Die Atlantik(Mittelmeer)/Kaspisee-Wasserscheide und das Schwarzmeereinzugsgebiet

In den folgenden Ausführungen erfolgen die Flussverlaufsbeschreibungen der von der Atlantik(Mittelmeer)/Kaspisee-Wasserscheide weg ins Mittelmeer (Schwarzes Meer und Asowsches Meer) entwässernden Flüsse in dunkelblauer Schrift-, und jene der ins Kaspische Meer entwässernden Flüsse in türkiser Schrift.

Diese Wasserscheide zweigt in Russland am rund 300 km nordwestlich von Moskau gelegenen bis zu 347 m hohen Plateau der Waldaihöhen, auf dem die Flüsse Dnjepr (im Bild unten die Quelle), Daugava (Düna) und Wolga entspringen östlich des Daugavaquellgebietes beim Definitionsende der Europäischen Hauptwasserscheide von der sich als Eurasische Hauptwasserscheide fortsetzenden Trennlinie zwischen Nordpolarmeer und Kaspischem Meer in Südostrichtung ab.

© tropki.com/Svetlana.Tropki.ru

Diese später in (grundsätzlicher) Südrichtung verlaufende mit der Atlantikeinzugsgebietsgrenze idente Trennlinie zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer folgt als Dnjepr/Wolga-Wasserscheide innerhalb Russlands östlich der Weißrussischen Grenze (in etwa) dem linken Ufer des in den Smolensker Höhen entsprungenen 1.130 km langen linken Dnjepr-Zufluss Desna (russ. Деснаim, mündet bei Kiew in den Dnjepr, siehe deren Einzugsgebiet in der KIarte unten) abwärts, tritt von der Oblast Smolensk (Смоленская область) in die Oblast Kaluga über, erreicht die sich nahtlos an die Smolensker Höhen anschließende Mittelrussische Platte und tritt in Südostrichtung in die Oblast Orjol (Орло́вская о́бласть) ein.

СафроновАВ, CC BY-SA 3.0; Die Ostgrenze des Desna-Einzugsgebietes ist ident mit der hier beschriebenen Einzugsgebietsgrenze des Atlantiks
Kastey, CC BY-SA 3.0;     Die Desna im Oberlauf bei Jelnja

Sie vollzieht in Umgehung der Oka-Quellen (die 1.480 km lange Oka ist der größte rechte Nebenfluss der Wolga und erreicht diese in Nischni Nowgorod, Flussverlauf siehe Karte unten) rund 60 km südlich der Oblasthauptstadt Orjol bei der Ortschaft Glazunovka einen großräumigen Schwenk in Nordostrichtung, in dessen Verlauf sie im Grenzbereich zur Oblast Kursk endet, da auf der Atlantikseite der Wasserscheide das Einzuggsgebiet des Dnjepr (und damit des Schwarzen Meeres) endet und jenes des Don (über dessen Zuflusses Bystraja Sosna) und damit des Asowschen Meeres beginnt.

Flussverlauf der Oka

Der 1.870 km lange Don entspringt in Russland in der Oblast Tula im Stadtgebiet von Nowomoskowsk auf der Mittelrussischen Platte rund 150 km ziemlich exakt südlich von Moskau auf 180 m Seehöhe.

Der Flussverlauf des Don
Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5

Sein 422.000 km² großes Einzugsgebiet umfasst Teilgebiete des Europäischen und des Asiatischen Teiles Russlands, sowie der östlichen Ukraine. Vorerst in Südrichtung durchfließt er ein Schnepfenfeld (russisch: Kulikowo Pole) genanntes Plateau.

Kmusser, CC BY-SA 2.5

Am 8. September des Jahres 1380 besiegte in der Schlacht auf dem Kulikowo Pole ein Bündnis der damals meist zerstrittenen russischen Fürstentümer unter Führung des Großfürsten von Moskau ein mongolisch-tatarisches Heer des Goldene Horde genannten Khanates, dessen Hauptstadt Sarai am Wolga-Seitenarm Achtuba lag und dessen Gebiet sich über den gesamten Südteil des späteren Zarenreiches bis nach Westsibierien erstreckte (siehe Karte unten). Dieser Sieg wird in der nationalen russischen Geschichtsschreibung zur historischen Großtat verklärt und gilt als Ursprung des russischen Reiches, weshalb das Gebiet des auch Väterchen Don genannten Flusses (wie jenes der Wolga) als identitätsbildendes Kerngebiet Russlands gesehen wird.

MapMaster, CC BY-SA 3.0

Im Oberlauf erreichen den Don unterhalb von Lebedjan (160 m, Oblast Lipezk) von rechts die 244 km lange Krassiwaja Metscha und die 296 km lange Bystraja Sosna (im Bild unten bei Jelez), sowie südlich der Oblasthauptstadt Woronesch von links der 342 km lange Woronesch (150 m).

Шалин, CC BY-SA 3.0

Nach einem Schwenk in Südostrichtung erreicht der Don das Siedlungsgebiet der Kosaken und es fließen von Nordosten der 379 km lange Bitjug und, – nach Übertritt in die Oblast Wolgograd -, der 979 km lange auf der Wolgaplatte (siehe deren Lage in der Karte unten) entsprungene Chopjor und die 745 km lange Medwediza zu.

Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5

Im Gebiet der Donkosaken hat der sowjetische Dichter Michail Alexandrowitsch Scholochow die Handlung seines Romans Der Stille Don angesiedelt, für den er 1965 den Nobelpreis für Literatur erhielt und somit dem Dongebiet ein literarisches Denkmal gesetzt wurde.

© https://www.water-ways.net/de/laender/Russland/fluss-don-wolga-don-kanal.php

Oberhalb von Kalach na Donu hat sich Väterchen Don Mütterchen Wolga oberhalb des Wolgaknies bis auf rund 40 km (Luftlinie) angenähert (siehe Karte oben), dreht in Südwestrichtung und erreicht den Staubereich des 302 km langen, bis zu 38 km breiten, 2.700 km² großen und 23,9 km³ fassenden Zimljansker Stausees (26 m), der westlicher Ausgangspunkt des 101 km langen Wolga-Don-Kanals ist (Scheitelhöhe 40 m;  im Bild unten dessen Schleuse Nr. 14) und in den von Nordwesten der am Donrücken in der Oblast Rostow entsprungene 317 km lange Tschir einmündet.

Дмитрий Николенко, CC0

Unterhalb der bereits in der Oblast Rostow im Gemeindegebiet von Wolgodonsk gelegenen 13 km langen Staumauer des Zimljansker Stausees mündet bei Ust‘-Doneckij (5,5 m) von rechts der 1.053 km lange Siwerskyj Donez ein (Се́верский Доне́, meist nur Donez genannt, in der Abb. unten sein Einzugsgebiet), der in Russland nördlich von Belgorod (Бе́лгород) in der gleichnamigen Oblast südlich des Hochlandes der Mittelrussischen Platte auf 200 m Seehöhe entspringt, kurz danach die Staatsgrenze zur Ukraine überschreitet, auf einer Strecke von rund 950 km in Südostrichtung im östlichsten Teil der Ukraine Gebiete der Oblasten Charkiv, Donezk und Luhansk durchfließt und, – bevor er wieder nach Russland zurückkehrt und in den Don mündet -, 30 km lang die russisch/ukrainische Grenze bildet.

СафроновАВ, CC BY-SA 3.0

Unterhalb von Semikarakorsk mündet von links der 798 km lange aus den die Wasserscheide Wolga/Don bildenden Jergenihügeln (siehe Karte unten) kommende Sal (3 m) in den Don, der rund 15 km weiter flussabwärts beim Dorf Manytschskaja die die Grenze zwischen Asien und Europa bildende Manytschniederung erreicht, die die Jergenihügel im Norden vom Stawropoler Höhenzug (ein Vorgebirge des Großen Kaukasus) im Süden trennt, und es fließt dort von links der 420 km lange (Westliche) Manytsch zu, der den Westteil der Manytschniederung durchfließt und somit Grenzfluss zwischen Asien und Europa ist.

Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5

Quellfluss des Manytsch ist der aus Asien vom südlich der Manytschniederung gelegenen Stawropoler Höhenzug kommende 436 km lange gänzlich innerhalb der Region Stawropol fließende Vorkaukasusfluss Kalaus, der in den Kalaushöhen (östlicher Teil des des Stawropoler Höhenzuges) auf 490 m Seehöhe etwa 75 km Luftlinie südöstlich der Regionshauptstadt Stawropol (im Bild unten die Stadtmitte) entspringt. Kurz nach seinem Ursprung wird dem Kalaus durch einen Abzweig des Großen Stawropoler Bewässerungskanals Wasser des südlich seines Quellgebietes verlaufenden Kaukasusflusses Kuban zugeführt.

Saagg,CC BY-SA 3.0

Der nach der Einmündung des Bewässerungskanals in Nordostrichtung fließende Kalaus passiert in der Folge die Stadt Stawropol östlich, durchfließt das Gemeindegebiet von Swetlograd (im Bild unten), dreht bei Ipatowo in Ostrichtung und erreicht etwa 40 km nördlich des Rajonzentrums Arsgir nach rechtsseitigem Zufluss der 137 km langen Aigurka die dort die Grenze zur Republik Kalmückien (und zu Europa) bildende Manytschniederung an ihrer höchstgelegenen Stelle (27 m).

