Die außeralpine Donau/Adria- und die Balkan-Wasserscheide(n)

Die Balkanwasserscheide ist die Fortsetzung der Donau/Adria-Wasserscheide (siehe entsprechendes Vorkapitel), die in der Schweiz in den Rätischen Alpen in der Alpenhauptkammkette am Lunghinpass als Inn/(Adda)Po-Wasserscheide beginnt, im Grenzbereich Schweiz/Italien dem Alpenhauptkamm folgend die Rätischen Alpen über Malojapass, Berninapass, Forcola di Livigno, Passo di Foscagno und (als Inn/Etsch-Wasserscheide) auch den Ofenpass in Nordostrichtung durchquert, am Reschenpass in Ostrichtung dreht, als österreichisch/italienischer Grenzkamm die Ötztaler, nach dem Timmelsjoch die Stubaier-, und nach dem Brenner die Zillertaler Alpen durchläuft, in die Hohen Tauern übergeht, bei der Dreiherrnspitze in Südrichtung dreht, ins Gebiet des Inneren Alpenbogens eintritt und zur Drau/Etsch-Wasserscheide wird, als solche den Staller Sattel passiert, sodann innerhalb Italiens am Toblacher Feld in die Dolomiten und später (als Drau/Piave-Wasserscheide) am Kreuzbergpass in die Karnischen Alpen übergeht, auf deren Hauptkamm sie (als Drau/Tagliamento-Wasserscheide) wieder in Ostrichtung Plöckenpass und Nassfeld passierend die Grenze zu Österreich bildet, beim Achomitzberg vom Karnischen Hauptkamm in Südrichtung abfällt, innerhalb Italiens das Kanaltal am Saifnitzer Sattel quert und in die Julischen Alpen übergeht, deren Hauptkamm über den Neveasattel zur slowenischen Grenze folgt und zur Drau/Isonzo-Wasserscheide wird, nach dem Predilpass auf slowenisches Staatsgebiet übertritt und zur Save/Isonzo-Wasserscheide wird, nach dem Vršič vom Koblatunnel gequert wird, danach den Petrovo-Brdo-Pass und das Schigebiet Črni vrh pri Davča passiert, am Cerknosattel in den alpinen Teil des Karst übergeht, dort als Save/Isonzo-Wasserscheide die Passhöhen Ledinsko Razpotje, Dole, Hochebene Schwarzenberg und Birnbaumer Wald passiert und das Ende des Alpengebietes und die Nordgrenze der Balkanhalbinsel rund 10 km westlich der Adelsberger Pforte am Razdrtoplateau (im Bild unten die Sattellandschaft mit Blickrichtung Nord zur 1.262 m hohen alpinen Pleša) erreicht.

Bjoertvedt, CC BY-SA 4.0

In den folgenden Ausführungen erfolgen die Flussverlaufsbeschreibungen der von der Balkanwasserscheide weg ins Schwarze Meer entwässernden Flüsse in dunkelblauer Schrift-, und jene der in die Adria, in die Ägäis und ins Marmarameer entwässernden Flüsse in türkiser Schrift.

Die rechte Einzugsgebietsgrenze des mit 940 km (nach Theiß und Pruth) drittlängsten Donauzuflusses Save bildet bereits im alpinen Abschnitt der Donau/Adria-Wasserscheide ab deren Übertritt auf slowenisches Staatsgebiet gleichzeitig auch die Einzugsgebietsgrenze des Schwarzen Meeres. Mit einem mittleren Abfluss von über 1.600 m³ pro Sekunde ist die Save (noch vor Theiß, Inn und Drau) der wasserreichste Nebenfluss der Donau. Ihr 95.419 km² großes Einzugsgebiet ist (nach jenem der Theiß) das zweitgrößte aller Donau-Nebenflüsse und erstreckt sich über Teilgebiete der Staaten Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, .Montenegro und Albanien.

Kmusser, CC BY-SA 2.5

Der in der Nordwestecke Sloweniens entsprungene Alpenfluss Save durchfließt in Südostrichtung das Zentrum des slowenischen Staatsgebietes, tritt nach linksseitigem Zufluss der Sotla oberhalb der kroatischen Hauptstadt Zagreb nach Kroatien über, verlässt sodann nach rechtsseitigem Zufluss der Kupa bei der Stadt Sisak das Alpengebiet und tritt in die Posavina genannte Ebene ein, die als Teil der Pannonischen Tiefebene gilt. Die Save wird 70 km unterhalb von Sisak nach rechtsseitigem Zufluss der Una für fast 200 km bis zur serbischen Grenze zum Grenzfluss zwischen Kroatien (linkes Ufer) und Bosnien und Herzegowina. Danach bildet die Save für weitere 30 km die Staatsgrenze zwischen Serbien (linkes Ufer) und Bosnien und Herzegowina, bis sie nach rechtsseitigem Zufluss der Drina gänzlich nach Serbien übertritt und in der serbischen Hauptstadt Belgrad von rechts in den Schwarzmeerzufluss Donau mündet (auf die detaillierte Beschreibung des Savegebietes im Band 6 sei hier verwiesen).

Die Donau/Adria-Wasserscheide setzt sich nach dem Razdrtoplateau, auf dem auf der Adriaseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Isonzo endet und jenes der Reka beginnt, am Balkan im Dinarischen Gebirge noch ein kurzes Stück innerhalb Sloweniens als Wasserscheide zwischen dem Savezufluss Ljubljanica und dem Adriazufluss Reka bis zur kroatischen Grenze am Nordrand der Hochebene Gorski kotar (im Bild unten) fort.

© gorskikotar

Die Reka entspringt als Vela Voda im slowenisch/kroatischen Grenzgebiet nahe der Halbinsel Istrien auf 720 m Seehöhe bei der kroatischen Ortschaft Klana, tritt kurz danach nach Slowenien über und heißt ab dort Reka. Nach kurzem Ostverlauf dreht sie in Nordwestrichtung und durchfließt das Karstgebiet des Dinarischen Gebirges, bis sie nach rund 50 km an der Alpengrenze westlich des Razdrtoplateaus bei Divača in ein teils noch unerforschtes Karsthöhlensystem (Höhlen von Škocjan) einfließt (271 m, im Bild unten) und erst 38 km später bei Duino in Italien aus 3 Quellen als Timavo wieder zu Tage tritt, der nach 2 km östlich des Hafens von Monfalcone in den Golf von Triest und somit in die Adria mündet.

© wikiwand

Kurz nach dem Grenzübertritt nach Kroatien endet auf der Hochebene Gorski kotar nördlich des Nationalparks Risnjak im Gemeindegebiet von Klana auf der Adriaseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Reka(Timavo) und es beginnt jenes des kleinen Küstenflusses Rječina.

Die bloß 19 km lange Rječina (dt: Flaum oder auch Pflaum) entspringt einer Höhle unterhalb einer Klippe des Hügels Kičej (606 m) südlich des kroatischen Dorfes Klana. Die wichtigsten Zuflüsse Sušica, Lužac, Zala, Zahumčica, Golubinka, Ričinica und Borovšćica liegen für den größten Teil des Jahres trocken. Sie überwindet im Dorf Martinovo Selo einen kleinen Wasserfall (im Bild unten) und mündet am Nordrand der Kvarner Bucht in der Hafenstadt Rijeka (dt: St. Veit am Flaum oder Pflaum, ung: Szentvit, it: Fiume) in die Adria.

