Die Griechische Wasserscheide (Ägäis/Adria und Ionisches Meer)

Die im Kosovo am Westrand des Amselfeldes am Bergstock Crnoljeva am Ende der Donau/Adria-Wasserscheide von dieser in Südrichtung abzweigende Ägäis/Adria-Wasserscheide verlässt das Dinarische Gebirge, quert als Vardar/Buna(Drin)-Wasserscheide den sich auch über Nordmazedonisches Staatsgebiet erstreckenden Nationalpark Šara planina. In den Karten unten als Orientierungshilfe die Einzugsgebiete der im Hauptkapitel Balkan-Wasserscheiden detaliert beschriebenen Flüsse Vardar und Buna.

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© izw.baw.de/Technische Universität Dresden –Fakultät BauingenieurwesenInstitut für Wasserbau und Technische Hydromechanik

Die Vardar/Buna(Drin)-Wasserscheide erreicht nach Überwindung des rund 1.500 m hohen Prevallepasses den die Grenze zur Republik Nordmazedonien bildenden Hauptkamm der Šar Planina westlich des Crn vrv (2.585 m, im Bild unten).

Szupa, CC BY-SA 3.0

In diesem Unterkapitel sind die Schilderungen der Einzugsgebiete der in die Ägäis entwässernden Flüsse durch dunkelblaue Schrift -, jene der in die Adria und ins Ionische Meer entwässernden Flüsse durch türkise Schrift gekennzeichnet.

Die Ägäis(Vardar)/Adria(Buna)-Wasserscheide folgt diesem von Südwest- in Südrichtung drehenden das oberste Vardartal westlich begrenzenden Grenzkamm bis zur Südspitze des Kosovo, wo sie nach Nordmazedonien übertritt, annähernd parallel zur 25 km weiter westlich verlaufenden albanischen Grenze zwischen dem östlich gelegenen Vardar-Quellgebiet und dem in den Schwarzen Drin entwässernden Mavrovo(stau)see (1.280 m, im Bild unten) ins das Tal des Vardar-Zuflusses Treska westlich begrenzende Bistra-Bergmassiv und danach ins Baba-Gebirge, dem nördlichsten Teil des mehr als 150 km langen sich in Nord-Südrichtung erstreckenden Pindos-Gebirges, übergeht.

Ggia, CC BY 3.0

Der Baba-Gebirgsstock begrenzt einerseits westlich den Pelagonien genannten Landesteil Nordmazedoniens, und andererseits östlich den sich auf 273 km² erstreckenden Prespasee (auch Großer Prespasee, 849 m, im Bild unten), in dem das Dreiländereck Nordmazedonien/Albanien/Griechenland liegt und der unterirdisch in den nordwestlich und 200 m tiefer gelegenen 349 km² großen Ohridsee entwässert, der Ursprung des Schwarzen Drins ist und von der Staatsgrenze Albanien/Nordmazedonien durchlaufen wird.

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Die den Westteil des Staatsgebietes der Republik Nordmazedonien in Nord-Südrichtung querende Ägäis/Adria-Wasserscheide durchläuft den in der Südwestecke Nordmazedoniens gelegenen Nationalpark Pelister, der nach der höchsten Erhebung des Baba-Bergstockes (2.601 m) benannt ist, und überschreitet an dessen Südende die Staatsgrenze zu Griechenland (Region Westmakedonien), wo kurz danach im Verno genannten Gebirgsstock (höchster Berg Vitsi, 2.128 m, im Bild unten) des Pindos-Gebirges auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Axios (Vardar) endet und jenes des Aliakmonas beginnt.

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Der 297 km lange Aliakmonas ist der längste Fluss Griechenlands (in der Abbildung unten der Flusslauf) und hat ein Einzugsgebiet von 25.000 km².

Dorieo21 (talk | contribs), CC0

Er entspringt in Nordgriechenland im nördlichen Pindos-Gebirge in der Region Westmakedonien am Osthang des Grammos-Bergstockes (2.520 m) nahe der albanischen Grenze, fließt vorerst in Ostrichtung, dreht bei der Stadt Kastoria in Südost -, und bei Paliouria in Nordostrichtung, wird zum Polytytos See aufgestaut, tritt danach in die Region Zentralmakedonien über, erreicht bei der Stadt Veria die Zentralmakedonische Tiefebene, dreht in dieser wieder in Südostrichtung und mündet rund 40 km südwestlich von Thessaloniki in den Thermaischen Golf und somit in die Ägäis. Sein Delta bildet die westliche Fortsetzung des Axios(Vardar)deltas.

© hellenica.de/CC0; Aliakmonasmündung links, Vardarmündung von vorne

Nach dem Großen Prespasee passiert die Ägäis(Aliakmonas)/Adria(Buna)-Wasserscheide auch den südlich von diesem nur 4 m höher gelegenen 45,39 km² großen Kleinen Prespasee, von dem nur der „Südwestzipfel“ zu Albanien -, der Rest zu Griechenland gehört, bei dem auf der Adria-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Buna endet und jenes des Seman beginnt, der südlich der Lagune von Karavasta in die Adria mündet. Dazu sei angemerkt, daß der grundsätzlich in den Großen Prespasee (und somit über Schwarzen Drin und Drin in die Buna) entwässernde Kleine Prespasee (im Bild unten) bei Hochwasser übergeht und über dessen Südufer Wasser in die vom Seman-Quellfluss Devoll durchflossene Ebene von Korça abfließt und somit der Übergang vom Buna- ins Seman-Einzugsgebiet tatsächlich „fließend“ ist.

© Tasho-wikimapia

Die beiden Prespaseen und der Ohridsee stehen großteils unter Naturschutz und liegen in teilweise grenzübergreifenden Nationalparks, in denen zahlreiche selten vorkommende und vom Aussterben bedrohte Fisch- und Vogelarten vorkommen. Die endemische rund 60 cm große und bis zu 5 kg schwere Ohridforelle (Salmo letnica) soll derart schmackhaft sein, dass ein Feinschmecker unter den Sultanen des Osmanischen Reiches eine permanente Reiterstaffel zwischen dem Seengebiet und dem fast 900 km entfernten Konstantinopel organisiert haben soll, durch die gewährleistet war, dass die frisch gefangenen Fische sozusagen im Dauergalopp transportiert raschest den Sultanspalast erreichen konnten.