Константин Кудинов, CC BY-SA 3.0

Früher kam es dort bei hohem Wasserstand manchmal zu einer Bifurkation und es floss ein Teil des Wassers in Nordwestrichtung dem Westlichen Manytsch von links zu. Grundsätzlich war der Kalaus jedoch ein rechter Zufluss des vom Scheitelpunkt der Manytschniederung in Südostrichtung durch den Ostteil der Manytschniedrung Richtung Kaspisches Meer abfließenden Östlichen Manytsch, der dieses allerdings nie erreichte, sondern sich (je nach Wasserstand und Abflussmenge) rund 150 km vor der Küste knapp bevor er den vom Vorkaukasusfluss Kuma durchflossenen untersten Abschnitt des östlichen Teiles der Manytschniederung erreichte und zum linken Nebenfluss der Kuma geworden wäre, zwischen Salzseen in einem Halbwüstengebiet verlor.

In den 1970er-Jahren wurde der Kalaus, der meist von Dezember bis März zufriert, durch wasserbauliche Maßnahmen im Gemeindegebiet der stawropoler Kleinstadt Diwnoje (im Bild unten die dortige russisch-orthodoxe Kirche der Fürbitte) in den Westteil der Manytschniederung umgeleitet und er ist damit faktisch zum Quellfluss des Westlichen Manytsch und damit vollkommen zu einem Don-Zufluss geworden.

Rartat, CC0

Der Westliche Manytsch durchfließt, – mehrere wasserreiche Nebenflüsse aufnehmend und die Grenze Europa/Asien bildend -, die Manytschniederung in nordwestlicher Richtung, passiert auch einige Seen, von denen der Manytsch-Gudilo See (im Bild unten) der größte ist, tritt nach Kalmückien über und quert dessen schmalen Westteil, überschreitet die Grenze zur Oblast Rostow und mündet bei der Ortschaft Manytschskaja in den von Nordosten in die Manytschniederung einfließenden Don (3 m).

© naselo.ru

Der ab der linksseitigen Einmündung des Westlichen Manytsch selbst zum Grenzfluss zwischen Asien (linkes Ufer) und Europa gewordene Don durchfließt den westlichsten auch Kuban-Asowsche Niederung genannten Teil der Manytschniederung, passiert die Großstadt Rostow am Don (im Bild unten) und mündet bei Asow in einem 340 km² großen Mündungsdelta in die Nordostecke des Asowsche Meeres und hat somit den Atlantik erreicht, da das Asowsche Meer ein Nebenmeer des Schwarzen Meeres ist, das selbst Teil des Mittelmeeres ist, das als Binnenmeer des Atlantischen Ozeans gesehen wird.

Дмитрий Артемьев, CC BY-SA 3.0; Die Kathedrale der Geburt der heiligen Mutter Gottes in Rostow am Don

Die nunmehrige Asowsches Meer(Don)/Kaspisee(Wolga)-Wasserscheide dreht, – die Stadt Novomoskovsk, in der der Don entspringt (im Bild unten die Donquelle im Stadtzentrum) nördlich passierend -, in Ostrichtung und verlässt, – die Quellgebiete des Don-Zuflusses Chopjor umgehend und in Südostrichtung drehend -, die Mittelrussische Platte.

Alexander Roumega, CC0

Sie passiert auf diesem Weg Teilgebiete der Oblasten Tula, Rjasan und Tambow, durchläuft in Südrichtung (Teilgebiete der Oblast Saratow querend) die von der Wolgaplatte im Osten und der Mittelrussischen Platte im Westen begrenzte im zentralen Teil auch Tabower Ebene genannte Oka-Don-Ebene (im Bild unten) und steigt in der Oblast Wolgograd zu den das westliche Wolgaufer begleitenden Jergenihügel an.

© Panoramio

Sie passiert auf diesem 330 km langen und bis zu 222 m hohen Hügelzug, der im Norden von der Wolgaplatte und im Süden von der Europa von Asien trennenden Manytschniederung begrenzt wird, die Engstelle zwischen Don und Wolgaknie, wird danach vom Wolga-Don-Kanal gequert und tritt in die Republik Kalmückien (einzige Region Europas, in der der Buddhismus vorherrschende Religion ist) ein.

Sie durchläuft als wenig markante Trennlinie das wüstenartige Gebiet der Kalmückensteppe (im Bild unten), in der auf der Kaspiseeseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Wolga endet und jenes des Östlichen Manytsch bzw. der Kuma beginnt.

© defender

Der seit der Umleitung des Kaukasusflusses Kalaus vom östlichen in den westlichen Teil der Manytschniederung nur mehr von Kleinstnebenflüssen spärlich gespeiste Östliche Manytsch fließt im östlichen Teil der Manytschniederung in Richtung des Kaspischen Meeres, erreicht dieses jedoch nicht, da er zum 49 km langen, 185 km² großen, 0,7 km³ fassenden und die Grenze Kalmückien/Stawropol bildenden Chogray Reservoir (20 m) aufgestaut wird (siehe Karte und Bild unten), das überwiegend Bewässerungszwecken dient und vom Kuma-Manytsch-Kanal gespeist wird, über den von Süden Wasser der vom Kaukasus kommenden Flüsse Terek und Kuma eingeleitet wird.

Ivershin, CC BY-SA 4.0

Die 802 km lange Kuma entspringt in Asien am Nordrand des Großen Kaukasus in der Republik Karatschai-Tscherkessien auf 2.050 m Seehöhe nördlich des Gumbaschipasses, an dessen Westflanke der kleine rechte Kuban-Zufluss Mana -, und an dessen Ostabfahrt der bedeutenste Kuma-Nebenfluss Podkumok entspringen (im Bild unten der Oberlauf). Ihr 33.500 km² großes Einzugsgebiet liegt gänzlich innerhalb Russlands in den asiatischen Republiken Karatschai-Tscherkessien und Dagestan, sowie in der Region Stawropol; nur der Nordrand des Kuban-Einzugsgebietes liegt im Europäischen Teil Russlands in der Republik Kalmückien.

© petelawrieblog.com

Die Kuma fällt vom Quellgebiet in Nordrichtung durch ein enges Tal zum Südrand des Stawropoler Höhenzuges ab, tritt in die Region Stawropol über, passiert in Ostrichtung den Kurort Mineralnye Wody (300 m) und nimmt bei Georgijewsk von rechts den vom Gumbaschipass kommenden Podkumok auf (im Bild unten im Mündungsbereich, 235 m), der das Gebiet der „Kaukasischen Mineralwasser-Kurorte“ Kislowodsk und Podkumok passiert hat.

User Ipaat, CC0

Unterhalb von Georgijewsk dreht die Kuma wieder in Nordostrichtung und erreicht nach 108 km die Kreisstadt Budjonnowsk, in deren Großraum dem Fluss einerseits über den Kuma-Manytsch-Kanal Wasser entnommen und zum Chogray Reservoir des Östlichen Manytsch geleitet wird -, und andererseits durch den Terek-Kuma-Kanal Wasser des südlich benachbarten Kaukasusflusses Terek zugeleitet wird und somit eine hydrologische Vernetzung der Flussysteme Östlicher Manytsch-Kuma-Terek besteht.

Die Kuma passiert 75 km weiter östlich die Stadt Neftekumsk (40 m), bei der der Fluss in den trockenen Sommermonaten infolge intensiver Wasserentnahme zu Bewässerungszwecken trotz der künstlichen Wasserzufuhr regelmäßig versickert.

Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5

Die Kuma fließt nach weiteren 90 km knapp ostnordöstlich des „Dreiländerecks“ Kalmückien/Dagestan/Stawropol in den östlichsten bereits in der Kaspischen Senke (siehe Karte oben) gelegenen Teil der Manytschniederung ein, durchfließt diese in Südostrichtung abwärts und wird zum Grenzfluss zwischen Europa (linkes Ufer, Republik Kalmückien) und Asien (Region Stawropol und Republik Dagestan).

© https://www.mr-kartographie.de/fileadmin/images/bilder/Die_Welt_der_Karten/Schulkarten/Landschaft__Naturraum__Umwelt/Wolgadelta.jpg

Die auf ihren letzten 100 km in grundsätzlicher Ostrichtung im dort auch Kuma-Manytsch-Senke genannten tiefstgelegenen und östlichsten Teil der Manytschniederung fließende Kuma erreicht als Grenzfluss zwischen den Republiken Kalmückien (Nordufer) und Dagestan rund 100 km südlich der kalmückischen Stadt Lagan, die am Südwestende des Wolga-Deltas liegt (siehe Karte oben), das sich von dort über 180 km lang in Ostrichtung drehend bis zur kasachischen Distrikthauptstadt Ganyushkino (Gebiet Atyrau) erstreckt, den Nordabschnitt der Westküste des Kaspischen Meeres und mündet im zu Dagestan gehörenden streng geschützten Naturreservat Dagestanskiy Gosudarstvennyy Prirodnyy Zapovednik in die Kizlyar-Bucht des Kaspischen Meeres (-28 m).

Im Satellitenfoto unten die rund 500 km lange in Südostrichtung zwischen der Nordostecke des Asowschen Meeres (Don-Mündung, linke obere Bildecke, 0 m) und der Kizlyar-Bucht im Nordteil der Westküste des Kaspischen Meeres (Kuma-Mündung, rechte untere Bildecke, – 28 m) verlaufende Manytschniederung. Nordwestlich des mit Pfeil gekennzeichneten Kulminationspunktes der Depression (27 m, südlicher Kalauszufluss) ist der oberste Proletarskoye Vodokhranilishche genannte Staubereich des Westlichen Manytsch erkennbar, der den ursprünglich natürlichen Manytsch-Gudilo See beinhaltet; südöstlich des Kulminationspunktes liegt das abflusslose Chogray Reservoir des Östlichen Manytsch.

© https://gaz.wiki/wiki/de/Kuma%E2%80%93Manych_Depression#wiki

Die im Landschaftsschutzgebiet der Kumamündung gelegene Sarykum-Sanddüne ist mit 262 m die höchste Sanddüne Eurasiens (im Bild unten).