Đoko, CC BY-SA 3.0

Mit dem Übertritt ins Nationalparkgebiet Risnjak endet auf der Adriaseite der Wasserscheide bereits wieder das Einzugsgebiet der Rječina und es beginnt jenes der Ličanka.

Die knapp über 20 km lange Ličanka entspringt in Kroatien im Gorski Kotar im Gemeindegebiet von Fužine südlich des Nationalparks Risnjak auf rund 800 m Seehöhe und wird kurz nach ihrem Ursprung zum See Bajer (717 m) aufgestaut, der von der Autobahn A 6 (Zagreb-Rijeka) überbrückt wird (im Bild unten) und in den auch die Lepenika einmündet. Unterhalb des Staubereichs fließt sie in ein Karsthöhlensystem ein, in das auch die Lokvarka, der Abfluss des nördlich des Bajer-Stausees gelegene Omladinsko Jezero (767 m) künstlich eingeleitet wird. Sie tritt als Dubračina im Vinodolska Tal wieder zu Tage, durchfließt das Vinodol und mündet in Crikvenica in die Kvarner Bucht des Adriatischen Meeres.

Knezzoran, CC BY-SA 3.0

Unterhalb des Staubereichs fließt die Ličanka in ein Karsthöhlensystem ein, in das auch die Lokvarka, der Abfluss des nördlich des Bajer-Stausees gelegene Omladinsko Jezero (767 m) künstlich eingeleitet wird. Sie tritt als Dubračina im Vinodolska Tal wieder zu Tage, durchfließt das Vinodol und mündet in Crikvenica (im Bild unten die dortige Brücke über die Dubračina) in die Kvarner Bucht des Adriatischen Meeres.

© putovnica.net

In Südostrichtung durchläuft die Donau(Save)/Adria(Ličanka-Dubračina)-Wasserscheide den Nationalpark Risnjak, passiert danach den Passübergang Delnička vrata (742 m), wo sie von der Autobahn A 6 (Zagreb-Rijeka) gequert wird, steigt zum Hauptkamm des sich dem Gorski Kotar anschließenden bis zu 1.533 m hohen Kapela-Gebirges an und es endet auf der Adriaseite der Wasserscheide im Anstieg zur Velika Kapela das Einzugsgebiet der Ličanka und es beginnt zuerst jenes der Gacka -, und später im Bereich der Mala Kapela, wo sie beim Kapelapass (888 m) von der Autobahn A1 (Zagreb-Split) auf 600 m Seehöhe untertunnelt wird (Bild unten), jenes der Lika.

Jarba, CC BY 3.0

Die 78 km lange Lika und die 61 km lange Gacka entspringen aus mehreren Karstquellen (in den folgenden Bildern unten zwei Gacka-Quellen) in der im Zentrum Kroatiens gelegenen historischen Landschaft Lika auf Karstfeldern (Ličko polje, Gacko polje) des Dinarischen Gebirges, die einerseits dem Kapelagebirge auf dessen Küstenseite vorgelagert sind, und andererseits von der Küste der Kvarner Bucht durch den Höhenzug des 145 km langen und bis zu 1.757 m hohen Velebit getrennt (und an der Oberfläche somit abflusslos) sind, auf 600 – bzw. 457 m Seehöhe, sind beliebtes Fischfangrevier und fließen in ein großteils unerforschtes Karsthöhlensystem ein.

Roberta F., CC BY-SA 3.0

Ihr Wasser wird jedoch vorher künstlich ab- und umgeleitet, teils in Stauseen vereinigt und zu Bewässerungszwecken und zur Energiegewinnung genutzt, sodass die ursprünglichen natürlichen Unterläufe beider Flüsse nicht mehr existieren. Das Überschusswasser wird 10 km südlich von Senj künstlich (wie auch die Ličanka den Velebit unterirdisch passierend) bei Sveti Juraj in die Kvarner Bucht des Adriatischen Meeres eingeleitet.

Roberta F., CC BY-SA 3.0

Es sei hier einschiebend darauf hingewiesen, dass die von der Küste weg über den Velebit ins Landesinnere verlaufenden und meist über 700 m Seehöhe erreichenden Passstraßen (Alptraum vieler Wohnwagentouristen der 60-er bis 80-er Jahre des vorigen Jahrhunderts, im Bild unten die Küstenauffahrt zum Vratnikpass) vorerst nur in von Gacka oder Lika entwässernde auf über 450 m Seehöhe liegende Karstfelder oder Talschaften führen und erst mit der Weiterfahrt über den Kapela-Hauptkamm (z.B. zu den Plitvicer Seen oder auf der A1 über den Kapelapass nach Zagreb) die Wasserscheide zwischen Adria und Donau(Save) überwunden wird. Der Velebit selbst bildet zwar eine Klimabarriere zwischen Mittelmeerklima und Gebirgsklima, jedoch keine Wasserscheide (im engeren Sinn), da nicht nur die zur Küste abfließenden Bäche, sondern auch alle von dieser Gebirgskette ins Landesinnere abfließenden Gewässer letztendlich ebenfalls die Adriaküste (meist unterirdisch wie Ličanka, Gacka und Lika) in der Kvarner Bucht erreichen.

© np-sjeverni-velebit.hr

Die zur Save/Lika- bzw. Gacka-Wasserscheide gewordene Donau/Adria-Wasserscheide fällt von der Mala Kapela in Südostrichtung zum Südrand des Quellgebietes der das Nationalparkgebiet Plitvicer Seen (im Bild unten) in Nordrichtung entwässernden Korana (Nebenfluss des Save-zuflusses Kupa) ab, wo sie von der Nationalstraße D 1 gequert wird, und steigt zur in der Hauptkammkette der Plješivica an der bosnischen Grenze liegenden Gola Plješivica (1.646 m) an, an deren Ostfuß die im Tal der Una (Nebenfluss der Save) liegende bosnische Stadt Bihac liegt.

© Adrian Zoricic

Die Donaugebietsgrenze folgt in Südrichtung dem Hauptkamm der Plješivica (im Bild unten) und ist das erste kurze Stück bis zum Trovrh (1.620 m), wo die Staatsgrenze in Ostrichtung zur Una abfällt, ident mit dieser.

Weiter in Südrichtung wieder über kroatisches Staatsgebiet entlang der das linke (westliche) Unaufer begleitenden Bergketten erreicht sie nach der Passhöhe Škorića Brdo (1.061 m) den Srbski Klanac Pass (739 m), vor dem auf der Adriaseite der Wasserscheide das Lika/Gacka-Einzugsgebiet endet und jenes der Zrmanja beginnt.

AndrejaT, CC BY-SA 3.0

Die 69 km lange Zrmanja entspringt im südlichen Velebit-Gebiet in Kroatien südlich des Srbski Klanac-Passes, durchfließt in Westrichtung ein enges Tal und nimmt nördlich von Kaštel Žegarski ihren einzig nennenswerten Zufluss Krupa von rechts auf.

© Goran Šafarek / WWF; Mündung der Krupa (linke Bildhälfte) in die Zrmanja

Nach der Stadt Obrovac durchfließt die Zrmanja eine wildromantische Schlucht, die in den 60-er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Drehort mehrerer Karl May Filme gewesen ist (siehe Bild unten). Sie mündet schließlich nahe Zadar beim Küstenort Jasenice in die am Südende der Kvarner Bucht gelegene Novigrader Meer genannte Nebenbucht und hat damit die Adria erreicht. Ihr Einzugsgebiet ist 907 km² groß.