Albinfo, CC BY-SA 3.0

Der 85 km lange Seman entsteht aus dem Zusammenfluss der Quellflüsse Devoll und Osum bei der albanischen Stadt Kuçova (50 m) und entwässert ein Einzugsgebiet von 5.649 km². Mit dem Devoll als Oberlauf kommt der Seman auf eine Länge von 281 km und bildet damit (nach dem Drin) den zweitlängsten Flusslauf Albaniens.

© deacademic.com; Die Einzugsgebiete des Seman und des südlich benachbarten Aoos

Der Devoll entspringt (wie auch der Osum) im Südosten des Landes an den Nordhängen des Grammos-Gebirges auf 1.800 m Seehöhe im Grenzgebiet zu Griechenland. Er durchquert nördlich der Stadt Korça die gleichnamige Ebene und danach die Malikebene, nach der er in Nordwestrichtung in einem gewundenen Tal mehrere Bergketten durchbricht, ehe er bei Gramsh in einem größeren See gestaut wird. Weiter westlich kommt es dann zur Vereinigung mit dem Osum zum Seman, der schließlich in Mittelalbanien südlich der Lagune von Karavasta (im Bild unten) in die Adria mündet.

Maksim , CC BY-SA 3.0

Südlich des Kleinen Prespasees vereinigt sich die Aliakmonas/Seman-Wasserscheide mit der Staatsgrenze zu Albanien, die in Südrichtung das Quellgebiet des Aliakmonas westlich passierend zum Gipfel des Grammos-Gebirges (im Bild unten) ansteigt, in dessen Umgebung jenseits des Ägäis-Gebietes das Einzugsgebiet des Seman bereits wieder endet und jenes des Aoos beginnt.

Kkostagiannis, CC BY 3.0

Der 272 km lange Aoos (alb: Vjosë, dt: Vjosa) entwässert ein Einzugsgebiet von 6.706 km² (siehe Karte oben) und entspringt im südlichen Pindos-Gebirge am Nordhang des Mavrouni-Berges in der griechischen Region Epirus, fließt stets in grundsätzlicher Nordwestrichtung, passiert südlich den im Zentrum des Pindos-Gebirges gelegenen Bergstock Smolikas (2.637 m, zweithöchster Berg Griechenlands, im Bild unten), wird, – nachdem von Osten der 50 km lange an den Südabhängen des Grammos-Berges entsprungene und im Unterlauf die Staatsgrenze Albanien/Griechenland bildende Sarantaporos zugeflossen ist -, kurz selbst zum Grenzfluss zwischen Griechenland (linkes Ufer) und Albanien und tritt sodann rund 80 km unterhalb seiner Quelle auf albanisches Staatsgebiet über.

Deyan Vasilev ( Dido3 ), CC BY-SA 3.0

Innerhalb Albaniens passiert der nunmehr Vjosë genannte Fluss die Kleinstadt Përmet (im Bild unten), durchfließt in Westrichtung zwischen den Bergen Trebeshina und Dhëmbel eine enge Schlucht, nimmt bei Tepelena den von Süden ebenfalls aus Griechenland kommenden Drinos auf, passiert (wieder in Nordwestrichtung) die fruchtbare Ebene Myzeqeja und erreicht schließlich 15 km westlich der albanischen Küstenortschaft Bishan die Adria am Nordeingang der Straße von Otranto, die das Adriatische Meer im Norden vom Ionischen Meer im Süden trennt.

Joergsam, CC BY-SA 3.0

Die zur Aliakmonas/Aoos-Wasserscheide gewordene Ägäis/Adria-Wasserscheide verlässt in der Grammos-Gipfelregion die Staatsgrenze, verläuft (ab dort stets innerhalb Griechenlands) das Quellgebiet des Aliakmonas im Norden von jenem des Aoos-Zuflusses Sarantaporos im Süden trennend kurz in Ostrichtung, um dann in Südostrichtung entlang des bis zu 1.805 m hohen Voio-Bergrückens, der das oberste Sarantaporostal östlich begrenzt, – von der Region Westmakedonien in die Region Epirus übertretend -, entlang einer dem Hauptkamm des Pindos östlich vorgelagerten Bergkette bis zum tatsächlich 1.705 m hohen Katarapass (im Bild unten) zu verlaufen, kurz vor dem sie sich mit der Grenze zur Region Thessalien vereinigt und danach auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Aliakmonas endet und jenes des Pinios beginnt.

© Panoramio

Der 217 km lange Pinios ist der Hauptfluss der Region Thessalien und hat ein Einzugsgebiet von 10.600 km². Er entspringt im Grenzgebiet zur Region Epirus mit zwei Quellflüssen aus dem südlichen Pindos-Gebirge. Der nördliche Quellfluss Malakasiotiko entspringt an der Südostflanke des Berges Mavrovouni östlich des Katarapasses und der von diesem südwestlich gelegenen Ortschaft Metsovo. Östlich von Metsovo entspringt der zweite Quellfluss Baltos am Übergang zwischen den Bergstöcken Lakmos und Mavrovouni. Die Quellflüsse vereinigen sich nördlich der Ortschaft Matoneri.

© fis.freshwatertools.eu/EU FP7 MARS project

Erst nach nördlichem Zufluss des Ion rund 20 km südöstlich von Matoneri wird der Fluss Pinios genannt, passiert als solcher die Kleinstadt Kalambaka und hat damit die Nordostecke der Thessalischen Tiefebene erreicht.

Marco Pacchiarini, CC BY-SA 2.5

In dieser umfließt er im Abstand von 5 km die Stadt Trikala, nach der er in Ostrichtung mäandernd nach 70 km die Regionshauptstadt Larisa erreicht, ab wo er bis zur Ortschaft Rodia 20 km lang Nordrichtung einnimmt und danach in Nordostrichtung das 8 km lange und stellenweise nur 40 m breite Tembi Tal (im Bild oben) durchfließt, dass im Süden vom Ossa-Gebirge und im Norden vom Olymp-Massiv (im Bild unten), dessen Hauptgipfel mit 2.918 m der höchste Berg Griechenlands ist, begrenzt wird.

© koehle.greece-urlaub

Am unteren Ende des Tales, durch das auch die Eisenbahnhauptstrecke und die Autobahn A 1 (Thessaloniki-Athen) verlaufen, teilt sich der Fluss in 2 Mündungsarme und fließt am Südende des Thermaischen Golfes in die Ägäis.