Shapishka, CC BY-SA 4.0
© researchgate.net/Anna Mikhailenko, Dmitry Ruban

Die in der Kalmückensteppe zur Don(Kalaus-Westlicher Manytsch)/Kuma-Wasserscheide gewordene Einzugsgebietsgrenze des Atlantiks passiert, – Europa verlassend und in die zu Asien gehörende Region Stawropol eintretend -, den Scheitelpunkt der Manytschniederung, verläuft (die Quellgebiete des Kalaus-Zuflusses Aigurka östlich begrenzend) in Südrichtung, passiert östlich die Stadt Svetlograd, steigt zum östlichen Teil des Stawropoler Höhenzuges (Quellgebiet des Don-Zuflusses Kalaus) an und endet, da nach östlicher Passage der Kalausquelle auf der Atlantikseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Don endet und jenes des asiatischen Flusses Kuban beginnt (siehe Karte oben).

Der 870 km lange und ein Einzugsgebiet von 57.900 km² (siehe Karte unten) entwässernden Kuban (russ: Кубань) entspringt auf 3.200 m Seehöhe im Großen Kaukasus an der Westflanke des Elbrus in der Republik Karatschai-Tscherkessien (Карачаево-Черкесская), deren Hauptstadt Tscherkessk (Черке́сск, 530 m) er in Nordrichtung passiert und kurz danach in die Region Stawropol (Ставропольский край) übertritt.

СафроновАВ, CC BY-SA 3.0; Das Einzugsgebiet des Kuban liegt gänzlich innerhalb Russlands und verteilt sich auf die Republiken Karatschai-Tscherkessien und Adygeja, sowie die Regionen Stawropol und Krasnodar

Nach linkem Zufluss des 158 km langen Großen Selentschuk (Большой Зеленчук) in der Großstadt Newinnomyssk (Невинномы́сск, 320 m), in der dem Fluss mittels des Großen Stawropoler Bewässerungskanals Wasser entnommen und dem Oberlauf des Kalaus zugeführt wird, durchfließt der Kuban in Westrichtung drehend den Südwestteil der Region Stawropol und tritt sodann in die Region Krasnodar (Краснодарский край) über, in der er nach linksseitiger Aufnahme seines größten Nebenflusses, der 347 km langen Laba (Лаба) das Gebiet der gänzlich von Krasnodar umgebenen kleinen autonomen Republik Adygeja (Адыгея) passiert.

Rarelibra, CC0;     Lage und Verwaltungsgliederung der Republik Adygeja

Der Kuban passiert kurz danach (mehrmals aufgestaut) südlich die Regionshauptstadt Krasnodar (Краснода́р, 25 m,  im Bild unten) und fließt sodann in die das Asowsche Meer östlich begrenzende Kuban-Asowsche Niederung ein.

Lite, CC BY-SA 4.0

Der Kuban erreicht schließlich rund 130 km weiter westlich die an der Nordküste der Halbinsel Taman gelegene Stadt Temrjuk und mündet kurz danach rund 300 km südlich der Donmündung in die Südostecke des Asowschen Meeres.

Esemono, CC0

Die nunmehrige Kuban/Kuma-Wasserscheide passiert die Südrichtung beibehaltend das Dorf Kursawka (410 m, im Bild unten) westlich und überschreitet die Grenze zur Republik Karatschai-Tscherkessien.

© mapio.net/Bondarenko Vjacheslav

Die Wasserscheide Atlantik(Schwarzes Meer)/Kaspisches Meer passiert als Kuban/Kuma-Wasserscheide östlich den 39 km² großen in den Kuban entwässernden See Kubanskoye Vodokhranilishche (610 m), steigt zum Skalisty-Kamm an und passiert auf diesem den über 2.000 m hohen, meist nur von Mai bis November passierbaren Gumbaschi-Pass (im Bild unten), nach dem sie in Südostrichtung dreht und die Grenze zur Republik Kabardino-Balkarien erreicht, vor der jenseits des Atlantikgebietes das Einzugsgebiet der Kuma endet und jenes des asiatischen Kaspisee-Zuflusses Terek beginnt.

© Vadim Korkin

Der 623 km lange Kaukasusfluss Terek (russ: Терек) entspringt im Großen Kaukasus in Georgien auf 3.200 m Seehöhe. Sein Quellberg ist der 5.047 m hohe Kasbek (im Bild unten), der Grenzberg zwischen Russland und Georgien ist.

Lidia Ilona – Kazbegi, CC BY 2.0

Vom 43.200 km² großen Einzugsgebiet des Terek (siehe Karte unten) liegt nur der Südrand (Quellgebiet) in Georgien (Region Mzcheta-Mtianeti); der Rest verteilt sich auf die südrussischen (asiatischen) Kaukasus-Föderationsrepubliken Nordossetien-Alanien (Северная Осетия), Kabardino-Balkarien (Кабардино-Балкария), Tschetschenien (Чеченская), Inguschetien (Ингушетия) und Dagestan (Дагестан), sowie der Region Stawropol (Ставропольский край).

СафроновАВ in der Wikipedia auf Russisch, CC BY-SA 3.0

Der Terek entspringt an der (georgischen) Südostflanke des Kasbek, umrundet diesen Berg entgegen dem Uhrzeigersinn in Nordrichtung drehend, durchfließt die auf über 1.200 m Seehöhe gelegene, 11 km lange und an der schmalsten Stelle nur 8 m breite Darialschlucht (jahrhundertelang einziger Verkehrsweg über den Kaukasus) und überschreitet in dieser die russische Grenze (im Bild unten der Grenzübergang).

Kober, CC0

Der Terek passiert sodann Wladikawkas (Владикавказ, 680 m), die Hauptstadt der Republik Nordossetien-Alanien (im Bild unten die dortige sunnitische Moschee) und überschreite 50 km weiter nordwestlich die Grenze zur Republik Kabardino-Balkarien.

Farn1, CC0

Nach der Stadt Terek (250 m) dreht der Terek in Ostrichtung und kehrt nach Nordossetien-Alanien zurück. Beim Grenzübertritt fließt ihm von links die am Nordosthang des Elbrus entsprungene 210 km lange Malka (Малка) zu (160 m).

Flussverlauf der Manka

Rund 40 km weiter östlich wird dem Terek bei der Ortschaft Pavlodolskaya Wasser entnommen und über den Tersko-Kumsky-Kanal (im Bild unten) der Kuma zugeführt. Rund 10 km weier östlich erreicht der Terek bei der Stadt Mosdok (Моздок) den Südrand der Terek-Kuma-Niederung und er tritt danach in die Republik Tschetschenien über, deren Nordteil er quert.

© https://water-rf.ru

Nach rechtsseitiger Aufnahme (25 m) der 20 km südöstlich von Wladikawkas entsprungenen 278 km langen aus Inguschetien kommenden Sunscha (Сунжа) wird der Terek rund 80 km lang zum Grenzfluss zwischen Tschetschenien (linkes Ufer) und Dagestan, dreht in Nordostrichtung und tritt sodann südlich von Kisljar in Ostrichtung drehend ins Gebiet der Republik Dagestan ein und erreicht rund 130 km südlich der Kumamündung deltabildend (siehe Karte unten) die Westtküste des Kaspischen Meeres.

© Maria Mikhailova/researchgate.net

Die zur Kuban/Terek-Wasserscheide gewordene Atlantik/Kaspisee-Wasserscheide folgt in Südrichtung dem Grenzverlauf der Republiken Karatschai-Tscherkessien (Westseite) und Kabardino-Balkarien, steigt als solche zum Elbrus an (5.642 m, höchster Berg des Kaukasus und Russlands, im Bild unten) und erreicht kurz nach dessen Überwindung den dort die Grenze zwischen Russland und Georgien (Region Mingrelien und Oberswanetien) bildenden Hauptkamm des Großen Kaukasus, auf dem auf der Atlantikseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Kuban (und damit des Asowschen Meeres) endet und jenes des georgischen Flusses Enguri (und damit wieder des Schwarzen Meeres) beginnt.

Lev Kalmykov, CC BY-SA 4.0

Der 213 km lange Enguri (in der Georgien-Karte unten rot markiert) entspringt im Großen Kaukasus am Grenzberg Schchara (5.200 m, höchster Berg Georgiens), durchfließt in Westrichtung die georgische Region Mingrelien und Oberswanetien, wird im Unterlauf zum Grenzfluss zur umstrittenen autonomen Region Abchasien, und mündet bei Anaklia knapp südlich der abchasischen Grenze ins Schwarze Meer. Sein 43.200 km² großes Einzugsgebiet liegt in den genannten georgischen Regionen.

File:Georgia location map2.svg: Dawid Deutschland გადამუშავებული ვერსია – Giorgi13, CC0

Im Gegensatz zur ebenfalls autonomen Region Adscharien übt Georgien in der sich als „Republik Abchasien“ zum selbständigen Staat erklärten Küstenregion Abchasien, in der seit 1993 ein von Russland gestütztes de-facto-Regime von der georgischen Zentralregierung in Tiflis unabhängige Strukturen aufgebaut hat, keine staatliche Souveränität aus.

Furfur & Aivazovsky, CC0

In Südostrichtung folgt die nunmehrige Schwarzmeer(Enguri)/Kaspisee(Terek)-Wasserscheide am Hauptkamm des Großen Kaukasus der Staatsgrenze (die russische Republik Kabardino-Balkarien südlich begrenzend) und passiert auf diesem Weg den bereits erwähnten Grenzberg Schchara, nach dem auf der Schwarzmeer(Atlantik)seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Enguri endet und jenes des Rioni beginnt.

Der 327 km lange Rioni hat ein 13.400 km² großes gänzlich innerhalb Georgiens gelegenes Einzugsgebiet und entspringt (wie der Enguri) ebenfalls an den Südabhängen des Hauptkamms des Großen Kaukasus. Sein Oberlauf durchfließt in Südwestrichtung als Hochgebirgsfluss die Region Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien und tritt sodann nach Imeretien über.

