt.

Die Südostgrenze zu den Fischbacher Alpen bildet die Mürz von Mürzzuschlag bis Kapfenberg.

 

Randgebirge östlich der Mur (Ostalpen, Äußerer Alpenbogen)

Eher allzu großräumig wurden von AVE sämtliche Gebirgs- und Hügelzüge östlich und nordöstlich der ab Bruck an der Mur in Südrichtung fließenden Mur zu einer Gebirgsgruppe zusammengefasst. Dabei wurden (als Untergruppen) nicht nur die Alpingebiete im engeren Sinn, nämlich Bucklige Welt (Niederösterreich, Burgenland) und Joglland (Steiermark, Bgld.) samt dem dazwischen liegenden Wechselgebiet (1.743 m), die Fischbacher Alpen (NÖ, Stmk.), das Grazer Bergland (Stmk.) und das Oststeirischen Hügelland (Stmk, Bgld, Ungarn, Slowenien), sondern auch die alpinen Randgebirge wie Leithagebirge (484 m) und Rosaliengebirge (748 m, beide NÖ und Bgld.), sowie Ödenburger Gebirge (606 m) und Günser Bergland (884 m, beide Bgld. und Ungarn) erfasst. Im Rahmen gegenständlicher Ausführungen werden die vier letztgenannten, dem östlichen Alpenrand vorgelagerten Gebiete (in Analogie zu den in Frankreich dem westlichen Alpenrand vorgelagerten Montagne Sainte-Victoire, Alpilles usw.) als eigenständige vom „engeren“ Alpengebiet getrennte Gegenden behandelt, wobei das Leithagebirge nicht als Alpenausläufergebirge, sondern als nicht zuzuordnender isolierter, aus der Ebene aufragender Bergstock gesehen wird, der eine geologische Verbindung zu den Karpaten herstellt.

Geiserich77, CC BY 3.0

Das gemäß AVE-Einteilung zusammengefasste Gebiet liegt südöstlich des Alpenhauptkamms und wird zwischen dem Semmering und dem Ende des Alpengebietes in Westungarn von der Alpenhauptwasserscheide durchlaufen. Diese passiert nach dem Semmering die Gebirgsgruppen Fischbacher Alpen, Grazer Bergland und das Oststeirische Hügelland, die im Rahmen gegenständlicher Ausführungen als eigenständige Gebirgsgruppen gesehen und im Rahmen der folgenden Verlaufsbeschreibung der Alpenhauptwasserscheide noch beschrieben werden.

Das verbleibende hier noch zu beschreibende Restgebiet, bestehend aus den AVE-Untergruppen Bucklige Welt, Joglland und Wechselgebiet wird im Rahmen gegenständlicher Ausführungen als eine Gebirgsgruppe gesehen und Wechselgebiet (Beschreibung folgt unten) betitelt, wobei anzumerken ist, dass diese Betrachtungsweise kaum von der AVE-Sicht abweicht, zumal das AVE-Schema selbst keine Abgrenzungsdefinition zwischen Wechselgebiet einerseits und Buckliger Welt bzw. Joglland andererseits enthält, sondern vielmehr die Bucklige Welt auch als Nördliches Wechselgebiet und das Joglland als Südliches Wechselgebiet bezeichnet.

Michael Kranewitter, CC BY 2.5;  Der Bergrücken des Wechsels (im Bild der Hochwechselgipfel) ist der östlichste über 1.000 m hohe Bergstock der Alpen

Wechselgebiet (Ostalpen, Äußerer Alpenbogen)

Die Wechselgebiet genannte Gebirgsgruppe liegt östlich des Alpenhauptkamms und nördlich der Alpenhauptwasserscheide und erstreckt sich über Gebiete der österreichischen Bundesländer Niederösterreich, Steiermark und Burgenland. Kleinstgebiete am die Alpengrenze bildenden Ostrand des Gebietes liegen in Ungarn (Komitat Györ-Moson-Sopron). Höchster Berg ist der Hochwechsel (1.743 m). Er liegt nahe der Westgrenze in der Mitte des Gebietes und ist Grenzberg zwischen Niederösterreich und der Steiermark.