Als Pinios/Aoos-Wasserscheide fällt die Ägäis/Adria-Wasserscheide zur das Quellgebiet des Aoos im Nordwesten von jenem des Pinios-Quellbaches Malakasiotiko im Osten trennenden Scheitelhöhe des Katarapasses (1.705 m) ab, steigt zur die Passhöhe südlich begrenzenden Berkette an und endet dort, da auf dieser Kammhöhe jenseits des Ägäis-Einzugsgebietes das Einzugsgebiet des Aoos (und damit auch der Adria) endet und jenes des ins Ionische Meer mündenden Arachthos beginnt und somit die „Griechische Wasserscheide“ von der Ägäis/Adria-Wasserscheide zur Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide wird.

© riverwatch.eu

Der 110 km lange und nur innerhalb der Region Epirus fließende Arachthos hat ein 1.894 km² großes Einzugsgebiet und entspringt im südlichen Pindos-Gebirge an der nördlichen Flanke des Lakmos-Gebirgszugs auf rund 1.700 m Seehöhe. Der hier entspringende Quellfluss heißt Metsovitikos und passiert in Nordwestrichtung fließend südlich die für ihn namensgebende Ortschaft Metsovo (im Bild unten das Ortszentrum), vollführt nach rund 10 km beim Bergdorf Votonosi eine Verlaufsänderung um circa 75° nach Südwesten, fließt entlang der Nordflanke des Lakmos-Massivs in einem engen Tal und vereinigt sich nahe der Ortschaft Raches mit dem Dipotamos zum Arachthos.

© Panoramio

Der Arachthos durchfließt enge und fast unbewohnte Talschaften, dreht allmählich von Südwest- in Südrichtung und wird, – bevor er das Gebirge verlässt -, nördlich der Stadt Arta zum Pournari-Stausee aufgestaut. Danach durch die Ebene von Arta mäandernd erreicht der Arachthos schließlich an der Westküste Griechenlands das Meer im fast gänzlich von Land umgebenen 500 km² großen Ambrakischen Golf (im Bild unten ein Satellitenbild), der mit der offenen See des Ionischen Meeres nur durch einen schmalen Kanal, an dessen Nordufer die heutige Hafenstadt Preveza und am Südufer die ehemalige römische Festung Actium liegen, verbundenen ist.

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Dieser im obigen Bild in der linken unteren Bildhälfte erkennbare Teil des Ionischen Meeres unmittelbar vor dem Ambrakischen Golf war Schauplatz mehrerer Seeschlachten. Nach der im Zuge des Peloponnesischen Krieges (Sparta/Athen) im Jahr 426 v. Chr. ausgefochtenen Schlacht von Olpai (Sieger Athen unter Demosthenes) fand hier auch am 2. September 31 v. Chr. die Schlacht bei Actium statt, bei der die römische Flotte unter Octavian die Flotte der ägyptischen Königin Kleopatra VII. unter Markus Antonius besiegte. Schließlich besiegte hier auch am 28. September 1538 in der Seeschlacht von Preveza (Bild unten) die Kriegsflotte des Osmanischen Reiches unter Khair ad-Din Barbarossa die unter dem Befehl des genuesischen Admirals Andrea Doria gestandene Flotte der Heiligen Liga von 1538, die auf Betreiben der Republik Venedig und Papst Paul III. zustande gekommen ist und aus einer Allianz von Kirchenstaat, der Republik Venedig, Spanien, der Republik Genua und dem Malteserorden bestanden hat.

Preveza1538 at en.wikipedia, CC0

Die nunmehr die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide bildende Pinios/Arachthos-Wasserscheide verläuft nach dem Katarapass in Südrichtung das Tal des Metsovitikus östlich begrenzend und ungefähr der Regionsgrenze zwischen Thessalien im Osten und Epirus im Westen folgend, passiert östlich die Ortschaft Metsovo und westlich das Bergdorf Matoneri (im Bild unten) und steigt zum in einer östlich des Hauptgipfels des Lakmosgebirges (Peristeri 2.295 m) in Nord-Südrichtung verlaufenden Bergkette gelegenen Berg Tringia (2.204 m) an, bei dem jenseits des Ägäis-Gebietes das Einzugsgebiet des Arachthos endet und jenes des Acheloos beginnt.

© Panoramio

Der 217 km lange Acheloos ist der wasserreichste und zweitlängste Fluss Griechenlands und hat ein 6.329 km² großes Einzugsgebiet.

Christaras A – Created myself by modifying Nasa World Wind satellite image screenshot, CC BY-SA 3.0

Der Acheloos entspringt im südlichen Teil des Pindos-Gebirges an den Südabhängen des Lakmos auf rund 2.000 m Seehöhe in der Region Thessalien. In Südrichtung den Gebirgsstock Tzoumerka (2.429 m, im Bild unten der Kakarditsa genannte Hauptgipfel) östlich begrenzend wird der Fluss nach über 50 km bei der Ansiedlung Korifi zum Grenzfluss der Regionen Epirus (rechtes Ufer) und Thessalien, durchfließt als solcher einen 60 km langen kaum besiedelten Talabschnitt und wird beim kleinen Bergdorf Ardanova zum Grenzfluss zwischen den Regionen Westgriechenland (rechtes Ufer) und Thessalien.

Ziegler175, CC BY-SA 3.0

Weiter in Südrichtung fließend wird der Acheloos nach über 20 km zum Kremasta-Stausee (92 km², größter Stausee Griechenlands, im Bild unten) aufgestaut, in den u. a. von Osten die aus Thessalien und Mittelgriechenland kommenden Zuflüsse Agrafiotis, Tavropos und Trikeriotis einmünden.

Einer flog zu Weit, CC BY-SA 3.0

Nach dem Staubereich innerhalb der Region Westgriechenland die Südrichtung beibehaltend wird der Acheloos noch zum 28 km² großen Kastraki Stausee (im Bild unten) und kurz danach zum kleineren Stratos-Stausee aufgestaut, nach dem er ab der Ortschaft Stratos als schiffbarer Fluss in die Küstenebene eintritt und nach Katochi das Ionische Meer im Golf von Patras erreicht.

Georgios Pazios (User:Alaniaris), CC0

Nach dem Tringia verlässt die nunmehrige Pinios/Acheloos-Wasserscheide die Regionsgrenze und verläuft im Gebiet der Region Thessalien über den Bergstock Koziakas (1.901 m), passiert nach dem Avgo (2.148 m) und dem Kavara (2.184 m) nördlich die Quellgebiete der Acheloos-Zuflüsse Agrafiotis und Tavropos, geht in Südostrichtung über, begrenzt östlich das Ufer des in den Tavropos entwässernden Plastira-Stausees und begleitet danach östlich das Tal des Tavropos abwärts, bis sie noch vor dem in den Südostausläufern des Pindos-Gebirges gelegenen Tymfristos-Massiv in die Region Mittelgriechenland übertritt und zum Voulgara (1.654 m), einem nördlichen Vorgipfel des Tymfristos (2.315 m, im Bild unten), ansteigt, auf dem auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Pinios endet und jenes des Sperchios beginnt.