File:Georgia location map2.svg: Dawid Deutschland derivative work: Giorgi13, CC0

Der Rioni passiert die Regionshauptstadt Kutaissi (100 m, im Bild unten) und tritt in die Kolchische Tiefebene (Westteil der Transkaukasischen Senke) ein, verläuft in Westrichtung im Grenzbereich der Regionen Gurien/Mingrelien und Oberswanetien, erreicht nach kaum 80 km das Küstengebiet und mündet rund 30 km südlich der Engurimündung in der mingrelischen Hafenstadt Poti ins Schwarze Meer.

nfinette, CC BY 2.0

Weiter Staatsgrenze und Kaukasus-Hauptkamm folgend passiert die nunmehrige Rioni/Terek-Wasserscheide (nunmehr die russischen Republik Nordossetien-Alanien südlich begrenzend) den von einer Militärstraße überquerten Mamison Pass (2.911 m, im Bild unten), nach dem am obersten Talschluss des linken Rioni-Zuflusses Dschedschora jenseits des Atlantikgebietes das Einzugsgebiet des Terek endet und jenes der Kura beginnt,

© https://northcaucasusland.wordpress.com/2014/09/19/mamison-pass-abandoned-settlements/#jp-carousel-11093

Die 1.364 km lange Kura ist der größte Fluss im Kaukasus. Ihr 218.906 km² großes Einzugsgebiet (siehe Karte unten) umfasst Teilgebiete Georgiens, Aserbaidschans, des Irans, Armeniens und der Türkei.

Shannon, CC BY-SA 4.0

Die Kura entspringt in der Türkei in der Region Ostanatolien  auf ca. 2.650 m Seehöhe im Westteil des Armenischen Hochlandes. In Nordrichtung durchbricht sie den zentralen Abschnitt des Kleinen Kaukasus, passiert die Provinzhauptstadt Ardahan (1.860 m) und tritt 50 km weiter nordöstlich nach Georgien (Region Samzche-Dschawachetien) über. Nach dem Kurort Bordschomi (820 m) passiert die Kura die Grenze zur Region Innerkartlien, in der sie in Ostsüdostrichtung dreht und in deren Hauptstadt Gori sie von links den vom Großen Kaukasus kommenden 115 km langen Großen Liachwi aufnimmt (588 m).

NASA, CC0; Mündung des Großen Liachwi in die Kura bei der Stadt Gori, Aufnahme der International Space Station

Nur rund 50 km unterhalb von Gori fließt der Kura beim Übertritt in die Region Mzcheta-Mtianeti von Norden der 84 km lange ebenfalls vom Großen Kaukasus kommende Ksani zu (810 m), der kurz vor der Mündung den Ostteil der von Georgien nicht anerkannten Republik Südossetien durchflossen hat.

BBCLCD, CC BY-SA 4.0

Die Kura passiert nach linksseitiger Aufnahme des 66 km langen Arawi (445 m) nach weiteren 35 km die georgische Hauptstadt Tiflis (380 m, im Bild oben) , nach der sie in die Region Niederkartlien eintritt, in die Kura-Aras-Senke (Ostteil der Transkaukasischen Senke, siehe Karte unten) eintritt, 65 km unterhalb von Tiflis die Grenze zu Aserbaidschan überschreitet und zum 605 km² großen Mingəçevir-Stausee aufgestaut wird (35 m), in den von Norden der 351 km lange Alasani einmündet, der in Georgien an der Südseite des Großen Kaukasus entspringt und im untersten Abschnitt Grenzfluss zwischen Georgien (rechtes Ufer, Region Kachetien) und Aserbaidschan (Ostufer) ist.

Bourrichon, CC BY-SA 4.0; Die südlich des Großen Kaukasus gelegene und diesen vom Kleinen Kaukasus trennende auch Transkaukasische Depression genannte Senke erstreckt sich von der vom Rioni durchflossenen am Schwarzen Meer gelegenen Kolchis-Tiefebene im Nordwesten über das Suramigebirge bis zur von der Kura durchflossenen am Kaspischen Meer (teilweise unter Meeresniveau) gelegenen Kura-Becken im Südosten

Die Kura erreicht innerhalb von Aserbaidschan den bereits unter Meeresniveau gelegenen Teil der Kura-Aras-Senke, in dem ihr von rechts ihr größter Nebenfluss, der 1.072 km lange und ein Gebiet von 102.000 km² entwässernde Aras zufließt (in Karte unten nochmals das Kuragebiet mit hervorgehobenem Flussverlauf des Aras).

Shannon, CC BY-SA 4.0

Wie die Kura entspringt auch der Aras in der Türkei in der Region Ostanatolien am Westrand des Armenischen Hochlandes, und zwar südwestlich des Kura-Quellgebietes südlich von Erzurum im bis zu 3.250 m hohen Bingöl-Gebirge, von dem er in (grundsätzlicher) Ostrichtung abfließt und nach über 300 km bis zum linksseitigen Zufluss des 186 km langen Achurjan zum Grenzfluss zwischen Armenien (Nordufer) und der Türkei wird.

Photograph of Mount Ararat courtesy of Henri Nissen (source). Free use. Slightly modified by Aivazovsky. CC BY-SA 3.0

In Südostrichtung drehend nimmt der Aras im fogenden rund 50 km langen Abschnitt zuerst auf 797 m Seehöhe von Norden den 141 km langen Hrasdan, den Abfluss des 1.272 km² großen Sewansees (größter Süßwassersee Armeniens sowie des gesamten Kaukasus), der die armenische Hauptstadt Jerewan durchflossen hat, auf, und passiert danach nördlich den Berg Ararat (5.137 m, höchster Berg der Turkei, im Bild oben die Westansicht), wird danach für 15 km zum Grenzfluss zwischen der Türkei und der bloß 5.500 km² großen sich an seinem linken Ufer erstreckenden Autonomen Republik Nachitschewan (eine Exklave Aserbaidschans, siehe Karte unten), sodann für rund 150 km zwischen Nachitschewan und dem Iran, und schließlich, – nach nördlichen Zuflüssen des 128 km langen Arpa und des die Republikshauptstadt Naxçıvan passierenden 81 km langen Naxçıvançay (777 m) wieder in Ostrichtung fließend -, zwischen Armenien und dem Iran (Südufer).

Sivizius, CC0; Das Gebiet der Autonomen Republik Nachitschewan und jenes von Bergkarabach (gelb/braun markiert)

Der Aras erreicht nach über 60 km das Dreiländereck Armenien/Aserbaidschan/Iran, dreht (zum Grenzfluss Aserbaidschan/Iran geworden) in Nordostrichtung und wird nach rund 50 km zum Khoda Afarin Reservoir aufgestaut (300 m), in das von Norden der vom Kleinen Kaukasus kommende 113 km lange Hakari einmündet, der in seinem Mittellauf das umstrittene, völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende jedoch von Armenien beanspruchte Gebiet von Bergkarabach (siehe Karte oben) durchflossen hat. Unterhalb des Stauraumes durchfließt der in die Mugansteppe eintretende Aras weiterhin als Grenzfluss noch mehrere kleinere Stauseen,  bis nach rund 100 km die Staatsgrenze den Flusslauf in Ostrichtung verlässt, er gänzlich ins Staatsgebiet von Aserbaidschan eintritt, in die Kura-Aras-Senke einfließt und nach 50 km bei Sabirabad in die von Westen kommende Kura mündet (- 12 m, im Bild unten).

Hasanalizade, CC BY-SA 4.0

Die nach der Araseinmündung in Südostrichtung drehende Kura mündet nach 130 mäanderreichen Flusskilometern bei der Bezirkshauptstadt Neftçala rund 140 km südlich der Landeshauptstadt Baku im südlichsten Abschnitt der Westküste ins Kaspische Meer.

© Quelle: Logistic Capacity Assesments www.dlca.logcluster.org

Die zur Rioni/Kura-Wasserscheide gewordene Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres bzw. des Atlantiks verlässt in Südrichtung den Kaukasus-Hauptkamm (und damit auch die russische Staatsgrenze) und tritt in die historische Region Südossetien ein, deren 3.885 km² großes Gebiet völkerrechtlich zu Georgien gehört und großteils in der Region Innerkartlien liegt.

© schule-studium.de

Nur kleine Randgebiete im Westen gehören zu Imeretien und zu Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien -, bzw. im Osten zur Region Mzcheta-Mtianeti. Wie auch Abchasien hat sich Südossetien zum selbständigen Staat Republik Südossetien erklärt, der den Anschluss an Russland bzw. die Vereinigung mit Nordossetien anstrebt und außer von Russland nur von Nicaragua, Venezuela, Nauru und Syrien anerkannt wird.

Various, User:Justass, CC0

Hauptstadt ist die am Großen Liachwi (linker Nebenfluss der Kura) gelegene Stadt Zchinwali (im Bild unten).

© Salvatore Freni Jr./Flickr

Von derartigen politischen Querelen unbeeindruckt dreht die Atlantik/Kaspisee-Wasserscheide dort in Südwestrichtung und verläuft (Südossetien verlassend) innerhalb der Region Innerkartlien entlang von Südausläufern des Großen Kaukasus zwischen dem nach Westen (zum Schwarzen Meer) orientierten Flussystem des Rioni im Nordwesten und dem nach Osten (zum Kaspischen Meer) abfallenden Kuragebiet im Südosten, vereinigt sich ins Lichi-Gebirge (auch Suramigebirge) eintretend mit der Regionsgrenze Innerkartlien/Imeretien, passiert als solche in Südrichtung den von der Autobahn S-1 (Abschnitt Tiflis-Kutaissi) untertunnelten Rikoti Pass (996 m) und kurz danach den den Großen- vom Kleinen Kaukasus trennenden Suramipass (949 m), der auch von der Transkaukasischen Eisenbahn (Strecke Poti-Tiflis-Baku) untertunnelt wird (im Bild unten das Westportal mit dem Gebirgsfluss Chkherimela, der über die Dzirula und die Qwirila den Rioni erreicht).