© aufwinnetousspuren

Die Donau(Save)/Adria(Zrmanja)-Wasserscheide steigt in Nordostrichtung zur Staatsgrenze zu Bosnien und Herzegowina an, überschreitet diese nördlich von Kaldrma und es endet auf der Adriaseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Zrmanja und es beginnt jenes der Krka.

Die 73 km lange Krka hat ein 2.088 km² großes Einzugsgebiet. Sie entspringt in Kroatien nordöstlich der Stadt Knin und nimmt bei Knin u. a. von links (Norden) die bei Kaldrma entsprungene 39 km lange Butižnica auf (im Bild unten).

SmirnofLeary, CC BY 3.0

Die Krka durchfließt zwischen Knin und Skradin auf einer Strecke von 45 km das Gebiet des 109,5 km² großen , und für seine Wasserfälle berühmten Nationalparks Krka (im Bild unten der Skradinski-buk-Wasserfall), wird danach zum Brackwasserfluss und mündet bei Šibenik in die Adria.

Kork~commonswiki, CC0

Nach dem Grenzübertritt dreht die Donau(Save)/Adria(Krka)-Wasserscheide in Südostrichtung und verläuft durch das Karstfeld Grahovsko polje, in dem auf der Adriaseite derWasserscheide das Einzugsgebiet der Krka endet und jenes der Cetina beginnt.

Die 101 km lange Cetina hat ein 1.463 km² großes Einzugsgebiet und entspringt einer 115 m tiefen Karstquelle (im Bild unten) in Kroatien nahe der Ortschaft Cetina auf 385 m Seehöhe.

Cabrio2, CC BY-SA 4.0

Im Oberlauf durchfließt sie bei Sinj ein ebenes Sumpfgebiet und wird danach zum Perućko jezero aufgestaut (361 m). Der Fluss passiert danach bis Šestanovac über Wasserfälle und Stromschnellen einen beeindruckenden Canyon und mündet südlich von Split in der Kleinstadt Omiš in die Adria (siehe Bild unten).

Karel Hrdina, CC BY-SA 3.0

Die Donau(Save)/Adria(Cetina)-Wasserscheide verläuft entlang des linken Talrandes des Una-Zuflusses Unac aufwärts über die Hochebene von Krupesch und weiter über den Gebirgsstock Vranica (Quellgebiet des rechten Save-Zuflusses Vrbas) bis zum Makljenpass (1.123 m, im Bild unten die Südaufahrt von Prozor-Rama), vor dem einerseits auf der Donau(Save)seite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Bosna beginnt und andererseits auf der (südlichen) Adriaseite das Einzugsgebiet der Cetina endet und jenes der Neretva beginnt.

© flickr/Matúš Morong

Die Neretva ist der bedeutendste Fluss der Herzegowina (südwestlicher Teil des Staates Bosnien und Herzegowina). Sie ist 225 km lang, davon liegen 203 km in Bosnien und Herzegowina sowie 22 km in Kroatien. Ihr Einzugsgebiet ist 5.581 km² groß. Die Neretva entspringt bei Držirep (Gemeinde Gacko) südlich des Gebirges Zelengora nahe dem Sutjeska-Nationalpark und der montenegrinischen Grenze auf 1.095 m Seehöhe.

FelixReimann, CC BY-SA 3.0

Der junge Gebirgsfluss fließt zunächst in nordwestlicher Richtung durch ein dünn besiedeltes Tal. Ab Konjic (379 m) dient das Tal der Neretva als wichtigster Verkehrskorridor zwischen Sarajevo und der Neretvastadt Mostar (60 m, im Bild unten).

I, Ramirez HUN, CC BY-SA 3.0

Am etwa 40 km langen Unterlauf der Neretva wird ihre Ebene intensiv landwirtschaftlich genutzt. Auf dem Gebiet Bosnien-Herzegowinas betrifft das nur die Fläche zwischen dem Fluss und dem Sumpfgebiet Hutovo blato, während das eigentliche Flussdelta der Neretva erst hinter Metković beginnt und damit zu Kroatien gehört. Bei Ploče in Kroatien mündet der Fluss in die Adria.

Die Donau(Save)/Adria(Neretva)-Wasserscheide passiert 30 km weiter östlich den Ivanpass (967 m, im Bild unten das Nordportal des auf 889 m Seehöhe gelegenen 645 m langen Scheiteltunnels), den bedeutendste Verkehrsübergang des Landes (Verbindung Mostar-Sarajewo), der das Neretvatal im Landesteil Herzegowina vom Tal der für das Land namensgebenden Bosna (rechter Nebenfluss der Save) im Landesteil Bosnien trennt.

Julian Nitzsche, CC BY-SA 3.0

Nach Durchquerung der Bjelašnica endet am 40 km vom Ivanpass entfernten Gebirgsstock Treskavica (2.086 m) auf der Donauseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Bosna und es beginnt jenes der Drina, des größten Nebenflusses der Save, das sich auch über Gebiete Serbiens, Montenegros und Albaniens erstreckt.

Nach weiteren 35 km in Südrichtung endet vor dem Cemernopass (1.293 m) auf der Adriaseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Neretva und es beginnt jenes der Ombla.

Am Südfuß des Cemerno liegt das von der Mušnica durchflossene Gatačko Polje. Dieser Fluss zählt zum teilweise unterirdisch verlaufenden Flusssystem der Trebišnjica, des mit 94 km längsten Karstflusses Europas, dessen 2.300 km² großes Einzugsgebiet im Hochkarst der Dinariden in Bosnien und Herzegowina liegt.

© adriaforum.com; httpss://de.wikipedia.org/wiki/Trebišnjica

Nach mehrmaligen Versickerungen (im Zuge derer Wasser in die Neretva abgegeben wird) passiert die Trebišnjica die im südöstlichsten Zipfel von Bosnien und Herzegowina gelegene Stadt Trebinje (274 m) und durchfließt danach die Ebene Popovo polje, in der sie in mehreren kluftartigen Versickerungsstellen verschwindet. Der Großteil des Wassers der Trebišnjica passiert unterirdisch die kroatische Grenze und tritt in Küstennähe an mehreren Quellen wieder zu Tage. Größte dieser Quellen ist die nördlich von Dubrovnik gelegene Höhle von Gruž, wo der Fluss nach 20 km unter dem Namen Ombla (auch Umbla oder Dubrovačka rijeka) wieder auftaucht (im Bild unten) und in die Adria mündet.

Bracodbk , CC BY-SA 3.0

Östlich des Cemernopasses steigt die Donau(Save)/Adria(Ombla)-Wasserscheide über die Ravna Greda (1.656 m) und den Mesni Štit (1.829 m) zur Staatsgrenze zu Montenegro an, überschreitet diese vor der Košara (1.818 m) südlich des Nationalparks Sutjeska und endet nördlich von Nikšić im Gebiet des Lupoglav (1.758 m), da auf der Adriaseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Ombla endet und jenes der Buna (über die Zeta) beginnt.

Der 44 km lange Fluss Buna (alb: Bunë, serb: Bojana/Бојана,) ist der im Unterlauf bis zur Mündung in die Adria die albanisch/montenegrinische Grenze bildende Abfluss des auf 7 m Seehöhe gelegenen und je nach Wasserstand bis zu 530 km² großen Shkodrasees (auch Skutarisee, größter See der Balkanhalbinsel, im Bild unten), dessen (kleinerer) Ostteil in Albanien liegt. Größter montenegrinischer Zufluss in den Skutarisee ist die Morača, deren größter Nebenfluss die Zeta ist.