Georgios Pazios, CC0

Der 82 km lange Sperchios ist ein Fluss in der Region Mittelgriechenland und hat ein Einzugsgebiet von 1.830 km². Er entspringt im Westen dieser Region an den Ostabhängen des Tymfristos-Massives im Regionalbezirk Evrytania.

© researchgate.net/Sofia Pechlivanidou

Der Sperchios passiert südlich die Ortschaft Lianokladi und tritt anschließend in die Ebene von Fthioda auf Höhe der Ortschaft Makrakomi ein, die er in Ostrichtung durchfließt und u. a. die Regionshauptstadt Lamia südlich passiert. Im Unterlauf begrenzt er nördlich das Kallidromos-Gebirge und mündet schließlich in den Malischen Golf, vor dem die Nordspitze der Insel Euböa liegt und dieser nahtlos in den fast 130 km langen Golf von Euböa, der wie der Malische Golf ein Teil der Ägäis ist, übergeht.

Vom Südrand des Malischen Golfes ragt das Kallidromos-Gebirge auf und es befindet sich dort die in der Antike strategisch wichtig gewesene Landenge der Thermopylen, die Schauplatz mehrerer Schlachten (z.B. die Niederlage des Spartanerkönigs Leonidas I gegen das Perserheer unter Xerxes I um 480 v. Chr.) gewesen ist.

Leonidas I. an den Thermopylen (idealisierende Darstellung, Jacques-Louis David, 1814), CC0

Diese in der Antike angeblich nur 15 m breite Landenge zwischen dem Trachinischen Felsen genannten Steilabfall des Kallidromos-Gebirges und der Küstenlinie war der einzige Weg von der Küste des Malischen Golfes ins antike Innergriechenland. Die durch die Einmündung zahlreicher Flüsse, – vor allem des Sperchios -, beschleunigte Versandung dieses Golfes ist dieser historische Engpass heute mehrere Kilometer breit und somit de facto nicht mehr existent.

Fkerasar, CC BY-SA 3.0; Im Bild oben die Thermopylen heute: Es ist zwar der Steilabfall des Trachinischen Felsens in der linken Bildhälfte erkennbar, jedoch vom Ufer des Malischen Golfes, das in der Antike noch links von der Straße verlief, nichts zu sehen. Die nahe gelegenen namensgebenden 42°C heißen Quellen gibt es immer noch. Sie liegen neben der Hauptstraße auf dem Gelände einer Raststätte

Die Ägäis(Sperchios)/Ionisches Meer(Acheloos)-Wasserscheide verläuft östlich des Tymfristos-Gipfels über die Passhöhe Rachi Tymfristou (1.227 m), die das Tal des Gebirgsbaches Karpenissiotis, der über den Trikeriotis den Acheloos durch Einmündung in den Kremasta Stausee erreicht, vom Tal des Sperchios abgrenzt, und steigt zur Vardouisa-Bergkette an, auf deren Kamm jenseits des Ägäis-Gebietes das Einzugsgebiet des Acheloos endet und jenes des Evinos beginnt.

© researchgate.net/Efthimios Karymbalis

Der 113 km lange Evinos entspringt im Vardousia-Massiv, einem südöstlichen Ausläufer des südlichen Pindos-Gebirges, in der Region Mittelgriechenland im Grenzgebiet zur Region Westgriechenland an der Nordwestflanke des höchsten Berges dieses Gebirgsstockes, des 2.495 m hohen Korakas (Quellberg des Evinos, im Bild unten die Westansicht) auf rund 2.000 m Seehöhe.

Future Perfect at Sunrise, CC BY-SA 3.0

Ab seinem Quellgebiet fließt der Evinos stets von Nordost nach Südwest, passiert das Bergdorf Artotina (1.200 m) und tritt in die Region Westgriechenland über, deren Präfektur Ätolien-Arkamanien er in der Folge durchfließt. Er wird in seinem engen Tal mehrmals aufgestaut, erreicht beim Dorf Perithorio die Küstenebene und mündet, – nachdem er die Ortschaft Evinochori passiert hat -, in den zwischen der Hafenstadt Mesolongi im Westen und dem Fischerdorf Kryoneri im Osten gelegenen Lagunen rund 50 km östlich der Acheloos-Mündung in den Golf von Patras und somit ins Ionische Meer.

Entlang des Kammes der Vardouisa-Bergkette in Ostsüdostrichtung verlaufend wird die nunmehrige Sperchio/Evinos-Wasserscheide ein kurzes Stück zum Grenzkamm zwischen den Regionen Mittelgriechenland und Westgriechenland. Noch bevor sie das Evinos-Quellgebiet erreicht verlässt die Regionsgrenze wieder die Kammhöhe und fällt in Südrichtung ins Evinostal ab. Wieder innerhalb Mittelgriechenlands verlässt die Sperchio/Evinos-Wasserscheide das Vardouisa-Massiv und steigt in Nordostrichtung ins Iti-Massiv übertretend zum die Berggipfeln des Korakas im Süden und des Iti-Gebirges (2.152 m) im Norden verbindenden Sattels an und endet dort, da jenseits des Sperchio-Einzugsgebietes das Einzugsgebiet des Evinos endet und jenes des Mornos beginnt.

© slideplayer.gr, Flussverläufe des Evinos und Mornos (Ecke links oben), sowie des Kifisos (Κηφισός), der in den abflusslosen Yliki See (Υλίκη) mündet

Der 70 km lange Mornos entspringt in Mittelgriechenland an der Südflanke des ebenfalls zu den Südostausläufern des südlichen Pindos-Gebirges zählenden Iti-Massives auf rund 1.800 m Seehöhe und fließt zunächst nach Süden durch das Bergland von Fokida in eine Tallandschaft, die von den Bergmassiven Giona im Osten, Iti im Norden und Vardousia im Westen begrenzt wird. Östlich der Ortschaft Lidoriki wird der Fluss zum X-förmigen Mornos-Stausee aufgestaut.