Karel61, CC BY-SA 4.0

Innerhalb des Kleinen Kaukasus wird die Rioni/Kura-Wasserscheide zum Grenzkamm der Regionen Samzche-Dschawachetien/Imeretien, dreht in Westrichtung und erreicht den Zekari Pass (2.182 m, im Bild unten die Passhöhe), über den eine Schotterstraße führt.

Yasuhiro Kojima, CC BY-SA 4.0

Westlich des Zekari Passes wird die Rioni/Kura-Wasserscheide zum Grenzkamm der Regionen Samzche-Dschawachetien und Gurien (Nordseite), erreicht als solcher die Grenze zur georgischen autonomen Republik Adscharien, tritt nach kurzem Verlauf als Grenzkamm Gurien/Adscharien in Südrichtung drehend nach Adscharien über und es endet auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Rioni und es beginnt jenes des Çoruh.

Die Quellbäche des 376 km lange Çoruh (auch Tschorochi) entspringen in der Nordostecke der Türkei in Ostanatolien (Provinz Erzurum) auf über 3.000 m Seehöhe an den Nord- und Ostabhängen des Gebirgsstockes Mescit Dağları und vereinigen sich zum Çoruh, der nach einer kurzen Westausbuchtung allmählich in Nordrichtung dreht.

© Ercan Kahya

Der Çoruh passiert die Stadt Yusufeli (743 m), in der von links (Norden) der vom Ostpontischen Gebirge (und damit aus der Schwarzmeerregion kommende) 60 km lange Barhal Çayı einmündet.

Regionen der Türkei: 1. Marmararegion, 2. Zentralanatolien, 3. Ägäisregion, 4. Mittelmeerregion, 5. Schwarzmeerregion, 6. Südostanatolien, 7. Ostanatolien

Nur 8 km unterhalb von Yusufeli mündet von rechts (im Bild unten) der 144 km lange Oltu Çayı in den Çoruh.

Zeynel Cebeci, CC BY-SA 3.0

Rund 60 km unterhalb (nördlich) des Oltu Çayı-Zuflusses beginnt der Stauraum des 70 km langen und 26,4 km² großen Stauraumes der 249 m hohen Deriner-Talsperre (im Bild unten), in den von Osten der über 70 km lange Berta Çayı einmündet.

© https://www.meg-int.com/de/projekte/abgeschlossene-projekte/deriner-staudamm-und-wasserkraftwerk

Der Çoruh überschreitet 80 km weiter nördlich die Grenze zu Georgien (Autonome Republik Adscharien) und wird dort Tschorochi genannt. Nach dem Grenzübertritt dreht er in Nordwestrichtung, nimmt von rechts den 37 km langen Matschachliszqali und danach den aus dem Arsiani-Gebirge kommenden 90 km langen Adschariszqali (siehe Bild unten) auf und mündet südlich der Hafenstadt Batumi (nach Tiflis zweitgrößte Stadt Georgiens und Hauptstadt Adschariens) in die Südostecke des Schwarzen Meeres. Von seinem 22.100 km² großen Einzugsgebiet liegen 19.872 km² in der Türkei; der Rest (Nordteil) in Georgien.

Aleksey Muhranoff – travelgeorgia.ru, CC BY-SA 3.0;       Brücke bei Purtio (Gemeinde Samleti) über den Adschariszqali (11./12. Jh.)

Als Çoruh/Kura-Wasserscheide verläuft die Atlantik/Kaspisee-Wasserscheide östlich begleitet von der Regionsgrenze zu Samzche-Dschawachetien in Südrichtung, passiert das am Scheitel des Goderdzi Passes (2.095 m) innerhalb Adschariens gelegene gleichnamige Ski-Ressort, verlässt den Kleinen Kaukasus und tritt ins Arsiani-Gebirge ein, das ein das nordwestliche Ende bildendes Teilgebirge des Armenischen Hochlandes und Grenzgebirge zur Türkei ist, vereinigt sich kurz mit der Staatsgrenze Gerorgien/Türkei, verlässt (die Südrichtung beibehaltend und in die Türkei eintretend) am Südwestrand des Arsani-Gebirges die Staatsgrenze, passiert (das Hochland verlassend) östlich den Gebirgsstock Mescit Dağları und westlich das Quellgebiet der Kura und erreicht im Gebiet zwischen der im Westen in einer sumpfigen Senke gelegenen Kreisstadt Göle und dem im Osten auf 2.150 m Seehöhe gelegenen von Gletschern gespeisten abflusslosen See Aygir Gölü (im Bild unten) die das Einzugsgebiet des rechten Kura-Nebenflusses Aras begrenzende Gebirgskette, der sie, – großräumig in Westrichtung drehend -, folgt.

© haber7

Sie begrenzt im weiteren Verlauf einerseits südlich das Quellgebiet des Çoruh-Nebenflusses Oltu Çayı und andererseits nördlich jenes des kleinen linken Aras-Zuflusses Pasin-Su und endet rund 20 km nordöstlich der auf 1.950 m Seehöhe auf einem in Westrichtung geneigten Hochplateau gelegenen Provinzhauptstadt Erzurum an der Nordostecke dieser Hochebene an einem Deveboynu genannten Hügelzug, der ein Südostausläufer des Gebirges Mescit Dağları ist, da dort jenseits des endorheischen Kaspisee(Kura)gebietes das Einzugsgebiet des Schwarzmeer-Zuflusses Çoruh (und damit auch des Mittelmeeres und des Atlantiks) endet und jenes des Schatt al-Arab-Quellflusses Euphrat (und damit des Indischen Ozeans) beginnt.

In den folgenden weiteren Ausführungen erfolgen die Flussverlaufsbeschreibungen der ins Schwarze Meer entwässernden Flüsse weiterhin in dunkelblauer Schrift. Die jenseits der Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres gelegenen Flusssysteme werden in türkiser Schrift beschrieben.

Der 193 km lange Schatt al-Arab entsteht auf 4 m Seehöhe durch den Zusammenfluss des Euphrat und des Tigris rund 60 km nordwestlich der Stadt Basra bei der Kleinstadt Al-Qurna (im Bild unten) im Südirak und fließt in Südostrichtung.

© NIK WHEELER, https://nikwheeler.photoshelter.com/image/I0000e9mO8Sa988c

Sein unterster Verlauf bildet die Grenze zwischen Irak (rechtes Ufer) und Iran. In diesem Abschnitt fließt bei Chorramschahr von links der 850 km lange südwestiranische Fluss Karun zu (siehe Karte unten, längster und einziger schiffbarer Fluss des Iran), der ein Einzugsgebiet von  60.000 km² entwässert.

Das Schwemmland um den Schatt al-Arab und damit auch der Schatt al-Arab selbst sind erst in geschichtlicher Zeit entstanden. Zur Zeit der Sumerer im 3. Jahrtausend v. Chr. lag die Küstenlinie etwa 250 km weiter nordwestlich und Euphrat, Tigris und Karun mündeten als eigenständige Flüsse ins Meer.
Shannon, CC BY-SA 4.0; Einzugsgebiet und Flussverlauf des Karun

Der Schatt al-Arab mündet 50 km flussabwärts von Abadan in den Persischen Golf und somit in den Indischen Ozean.

Hégésippe Cormier aka Hégésippe, CC BY-SA 3.0

Der 1.900 km lange Tigris (östlicher Quellfluss) entspringt in der Osttürkei in der Region Ostanatolien im Südosten des Taurusgebirges, wird in Südrichtung fließend zum Grenzfluss Syrien (linkes Ufer)/Türkei und später Syrien/Irak, tritt in den Irak ein und passiert die an seinem rechten Ufer gelegene Stadt Mossul (228 m), durchfließt sodann in Südostrichtung die Mesopotamien genannte Gegend des Irak, passiert die irakische Hauptstadt Bagdad und vereinigt sich rund 500 km weiter südöstlich in Al-Qurna mit dem Euphrat zum Schatt al-Arab. Sein Einzugsgebiet ist 375.000 km² groß.

Kmusser, CC BY-SA 2.5

Der 2.736 km lange Euphrat entwässert ein Gebiet von 673.000 km² und entsteht durch Zusammenfluss der im inneren Taurusgebirge in der Region Ostanatolien entsprungenen Flüsse Murat (auch östlicher Euphrat genannt, entspringt unweit des Berges Ararat) und Karasu (auch westlicher Euphrat genannt, entspringt am Dumlu Dağıun nördlich der Provinzhauptstadt Erzurum) auf 693 m Seehöhe in der Keban-Talsperre (675 km² groß; 31 km³ Volumen), deren Staumauer (im Bild unten) 210 m hoch ist. Mit seinem längsten Quellfluss, dem Murat, hat der Euphrat eine Länge von 3.380 km.

Heinz it up 57 at en.wikipedia, CC BY-SA 2.5

Der Oberlauf des immer wieder aufgestauten Euphrat durchbricht in Südrichtung die Tauruskette, tritt in die Region Südostanatolien ein und erreicht die historische Region Obermesopotamien, wo er die historische Grenze zwischen Kleinasien und Mesopotamien bildet und u. a. zum 817 km² großen Atatürk-Stausee aufgestaut wird. Er tritt sodann 70 km südöstlich der Stadt Gaziantep bei der ehemaligen biblischen Stadt Karkemischz (siehe historische Karte unten) nach Syrien über.

