Ofenpass

2.149 m, Rätische Alpen, Donau/Etsch, Alpenhauptkamm

Der auf Rätoromanisch Pass dal Fuorn genannte Übergang liegt auf der Donau/Adria-Wasserscheide und führt von Zernez im Engadin (1.471 m, im Bild unten) nach Valchava (1.412 m) ins Münstertal (rätoromanisch: Val Müstair). Innerhalb der Rätischen Alpen trennt er die Sesvennagruppe im Norden von der Ortlergruppe im Süden.

Roland Zumbühl, CC BY-SA 3.0

Der Pass (im Bild unten die Passhöhe von Süden) ist seit jeher ein traditioneller Übergang vom Schweizer Engadin in den Südtiroler Vinschgau. Die Römer legten zwar keine Straße, sondern nur einen Saumweg an, jedoch lassen prähistorische Funde mit neolithischem Charakter beim Weiler Ova Spin vermuten, dass der Übergang bereits in der Steinzeit genutzt wurde. Seinen Namen erhielt er wegen der zahlreichen Eisenschmelzen, die in seiner näheren Umgebung angesiedelt waren. Diese hatten derart großen Holzbedarf, dass es zu Kahlschlägen gekommen ist, die heute wieder aufgeforstet sind, sodass die Bewaldung bis zur Scheitelhöhe reicht.

Adrian Michael, CC BY-SA 1.0
Wasserscheide  Donau (Äußerer Alpenbogen) Etsch (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Ova da Buffalora – Ova dals Pluogls – Ova dal Fuorn – Spöl – Inn – Donau Aua da Muniersch – Il Rom (Rambach) – Etsch
Mündung  Schwarzes Meer Adriatisches Meer
© flikr/Anatol Jasiutyn
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Donau in der Schweiz bis
Ofenpass Allmählich in Südostrichtung drehend wird nach dem Piz Daint (2.969 m), Piz Dora (2.951 m), Piz Chazfora (2.783 m) und Piz Turettas (2.963 m) der Piz dal Döss Radond (2.906 m) passiert, nach dem in Südrichtung am zu den Livigno-Alpen zählenden Monte Forcola (2.906 m, im Bild oben) die italienische Staatsgrenze (Region Lombardei) wieder erreicht wird. Dort endet jenseits des Donau(Inn)einzugsgebietes das Einzugegebiet der Etsch und es beginnt jenes des Adriazuflusses Po (über die Adda). Die nunmehrige Donau(Inn)/Po/Adda)-Wasserscheide folgt Staatsgrenze und Alpenhauptkamm in Westrichtung über Piz Schumbraida (3.125 m), Monte Cornaccia (3.144 m) und Piz Magliavachas (3.044 m) bis zur Cima la Casina (3.180 m), wo es wieder zur Trennung von Staatsgrenze und Alpenhauptkamm kommt, der dort auf italienisches Staatsgebiet übertritt. Die die Gebietsgrenze des Schweizer Donau-Einzugsgebietes bildende Staatsgrenze verläuft von der auch Piz Muratöl genannten Cima la Casina in Westrichtung über den Piz Mon`Ata (2.938 m), fällt ins Val Mora ab, quert dieses und steigt in Nordrichtung zur Cima del Serraglio (2.685 m) an, erreicht den Talschluss des Tales des Ova da Caschabella, folgt dem Bachlauf in Südwestrichtung bis zur Einmündung in den Livignostausee, verläuft in Westrichtung durch den Stausee (1.805 m) bis zur Punt da Gal genannten Staumauer, verläuft über diese und steigt von deren Westende in Südwestrichtung über den Piz Muratarous (2.930 m) zum Piz da l`Acqua (3.118 m) an, dreht am Piz Sera (3.095 m) in Südrichtung, verläuft das östliche italienische Valle di Livigno (siehe Ausführungen in Band 2; Italien) begrenzend über Piz Caschauna (3.071 m), Piz Laviruns (3.052 m), Munt Cotschen (3.104 m) und Piz La Stretta (3.104 m), bis sie am Südabhang des Piz dals Lejs sich wieder mit dem die Donaueinzugsgebietsgrenze bildenden Alpenhauptkamm vereinigt. Dieser ist beim Piz Muratöl in Südwestrichtung auf italienisches Staatsgebiet übergetreten und zum Fraelepass (1.952 m) abgefallen. In Umgehung der Adda-Quellen verläuft der Alpenhauptkamm sodann kurz in Westrichtung über den Pizzo Aguzzo (2.572 m) und fällt danach in Südrichtung zum Alpisellapass (2.268 m) ab, steigt zum Monte Rocca (2.810 m) an, passiert in Südwestrichtung den inneritalienischen Alpenhauptkammpass Passo di Foscagno (2.291 m) und erreicht nach dem Monte Forcellina (3.087 m) und dem Pizzo Zembrasca (3.089 m) am Südgipfel des Piz Val Nera (3.160 m) wieder die Schweizer Grenze. Er folgt dem Grenzverlauf kurz in Westrichtung zum Piz Ursera (3.032 m, unten letztes Bild), von dem er in Nordwestrichtung zur Forcola di Livigno abfällt, danach zum Piz dals Lejs (Bild unten) wieder ansteigt und kurz vor dessen Gipfel (3.044 m) wieder auf Schweizer Staatsgebiet übertritt. Forcola di Livigno
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