Future Perfect at Sunrise, CC BY-SA 3.0

Der Mornos verlässt den Staubereich in Westrichtung und wird nach rund 15 km zum Grenzfluss zwischen der Region Westgriechenland (Präfektur Ätolien-Arkamanien) und der zur Region Mittelgriechenland gehörenden Präfektur Fokida (Südufer). Als solcher dreht er in Südwest- und nach weiteren 12 km in Südrichtung und erreicht schließlich sein 25 km² großes am Nordwestrand des zum Ionischen Meer gehörenden Golfs von Korinth gelegenes Mündungsdelta, in dessen Zentrum die Ortschaft Malamata liegt. Am Westrand des Mündungsdeltas liegt, – unmittelbar östlich der den Golf von Patras im Westen vom Golf von Korinth trennenden Meerenge von Rio Andirrio -, die Hafenstadt Nafpaktos (it: Lepanto, siehe Luftaufnahme unten).

© researchgate.net/Is. Parcharidis

In der am 7. Oktober 1571 stattgefundenen Seeschlacht von Lepanto besiegte die von Papst Pius V. organisierte Heilige Liga von 1571 genannte Allianz der christlichen Mittelmeer-Seemächte Venedig, Genua und (federführend) Spanien unter dem Befehl von Don Juan de Austria (außerehelicher Sohn Karls V., im Bild unten) die osmanische Kriegsflotte, die damit den Nimbus der Unbesiegbarkeit verlor.

Alonso Sánchez Coello, CC0

Der tatsächliche Schlachtort der bis dato verlustreichsten Seeschlacht der Menschheitsgeschichte (fast 40.000 Gefallene an einem Tag), bei der auch der osmanische Befehlshaber Kilic Ali Pascha fiel und der in dieser Zeit in der spanischen Marine dienende spanische (National)Dichter Miguel de Cervantes Saavedra seinen linken Arm verlor, waren allerdings nicht die Gewässer des Golfes von Korinth vor Lepanto, sondern die fast 90 km weiter westlich gelegene offene See des Ionischen Meeres vor dem Golf von Patras.

Unidentified painter – National Maritime Museum (BHC0261), CC0

Als Sperchios/Mornos-Wasserscheide steigt die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide in nördlicher Umgehung der Mornosquellen zum Gipfel des Iti an, wo auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Sperchios endet und jenes des Kifisos beginnt.

Der 60 km lange und ein Einzugsgebiet von 2.420 km² entwässernde Kifisos ist der Hauptfluss der griechischen Landschaft Böotien (Flussverlauf siehe Karte unten) und der gleichnamigen Präfektur, die Teil der Region Mittelgriechenland ist.

Costas78, CC BY-SA 3.0

Der Kifisos entsteht aus dem Zusammenfluss mehrerer Quellbäche, wobei seit der Antike als Hauptquelle ein südlich des Zusammenflusses am Nordhang des Berges Parnass (2.455 m) gelegener Quellteich im Gemeindegebiet der Stadt Delfi angesehen wird, die 700 m über dem Golf von Korinth am Nordhang des Plistostales westlich der Ausgrabungsstätten der durch ihr Orakel berühmt gewesenen antiken Stadt Delphi liegt. In Ostrichtung passiert der Kifisos einige Engstellen und kleine Hochflächen, bis er, nachdem er die Stadt Livadia passiert hat (im Bild unten), in die Kopaida-Ebene einfließt, die 90 m hoch über der Küste des zur Ägäis gehörenden Golfes von Euböa liegt. Dort mündet er in den abflußlosen See Yliki, dessen Wasser nicht das Meer erreicht, sondern zu Bewässerungszwecken genutzt wird.

Joergsam, CC BY-SA 3.0

Die Einzugsgebietsgrenze zwischen dem der Ägäis zuzuordnenden Golfes von Euböa und des zum Ionischen Meer gehörenden Golfes von Korinth verläuft weiter als Kifisos/Mornos-Wasserscheide und endet nach nur wenigen Kilometern bereits wieder, da beim Anstieg zur Giona (2.510 m, im Bild unten), des südöstlichsten Ausläufers des Pindos-Gebirges, jenseits des Ägäis-Gebietes das Einzugsgebiet des Mornos endet und jenes des Pleistos beginnt.

Georgosn, CC BY-SA 3.0

Der kaum 30 km lange und nur im Winter wasserführende Pleistos entspringt an den Südostabhängen des Parnass-Bergstockes nahe dem Bergdorf Arachova (970 m) und fließt in Westrichtung durch ein tiefes Tal (im Bild unten) entlang der Südabhänge des Parnass-Gebirgsstockes, passiert die auf seinem nördlichen Talrand gelegene Stadt Delfi und erreicht die Ebene von Kirra, in der er nach nordseitiger Aufnahme von an den Südhängen der Giona entsprungenen Bächen nahe der Küstenstadt Itea in den Golf von Korinth und somit ins Ionische Meer mündet.

© greece.com/photos/destinations/Central_Greece/

Die ab der Giona zur Kifisos/Pleistos-Wasserscheide gewordene Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide wechselt über den 850 m hohen Amplemapass von den Südostausläufern des Pindos-Gebirges in den Gebirgsstock Parnass (2.455 m, im Bild unten), passiert südlich die Kifisos-Quelle und danach nördlich das Pleistos-Quellgebiet, nähert sich immer mehr der Küste des Golfs von Korinth an und es endet am Übergang vom Parnass- zum Helikon-Gebirge an der Südseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Pleistos.

Ricardo André Frantz (User:Tetraktys), CC BY-SA 3.0

Ab dort erreichen nur mehr sehr kurze und selten wasserführende Kleinstbäche (wie z. B. der Livadostro) das Küstengebiet am östlichen Ende des Golfs von Korinth. Auch die Wasser der beiden am Südwest- bzw Südostabhang des Helikons (1.748 m) austretenden, dem Apollon und den Musen heilig gewesenen Quellen Aganippe und Hippokrene (im Bild unten die Quellöffnung), die aus Fußtritten des von Bellerophon gerittenen Pegasos entstanden sein sollen, erreichen nur bei starkem Niederschlag im Winter das Ionische Meer im Golf von Korinth.

GOFAS, CC BY-SA 3.0

Schließlich geht die Griechische Wasserscheide ins Kithairon-Gebirge über, das die in Südostrichtung bis zum Kap von Sounion in die Ägäis hineinragende, – im Norden vom Golf von Euböa und im Süden vom Saronischen Golf umspülte -, Halbinsel Attika westlich begrenzt. Auf Attika liegt auch das Kerngebiet der gleichnamigen, mit der geographischen Abgrenzung jedoch nicht deckungsgleichen politischen Region.