© https://www.bibelwissenschaft.de/fileadmin/buh_bibelmodul/media/wibi/map/map_WILAT_Euphrat_2.jpg

Der Euphrat durchfließt sodann (das Gebiet der Syrischen Wüste östlich begrenzend) in Südostrichtung den Nordostteil Syriens, in dem bei Buṣayra von links der 320 km lange Chabur zufließt. Nach Abu Kamal (170 m) tritt der Euphrat in den Irak ein und erreicht nach rund 900 km Al-Qurna, wo er sich mit dem Tigris zum Schatt al-Arab vereinigt.

Der weitere Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres

Ab dem erwähnten Hügelzug Deveboynu, auf dem sich die Einzugsgebietsgrenzen des Kaspischen Meeres, des Atlantiks und des Indischen Ozeans treffen, setzt sich die Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres als Atlantik/Indischer Ozean-Wasserscheide fort.

In Nord- und kurz danach in Nordwestrichtung ins Zentrum des Mescit Dağları-Gebirges ansteigend und das östlich gelegene Tal des rechten Çoruh-Zuflusses Tortum Çayı vom Quellgebiet des Euphrat-Quellflusses Karasu trennend passiert die Atlantik(Schwarzmeer-Çoruh)/Indischer Ozean(Schatt al-Arab-Euphrat-Karasu)-Wasserscheide den Mescit Dağı (3.239 m, höchste Erhebung des Mescit Dağları-Gebirges), verläuft danach das Tal des Çoruh südlich begleitend in Westrichtung und passiert u. a. den nahe des „Dreiregioneneckes“ Ostanatolien/Zentralanatolien/Schwarzmerregion gelegenen Kop Dağı Geçidi-Pass (2.409 m, im Bild unten), nach dem auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Çoruh endet und jenes des Yeşilırmak beginnt.

© mapio.net/Zygmunt Borowski

Der 519 km lange Yeşilırmak entspringt in der Region Zentralanatolien in den Yeşilırmak-Bergen südlich der Ortschaft Şerefiye in der Provinz Sivas und entwässert ein Gebiet von 36.100 km². Im Oberlauf fließt er in überwiegend westnordwestlicher Richtung in die Schwarzmeerregion eintretend durch das Bergland. Dabei fließt er parallel zu dem weiter nördlich verlaufenden Kelkit Çayı, der im Unterlauf auf ihn trifft.

© https://web.cscrs.itu.edu.tr/calculation-of-flood-risk-index-for-yesilirmak-basin-turkey/

Der Yeşilırmak wird im Oberlauf von der Almus-Talsperre aufgestaut. Unterhalb dieser befindet sich die kleinere Ataköy-Talsperre. Der Yeşilırmak passiert später die Städte Tokat und Turhal. Schließlich nimmt er den Çekerek Çayı von links auf, wendet sich nach Norden und durchfließt die Großstadt Amasya (im Bild unten). Dort mündet der Tersakan Çayı von Westen kommend ein.

Ahmet Keles, CC BY-SA 3.0

Anschließend fließt der Yeşilırmak ein Stück nach Osten an Taşova vorbei bis zur rechtsseitigen Einmündung des Kelkit Çayı. Nun durchschneidet er den Gebirgszug Canik Dağları des Pontischen Gebirges in nördlicher Richtung. Die beiden Talsperren Hasan-Uğurlu (im Bild unten) und Suat-Uğurlu liegen an diesem Flussabschnitt.

Cobija, CC BY-SA 4.0

Schließlich erreicht der Yeşilırmak östlich von Samsun die Küstenebene. Er passiert noch die Stadt Çarşamba, bevor er im Çarşamba-Delta rund 500 km westlich der Çoruh-Mündung ins Schwarze Meer mündet.

Die Westrichtung beibehaltend und nach Zentralanatolien übertretend passiert die nunmehrige Atlantik(Schwarzmeer-Yeşilırmak)/Indischer Ozean(Schatt al-Arab-Euphrat)-Wasserscheide den Ahmediye Geçidi Pass (2.120 m) und den Sakaltutan Geçidi Pass (2.160 m, im Bild unten), westlich dem auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Yeşilırmak endet und jenes des Kızılırmak beginnt.

© mapio.net/mithat55

Der 1.355 km lange Kızılırmak ist der längste ausschließlich durch die Türkei fließende Fluss und entwässert ein Einzugsgebiet von 78.180 km². Er entspringt im ostanatolischen Hochland auf 2.250 m Seehöhe westlich des Kızıl-Dağ-Passes etwa 120 km östlich von Sivas und rund 150 km westlich vom Ursprung des Euphrat–Quellflusses Karasu.

Emma Pease, Erp, CC BY-SA 3.0

Zuerst in West- und Südwestrichtung fließend und in die Region Zentralanatolien übertretend, wendet er sich im zentralen Anatolien nach Durchfließen des Hirfanlı-Stausees (856 m) nach Norden bzw. Nordosten, nimmt von rechts den 426 km langen Delice Çayı (500 m) -, und von links den 211 km langen Devrez Çayı auf (407 m), durchbricht in die Schwarzmeerregion eintretend das Pontische Gebirge, in dem er durch den Altınkaya-Stausee (im Bild unten) fließt, in dessen Stauraum von Westen der 221 km lange Gökırmak einmündet.

Haluk Comertel, CC BY 3.0

Danach durchfließt der Kızılırmak noch die Derbent-Talsperre und mündet 35 km später in einem breiten Delta etwas nordwestlich von Samsun bzw. etwas nördlich von Bafra rund 90 km nordwestlich der Yeşilırmak-Mündung ins Schwarze Meer.

Die nunmehrige Atlantik(Schwarzmeer-Kızılırmak)/Indischer Ozean(Schatt al-Arab-Euphrat)-Wasserscheide passiert den Çorakboğazı Geçidi Pass (1.759 m), verläuft in Südwestrichung und endet kurz nach dem Yağdonduran Geçidi Pass (1.750 m, im Bild unten), da jenseits des Schwarzmeer(Kızılırmak)gebietes das Einzugsgebiet des Schatt al-Arab (und damit des Indischen Ozeans) endet und jenes des Seyhan (über dessen rechten Quellfluss Zamanti) beginnt, der ins Levantisches Meer genannten östlichsten Teil des Mittelmeeres mündet.

© mapio.net, Ahmet Serttürk – Eksen Baldo Pirinc

Der (inklusive Quellfluss Zamanti) 516 km lange Seyhan entsteht durch den Zusammenfluss des Zamanti mit dem Göksu (beide Flüsse entspringen im Zentrum der Türkei im Mittleren Taurusgebirge auf über 1.500 m Seehöhe und überschreiten kurz nach ihrem Urspring die Grenze zur Mittelmeerregion) nahe der Kreisstadt Aladağ auf 323 m Seehöhe.

Katpatuka, CC BY-SA 3.0

In Südrichtung durchfließt er die Provinzen Kayseri und Adana, wo er etwa 20 km südlich der antiken Stadt Tarsus ins Levantisches Meer genannten östlichsten Teil des Mittelmeeres mündet. Sein Einzugsgebiet ist 20.700 km² groß.

Westlich des Yağdonduran Geçidi Passes trennt sich die Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres von der Außengrenze des Atlantik-Einzugsgebietes,

deren weiterer (kurzer) Verlauf als Atlantik/Indischer Ozean-Wasserscheide hier einschiebend geschildert wird.

Diese dreht westlich des Yağdonduran Geçidi Passes in Südrichtung, passiert als Seyhan/Euphrat(Atlantik/Indischer Ozean)-Wasserscheide den Ziyarettepesi Gecidi Pass (1.900 m), tritt in die Mittelmeerregion ein und wird zur Ceyhan/Euphrat-Wasserscheide, da jenseits des Euphratgebietes das Einzugsgebiet des Seyhan endet und jenes des Ceyhan beginnt.

Der 509 km lange Ceyhan ist wie der Seyhan ein Zufluss des Levantischen Meeres. Er entspringt in der Nähe der Stadt Elbistan (Mittelmeerregion) im Taurusgebirge, fließt in Südwestrichtung und mündet 50 km östlich der Seyhanmündung in den Golf von İskenderun (= Nordostecke des Levantischen Meeres). Sein Einzugsgebiet ist 21.200 km² groß.

Katpatuka, CC BY-SA 3.0

Die Ceyhan/Euphrat(Atlantik/Indischer Ozean)-Wasserscheide passiert in Südrichtung den von der Fernstraße D300 (im Bild unten) untertunnelten Karahan Geçidi Pass (1800 m), passiert die Kleinstadt Nurhak (1.400 m), vollzieht eine Ostausbuchtung, dreht in Südwestrichtung und wird knapp bevor sie von der Autobahn O-52 gequert wird zur Orontes/Euphrat-Wasserscheide (über den Orontes-Zufluss Karasu Çayı), da dort jenseits des Euphratgebietes das Einzugsgebiet des Ceyhan endet und jenes des Orontes beginnt.

© memurlar.net/haber

Der auch Asi genannte 571 km lange Mittelmeer(Levantemeer)zufluss Orontes entspringt im nördlichen Libanon auf 910 m Seehöhe einer Karstquelle in der Bekaa-Ebene nördlich der Stadt Baalbek, fließt in Nordrichtung auf syrisches Staatsgebiet, passiert die Städte Homs und Hama (280 m), wird zum Grenzfluss Türkei/Syrien (rechtes Ufer), tritt in Nordwestrichtung drehend nach der syrischen Grenzortschaft Et Tloul in die Türkei (Region Südostanatolien) ein, erreicht in Westrichtung die Stadt Antakya, an deren Nordrand von Norden der Afrin zufließt (80 m), dem seinerseits kurz vorher von rechts der Karasu Çayı zugeflossen ist.

