Grimselpass

2.165 m, Berner Alpen, Rhône/Rhein

Der Grimselpass trennt den Kanton Bern im Norden vom Kanton Wallis im Süden, sowie das Zentralmassiv der Berner Alpen im Westen von den Urner Alpen im Osten, die gemäß SOIUSA-Einteilung als Ostteil der Berner Alpen gelten. Die erste sicher belegte Nutzung des Grimselpasses als Saumpfad datiert aus dem 14. Jahrhundert. Die Benutzung während der Römerzeit und eine Überquerung im Jahr 1211 durch Truppen des Herzogs von Zähringen sind umstritten. Im Jahre 1397 schlossen die Landschaften Pomat, Goms und Hasli sowie die Städte Unterseen, Thun und Bern ein Abkommen, in dem vereinbart wurde, für den freien und sicheren Handelsverkehr zu sorgen und den Saumpfad über den Grimsel zu unterhalten.

An der Nordauffahrt liegen die Stauseen Räterichsodensee (1.767 m) und Grimselsee (1.909 m). Diese sind miteinander, sowie mit dem westlich oberhalb der Scheitelhöhe liegenden Oberaarsee (2.303 m) durch Stollen verbunden. Auf einer Halbinsel im Grimselsee (im Bild unten) liegt das heute zu einem Luxushotel umgebaute ehemalige Grimselhospiz.

© swiss-historic-hotels.ch

Auf der Passhöhe selbst liegt der Totensee (im Bild unten), ein Natursee, der ursprünglich in Südrichtung zur Rhône-, seit den Kraftwerksbauten jedoch künstlich durch bauliche Maßnahmen in den Grimselsee und somit zum Rhein entwässert. Dieser See bekam seinen Namen, weil dort vor rund 800 Jahren Soldaten des Heeres von Herzog Berchtold von Zähringen von den Wallisern in den See getrieben worden sein sollen. Außerdem sind dort Soldaten der Armeen von General Suworow und Napoleon im 2. Koalitionskrieg (1799-1801) gefallen.

Supakon Mohr, CC BY-SA 3.0 de

Der Ausbau des Saumpfades zu einer Passstraße erfolgte im Vergleich zu anderen Schweizer Pässen verhältnismäßig spät, nämlich erst im Jahr 1894. Im Zuge der Wasserkraftwerksbauten in diesem Gebiet wurde die Straße zwischen 1920 und 1950 ausgebaut. Die nur im Sommer benutzbare Passstraße führt vom von der Aare durchflossenen Haslital (Talort Innertkirchen, 625 m) über 20 km zur Scheitelhöhe. Die Südabfahrt mündet nach weniger als 10 km bei Gletsch (1.759 m) in die Westauffahrt zum Furkapass. Vor zwei Jahrhunderten reichte der Rhônegletscher noch bis nach Gletsch hinunter. Im Bild unten der Blick von der Südabfahrt des Grimselpasses auf die Westauffahrt des Furkapasses, wobei rechts unten der Ort Gletsch -, und links oben das heutige Ende des Rhônegletschers (=Rhônequelle) erkennbar ist.

Cooper.ch, CC BY 2.5
Wasserscheide  Rhône Rhein
Abflüsse  Rotten – Rhône Totensee – Grimselsee – Räterichsbodensee – Aare – Hagneck-Kanal – Bielersee – Nidau-Büren-Kanal – Aare – Rhein
Mündung  Westliches Mittelmeer Atlantik
© hikr/Freeman
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Rhône im Schweizer Alpengebiet bis
Grimselpass Nach dem Grimselpass dreht die Rhône/Rhein-Wasserscheide nach dem Nägelisgrätli in Nordrichtung und folgt der Kantonsgrenze Bern/Wallis den Rhônegletscher westlich begrenzend über die Gerstenhörner und die Hinteren Gelmerhörner zum Tierälplistock (3.383 m) und weiter über den Limistock (3.189 m) bis zum Wysse Nollen (3.398 m, im Bild oben). Nach dem Wysse Nollen dreht die Kantonsgrenze in Ostrichtung, strebt in gerader Linie dem Eggstock zu und quert auf diesem Weg den obersten Teil des Rhônegletschers, wo das Dreiländereck Bern/Uri/Wallis liegt, während die rechte Einzugsgebietsgrenz der Rhône innerhalb des Kantons Bern noch 500 m lang in Nordostrichtung am Gletscherrand bis zur Nordspitze des Gletschers am die Grenze zum Kanton Uri bildenden Triftgrat verläuft, damit die Rhônequelle umgeht und somit von der rechten zur linken Einzugsgebietsgrenze der Rhône wird. Am Triftgrat dreht die Rhône/Rhein-Wasserscheide in Südostrichtung und folgt dem Grat kaum 300 m über Urner Gebiet bis zum Eggstock (3.556 m), wo sie auf die Kantonsgrenze Uri/Wallis trifft und dieser in Südrichtung, – nunmehr den Rhônegletscher östlich begrenzend -, über Dammastock (3.630 m), Tiedenstock (3.515 m), Galenstock (3.583 m), Sidelenhorn (3.217 m) und Groß-Furkahorn (3.169 m) bis zum Klein-Furkahorn (3.026 m, im Bild unten) folgt, von dem sie zum bloß 6 km Luftlinie von der Grimselpasshöhe entfernten Furkapass abfällt. Furkapass
Norbert Aepli, CC BY 2.5