Jniemenmaa, CC BY-SA 3.0; der bei Eleusis in den Saronischen Golf mündende Fluss heißt ebenfalls Kifisos und darf nicht mit dem bereits beschriebenen in Böotien gelegenen Fluss verwechselt werden

Hauptort sowohl der Halbinsel Attika, als auch der gleichnamigen Region ist die griechische Hauptstadt Athen, deren Hafen Piräus (größter Passagierhafen Europas und drittgrößter Mittelmeerhafen) rund 12 km südwestlich des Stadtzentrums an der Küste des Saronischen Golfs liegt. In der Antike bildete das Kithairon-Gebirge auch die politische Grenze zwischen Attika (Athen) und Böotien, die von zahlreichen auch heute noch existierenden Wachtürmen und Kastellen befestigt war (siehe Bild unten).

© flickr/Athanasios Angelopoulos

Das heute Elatia genannte Kithairon-Gebirge war Schauplatz zahlreicher Legenden der griechischen Mythologie. Neben den sich hier abspielenden (vielleicht weniger bekannten) Mythen von Pentheus, Aktaion und Antiope wurde hier auch Ödipus ausgesetzt, Herakles musste hier Rinder hüten und tötete nebenbei den Kithaironischen Löwen; und schließlich metzelten hier die Götterzwillinge Appollon und Artemis die 14 Kinder (7 Söhne und 7 Töchter) der Niobe mittels Pfeil und Bogen nieder (siehe Gemälde unten von Jan Boeckhorst).

Jan Boeckhorst — http://www.kmska.be/nl/collectie/catalogus/, CC0

Südlich des Gebirges liegt Eleutherai, der sagenumwobene Herkunftsort des Dionysos; im Norden fand im Sommer des Jahres 479 v. Chr. die Schlacht bei Plataiai statt (Wendepunkt der Perserkriege zu Gunsten der Griechen). Die Daidalischen Feste wurden am höchsten Gipfel (1.409 m) des Kithairon gefeiert, nahe dem an der Nordseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Kifisos endet und jenes des Asopos beginnt.

Der 57 km lange Asopos hat ein 718 km² großes Einzugsgebiet und entspringt in der Region Mittelgriechenland an den Südostabhängen des Kithairon-Gebirges, durchfließt in grundsätzlicher Ostrichtung den Westteil der Halbinsel Attika, wird zwischen der an der Stelle des antiken Theben errichteten Stadt Thiva und der 13 km südlich gelegenen Kleinstadt Erithres von der Nationalstraße 3 (E 962, Staatsgrenze Nordmazedonien/Niki-Elefsina) gequert, tritt in die Region Attika über, begrenzt nördlich das im Norden Athens gelegene Parnes-Gebirge, wird nördlich der Ortschaft Aviona von der Autobahn A 1 (E 75, Athen-Thessaloniki) gequert und mündet rund 50 km nördlich von Athen in der Küstenortschaft Chalkoutsi in den Südteil des Golfes von Euböa und somit in die Ägäis.

Costas78, CC BY-SA 3.0

Die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide folgt als von der Küste des Golfs von Korinth aufragender Küstengebirgskamm vorerst dem das Asopostal südlich begleitenden Höhenzug, der nach dem geographischen (Ost)ende des Golfs von Korinth zum Grenzkamm zwischen den Regionen Attika (im Süden) und Mittelgriechenland wird und einen trockenen Talkessel nördlich begrenzt, an dessen tiefsten Punkt die Hafenstadt Porto Germeno (auch Egostena genannt, im Bild unten) am die Nordostecke des Golfs von Korinth bildenden Alkionidischen Golf liegt.

© Dimitris Lampridis

Sich immer mehr der Küste des Saronischen Golfes annähernd strebt die Wasserscheide der Metropolregion von Athen zu, verlässt jedoch vorher bei Erithres den Talrand des Asopostales in Südrichtung und fällt im Gebiet der Region Attika in die den Talkessel von Porto Germeno östlich begrenzende Hochebene von Vilia ab und es endet damit auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Asopos und es beginnt jenes eines ebenfalls Kifisos genannten meist trockenfallenden kleinen Baches, der die Küstenebene östlich von Vilia mäandernd durchfließt und bei der 25 km südöstlich von Vilia und 20 km nordwestlich von Athen gelegenen Küstenstadt Elefsina (im Bild unten), in den nördlichsten Teil des Saronischen Golfes und somit in die Ägäis mündet (siehe auch obige Karte von Attika).

© Ancient

In Südwestrichtung drehend durchläuft die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide als Trennlinie zwischen dem Einzugsgebiet der u. a. vom Kifisos durchlaufenden Küstenebene von Elefsina und dem Alkionidischen Golf die bis zu 600 m Seehöhe erreichende Hochebene von Vilia, steigt zum Pateras-Gebirge (1.131 m) an und hat damit den Nordrand des die Halbinsel Peloponnes mit dem griechischen Festland verbindenden Isthmus  von Korinth (siehe Karte unten) zwischen dem Saronischen Golf im Osten und dem Ostende des Golfs von Korinth im Westen erreicht.

Fremantleboy, CC BY 2.5

Sie passiert diese Engstelle, – die Megara-Ebene durchlaufend und die bis zu 1.361 m Seehöhe erreichende Gerania-Gebirgskette überwindend -, an der schmalsten, nur 6,3 km breiten Stelle und endet dort (vorerst) am Kanal von Korinth (im Bild unten). Die in diesem Gebiet den genannten Meeresbuchten zustrebenden Kleinstbächen sind naturgemäß nur kurz, nicht ständig wasserführend und großteils namenlos.

Vancouverquadra at en.wikipedia, CC0

Die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide setzt sich südlich dieser im Jahr 1893 fertig gestellten und seither die Regionen Attika und Peloponnes trennenden künstlichen Wasserstraße auf der Halbinsel Peloponnes in der gleichnamigen Region fort, die mit dem geographischen Begriff nicht ident ist, da der Nordwestteil dieser Halbinsel zur Region Westgriechenland gehört (siehe Karte unten).

Pitichinaccio, CC BY-SA 3.0; Die 13 Regionen mit ihren Hauptstädten und die 325 Gemeinden Griechenlands (2011)

Die Halbinsel Peloponnes wird nur im Osten vom Ägäischen Meer (im äußersten Nordosten vom Saronischen Golf -, der südlich der in die Ägäis hineinragenden Argolischen Halbinsel liegende Rest der Ostküste vom Myrtoisches Meer genannten Ägäis-Nebenmeer bzw. Argolischen Golf) begrenzt.