© wikinger-reisen

Die Buna ist (nach dem Po) der zweitgrößte Zufluss zur Adria. Ihr Wasser stammt zum Großteil vom aus den Albanischen Alpen und dem nördlichsten Teil des Pindos-Gebirges kommenden Drin, der innerhalb Albaniens auf 5 m Seehöhe von links in die kurz vorher bei der albanischen Stadt Shkodra aus dem Shkodrasee ausgetretenen Buna mündet (im Bild unten) und der 320 m³/s großen Skutarisee-Abflussmenge noch rund 352 m³/s hinzufügt.

© alaturka.info

Vom rund 25.500 km² großen Einzugsgebiet der Buna (in der Karte unten rot eingefärbt) werden über 20.000 km² allein vom 285 km langen Drin entwässert, der durch den Zusammenfluss des Weißen und des Schwarzen Drin bei der nordostalbanischen Stadt Kukës auf 350 m Seehöhe entsteht und große Teile Nordalbaniens entwässert.

de:Benutzer:Albinfo, Creative Commons CC-BY-SA-2.5

Der nördlichere Quellfluss, der rund 130 km lange Weiße Drin entspringt im Kosovo in den Albanischen Alpen auf über 500 m Seehöhe (im Bild unten die Quelle) und entwässert den Metochien genannten Westteil des Kosovo, sowie kleinere Gebiete im Südosten Montenegros. Er fließt die ersten 113 km innerhalb des Kosovo und ist damit der größte Fluss dieses Landes.

MickMorton, CC BY-SA 3.0

Die Quellgebiete des 170 km langen Schwarzen Drin liegen großteils in Nordmazedonien an der im Kosovo von der Donau/Adria-Wasserscheide abzweigenden Ägäis/Adria-Wasserscheide (später Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide). Als Ursprung des Schwarzen Drin gilt der im nördlichsten Teil des Pindos-Gebirges gelegene Ohridsee (695 m), durch den die Staatsgrenze Nordmazedonien/Albanien verläuft. Größter Zufluss dieses Sees ist der unterirdische Abfluss des südöstlich gelegenen Großen Prespasees (849 m), in dem das Dreiländereck Albanien/Nordmazedonien/Griechenland liegt und der vom Abfluss des 4 m höher gelegenen Kleinen Prespasees (Grenzsee Griechenland/Albanien) gespeist wird, dessen Seefläche mit Ausnahme des Westufers innerhalb Griechenlands liegt (siehe Karte unten) und somit sich das Einzugsgebiet des Schwarzen Drin (und damit der Buna) auch auf griechisches Staatsgebiet erstreckt.

Future Perfect at Sunrise, CC BY-SA 3.0

Der Schwarze Drin verlässt den Ohridsee an dessen Nordufer (im Bild unten), fließt (mehrmals aufgestaut) in Nordrichtung durch das westliche Grenzgebiet Nordmazedoniens, tritt nach rund 70 km unterhalb des Debarsees (580 m) nach Albanien über, durchfließt, – die Nordrichtung beibehaltend -, bevölkerungsarme unwegsame Landschaften und vereinigt sich in Kukës mit dem Weißen Drin zum Drin, dessen Verlauf bis zur Einmündung in die Buna von Staustufen geprägt ist.

Rašo, CC BY-SA 3.0

Unterhalb der letzten Staumauer kommt es in der Küstenebene zu einer durch Bodensenkungen verursachten Bifurkation. Der dort abzweigende Alte Drin genannte sehr kleine Flusslauf durchfließt in Südrichtung die Zadrima-Ebene und mündet in der Drin-Golf genannten Meeresbucht in einer Lagunenlandschaft in die Adria. Der Hauptlauf (auch Großer Drin genannt) passiert nach der Bifurkation in Westrichtung das Wasserkraftwerk Ashta, sodann den Südrand der Stadt Shkodra und mündet nahe der Burg Rozafa in die Buna, die kurz danach in Südrichtung drehend zum Grenzfluss Albanien/Montenegro wird und als solcher nach 32 km die Adria ebenfalls im Drin-Golf 20 km nordwestlich der Mündung des Alten Drin erreicht.

In Südostrichtung geht die Donau(Save)/Adria(Buna)-Wasserscheide allmählich in den höchsten Teil des Dinarischen Gebirges, den Prokletije (dt: Verwunschene Berge oder Albanische Alpen, alb: Alpet Shqiptare) genannten südlichen querliegenden Abschluss der Dinarischen Ketten über, verläuft über den Semolj Pass (1.540 m, trennt das Tal des Drina-Quellflusses Piva vom Tal der Zeta, die über die Morača und den Skutarisee die Buna erreicht) zum westlich der an der Tara (zweiter Quellfluss der Drina) gelegenen Stadt Kolašin gelegenen Crkvine-Pass (1.045 m) und überschreitet am Qafa e Shkalla e Rikavecit (1.379 m, in Albanienkarte unten markiert) in Ostrichtung die Staatsgrenze zu Albanien.

Uwe Dedering, CC BY-SA 3.0

Sie begleitet anfangs südlich das Vermoshtal ein kurzes Stück abwärts, dreht dann in Südrichtung und passiert den Qafe Perdolec Pass (1.355 m), geht wieder in Ostrichtung und passiert den Pejapass (Qafa e Pejës, 1.710 m), dreht nach diesem in Nordrichtung und erreicht wieder die Staatsgrenze zu Montenegro, der sie in Ostrichtung über den Zla Kolata (2.534 m, höchster Berg Montenegros, im Bild unten) bis zur ehemalig serbischen Grenze am nunmehrigen Dreiländereck Montenegro/Albanien/Kosovo folgt.

© V. Vujisić

Sie folgt (in etwa) der montenegrinisch/kosovarischen Grenze über den Čakorpass (1.849 m, Scheitel in Montenegro, trennt das Quellgebiet des Weißen Drin vom Tal des Drinazubringers Lim, im Bild unten die Südansicht), nördlich dessen am Hajlagebirgsstock auf der Donauseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Save endet und jenes der Morava beginnt.

Velika at Serbian Wikipedia, CC0

Die Morava (serb: Velika Morava, dt: Große Morava) ist ein rechter Nebenfluss der Donau und der dominierende Fluss im Osten Serbiens. Sie entsteht aus dem Zusammenfluss der Westlichen Morava und der Südlichen Morava bei Stalać südlich von Varvarin auf 132 m Seehöhe und mündet rund 50 km donauabwärts von Belgrad östlich von Smederevo in die Donau (65 m). Ihr 37.440 km² großes Einzugsgebiet (siehe Karte unten) liegt überwiegend in Serbien und umfaßt auch Gebiete des Kosovos, Bulgariens, Nordmazedoniens, und Montenegros.

Pavle Cikovac, CC BY-SA 3.0

Die 308 km lange Westliche Morava entsteht durch das Zusammenfließen von Moravica und Đetinja bei Požega (311 m) im Bezirk Zlatibor in Serbien. Von dort aus fließt sie in östlicher Richtung nach Čačak (204 m), nimmt bei Kraljevo den aus Montenegro über den Kosovo kommenden und am bis zu 2.403 m hohen Hajla-Gebirgsstock entsprungenen 276 km langen Ibar auf (190 m), fließt an Vrnjačka Banja, Trstenik und Kruševac (137 m) vorbei, und vereinigt sich schließlich etwas südlich von Varvarin mit der Südlichen Morava zur Morava (Bild unten).

