Lötschbergtunnel (Bahn)

1.240 m, Berner Alpen, Rhône/Rhein

Der 2.690 m hohe Lötschbergpass führt vom Gasterntal im Berner Oberland nach Ferden im Wallis und ist nur zu Fuß begehbar. Unter der Passhöhe verläuft auf 1.240 m Seehöhe ein 14,6 km langer Eisenbahntunnel (Lötschbergtunnel), der 1913 gebaut wurde. Dieser Tunnel ist auch eine Verbindung für den Straßenverkehr mit der Autoverladung von Kandersteg nach Goppenstein oder noch weiter bis nach Iselle durch den südlich anschließenden Simplontunnel.

© Rolf Müller

Im Jahr 2007 wurde zusätzlich noch der Lötschberg-Basistunnel gebaut. Dieser ist ein 34,6 km langer Eisenbahntunnel von Frutigen (Kandertal) nach Raron (Rhônetal), der die Scheitelhöhe der Eisenbahnstrecke von 1.240 m auf 825 m Seehöhe senkt. Er ist Teil der Lötschberg-Simplon-Achse, der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT), welche von Basel über Bern-Thun-Spiez zum Lötschberg und weiter via Brig-Simplon-Domodossola nach Mailand und Novara-Genua führt und neben der parallel verlaufenden Gotthardachse eine zweite Route für den alpenquerenden Schienengüterverkehr des Europäischen Korridors 24 (Rotterdam-Genua) bildet.

Der Lötschberg-Basistunnel war (vor der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels) nach dem Seikan-Tunnel und dem Eurotunnel der drittlängste Tunnel der Welt.

Wasserscheide  Rhône Rhein
Abflüsse  Lonza – Rhône Kander – Thunersee – Aare – Hagneck-Kanal – Bielersee – Nidau-Büren-Kanal – Aare – Rhein
Mündung  Westliches Mittelmeer Atlantik
Dirk Beyer, CC BY-SA 3.0
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Rhône im Schweizer Alpengebiet bis
Lötschbergüass

Zwischen Lötschbergpass und Grimselpass verläuft die Rhône/Rhein-Wasserscheide in grundsätzlicher Nordostrichtung der Kantonsgrenze Bern/Wallis folgend und das sogenannte Berner Oberland im Süden begrenzend entlang des Hauptkamms der Berner Alpen. Sie steigt über Hockenhorn (3.293 m), Sackhorn (3.204 m) und Birghorn (3.243 m) zum Petersgrad (3.202 m) an, verläuft danach über Tschingelhorn (3.562 m), Breithorn (3.780 m), Großhorn (3.762 m); Mittaghorn (3.892 m), Äbeni Flue (3.962 m) und Gletscherhorn (3.983 m) ins Zentrum dieses Gebirgszuges, überschreitet die 4.000er-Grenze und erreicht über Jungfrau (4.158 m) und Jungfraujoch (3.571 m) den Mönch (4.099 m), dem der wegen seiner Nordwand in Bergsteigerkreisen berühmte Eiger (3.970 m, im Bild oben von Nordwesten) nördlich vorgelagert (der also innerhalb des Kantons Bern und nicht in der Gipfelkette der Wasserscheide liegt) ist.

Weiter über das Große- (4.049 m) und das Kleine Fiescherhorn (3.895 m) erreicht die Rhône/Rhein-Wasserscheide nach dem Agassizhorn (3.946 m) am Finsteraarhorn (4.274 m) nicht nur den höchsten Berg der Berner Alpen, sondern auch den höchsten Punkt des Rheineinzugsgebietes und der Europäischen Kontinentalwasserscheide. Über Studerhorn (3.638 m), Oberaarhorn (3.631 m), Oberaarjoch (3.212 m) und Oberaarrothorn (3.477 m) erreicht sie bei den Roossehörnern und Blatthörnern den Westteil des Aargrates (im Bild unten mit Oberaarsee und Oberaargletscher), entlang dem sie über Löffelhorn (3.095 m), Geschinerstock (2.856 m) und das Große Sidelhorn (2.872 m) bis zur Triebtenseelicke (2.639 m) verläuft, zum Siedelhorn (2.764 m) ansteigt und von diesem zum Grimselpass abfällt.

Grimselpass
© flickr/Hurni Christoph