Pitichinaccio – Image:Peloponnese relief map-blank.svg, CC BY-SA 3.0

ie Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide verläuft südlich des Kanals von Korinth vorerst als Wasserscheide zwischen einerseits dem Saronischen Golf zustrebenden -, und andererseits an der Südküste des Golfs von Korinth ins Ionische Meer mündenden selten wasserführenden Kleinbächen und steigt als solche zu den die auch als „Daumen der Peloponnes“ bezeichnete Argolische Halbinsel (siehe Karte unten) westlich begrenzenden nördlich der Stadt Argos gelegenen Arachneon-Bergen (1.139 m) an, in denen auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Inachos erreicht wird und damit das Einzugsgebiet des Saronischen Golfes endet und jenes des Argolischen Golfes beginnt.

© climbargolis

Der 37 km lange, nach dem 1. König von Argos benannte Fluss Inachos hat ein Einzugsgebiet von 538 km² und entspringt im Kteniás-Gebirge am Berg Artemisio (1.771 m) nahe des Bergdorfes Karia auf rund 900 m Seehöhe, fließt vorerst in Nordostrichtung und verlässt in Ost- bis Südostrichtung drehend das Gebirge, erreicht die Küstenebene bei der Stadt Argos, dreht in Südrichtung und mündet bei Nea Kios in den zur Ägäis (Myrtoischem Meer) gehörenden Argolischen Golf.

© marinas.com; Die Marina von Nea Kios

Auch dieser relativ große bzw. lange Fluss führt nur im Winter bei Niederschlägen Wasser. Das Naturphänomen der Quellversiegung der Hauptquellen wurde häufig wissenschaftlich (ergebnislos) untersucht, was nicht ganz einsehbar ist, da den Griechen seit fast 3.000 Jahren die Ursache ohnehin bekannt und die Erklärung ganz einfach ist: König Inachos wurde seinerzeit von den Göttern gefragt, ob sein hauptsächlich von diesem Fluss bewässertes Land der Zeus-Gattin Hera oder dem Meeresgott Poseidon gehören bzw. unter wessen Schirmherrschaft das Königreich Argos stehen sollte. Da er sich für Hera entschied war letztgenannter Gott beleidigt und ließ die Quellen dieses Flusses versiegen….

Von den Arachneon-Bergen folgt die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide von West- in Südwestrichtung drehend der das Inachostal links begleitenden Bergkette aufwärts, die die Quellgebiete kleiner in den Golf von Korinth einmündender Bäche begrenzt, von denen der westlichste (und mit 45 km längste) ebenfalls Asopos heißt (mündet zwischen Kiato und Nerandza in den Golf von Korinth), bis am Berg Farmakas (1.616 m) jenseits des Einzugsgebietes des Ägäis-Zuflusses Inachos das Einzugsgebiet des Golfes von Korinth (und damit des Ionischen Meeres) endet und jenes des abflußlosen, von hohen Gebirgszügen vollständig eingeschlossenen Hochtales Stymfalia, an dessen tiefsten Punkt (667 m) der gleichnamige See (im Bild unten) liegt, beginnt.

© Giorgos Marossis (dim)

Dieser Hochebene schließt sich im Westen noch ein weiteres abflußloses Hochtal (Feneos Polje) an, das mit dem Stymfalia-Hochtal ein endorheisches Gebiet im Nordosten der Peloponnes bildet, das vermutlich unterirdisch in den Argolischen Golf entwässert (siehe Karte unten). Westlich dieses Gebietes liegt das Einzugsgebiet des ins Ionische Meer mündenden Alfios.

ulrichstill, CC BY-SA 3.0 de

Der 110 km lange Alfios ist der Hauptfluss der Peloponnes, hat ein 3.600 km² großes Einzugsgebiet und entspringt in der Präfektur Arkadien der Region Peloponnes südlich der arkadischen Hauptstadt Tripolis, die an einem kleinen rechten Nebenfluss des Alfios liegt, in den nordwestlichen Ausläufern des Párnon-Gebirges. Nach kurzem unterirdischem Verlauf unter dem Taka See taucht der Alfios südwestlich von Tripoli wieder auf, durchließt die Ebene von Megalopoli, deren namensgebenden Hauptort der Fluss westlich passiert, und anschließend eine tiefe Schlucht, an deren Ausgang die Ortschaft Karitena (482 m) liegt.

Christaras A, CC BY-SA 3.0

Nach rechtsseitigem Zufluss des Lousios wird der Alfios zum Grenzfluss zwischen den Regionen Peloponnes (rechtes Ufer) und Westgriechenland und es fließen ihm als solchen bei der Ortschaft Tripotamia von Norden der den Südteil des Aroania-Massives entwässernde Ladonas -, und kurz danach der Erymanthos zu, der den Südteil des gleichnamigen Bergmassives der nordwestlichen Peloponnes entwässert.

Napoleon Vier, CC BY-SA 3.0

Vor der nahe des antiken Olympia gelegenen Ortschaft Archea Olympia dreht der Alfios in Westrichtung und tritt in die Region Westgriechenland über. Nach nördlichem Zufluss des Kladeos nahe den archäologischen Ausgrabungsstellen, bei denen die Olympischen Spiele der Antike stattgefunden haben, wird der Alfios aufgestaut (im Bild oben die Staumauer), durchfließt danach die Küstenebene und mündet im Nordteil der Westküste der Peloponnes im nördlichen Abschnitt des Golfs von Kyparissia ins Ionische Meer.

Die Einzugsgebietsgrenze der Ägäis verläuft nach dem Berg Farmakas als Inachos/Stymfalia-Wasserscheide in Südrichtung, passiert im Arkadischen Hochland westlich von Karia das Quellgebiet des Inachos, dessen Einzugsgebiet danach endet und jenes des 65 km langen Tanos beginnt, der südlich der Ortschaft Karparelli nahe der gleichnamigen Passhöhe entspringt, in Ostrichtung in die fruchtbare Ebene von Astros abfließt und 5 km östlich der Stadt Astros beim Fischerdorf Paralio Astros (im Bild unten) in den Argolischen Golf mündet.

© betterwords.co.uk

In vorchristlicher Zeit war der kleine Fluss Tanos zeitweise Grenze zwischen dem Königreich Argos und Sparta. Als Tanos/Stymfalia-Wasserscheide trifft die Einzugsgebietsgrenze der Ägäis östlich (oberhalb) des Bergdorfes Saga bei der historischen Porta Artemissiou (1.100 m, im Bild unten), durch die im Jahr 490 v. Chr. der berühmte antike Bote Pheidippides gelaufen ist, um den dringenden Hilferuf der Athener nach Sparta zu tragen, Verstärkung für die Schlacht von Marathon gegen die Perser zu entsenden, auf das Einzugsgebiet des Alfios.