© VEJZIK

Der längste Quellfluss der 246 km langen Südlichen Morava, die 49 km lange Binačka Morava, entspringt im äußersten Norden Nordmazedoniens im bis zu 1.651 m hohen Gebirgsstock Skopska Crna Gor. Kurz nach ihrem Ursprung überschreitet sie die serbische Grenze, vereinigt sich bei Bujanovac (400 m) mit der Moravica und heißt von nun an Südliche Morava. Deren Weg führt sie in Nordrichtung über 20 km durch eine weite und fruchtbare Ebene. Hinter Vranje (485 m) verengt diese sich zu einer tiefen Schlucht zwischen den Gebirgen Kukavica und Krajiste, die sich nach 30 km bei Leskovac (225 m) wieder öffnet. Durch dieses Tal verlaufen auch die Hauptverkehrsströme (ehemaliger „Autoput“, Bahn) von Serbien nach Nordmazedonien und Griechenland.

© deacademic.com

Sie durchfließt die Ebene von Niš, in der ihr von rechts die 218 km lange Nišava zufließt, die in Bulgarien im westlichen Balkangebirge unterhalb des Gipfels des Kom (2.016 m) entspringt, nach 50 km nach Serbien übertritt, die Städte Dimitrovgrad, Pirot (348 m) und Niš (192 m, im Bild unten) passiert und kurz danach in die Südliche Morava mündet. Diese erreicht nach einem kurzen Engtal die Moravaebene, in der sie sich bei Vavarin mit der Westlichen Morava zur Großen Morava vereinigt, die als Tieflandfluss stark mäandernd in Nordrichtung der Donau zustrebt.

© pinterest.de

Die Donau(Morava)/Adria(Buna)-Wasserscheide folgt weiter dem Staatsgrenzenverlauf Montenegro/Kosovo, geht vom Hajla zum Hauptkamm der Mokra gora, eines Ostausläufers der Prokletije über und erreicht nahe derer höchsten Erhebung Pogled (2.155 m, zweithöchster Berg Serbiens, im Bild unten) das Dreiländereck Montenegro/Kosovo/Serbien.

© stazeibogaze

Die Donau/Adria-Wasserscheide folgt ab dort der Staatsgrenze Serbien/Kosovo entlang des Hauptkamms der Mokra gora und tritt nach 20 km in das kosovarische Staatsgebiet ein, da die Staatsgrenze in Nordrichtung zum Ibartal abfällt. Die Wasserscheide erreicht in Ostrichtung die das südliche Ibarufer begleitende Bergkette, dreht auf dieser sodann in Südrichtung und verläuft entlang des Höhenzuges Crnoljeva (siehe Karte unten), der den westlich gelegenen Metochien genannten Westteil des Kosovo, der vom Weißen Drin in Südwestrichtung entwässert wird, vom östlich gelegenen nördlichen Teil des Amselfeldes, das vom Ibarzubringer Sitnica in Nordrichtung entwässert wird, trennt.

© Sémhur / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Am eher unscheinbaren Höhenzug Crnoljeva liegt der Hauptwasserscheidepunkt des Balkans schlechthin. Auf 1.346 m Seehöhe treffen sich dort nämlich die Einzugsgebietsgrenzen der Adria, der Ägäis und des Schwarzen Meeres und es endet dort jenseits des Donau(Schwarzmeer)gebietes das Einzugsgebiet der Buna (und damit der Adria) und es beginnt jenes des Vardar, der in die Ägäis mündet.

Als hydrographische Besonderheit tritt im Amselfeld nördlich der Stadt Ferizaj/Uroševac die Bifurkation der Nerodimka (im Bild unten) auf. Die Nerodimka entsteht durch den Zusammenfluss zweier Bergbäche, von denen der nördlichere in der Crnoljeva, der südliche im Nerodimkagebige, einem nordöstlichen Ausläufer der Šar Planina entspringt, deren Hauptkamm den westlichen Teil der Nordmazedonischen Nordgrenze zum Kosovo bildet und dort zugleich auch Wasserscheide zwischen Adria (Drin-Buna) und Ägäis (Vardar) ist.

Ottis, CC BY-SA 4.0

Die Nerodimka erreicht in Ostrichtung fließend die Ebene des eine Talwasserscheide bildenden Amselfeldes und gabelt sich dort auf dem Gebiet der Gemeinde Ferizaj in einen in den in Südrichtung geneigten Teil des Amselfeldes einfließenden Ast, der über die Flüsse Lepenc und Vardar die Ägäis erreicht, und einen in den in Nordrichtung geneigten Teil des Amselfeldes einfließenden Ast, der über die Flüsse Sitnica, Ibar, Westliche Morava, Morava und Donau dem Schwarzen Meer zufließt. Die natürliche Gabelungsstelle der Nerodimka wurde mittels Holzkonstruktion überbaut und wird auch ein wenig touristisch genützt (siehe Bild unten).

© Panoramio

Der 388 km lange Vardar (Flussverlauf siehe Karte unten) hat ein 24.438 km² großes Einzugsgebiet, entspringt im Nordwestteil der Republik Nordmazedonien bei der Stadt Gostivar und fließt zunächst nach Norden. Kurz vor der Grenze zum Kosovo wendet er sich zunächst nach Osten, später nach Südosten und passiert die Nordmazedonische Hauptstadt Skopje, in der er von links den aus dem Kosovo kommenden Lepenac aufnimmt. Die letzte Stadt, die auf Nordmazedonischem Gebiet vom Vardar durchflossen wird, ist Gevgelija.

Rowanwindwhistler, CC BY-SA 4.0

Weiter südlich in der Nähe der Ortschaft Idomeni tritt er auf griechisches Staatsgebiet (Region Zentralmakedonien) über. Der nun als Axios bezeichnete Fluss mündet westlich der Stadt Thessaloniki bei Chalastra deltabildend (siehe Bild unten) in den Thermaischen Golf und somit in die Ägäis.

© Thessaloniki Stadt/photopedia.info

Mit Erreichung des Einzugsgebietes der Nerodimka endet somit auch die Donau/Adria-Wasserscheide per definitionem, da das Wasser der Nerodimka nicht die Adria, sondern sowohl die Donau, als auch (über den Vardar) das Ägäische Meer erreicht.

 

Die Verlaufsbeschreibung der beim erwähnten Hauptwasserscheidepunkt der Balkanhalbinsel am Crnoljeva von der Balkanwasserscheide abzweigende  Wasserscheide zwischen Ägäis und Adria, die kurz danach zur (ganz Griechenland durchlaufenden) Ägäis/Ionisches Meer-Wasserscheide wird und in der PDF-Version des Band 1 als Einschub innerhalb des Hauptkapitels abgehandelt wird, wird hier aus Übersichtsgründen im Unterkapitel

Die Griechische Wasserscheide (Ägäis/Adria und Ionisches Meer)

gesondert dargestellt und es wird hier bloß auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen.

 

Wie bereits dargestellt wird im das Amselfeld westlich begrenzenden Hügelgebiet Crnoljeva der Flusslauf der Nerodimka selbst bis zu seiner Gabelung zur nunmehrigen Schwarzmeer(Donau)/Ägäis(Vardar)-Wasserscheide, die nach der Gabelung die Scheitelhöhe der Talwasserscheide des Amselfeldes nördlich der Stadt Uroševac (im Bild unten) auf rund 600 m Seehöhe quert und das Dinarische Gebirge verlässt.

