Simplonpass

2.005 m, Lepontinische Alpen/Walliser Alpen, Rhône/Po, Alpenhauptkamm

Der auch kurz Simplon und auf Italienisch Sempione genannte Alpenhauptkammübergang trennt die Lepontinischen Alpen im Osten von den Walliser Alpen im Westen. Er verbindet das Schweizer Rhônetal mit dem Val d`Ossola in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Die Talorte sind Brig (684 m, Kanton Wallis) und Domodossola (270 m, Region Piemont).

Von dem am Südufer der Rhône gelegenen Städtchen Brig führt die Nationalstraße N 9 das Gantertal aufwärts bis zur Scheitelhöhe, auf der zwei natürliche Seen liegen und zwar den Rotelsee hinter dem Hospiz (im Bild unten), sowie den Hopschelsee, der auf der anderen Talseite liegt. In den letzten Jahren sind noch zwei weitere Seen künstlich angelegt worden.

Roland Zumbühl, CC BY-SA 3.0

Auf der Südabfahrt durch das Chrumbachtal wird das Dorf Simplon passiert, nach dem sich der Chrumbach mit der Laggina zur Doveria vereinigt, die Gondoschlucht durchfließt und an deren Ende in der Grenzortschaft Gondo (864 m) von Süden den Großes Wasser genannten, das Zwischenbergental (im Bild unten) entwässernden Bach aufnimmt. Am Ostrand von Gondo überschreiten Straße und Doveria die Staatsgrenze zu Italien, durchlaufen das Val Divedro, in dem das Südportal des Simplontunnels liegt, und erreichen nach mehr als 20 km das vom Toce durchflossene Val Ossolane (Osollatal) und die knapp unterhalb der Einmündung der in Italien Diveria genannten Doveria in den Toce gelegene Kleinstadt Domodossola.

Idéfix~commonswiki, CC BY-SA 3.0

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Pass für den Salztransport ausgebaut. Die Ware wurde in dieser Zeit mit Maultieren (Saumweg) über den Pass transportiert. Seine überregionale Bedeutung bekam dieser Übergang erst, nachdem Napoleon eine befestigte Passstraße hatte bauen lassen, um den Pass für seine Artillerie befahrbar zu machen (im Bild die Gondoschlucht).

Heute gilt der Simplon als der bestausgebaute Passübergang der Schweiz und hat sich zu einer Transitstrecke für den Schwerverkehr entwickelt. Unter dem Pass etwas östlich der Scheitelhöhe führt der zwischen 1898 und 1921 gebaute Simplontunnel hindurch, ein zweiröhriger Eisenbahn-Basistunnel, der von Brig nach Iselle di Trasquera (im Bild unten) führt und bis Ende der 1970er-Jahre des 20. Jahrhunderts mit 19,8 km der längste Gebirgstunnel der Erde war. Bekannt wurde der Tunnel auch durch den bis 1977 durch ihn verkehrenden Simplon-Orient-Express.

Hp.Baumeler, CC BY-SA 4.0
Wasserscheide  Rhône (Äußerer Alpenbogen) Po (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Taferna – Saltina – Rotten – Rhône Chrummbach – Doveria – Diveria – Toce – Lago Maggiore – Ticino – Po
Mündung  Westliches Mittelmeer Adriatisches Meer
Michael Schmid, CC BY-SA 3.0
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze der Rhône im Schweizer Alpengebiet bis
Simplonpass

Von der Passhöhe des Simplon steigt die Rhône/Po-Wasserscheide in Südrichtung über das Böshorn (3.268 m) zum vergletscherten Fletschhorn (3.393 m) an und verläuft weiter über das Lagginhorn (4.010 m) und das Weissmies (4.017 m, im Bild oben) zum Pizzo d’Andolla (3.654 m), wo es wieder zur Vereinigung mit der Staatsgrenze zu Italien kommt, die von Gondo das Zwischbergental begrenzend über die Cima del Rosso (2.443 m) bis hierher angestiegen ist.

Ab dem Pizzo d’Andolla folgen Alpenhauptkamm und (nicht immer exakt) auch die Staatsgrenze dem Hauptkamm der Walliser Alpen vorerst in Südwestrichtung über Latelhorn (3.198 m), Spechhorn (3.035 m) und dem Weissgrat zur Dufourspitze (4.634 m), südlich der bei der Signalkuppe (4.559 m) auf italienischer Seite die Region Piemont endet und die autonome Region Aostatal beginnt. In Westrichtung verlässt die Staatsgrenze über den Liskamm (4.527 m) das Monte-Rosa-Gebiet, verläuft weiter über die Zwillinge (Castor 4.223 m, Pollux 4.075 m) und den Theodulpass (3.301 m) zum Matterhorn (4.478 m, im Bild unten linker Gipfel), geht nach den Dent d’Hérens (4.171 m, rechte Bildhälfte) in Südwestrichtung und verläuft über Mont Brûlé (3.585 m), Bec du Chardoney (3.447 m), Mont Avril (3.347 m) und Grand Tête de By (3.687 m) zum Mont Vélan (3.731 m). Nach der Pointe de Barasson (2.963 m) passiert sie den Mont Mort (2.866 m) und fällt in Nordwestrichtung zum Großen Sankt Bernhard ab.

 Großer Sankt Bernhard