© argolis.de

Die Einzugsgebietsgrenze des Ionischen Meeres (zum endorheisches Gebiet Feneos polje/Stymfalia) verläuft vom Berg Farmakas kurz in Nord- und dann in Westrichtung das Stymfalia-Hochtal und danach das ebenfalls abflußlose Feneostal im Süden von den nördlich gelegenen Quellgebieten kleiner an der Südküste des Golfs von Korinth ins Ionische Meer mündenden Bächen begrenzend, bis sie das bis zu 2.341 m hohe Aroania-Massiv (auch Chelmos genannt, im Bild unten) erreicht, von dem einerseits u. a. in Nordrichtung der 200 m hohe Wasserfall des legendenumwobenen Styx, mit dessen Wasser angeblich Alexander der Große vergiftet worden ist, hinunterstürzt und über den Krathis den Golf von Korinth erreicht, und andererseits an dessen Südflanke das Quellgebiet des rechten Alfios-Nebenflusses Ladonas liegt.

Ευγένιος Αλεξάντερ, CC0; Gesamtansicht des Chelmos und des Styx-Wasserfalls

Die Einzugsgebietsgrenze des Ionischen Meeres folgt ab dort der Einzugsgebietsgrenze des Alfios in Südostrichtung, bis es nordöstlich von Nestani bei der Porta Artemissiou wieder zur Vereinigung mit der Ägäis-Einzugsgebietsgrenze kommt, die in Südrichtung als Tanos/Alfios-Wasserscheide das Arkadische Hochland verlässt, ins Párnon-Gebirge übertritt, die Alfiosquellen östlich passiert und allmählich zum den südlichen Teil der Ostküste der Peloponnes begleitenden Hauptkamm dieses Gebirgszuges ansteigt, wobei auf diesem Streckenabschnitt jenseits des Ägäis-Gebietes das Einzugsgebiet des Alfios endet und jenes des Evrotas beginnt.

Der 82 km lange Evrotas hat ein 2.410 km² großes Einzugsgebiet (siehe Karte unten).

© ewra.net/E.W. Publications

Er entspringt in der Region Peloponnes im Grenzgebiet der Präfekturen Arkadien/Lakonien und schlängelt sich in Südrichtung zwischen dem Taygetos-Gebirge im Westen, dessen höchster Gipfel, der pyramidenförmige 2.407 m hohe Profitis Ilias der höchste Berg der Halbinsel Peloponnes ist (im Bild unten von Sparta aus gesehen), und dem Párnon-Gebirge im Osten durch die fruchtbare Lakonische Ebene, passiert die Städte Sparta und Skala und mündet nach Limonas beim Küstendorf Elos in den Lakonischen Golf und somit ins Ionische Meer.

AlMare, CC BY-SA 2.5

Wie bereits erwähnt grenzt die Halbinsel Peloponnes nur im Osten an die Ägäis. Im Norden begrenzt der Golf von Korinth, der eine östliche Fortsetzung des im Ionischen Meer liegenden Golfes von Patras ist, die Halbinsel Peloponnes, die vom griechischen Festland aus außer über die Landenge von Korinth seit 2004 auch über die 2,2 km lange, die Meerenge zwischen dem Golf von Patras und den Golf von Korinth überspannende Rio-Andirrio-Brücke erreichbar ist.

Plenz, CC BY-SA 4.0; Die Festung Rio mit der Rio-Andirrio-Brücke

Im Westen und Süden wird die Halbinsel vom Ionischen Meer umspült. Die Südküste besteht aus drei in Südrichtung fingerförmig ins Meer ragenden Halbinseln. Die Westküste spitzt sich zur Messinischen Halbinsel -, die Ostküste zur Lakonischen Halbinsel zu, an deren Südspitze das Kap Malea liegt. Zwischen diesen beiden Halbinseln ragt die den Messinischen Golf im Westen vom Lakonischen Golf im Osten trennende Halbinsel Mani am weitesten ins Ionische Meer hinaus.

© esys.org/ Eric Gaba / Walter

Das an ihrem Südende liegende Kap Tenaro ist der südlichste Punkt der Balkan-Halbinsel und (nach der spanischen Punta de Tarifa) die zweitsüdlichst gelegene Landspitze des Europäischen Festlandes.

© aufachse.g3a.de; Das Kap Tenaro, der südlichste Punkt der Balkanhalbinsel

Da nicht nur der Messinische Golf, sondern auch der Lakonische Golf nach einhelliger Lehrmeinung dem Ionischen Meer zuzuordnen ist, bildet somit die Lakonische Halbinsel („Ostfinger“ der Halbinsel Peloponnes; in der Karte unten deren Südende) die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide, weshalb diese südlich des Arkadischen Hochlandes stets dem Kamm des von der Peloponnes-Ostküste aufragenden und das Evrotastal östlich begleitenden 60 km langen und bis zu 1.940 m hohen Párnon-Gebirgszuges folgt, von dem nur sehr kleine und naturgemäß kurze Bäche in Ostrichtung zur Ägäis abfließen.

© https://www.gottwein.de/graeca/maps/graeca_3rm.php

Die Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide tritt in Südrichtung bei der kleinen, rund 80 km südöstlich von Sparta gelegenen Lakonischen Ortschaft Sykia (Gemeinde Molaoi) ins Gebiet der rund 60 km langen von Südausläufern des Párnon-Gebirges durchzogenen Lakonischen Halbinsel ein. Als Wasserscheide zwischen dem Lakonischen Golf im Westen und dem Myrtoischen Meer im Osten durchläuft sie diese Halbinsel an deren Ostrand, passiert den Naturschutzpark Katafigio Agrias Zois Vavila – Kounos (750 m) und endet schließlich, – rund 700 km (Luftlinie) entfernt von ihrer im Kosovo westlich des Amselfeldes als Ägäis/Adria-Wasserscheide erfolgten Trennung von der Balkan-Wasserscheide am Ende der Donau/Adria-Wasserscheide -, an der Südspitze der Lakonischen Halbinsel beim Kap Malea (zweitsüdlichste Landspitze der Balkanhalbinsel, im Bild unten), dem die Insel Kithira vorgelagert ist und bei dem Odysseus auf dem Rückweg in seine Heimat Ithaka von einem Sturm überrascht und ins Land der Lotosesser verschlagen worden sein soll.

© lubotrifonov