© srbijanac

Sie steigt am Ostrand des Amselfeldes zu den Zegovac-Bergen an, dreht in Südrichtung, begleitet östlich den südlichen Teil des Amselfeldes, tritt kurz nach Nordmazedonien über, steigt zum 1.651 m hohen Quellberg der Binačka Morava an, der rund 20 km nördlich der am Vadar gelegenen Nordmazedonischen Hauptstadt Skopje (im Bild unten) liegt, umgeht das Quellgebiet der Binačka Morava in Nordostrichtung drehend, verlässt Nordmazedonien wieder nahe dem Dreiländereck Kosovo/Serbien/Nordmazedonien, tritt auf serbisches Staatsgebiet über, quert in Ostrichtung südlich der Stadt Preševo den gleichnamigen Sattel und steigt zum Rujen-Gebirgsstock an. Über den erwähnten Sattel (600 m) führen die Hauptverkehrswege zwischen Serbien und Griechenland (Bahn und ehem. „Autoput“ Belgrad-Nis-Gevgelija-Saloniki).

Acer GER~commonswiki, CC0

Weiter in Nordostrichtung zwischen den Quellgebieten diversester kleiner Zubringer der Južna Morava einerseits und dem Vardarzubringer Pčinja andererseits erreicht die Balkan-Wasserscheide den Besna kobila (1.922 m), wo jenseits des Schwarzmeer(Donau)gebietes das Einzugsgebiet des Vadar endet und jenes der Struma beginnt.

Die Struma (gr: Strymonas Στρυμόνας) ist ein 415 km langer Fluss in Südwestbulgarien und Nordgriechenland (siehe rot markierter Flussverlauf in Karte unten) und hat ein 17.330 km² großes Einzugsgebiet.

RosarioVanTulpe, CC BY-SA 3.0

Die Quelle liegt am Südabhang des südlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia gelegenen Witoscha-Gebirges. Sie verlässt nach 290 km beim Dorf Kulata das bulgarische Territorium. Als Strymonas fließt sie weiter in Südrichtung über griechisches Staatsgebiet in der Region Zentralmakedonien und mündet 60 km westlich von Kavala im Gemeindegebiet von Amphipolis ins Thrakische Meer, einem Nebenmeer der Ägäis.

Gmihail at Serbian Wikipedia, CC BY-SA 3.0 rs

Die Donau(Morawa)/Ägäis(Struma)-Wasserscheide verläuft weiter bis zum den Talschluss des Tales des Struma-Zuflusses Božička Reka bildenden und auf der bulgarischen Grenze liegenden Krvavi Kamik (1.738 m, im Bild unten) im Milevska Planina-Gebirge und tritt dort auf bulgarisches Staatsgebiet über.

Deyan Vasilev ( Dido3 ), CC BY-SA 3.0

Die Quellgebiete des Moravazubringers Nišava südlich begrenzend erreicht sie nach rund 40 km die die Westgrenze der Sofiaebene bildenden Sliwniza-Erhebungen. Dort endet das Einzugsgebiet des Donauzubringers Morava und es beginnt das Einzugsgebiet des Blato, eines linken Nebenflusses des Donauzubringers Iskar.

Der Iskar ist der längste in Bulgarien entspringende Fluss und ein rechtsseitiger Zufluss der Donau. Er fließt durch Westbulgarien und durchquert in seinem letzten Abschnitt die historische Landschaft Mösien. Er hat eine Länge von 368 km und entwässert ein Gebiet von 8.650 km².

RosarioVanTulpe, CC BY-SA 3.0

Die Quelle des Iskars ist der See Tschamowsko am Nordhang des Rila-Gebirges auf über 2.500 m Seehöhe. Er durchquert die Sofiaebene und anschließend das Balkangebirge in einem engen Tal (im Bild unten) von Süden nach Norden und trennt den Westlichen Balkan, in dem der Midžor (2.169 m, höchster Berg Serbiens) auf der Grenze zwischen Bulgarien und Serbien liegt, vom Hohen Balkan. Er ist der einzige Fluss, der das Balkangebirge vollständig durchquert und mündet in der Nähe des Dorfes Gigen nahe dem Römerkastell Oescus in die Donau.

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In Umgehung der südlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia (im Bild unten) gelegenen Iskarquellen schwenkt die Donau(Iskar)/Ägäis(Struma)-Wasserscheide am Westrand der Sofiaebene in Südostrichtung und zieht über den Hauptkamm des Witoschagebirges zum Rilagebirge, in dem südwestlich der Quelle des Beli Iskar am Josifica (2.696 m) jenseits des Donaugebietes das Einzugsgebiet der Struma endet und jenes der Mesta (Nestos) beginnt.

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Die Mesta (griech: Nestos) ist ein 230 km langer Fluss in Bulgarien und Griechenland mit einem von 5.184 km² großen Einzugsgebiet.

Costas78, CC BY-SA 3.0

Der Fluss entspringt in Bulgarien an den Südabhängen des Rilagebirges, durchfließt zunächst in Südostrichtung die Gebirgszüge der westlichen Rhodopen und des Falakro  (im Bild unten), überschreitet nach 115 km die griechische Grenze, durchfließt als Nestos die griechische Region Ostmakedonien und Thrakien und ergießt sich in einem unter Naturschutz stehenden Delta bei Kavala ins Thrakische Meer und somit in die Ägäis.

Nikos Kanellopoulos, CC BY-SA 2.5

Kaum 16 km vom Josifica entfernt und nach Umgehung des Talschlusses des Tals des Beli Iskar erreicht die Wasserscheide den Musala (2.925 m), den höchsten Berg des Rilagebirges und der Balkanhalbinsel (der Gipfel im Bild unten).

Rh, CC BY-SA 3.0

Am Musala endet das Einzugsgebiet der Mesta und es beginnt jenes der Mariza, die auf 2.378 m Seehöhe an den Osthängen des Rilagebirges entspringt.

Die Mariza (gr: Evros, türk: Meriç, auch Nehri) ist ein 515 km langer Fluss (in Karte unten rot markiert), der die Landschaft Thrakien in Südosteuropa durchfließt. In ihrem unteren Verlauf bildet sie teilweise die Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien. In ihrem letzten Abschnitt ist sie (als Evros) Grenzfluss zwischen Griechenland und der Türkei.

RosarioVanTulpe, CC BY-SA 3.0

Die Mariza entspringt im Rila-Gebirge in Bulgarien, verläuft dann zunächst in östlicher Richtung, durchfließt die Oberthrakische Tiefebene (auch Mariza-Ebene genannt) und die Stadt Plovdiv, tritt beim Dreiländereck Bulgarien/Griechenland/Türkei kurz auf türkisches Staatsgebiet über und durchfließt die Stadt Edirne, dreht in Südrichtung, wird südlich von Edirne zum Grenzfluss zwischen der Türkei (linkes Ufer) und Griechenland (Regionen Ostmakedonien und Thrakien), erreicht als solcher östlich der griechischen Stadt Alexandroupolis die Küste und ergießt sich über ein 188 km² großes Flussdelta in die Ägäis. Die Mariza entwässert ein Gebiet von 52.900 km² (siehe Karte unten excl. des 7.884 km² großen Einzugsgebiet des linken Nebenflusses Tundscha) und bildet damit das größte Flusssystem des Balkans.

© inweb.gr/workshops2/sub_basins

Ihr größter Nebenfluss, die 350 km lange Tundscha entwässert den Großteil der Südabhänge des Großen Balkans (siehe deren bulgsrisches Einzugsgebiet in der Karte unten).