Erp, CC BY-SA 4.0; Der Flussverlauf des Orontes. Im Karteneck links oben (westlich des Golfes von İskenderun) sind auch die Flussläufe der bereits beschriebenen Flüsse Seyhan und Ceyhan erkennbar

Der Orontes dreht im Stadtgebiet von Antakya in Südwestrichtung und mündet nach 25 km rund 100 km südlich des Golfes von İskenderun bei Samandağ ins Levantische Meer. Sein Einzugsgebiet ist 22.300 km² groß.

Als Orontes/Euphrat-Wasserscheide passiert die Atlantik/Indischer Ozean-Wasserscheide den Akyokusi Gecidi Pass (546 m) und endet rund 60 km nördlich der syrischen Grenze westlich der türkischen Stadt Gaziantep (im Bild unten), da sich zwischen der die Südrichtung beibehaltenden parallel zur Ostküste des Mittelmeeres und später die Staatsgebiete von Syrien, Libanon und Israel durchlaufenden Atlantik(Mittelmeer)-Einzugsgebietsgrenze im Westen und der in Südostrichtung weiter auf syrisches Staatsgebiet übertretenden und Mesopotamien westlich begrenzenden Einzugsgebietsgrenze des Indischen Ozeans (Euphrat) im Osten das riesige sich bis auf die Arabische Halbinsel erstreckende abflusslose (endorheische) Gebiet des Vorderen Orients, dessen tiefster Punkt das vom Jordan gespeiste Tote Meer (- 478 m) ist, breit macht, dessen nördlichster Teil der Syrischen Wüste zugeordnet wird.

annette von spiegel, CC BY-SA 3.0

Im noch auf türkischem Staatsgebiet zwischen den Einzugsgebietsgrenzen des Indischen- und des Atlantischen Ozeans gelegenen „Nordzipfel“ des erwähnten endorheischen Gebietes des Vorderen Orients liegt das Quellgebiet des 129 km langen Quwaiq, der auch Aleppo-Fluss genannt wird, da er in Südrichtung fließend die Syrische Grenze überschreitet, die Stadt Aleppo passiert (im Bild unten) und in der Ebene südlich von Aleppo versickert. Vor der Jahrtausendwende war der Fluss Quwaiq infolge von Bewässerungsprojekten auf türkischer Seite ausgetrocknet und es wurde deshalb künstlich Wasser aus dem Euphrat umgeleitet, um den toten Fluss und damit die Landwirtschaft in der Ebene südlich von Aleppo wiederzubeleben.

Rokos Frangos, CC BY 2.0

Die Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres verläuft ab der Trennung von der Außengrenze des Atlantik-Einzugsgebietes innerhalb des Atlantik(Mittelmeer)gebietes als nunmehrige Schwarzmeer(Kızılırmak)/Levantisches Meer(Seyhan)-Wasserscheide das Südufer des Kızılırmak in Südwestrichtung begleitend und endet nach rund 200 km in der Mittelmeerregion südlich von Kayseri, da dort jenseits des Kızılırmakgebietes das Einzugsgebiet des Seyhan (und damit auch des Levantischen Meeres) endet und das endorheische Gebiet Inneranatoliens beginnt, das von zahlreichen abflusslosen und meist salzigen, von Kleinbächen gespeisten Endseen bedeckt ist.

Die Kızılırmak-Einzugsgebietsgrenze passiert zunächst allmählich in Nordwestrichtung drehend und nach Zentralanatolien zurückkehrend nördlich die auf über 1.000 m Seehöhe gelegenen Salzseen Yay Gölü, Sobe Gölü und Çöl Gölü, nach weiteren 120 km den Tuz Gölü (925 m, nach dem ostanatolischen ebenfalls abflusslosen Vansee der zweitgrößte See der Türkei, mit fast 33 % Salzanteil einer der salzigsten Seen der Welt, im Bild unten) und endet unmittelbar nach nördlicher Passage des deutlich kleineren Grundwassersees Düden Gölü (950 m) in der Ägäisregion am Haydar Tepesi (1.306 m), da auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Kızılırmak endet und jenes des Schwarzmeerzuflusses Sakarya beginnt.

© gezipedia.net

Der 824 km lange Sakarya ist (nach Euphrat und Kızılırmak) der drittlängste Fluss der Türkei.

Shannon, CC BY-SA 4.0

Er entspringt auf rund 1.000 m Seehöhe im Westen Kleinasiens in der Provinz Afyonkarahisar der Ägäisregion, fließt zuerst kurz nach Osten Richtung Inneranatolien und tritt in die Region Zentralanatolien ein, dreht in Nordrichtung und nimmt am Plateau der Kreisstadt Polatli zuerst von links den 436 km langen Porsuk Çayı (650 m) -, und kurz danach von rechts den im Zentrum der Türkischen Hauptstadt Ankara aus dem (nicht sehr appetitlichen, siehe Bild unten) Zusammenfluss von Çubuk Çayı und Hatip Çayı entstandenen 140 km langen Ankara Çayı auf, dreht in Westrichtung und durchläuft bis zur 220 km entfernten Stadt Mihalgazi (214 m) mehrere Staustufen, dreht danach wieder in Nordrichtung, tritt in die Schwarzmeerregion ein und mündet bei Karasu rund 500 km westlich der Kızılırmak-Mündung und 160 km östlich der Meerenge des Bosporus ins Schwarze Meer. Der Sakarya hat ein Einzugsgebiet von 53.800 km².

© youtube.com/ahmetsoyak1

Die Schwarzmeer(Sakarya)-Einzugsgebietsgrenze passiert nordwestlich den Samsam Gölü (980 m), dreht in Westrichtung und passiert nördlich die zeitweise durch den Fluss Eber verbundenen Seen Akşehir Gölü (954 m, salziger Endsee) und Eber Gölü (967 m, Grundwassersee), passiert in Nordwestrichtung das Tal des südlich verlaufenden 100 km langen Eber Gölü-Zuflusses Akarçay aufwärts begleitend die westanatolische Stadt Afyonkarahisar (im Bild unten der Burgberg) und es endet im Nordwesten des bis zu 2.309 m hohen in der Ägäisregion gelegenen Gebirgszugs Murat Dağı, dessen Nordabhänge vom linken Sakaryazufluss Porsuk Çayı entwässert werden, jenseits des Einzugsgebietes des Schwarzen Meeres das endorheische Gebiet Inneranatoliens und es beginnt jenes des Marmarameerzuflusses Simav Çayı (durch dessen rechten Zufluss Adırnaz Çayı).

Klaus-Peter Simon, CC BY 3.0

Der 321 km lange Simav Çayı entspringt in der Ebene von Simav auf rund 900 m Seehöhe im Nordwesten Kleinasiens in der Provinz Kütahya der Ägäisregion, fließt zuerst in Nordwestrichtung und trutt in die Marmararegion ein, wird in deen Provinz Balıkesir von der Çaygören-Talsperre aufgestaut (200 m), von der er in Nordrichtung abfließt.

Kmusser, CC BY-SA 4.0

Er tritt in die Provinz Bursa über und passiert die Kleinstadt Karacabey (26 m), nach der er von links den 150 km langen Manyas Çayı -, und von Osten den 250 km langen Adırnaz Çayı sowie den 203 km langen Nilüfer Çayı aufnimmt (5 m). Er erreicht als Çapraz Çayı die Südküste des Marmarameeres rund 100 km südwestlich der an der Nordküste gelegenen türkischen Hauptstadt Istanbul. Der Simav Çayı hat ein Einzugsgebiet von 22.400 km².

Die zur Schwarzmeer/Marmarameer(Sakarya/Simav Çayı)-Wasserscheide gewordene Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres verläuft, – das Quellgebiet des Adırnaz Çayı im Westen vom Quellgebiet diverser Zuflüsse des Porsuk Çayı im Osten trennend -, in Nordrichtung, tritt in die Marmararegion ein und passiert östlich die Stadt Bursa, nach der jenseits des Schwarzmeergebietes das Einzugsgebiet des Simav Çayı endet und jenes des auf 85 m Seehöhe gelegenen 298 km² großen Sees Iznik Gölü (im Bild unten eine Satellitenaufnahme) beginnt, der über den 8 km langen Karasak Deresi ins Marmarameer entwässert und dieses an dessen Ostküste in der Stadt Gemlik rund 60 km östlich der Çapraz Çay-Mündung erreicht.

NASA.jpg, Darwinek (talk | contribs), CC0

In Nordostrichtung passiert die Schwarzmeer(Sakarya)/Marmarameer(Karasak Deresi)-Wasserscheide die am Ostufer des Iznik Gölü gelegene Kleinstadt Nikaia, tritt in die Provinz Kocaeli über und endet, da jenseits des Schwarzmeergebietes das Einzugsgebiet des Karasak Deresi endet und jenes des Kirazdere beginnt, der auf 650 m Seehöhe im Naturschutzgebiet Beşkayalar Tabiat Parkı entspringt, im Oberlauf zwecks Trinkwasserversorgung aufgestaut wird (175 m), in Nordrichtung den Stauraum verlässt, in der Küstenebene in Westrichtung dreht und südlich der Stadt Izmit rund 100 km nordöstlich von Gemlik in den Golf von Izmit (östlichster Teil des Marmarameeres, im Bild unten) mündet.

ISS Expedition 24 crew – NASA Earth Observatory

Die nunmehrige Schwarzmeer(Sakarya)/Marmarameer(Kirazdere)-Wasserscheide durchläuft in Nordrichtung einen bloß 20 km breiten Korridor zwischen der Ostküste des Marmarameeres im Westen und dem in den Sakarya entwässernden auf 33 m Seehöhe gelegenen 45 km² großen See Sapanca Gölü im Osten (im Bild unten), in dem jenseits des Schwarzmeergebietes das Einzugsgebiet des Kirazdere endet und jenes des rund 20 km langen Kumla Deresi beginnt, der auf unter 100 m Seehöhe  im nordöstlich der Hafenstadt Izmit gelegenen Hügelgebiet entspringt und 2 km nördlich der Kirazderemündung im Stadtgebiet von Izmit in den gleichnamigen Golf des Marmarameeres mündet.

