Umbrailpass und der Flussverlauf des Rambaches

2.501 m, Rätische Alpen, Etsch/Po

Der auf Rätoromanisch Pass da l’Umbrail und auf Italienisch Giogo di Santa Maria (auch Passo d`Umbrail) genannte Grenzpass, dessen Scheitelhöhe (im Bild unten) rund 200 m von der Staatsgrenze entfernt in der Schweiz liegt, wurde früher nach der deutschen Bezeichnung von Bormio auch Wormser Joch genannt. Der Übergang ist der höchste Straßenpass der Schweiz.

Wladyslaw Sojka, CC BY-SA 3.0

Die Scheitelhöhe liegt unmittelbar an der Grenze zu Italien und verbindet das Val Müstair bei Santa Maria (Kanton Graubünden) mit dem Addatal bei Bormio (Region Lombardei). Die 13,4 km lange Straße von Santa Maria auf den Umbrailpass wurde 1901 fertiggestellt. Nördlicher Ausgangspunkt ist die Ortschaft Santa Maria Val Müstair (1,375 m, im Bild unten). Sie passiert unmittelbar nach der Passhöhe die Grenze zu Italien und mündet kurz danach auf 2.488 m Seehöhe in die Südwest-Rampe der Straße über das an der Ostschulter der Dreisprachenspitze innerhalb Italiens gelegene Stilfser Joch. Die Strecke über den Umbrailpass ist die ursprüngliche Verbindung zwischen dem Obervinschgau und dem Veltlin (Bormio). Am Ende des 15. Jh. führte sogar ein Postkurs über den Pass, der Mailand mit Innsbruck verband.

Wladyslaw, CC BY-SA 3.0
Wasserscheide  Etsch Po
Abflüsse  Muranzina – Rambach – Etsch Braulio – Obere Adda – Comosee – Untere Adda – Po
Mündung  Adriatisches Meer

Die Staatsgrenze passiert nach dem Umbrailpass den Piz Umbrail (3.033 m, im Bild unten am linken Bildrand mit dem Bergsee Lai da Rims in der Bildmitte) und die Punta di Rims (2.946 m) und erreicht am Monte Forcola (2.906 m) den Alpenhauptkamm, wo jenseits des Etschgebietes das Einzugsgebiet des Po endet und jenes der Donau beginnt.

© alpenverein.it

Die Einzugsgebietsgrenze des Schweizer Etschgebietes trennt sich dort von der Staatsgrenze und folgt als Etsch/Donau-Wasserscheide dem Alpenhauptkamm in Nordwestrichtung auf Schweizer Staatsgebiet über Piz dal Döss Radond (2.906 m), Piz Turettas (2.963 m), Piz Chazfora (2.783 m), Piz Dora (2.951 m) und Piz Daint (2.969 m) bis zum Ofenpass (2.149 m, Übergang ins Engadin), von dem sie in Ostrichtung über die Munt da la Bescha (2.773 m), die Funtana da S-chari (2.393 m), den Pass da Costainas (2.251 m) und den Muntet (2.763 m) verläuft, nach dem sie am Urtirolaspitz (2.909 m, im Bild unten) wieder die Staatsgrenze erreicht.

© hikr/Felix

Sie folgt dieser die Ostrichtung beibehaltend wieder innerhalb des Etsch-Einzugsgebietes in den Talgrund des Valgarolabaches kurz vor dessen Einmündung in den Rambach. In Südostrichtung erreicht sie nach 1 km unmittelbar oberhalb der Valgarolabachmündung den Ausgangspunkt der Gebietsumschreibung unterhalb von Müstair.

© docbruni.at; Das grenznahe Kloster St. Johann in Müstair

Der 25 km lange Rambach entspringt an der Ostseite des Ofenpasses, über den eine den Vinschgau mit dem Engadin verbindende Hauptverkehrsstraße führt, auf rund 1.730 m Seehöhe. Er durchfließt das Münstertal und passiert die Ortschaften Tschierv (1.660 m), Fuldera (1.638 m) und Valchava (1.389 m, im Bild unten), wo ihm 12 km unterhalb der Scheitelhöhe des Ofenpasses von rechts der das Val Vau entwässernde gleichnamige Bach zufließt. In der weitere 2 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Santa Maria Val Müstair (1.342 m) mündet von rechts die Muranzina ein, durch deren Tal eine Straße über den Umbrailpass ins Veltlin führt.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Nach der 4 km unterhalb der Muranzinamündung gelegenen Grenzortschaft Müstair (1.238 m) verlässt der Rambach (im Bild unten bei Tschierv) beim Grenzweiler Puntweil (1.220 m) die Schweiz Richtung Italien (Region Trentino-Südtirol).

Adrian Michael, CC BY-SA 1.0

Unmittelbar nach dem Grenzübertritt erreicht den Rambach noch vor der Ortschaft Taufers im Münstertal von links sein größter Nebenfluss, der Valgarolabach (1.142 m). Nach Taufers durchfließt der Rambach den 10 km langen unteren Südtiroler Abschnitt des Münstertales, erreicht den Vinschgau und mündet bei Glurns in die Etsch (914 m).

Die Etsch tritt 180 km weiter flussabwärts bei Ala (210 m) von der Region Trentino-Alto Adige in die Region Veneto über, verlässt 70 km weiter südlich das Alpengebiet unterhalb von Verona (50 m) und tritt in die Oberitalienische Tiefebene ein. Sie mündet 130 Flusskilometer später bei Porto Fossone nördlich des Po-Deltas ins Adriatische Meer.