Colla San Bernardo di Mendatica

1.263 m, Ligurische Alpen, Centa/Po

Vom obersten Arrosciatal (Talort Mendatica, 778 m) führt eine Straße über diese Colla San Bernardo di Mendatica genannte Passhöhe ins Tal des Tanaroquellflusses Tanarello, entlang dessen Talrand sie weiter leicht ansteigend den auf über 1.300 m Seehöhe liegenden Wintersportort Monesi (im Bild unten) an der Ostseite des Monte Saccarello (2.200 m) erreicht.

© caibordighera

Dieser ist Quellberg des Tanarello, bildet die Grenze zu Frankreich (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur). und ist zugleich südlichster Gipfel des Alpenhauptkammes.

Da durch das klammartige Tanarellotal keine Straße führt, muss man, um ins Tanarotal zu gelangen, über Briga Alta und den Passo della Colletta (1.623 m) ins Negronetal (Negrone und Tanarello sind die Quellflüsse des Tanaro) wechseln. Durch dieses führt dann eine kleine Bergstraße ins Tanarotal hinunter und erreicht nach rund 40 km Ormea.

Wasserscheide  Äußerer Alpenbogen Innerer Alpenbogen
Abflüsse  Arroscia – Centa Tanarello – Tanaro – Po
Mündung  Ligurisches Meer Adriatisches Meer
von Verlauf des Alpenhauptkamms und der Alpenhauptwasserscheide bis
Colla San Bernardo di Mendatica Der Hauptkamm steigt weiter in Südwestrichtung an, umgeht über den Passo Garlenda (2.012 m, nur von der Südseite anfahrbar) den südlichen Talschluss des Tanarellotales und erreicht am Monte Saccarello die französische Grenze. Der Alpenhauptkamm folgt weiter in Nordrichtung dem Grenzverlauf und erreicht gleich an der Nordflanke des Monte Saccarello den Passo di Tanarello (2.045 m). Dieser ist Teil der nur geschotterten und teilweise unbefestigten Ligurischen Grenzkammstraße, die von der Küste bei Ventimiglia ausgehend und mehrere Pässe passierend in Nordrichtung verläuft, beim Monte Saccarello den Alpenhauptkamm erreicht und diesen, weitere (geschotterte) Pässe passierend, bis zum Tendapass begleitet. Der Alpenhauptkamm steigt vom Tanarellopass in Nordrichtung zur Punta Marguareis (2.651 m, höchsten Gipfel der Ligurischen Alpen) an, dreht in Westrichtung und erreicht über den Testa Ciaudon (2.386 m) den Tendapass. Colle di Tenda

Am Monte Saccarello endet im Äußeren Alpenbogen das Einzugsgebiet der Centa und es beginnt das Einzugsgebiet der Roya, die in Ventimiglia ins Ligurische Meer einmündet.

Am Monte Saccarello befindet sich auf 2.164 m Höhe die fast 10 Meter hohe Erlöserstatue Il Cristo Redentore („Die Erlösung Christi“). Sie soll Ligurien und die umliegenden Täler beschützen. Papst Leo XIII. entschied mit der Enzyklika vom 25. Mai 1899, das Heilige Jahr 1900 dem Herz Jesu zu widmen. Dazu sollten auf zwanzig Berggipfeln Italiens Erlöserstatuen errichtet werden. In der Region Ligurien eignete sich der Monte Saccarello neben seiner Höhe auch wegen der Nähe zur Grenze Frankreichs.

Die Statue wurde von dem Architekten Giovanni Pachiaudi in Paris gegossen. Sie wurde mit der Bahn nach Ormea im Tanarotal gebracht und von dort aus mit Hilfe des Militärs an ihren heutigen Standort transportiert. Die Statue wurde mit einer Messe am 15. September 1901 eingeweiht. An der Weihe A Protezione della Liguria et delle Valli Sottostanti (Zur Beschützung von Ligurien und der umliegenden Täler) nahmen über 6.000 Menschen teil. „Il Redentore“ ist eine der wenigen von den ursprünglich geplanten 20 Statuen, die aufgestellt wurden und bis heute erhalten sind.