Splügenpass

2.113 m, Lepontinische Alpen/Rätische Alpen, Rhein/Po, Alpenhauptkamm

Der auf Italienisch Passo dello Spluga genannte Grenzpass liegt sowohl auf der Europäischen Kontinentalwasserscheide, als auch auf der Hauptwasserscheide der Alpen. Er verbindet die Schweizer Talschaft Rheinwald (Talort Splügen, 1.475 m, siehe Bild unten) im Kanton Graubünden mit dem Val San Giacomo (St. Jakobs Tal) in der italienischen Provinz Sondrio (Region Lombardei), an dessen Talausgang Chiavenna (333 m) und 9 km weiter südlich der Comosee (193 m) liegt. Der Splügenpass bildet die Grenze zwischen den Westalpen und den Ostalpen bzw. zwischen den Lepontinischen Alpen im Westen und den Rätischen Alpen im Osten.

© poststempel-graubuenden.ch

Seit dem Bau eines Tunnels durch den San Bernardino hat der Pass seine frühere Bedeutung weitgehend verloren und ist im Winter geschlossen. Die Nordauffahrt (im Bild unten) beginnt im Tal des Hinterrheins in dessen Hauptort Splügen und führt über 9 km durch das Hüscherenbachtal aufwärts zur Passhöhe. Die durch das Val San Giacomo führende von Chiavenna ausgehende Südrampe ist 30 km lang und überwindet fast 1.800 Höhenmeter.

© Heinz Stoll
Wasserscheide  Rhein (Äußerer Alpenbogen) Po (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Hüscherenbach – Hinterrhein – Rhein Liro – Mera – via Lago di Mezzola in den Comosee – Untere Adda – Po
Mündung  Atlantik Adriatisches Meer
© gipfelbuch.ch
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Rheins im Schweizer Alpengebiet bis
Splügenpass Alpenhauptkamm und (Hinter)Rhein/Po(Adda)-Wasserscheide drehen östlich des Splügen am Surettahorn (3.027 m) in Südostrichtung und verlaufen über den Piz Spadolazzo (2.722 m) zum Piz Timun (3.209 m), wo sich die Staatsgrenze wieder vom Alpenhauptkamm trennt und in Nordostrichtung zum Talausgang des Val di Lei abfällt.

Der Alpenhauptkamm hingegen verläuft vom Piz Timun weg in Südrichtung über italienisches Staatsgebiet entlang des die Westgrenze des Val di Lei bildenden Bergrückens über Pizzo Matter (3.025 m), Pizzo Groppera (2.948 m), Pizzo Stella (3.163 m) und Passo di Lei (2.813 m) zur Cima da Lägh (3.083 m), auf der es wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze kommt (siehe Ausführungen in Band 2, Italien, Kapitel Valle di Lei), folgt dieser ein kurzes Stück über den Pizz Gallagiun (3,107 m) und fällt nach diesem die Staatsgrenze verlassend in Ostrichtung zum innerhalb der Schweiz liegenden Sattel des Passo da la Prasgnola (2.724 m, im Bild oben) ab.

Der Alpenhauptkamm verläuft weiter innerhalb der Schweiz über Pizzun (2.966 m) und Piz da Cävi (2.846 m), dreht am Piz dal Märc (2.948 m) in Nordostrichtung, verläuft über Gletscherhorn (3.107 m), Piz Piot (3.053 m), Juverjoch (2.765 m) und Piz Turba (3.018 m) zum Piz Forcellina (2.939 m), sodann in Ostrichtung den Septimerpass (2.310 m) passierend zum Piz dal Sac (2.720 m) und erreicht an dessen Nordostfuß am Lunghinpass (2.645 m) jenen hydrologischen hot spot Mitteleuropas, an dem sich die Einzugsgebietsgrenzen von Atlantik, Adria und Schwarzen Meer treffen. Dort endet jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet des Po (und damit der Adria) und es beginnt (über den Inn) jenes der Donau (und damit des Schwarzen Meeres).

Die Rheingebietsgrenze (und mit ihr auch die Kontinentalwasserscheide) trennt sich vom Alpenhauptkamm und der Alpenhauptwasserscheide, die als Donau/Adria-Wasserscheide in Südostrichtung zum Maloja weiter verläuft. Die mit der Europäischen Hauptwasserscheide idente (Hinter)Rhein/Donau(Inn)-Wasserscheide hingegen verläuft ab dort wieder innerhalb des Gebietes des Äußeren Alpenbogens in Nordostrichtung über Piz Grevasalvas (2.932 m, im Jahr 1978 Drehort der 26-teiligen TV-Kinderserie Heidi, im Bild unten das „Heididorf“ Grevasalvas), Piz Materdell (2.967 m), Piz Lagrev (3.165 m) und Piz da las Coluonnas (2.960 m) zum Julierpass.

Julierpass
Ziegenberg, CC BY-SA 4.0