© milliyet.com.tr
Flussverlauf des Kumla Deresi

Die zur Sakarya/Kumla Deresi-Wasserscheide gewordene Einzugsgebietsgrenze zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer steigt, – das Einzugsgebiet des Kumla Deresi östlich begrenzend -, ins nordöstlich von Izmit gelegene Hügelgebiet an, passiert die Ortschaft Balören westlich, dreht in Westrichtung und endet, da jenseits des Marmarameergebietes das Einzugsgebiet des Sakarya endet und jenes (368 km² große) des rund 137 km langen Sarisu Deresi beginnt, der als Sulucadüzü Deresi am Taşlı Tepe (360 m) entspringt, in Nordrichtung fließend den Namen Sarisu Deresi annimmt, als solcher das Stadtgebiet von Kandira durchfließt und kurz danach rund 60 km westlich der Sakaryamündung ins Schwarze Meer mündet (im Bild unten).

© nenerede.com.tr

Die Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide verläuft als  Sarisu Deresi/Kumla Deresi-Wasserscheide in Westrichtung, tritt ins Gebiet der 90 km langen (Ost-West) und rund 35 km breiten die Meerenge des Bosporus östlich begrenzenden Halbinsel Kocaeli ein und endet rund 10 km nördlich von Izmit am Ostrand des Forstgebietes Kocaeli Kent Ormanı, da sowohl das südlich gelegene Einzugsgebiet des Kumla Deresi endet, als auch auf der nördlich gelegenen Schwarzmeerseite das Einzugsgebiet des Sarisu Deresi endet und jenes des Koca Deresi beginnt.

Der 50 km lange Koca Deresi ist der Abfluss des Stausees Sipahiler Göleti, der im Südosten der Halbinsel Kocaeli in der gleichnamigen Provinz rund 15 km nördlich der am Nordufer des Marmarameeres gelegenen Hafenstadt Derince am Nordwestrand des Forstgebietes Kocaeli Kent Ormanı auf 250 m Seehöhe als Trinkwasserspeicher angelegt wurde. In grundsätzlicher Nordrichtung fließend erreicht er 35 km östlich der Sarisumündung bei Ağva Merkez die Südküste des Schwarzen Meeres (im Bild unten kurz vor der Mündung in Ağva).

© mapio.net/Vural Atilgan

Die Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide verläuft im Südteil der im Norden vom Schwarzen Meer, im Süden vom Golf von Izmit des Mamarameeres, und im Westen vom Bosporus begrenzten Halbinsel Kocaeli in Westrichtung parallel zur kaum 10 km entfernten Nordküste des Golfs von Izmit, zu dem keine ständig wasserführenden Bäche abfließen bzw. solche zu Bewässerungszwecken abgeleitet werden. Auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide endet nach kaum 20 km nahe dem Dorf Tepecik das Einzugsgebiet des Koca Deresi und es beginnt jenes des Stausees Ömerli Barajı (durch dessen Zufluss Kiremitli Deresi) und damit des Riva Deresi.

© https://kampveyaban.com/wp-content/uploads/2020/05/IMG_7578-scaled.jpg

Der 70 km lange Riva Deresi wird in der Provinz Istanbul im Stadtteil Çekmeköy rund 20 km östlich der Meerenge des Bosporus auf 52 m Seehöhe zum 23 km² großen Ömerli Barajı (im Bild oben) aufgestaut, der der Leitungswasserversorgung der Großstadt Istanbul dient und es werden sämtliche von der Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide auf der Kocaeli-Halbinsel westlich von Tepecik in Nordrichtung abfließende Gewässer diesem Stausee zugeleitet. Der rund 30 km lange Abfluss des Stausees mündet 60 km westlich von Ağva Merkez und 5 km östlich des Bosporus ins Schwarze Meer.

In obiger Karte © earthobservatory.nasa.gov ist in der rechten Hälfte die im Süden vom Golf von Izmit begrenzte asiatische Halbinsel Kocaeli und auf dieser schemenhaft in der Nordwestecke der Flusslauf des Riva Deresi erkennbar. Südlich des Golfes liegt der See Iznik Gölü. Die westlich des Bosporus gelegene europäische Halbinsel Çatalca ist in der linken Kartenhälfte erkennbar

Die Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide erreicht die Metropolregion und das Stadtgebiet von Istanbul, durchläuft in Nordrichtung drehend einige asiatische Stadtbezirke der Türkischen Hauptstadt, passiert westlich den Ömerli Barajı und dreht im Polonezköy Naturpark (Quellgebiet des Göksü Deresi) in Westrichtung.

© https://www.mehmetakinci.com.tr/goksu-deresi-anadoluhisari-istanbul.html

Die auch die süßen Wasser Asiens genannten Quellbäche des kaum 10 km langen Göksü Deresi entspringen auf rund 150 m Seehöhe im Westteil des Polonezköy Naturparks, vereinigen sich in Westrichtung abfließend zum Göksü Deresi, der asiatische Stadtteile Istanbuls (im Bild oben bei Anadoluhisarı) durchfließt und südlich der Europa mit Asien verbindenden Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke (im Bild unten) in die Meerenge des Bosporus einmündet.

Julian Nyča, CC BY-SA 4.0

Die das Einzugsgebiet des Göksi Deresi nördlich begrenzende Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres endet schließlich nach kaum 15 km im Stadtteil Beykoz (im Bild unten vom gegenüber gelegenen Europäischen Stadtteil Sariyer aus gesehen) rund 2 km nördlich der Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke am asiatischen Ostufer der 30 km langen und 700 – 2.500 m breiten Meerenge des Bosporus.

Alpaslan Türköz, CC BY 3.0

Die Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide setzt sich jenseits des Bosporus in Europa auf der Balkanhalbinsel auf der die Meerenge westlich begrenzenden Halbinsel Çatalca entlang des dortigen Belgrader Wald (Belgrad Omani, 230 m, siehe Lagekarte unten) genannten Hügelzuges fort (siehe Kapitel Die außeralpine Donau/Adria- und die Balkan-Wasserscheide).

Open Street Map – http://www.openstreetmap.org/, CC BY-SA 2.0

Sie tritt als Schwarzmeer/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide vom Europäischen Teil der Türkei nach Bulgarien über, quert dessen Staatsgebiet, durchläuft in der Folge Teile Serbiens und Nordmazedoniens und wird im Kosovo westlich des Amselfeldes bei der Bifurkation der Nerodimka (im Bild unten) zur Donau(Schwarzmeer)/Adria-Wasserscheide.

Musli Berisha, CC BY-SA 4.0

Diese durchläuft die Staatsgebiete von Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Kroatien, tritt in Slowenien am Razdrtoplateau ins Alpengebiet ein, durchläuft sodann Teilgebiete Italiens, erreicht als Grenzkamm Italien/Österreich die Schweiz, in der sie am in der Kette des Alpenhauptkamms gelegenen Lunghinpass (2.644m, im Bild unten) endet, da dort auch das Einzugsgebiet der Adria endet.

Friedrich-Karl Mohr, CC BY-SA 3.0 de

Dort vereinigt sich die Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres mit der Europäischen Hauptwasserscheide (siehe Kapitel Die Europäische (Eurasische) Hauptwasserscheide), der sie als Schwarzmeer(Donau)/Nordsee(Rhein)-Wasserscheide Österreich im Grenzgebiet der Bundesländer Tirol/Vorarlberg querend folgt, in Deutschland nördlich des Bodensees bei Schwackenreute das Alpengebiet wieder verlässt und das Fichtelgebirge erreicht, ab dem sie als Schwarzmeer(Donau)/Nordsee(Elbe)-Wasserscheide weiter verläuft, Österreich neuerlich quert, in Nordrichtung nach Tschechien übertritt und im tschechisch/polnischen Grenzgebirgsstock Glatzer Schneeberg am auch Dreimeerenberg (Trójmorski Wierch) genannten Nebengipfel Klapperstein (1.145 m) zur Schwarzmeer/Ostsee-Wasserscheide wird.

© mapa-turystyczna.pl/Jurek Kiełb

Diese tritt als Donau/Oder-Wasserscheide nach Polen über, wird zur Donau/Weichsel-Wasserscheide, durchläuft die Slowakei, verläuft als Grenzkamm Polen/Slowakei bis zum Dreiländereck Slowakei/Polen/Ukraine, tritt sodann in die Ukraine über und wird kurz danach östlich des im 1. Weltkrieg umkämpften Uschokpasses (im Bild unten das Denkmal für die dort gefallenen österreichisch-ungarischen und russischen Soldaten) zur Dnjestr/Weichsel-Wasserscheide. Als solche durchläuft sie ukrainisches Staatsgebiet und wird kurz vor ihrem Übertritt nach Weißrussland zur Dnjepr/Weichsel-Wasserscheide.

User:VargaA, CC BY-SA 4.0

Innerhalb Weißrusslands wird die Schwarzmeer/Ostsee-Wasserscheide noch bevor sie zum Weißrussischen Höhenrücken ansteigt zur Dnjepr/Memel-Wasserscheide und bevor sie diesen Höhenzug wieder verlässt zur Dnjepr/Daugava-Wasserscheide.

Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 2.5

Als solche überschreitet sie von den Smolensker Höhen in die Waldaihöhen übergehend die russische Grenze (Oblast Smolensk) und erreicht in diesen am nördlichsten Punkt des Schwarmeereinzugsgebietes (siehe Karte unten) wieder die Außengrenze des Atlantikeinzugsgebietes und damit den Ausgangspunkt des gegenständlichen Kapitels.

Tentotwo, CC BY-SA 3.0