© earbd.bg/indexdetails.php?menu_id=526

Die östliche Einzugsgebietsgrenze der Tundscha nähert sich der bulgarischen Schwarzmeerküste bei Burgas (im Bild unten) bis auf 50 km an.

© bulgaria-life

Östlichster Zufluss der Mariza ist die 283 km lange Ergene, deren 17.323 km² großes Einzugsgebiet im Europäischen Teil der Türkei liegt.

© researchgate.net/Environmental Monitoring and Assessment

Die Ergene entspringt rund 50 km nordwestlich von Istanbul im östlichen Teil des dort die Schwarzmeerküste säumenden Strandzhagebirges an dessen Südwestabhängen und erreicht in Westrichtung fließend die dort Evros genannte und die türkisch/griechische Grenze bildende Mariza kurz vor ihrer Mündung, wodurch auch der größte Teil der 23.384 km² großen Europäischen Türkei (Ostthrakien) zum Einzugsgebiet der Mariza gehört.

In Nordostrichtung verläuft die Schwarzmeer(Donau)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide vom Rilagebirge abwärts (als Trennlinie zwischen Iskar und Mariza) über das die Sofiaebene im Osten begrenzende Wakarellgebirge zum Hauptkamm des Hohen Balkan und nähert sich der nördlich davon in West-Ostrichtung als Grenzfluss zwischen Rumänien und Bulgarien fließenden Donau auf fast 120 km (Luftlinie) an.

RosarioVanTulpe, CC BY-SA 3.0

Die Schwarzmeer(Donau)/Ägäis-Wasserscheide folgt dem Balkanhauptkamm in Ostrichtung parallel zur Donau über den Vezehen (2.198 m) und den Troyan-Karnare-Pass (1.535 m) bis zum Botew (2.376 m, höchster Berg des Balkangebirges), wobei im Zuge dieses Verlaufs auf der Donauseite dem Iskar-Einzugsgebiet die Einzugsgebiete der weiteren Donauzuflüsse Vit, Ossam und Jantra folgen (siehe Karte unten), während die südseitigen Balkan-Abflüsse vom größten Mariza-Zubringer Tundscha aufgenommen werden, die am Botew entspringt (siehe deren Flussverlauf in Karte unten).

RosarioVanTulpe, CC BY-SA 3.0

Ab dem Botew ist die Einzugsgebietsgrenze der Ägäis (Mariza) bis in die Türkei ident mit der Einzugsgebietsgrenze der Tundscha; danach mit der Egene.

Die vom Balkanhauptkamm in Nordrichtung abfließenden Gewässer erreichen nach relativ kurzer Zeit die parallel zum Gebirgszug der Schwarzmeerküste zustrebende Donau. Ihre verhältnismäßig große Länge erklärt sich durch starke Mäanderungen.

© researchgate.net/Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)

Der 189 km lange Vit entspringt am Vezehen und mündet 32 km unterhalb der Iskarmündung bei Somovit in die Donau.

An den Nordabhängen des Troyan-Karnare-Passes liegt das westlichste Einzugsgebiet der 314 km langen Ossam, die 10 km unterhalb der Vidmündung in Nikpol die Donau erreicht (im Bild unten).

Anton Lefterov, CC BY-SA 3.0

Am Botew liegen die Quellen der westlichen Zuflüsse der 285 km langen Jantra, die über 50 km unterhalb der Ossammündung bei der Donau-Hafenstadt Switschow in die Donau mündet.

Der letzte nennenswerte aus Bulgarien kommende Donauzufluss, der 197 km lange Rusenski Lom mündet über 70 km weiter flussabwärts in Russe in die Donau. Sein Quellgebiet liegt aber nicht mehr an der Balkan-Wasserscheide sondern grenzt an das Einzugsgebiet der Kamtschija, die rund 280 km südlich der Donaumündung ebenfalls ins Schwarze Meer mündet.

Die Balkan(Schwarzmeer/Ägäis)-Wasserscheide erreicht nach dem historischen Shipkapass (1.185 m, im Bild unten), dem Pass der Republik (700 m) und dem Elena-Twardiza-Pass (1.050 m) den Vratnikpass (940 m), unmittelbar nach dem jenseits des Mariza(Tundscha)gebietes das Einzugsgebiet der Donau endet und jenes der Kamtschija beginnt, die rund 300 km südlich des Donaudeltas in Bulgarien ins Schwarze Meer mündet.

Ajvol., CC BY 2.5

Die östlich des Vratnikpasses in den Ostausläufern des sich zum Schwarzen Meer absenkenden Hohen Balkan entsprungenen Quellflüsse der 254 km langen Kamtschija (Zahme und Wilde Kamtschija) erreichen die dort in Nordrichtung abdrehende Donau nicht mehr, sondern münden nach ihrer Vereinigung zur Kamtschija (in Karte unten deren Flusslauf und ihr 5.358 km² großes Einzugsgebiet) 25 km südlich von Varna ins Schwarze Meer. Die Kamtschija ist der längste Fluss Bulgariens und der Balkanhalbinsel, der direkt ins Schwarze Meer mündet.

© researchgate.net/Yordan Ivanov Uzunov

Die nunmerige Schwarzmeer(Kamtschija)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide fällt in Südostrichtung vom Balkanhauptkamm zum Strandzhagebirge (türk: Istranca dag, siehe Karte unten) ab, dessen Nordausläufer die vom größten Mariza-Zufluss Tundscha durchflossene Mariza-Ebene im Westen von der sich bis zur kaum 30 km entfernten Schwarzmeerküste erstreckenden Burgas-Tiefebene im Osten trennt.

RosarioVanTulpe, CC BY-SA 3.0

Nordöstlich von Karnobat endet in den Südostausläufern des Balkan bei der Ortschaft Topolitsa (Gemeinde Aytos) auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Kamtschija und es beginnt jenes der ein 305 km² großes Einzugsgebiet entwässernden Aytoska, die von dort aus ihrem Quellgebiet (340 m) in Südsüdostrichtung abfließt, in einem weiten Tal die Burgas-Ebene durchfließt, die Kleinstadt Kameno passiert und nach 33 km in den im Stadtgebiet von Burgas gelegenen brackigen Burgas-See (1 m) mündet, der früher mit dem unmittelbar südlich benachbarten Mandra-See verbunden war und heute nur mehr im Osten durch einen Kanal mit der Burgas-Bucht des Schwarzen Meeres verbunden ist.

NordNordWest, CC BY-SA 2.0

Entlang einer kaum wahrnehmbaren Hügelkette passiert die Schwarzmeer(Aytoska-Burgassee)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide in Südwestrichtung das Stadtgebiet von Karnobat östlich und endet nach rund 10 km bereits wieder, da jenseits des Marizagebietes das Einzugsgebiet des Burgassees (Aytoska) endet und jenes Mandra-Sees (über dessen Zufluss Rusokastrenska) beginnt.

In der Bucht von Burgas liegt der nur durch einen Staudamm von der offenen See des Schwarzen Meeres getrennte 130 km² große (vor dem Staudammbau brackigen) Mandra-See.