Die Nordwestgrenze des Bucklige Welt genannten nördlichen Teil des Wechselgebietes zur Rax-Schneeberg-Gruppe bildet der Göstritzbach ab dem linksseitigen Zufluss des die Fischbacher Alpen von der Rax-Schneeberg-Gruppe trennenden Greisbaches oberhalb von Schottwien bis zu dessen Vereinigung mit dem Heidbach zum Auebach. Sie folgt sodann dem Auebach abwärts bis zu dessen Einmündung in die Schwarza bei Gloggnitz und dann dieser abwärts bis Ternitz.

Die Nordgrenze zur Ebene des Wiener Beckens ist gleichzeitig Alpengebietsgrenze und folgt ab Ternitz dem Fluss Schwarza abwärts bis Lanzenkirchen, wo sich Schwarza und Pitten zur Leitha vereinigen (im Bild unten) und dieser kurz danach von rechts der Klingfurther Bach zufließt.

Steindy , CC BY 3.0

Die Nordostgrenze des Wechselgebietes zum Rosaliengebirge folgt dem Tal des Klingfurther Baches in Südostrichtung aufwärts über die Senke der Hochwolkersdorfer-Rotte-Alm, über den sogenannten Totengraben in den Essengraben und dann weiter über den Graben ins Tal des Schwarzenbaches und sodann dessen Lauf abwärts bis zur Vereinigung mit dem Sieggrabenbach bei Weppersdorf. Ab dort in Ostrichtung als Grenze zum Ödenburger Gebirge über Lackenbach folgt sie dem Goldbach abwärts bis zu dessen an der Alpengebietsgrenze liegenden Einmündung in den Ikva-Bach auf Ungarischem Staatsgebiet bei Nagycenk.

Auch die Ostgrenze des Wechselgebietes zur Pannonischen Tiefebene ist gleichzeitig Alpengebietsgrenze und verläuft innerhalb Ungarns von Nagycenk bis Lövö in Südrichtung entlang des fließenden Übergangs des Kreutzer Waldes und des Nikitscher Waldes in die Ebene.

Die Südgrenze des Wechselgebietes, vorerst zum Günser Gebirge (im Bild unten), überschreitet westlich von Lövö wieder die Staatsgrenze zu Österreich bei Lutzmannsburg und folgt in Westrichtung der Rabnitz und dann der Güns aufwärts bis Günseck, dreht über dem Sattel von Holzschlag in Südrichtung und erreicht, – das Günser Gebirge nunmehr im Westen begrenzend -, südlich von Stadtschlaining das nahtlose Übergangsgebiet zum Oststeirischen Hügelland (Voralpengebiet), wo sie in Südwestrichtung dreht, nunmehr als Grenze des Jogllandes (südliches Wechselgebiet) das Pinka- und Lafnitztal quert und nördlich von Bad Walterdorf das Tal des Safenbaches am Zusammenfluss von Hartberger- und Pöllauer Safen erreicht. Sie folgt in Westrichtung dem Tal der Pöllauer Safen aufwärts bis Kaindorf, wo sie die Westrichtung beibehaltend ins Feistritztal wechselt und dieses unterhalb des Stubenbergsees erreicht.

Die Westgrenze des Wechselgebietes (Joglland) bildet das Feistritztal, und zwar vom Stubenbergsee in Nordrichtung bis Oberfeistritz weiterhin zum Oststeirischen Hügelland, zwischen Oberfeistritz und der westseitigen Einmündung des Gasenbaches bei Birkfeld zum Grazer Bergland und ab Birkfeld bis zum Quellgebiet der Feistritz an der Südauffahrt zum Feistritzsattel zu den Fischbacher Alpen. Nördlich der Passhöhe verläuft die Westgrenze des ab dort Bucklige Welt genannten nördlichen Wechselgebietes (weiterhin zu den Fischbacher Alpen) das Trattenbachtal abwärts bis Trattenbach, weiter die Nordrichtung beibehaltend den Schlaggraben aufwärts zum Göstrizsattel und von dort den Göstritzgraben abwärts bis zum Zusammenfluss des Göstritzbaches mit dem Greisbach am südlichen Ortsrand von Schottwien.