Vammpi, CC BY-SA 3.0; Das östliche Ende des Mandrasees mit dem Damm und der Burgas-Stadtteil Meden Rudnik

Die Hauptzuflüsse des Mandrasees sind neben der bereits erwähnten ein Einzugsgebiet von 525 km² entwässernden 50 km langen von Norden einmündenden Rusokastrenska die von Westen einmündende und ein Einzugsgebiet von 985 km² entwässernde 69 km lange Sredetska (im Bild unten Rusokastrenskamündung und Sredetskamündung im Vordergrund; im Hintergrund am gegenüberliegenden Südufer das Strandscha-Gebirge), der im westlichen Strandzhagebirge auf 463 m Seehöhe entsprungene von Südwesten einmündende  87 km lange und ein Einzugsgebiet von 641 km² entwässernde Phakian (Fakiyska reka), sowie die von Süden in den Ostteil des Sees einmündende und ein Gebiet von 109 km² entwässernde 35 km lange Izvorska.

Vammpi, CC BY-SA 3.0

Sich von der Küstennähe allmählich entfernend dreht die nunmehrige Schwarzmeer(Rusokastrenska-Mandrasee)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide in Südrichtung, wird östlich von Jambol zur Schwarzmeer(Sredetska-Mandrasee)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide, gewinnt wieder an Höhe und wird knapp vor der türkischen Grenze zur Schwarzmeer(Phakian-Mandrasee)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide, überschreitet als solche die türkische Grenze, dreht in Südostrichtung und endet, da auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Mandrasees endet und jenes der Veleka beginnt.

Die (inkl. Quellbächen) 147 km lange und ein Einzugsgebiet von  995 km² entwässernde Veleka entsteht durch Zusammenfluss mehrerer teils auf über 700 m Seehöhe entsprungenen Quellbächen auf einer Hochebene des Strandzhagebirge im bulgarisch/türkischen Grenzbereich auf knapp über 400 m Seehöhe. Sie überschreitet in Nordrichtung nach 25 km die Grenze zu Bulgarien, dreht in Ostrichtung und mündet nach weiteren mäanderreichen 108 km beim bulgarischen Küstenort Sinemorets ins Schwarze Meer (im Bild unten).

Evgeni Dinev @ Flickr, CC BY 2.0

Nur kurz verläuft die Schwarzmeer/Ägäis-Wasserscheide als als Velelka/Mariza-Wasserscheide da nach kaum 10 km im Gemeindegebiet von Kofçaz auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet des Mandrasees endet und jenes der Rezowo (Rezovska) beginnt. Auf der Ägäis-Seite der Wasserscheide endet auch das Einzugsgebiet des linken Mariza-Nebenflusses Tundscha und es beginnt jenes der Ergene, die in die dort Evros genannte und die türkisch/griechische Grenze bildende Mariza 10 km nördlich von Ipsala von links (Osten) einmündet.

© link.springer.com

Die 112 km lange Rezowo entspringt als Paspalderesi im türkischen Teil des Strandzha Gebirges östlich von Kofçaz auf über 500 m Seehhöhe, fließt stets in (grundsätzlicher) Ostrichtung, erreicht bei Paspala die bulgarische Grenze, wird danach zum Grenzfluss zwischen den beiden Ländern und mündet als solcher beim  bulgarischen (Grenz)Küstenort Rezowo ins Schwarze Meer (im Bild unten). Von ihrem 739 km² großen Einzugsgebiet liegen 184 km² in Bulgarien und 555 km²  in der Türkei.

Pudelek (Marcin Szala), CC BY-SA 3.0; Die Mündung des Grenzbaches Rezowo

Die Schwarzmeer(Rezowo)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide überwindet in Südostrichtung den höchsten Berg des Strandzhagebirges Mahya Dağı (1.031 m), vor dem auf der Schwarzmeerseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Rezowo endet und jenes des Bulanik Deresi Longozu beginnt.

Das Quellgebiet des über 30 km langen Bulanik Dere Longozu liegt östlich des Mahya Dağı westlich der Kleinstadt Demirköy auf fast 700 m Seehöhe, von wo er in Ostrichtung abfließt, das Stadtgebiet von Demirköy (302 m) passiert und danach in einem schluchtartigen verkehrsweglosen Tal zur Küstenebene des Schwarzen Meeres hinabstürzt und diese im İğneada Floodplain Forests National Park erreicht, in dem er den Hamam Gölü südlich passiert und 1 km später ins Schwarze Meer mündet.

© gezenticaner.com

Die Schwarzmeer(Bulanik)/Ägäis(Mariza)-Wasserscheide nähert sich die Südostrichtung beibehaltend immer mehr der Schwarzmeerküste an, sodass die östlich des Bulanik-Gebietes zum Schwarzen Meer abfließenden Bäche immer kürzer werden, nicht immer ständig wasserführend sind und deshalb nicht näher beschrieben werde.

Schließlich wird die Hauptkammkette des dort auch Yıldızgebirge genannten Strandzhagebirges im Gebiet des Çilingoz Nature Parks selbst zum Schwarzmeer-Küstengebirge und erreicht als solche ins Gebiet der die Meerenge des Bosporus westlich begrenzenden Halbinsel Çatalca eintretend das Quellgebiet des östlichsten Marizazubringers Ergene, der an der der Schwarzmeerküste abgewandten Südwestseite der Bergkette entspringt und in Westrichtung fließend nach 281 km die dort auf türkisch Meriç Nehri genannte Mariza rund 20 km oberhalb ihres 188 km² großen am Thrakischen Meer genannten Teil der Ägäis gelegenen Mündungsdeltas erreicht.

© grecotel.com

Östlich der Ergene-Quellen endet jenseits des Schwarzmeergebietes das Einzugsgebiet der Mariza und damit auch der Ägäis und es beginnt jenes des die Halbinsel Çatalca südlich begrenzenden Marmarameeres, das jedoch kaum von der nunmehrigen in die Metropolregion von Istanbul eingetretenen Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide in Südrichtung abfließenden Bächen erreicht wird, da deren Wasser entweder gänlich zu Bewässerungszwecken entnommen wird, oder in diverse als Trinkwasserreservoir angelegte Staubecken eingeleitet wird, deren (eventueller) Überschuss sich in den Kanalsystemen der an der Marmarameerküste gelegenen Vororten Istanbuls verliert.

NASA, CC0; Die Bosporusmeerenge: links die Europäische Halbinsel Çatalca; rechts die Asiatische Halbinsel Kocaeli

Die weiter in Ostrichtung verlaufende Schwarzmeer/Marmarameer-Wasserscheide passiert die Anhöhe des im Norden Istanbuls liegenden und als städtisches Naherholungsgebiet gern genutzten Belgrader Waldes (Belgrad Omani, 230 m), von dessen Nordabhängen nur kurze und entspechend kleine Bäche direkt ihren Weg ins Schwarze Meer finden.

An den Südabhängen des Belgrader Waldes entspringen mehrere der Wasserversorgung Istanbuls dienende Bäche, von denen sich zwei, – nämlich der 30 km lange Alibeyköy Deresi und der 39 km lange Kağıthane Deresi -, unter dem Namen Die süßen Wasser Europas im Stadtteil Eyüp der türkischen Hauptstadt Istanbul in die Goldenes Horn (im Bild unten) genannte Meeresbucht ergießen. Diese im Süden von der auf einer kleinen Halbinsel gelegenen Altstadt Istanbuls vom Marmarameer getrennte Meeresbucht mündet von Westen am Nordrand des Marmarameeres in das Südende der Bosporusmeerenge.

Josep Llauradó, CC BY-SA 2.1 es

Die Balkan-Wasserscheide endet an den Ostabhängen des Belgrader Waldes im Istanbuler Stadtteil Sariyer (im Bild unten die dortige Bosporus-Festungsanlage Rumeli Hisarı) am Europäischen Westufer der  Meerenge des Bosporus.

Radomil talk, CC BY-SA 3.0