Flussverlauf der Rhône

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des alpinen Teiles des Schweizer Anteils am Einzugsgebiet der Rhône.

Die Rhône entspringt am gleichnamigen Gletscher innerhalb der Schweiz im äußersten Nordosten des Kantons Wallis in den auch Urner Alpen genannten Gebiet der Berner Alpen. Der Rhônegletscher ist ein knapp 10 km langer und durchschnittlich etwas mehr als 1 km breiter Talgletscher mit einer Fläche von rund 17 km². Er war vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund seiner damals noch weit ins Tal bis zum Hoteldorf Gletsch hinunter reichenden Zunge eine große Touristenattraktion. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts schmilzt er kontinuierlich. Experten gehen davon aus, dass er bis ins Jahr 2100 beinahe vollständig verschwunden sein wird. Von Gletsch führen zwei Passstraßen aus dem Talschluss des Rhônetales ins Rheingebiet, und zwar eine in Nordwestrichtung über den 6 km entfernten Grimselpass ins von der Aare durchflossene Haslital, und eine in Nordostrichtung über den 10 km entfernten Furkapass ins Urseren genannte oberste Reusstal.

Jimo15, CC BY-SA 3.0; Der Blick von Gletsch talwärts: In der Mitte die Straße (rhôneabwärts) nach Brig, links die Furka- und rechts die Grimselstrasse. Der Steg über die Rhone verbindet das Bahnhofsgebäude mit den Geleisen

Die dort Rotten genannte Rhône fließt von Gletsch (1.757 m) in Südwestrichtung zwischen dem zu den Berner Alpen gehörenden Aargrat im Nordwesten und den Lepontinischen Alpen im Südosten durch die Ortschaft Oberwald (1.368 m), wo von rechts der Rätischbach und von links die Gonner, die die fast unbewohnten Hochtäler Geretal und Gonerli (im Bild unten) entwässert, einmünden. In der 11 km flussabwärts von Gletsch gelegenen Ortschaft Ulrichen (1.346 m) mündet von Süden die Ägina ein, durch deren Tal eine Straße über den Nufenenpass den Alpenhauptkamm quert und somit ins Gebiet des Inneren Alpenbogens ins Tal des Ticino führt.

© Ueli Raz

Bis zum 27 km entfernten Gemeindegebiet von Grengiols, wo von Süden der das Binntal entwässernde gleichnamige Bach einmündet (800 m), erreichen die Rhône von links und rechts zahlreiche kurze großteils unbewohnte Hochtäler entwässernde Bäche. Von der 5 km unterhalb der Binnamündung gelegenen Ortschaft Mörel (759 m) führt in Nordrichtung eine 15 km lange Bergstraße in die auf 1.905 m Seehöhe gelegene Gemeinde Riederalp, die zusammen mit Fiescheralp (2.212 m, im Bild unten) und Bettmeralp (1.957 m) Teil des Aletschgebietes ist, das 2002 zum UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn erklärt worden ist.

oiram, CC BY-SA 3.0

Das bis zum Aletschgletscher reichende Hochplateau ist großteils autofrei und nur über Luftseilbahnen erreichbar. Am nordöstlichen Ortsrand der 5 km unterhalb von Mörel gelegenen Stadt Brig (681 m) mündet von Norden die den Aletschgletscher entwässernde Massa -, und im Zentrum von Brig von Süden die Saltina in die Rhône. Durch das Saltinatal, das die Lepontinischen Alpen im Osten von den Walliser Alpen im Westen trennt, verläuft eine Hauptverkehrsroute über den Simplon ins Tocetal und somit ins Einzugsgebiet des Po.

Bei dem 3 km flussabwärts von Brig gelegenen Ort Visp (651 m) mündet von Süden die Vispa, die 5 km vorher bei der Ortschaft Stalden (799 m) aus dem Zusammenfluss von Saaservispa und Mattervispa entstanden ist, in die nunmehr die Berner Alpen von den Walliser Alpen (Südufer) trennende Rhône. In Visp beginnt das Weinbaugebiet des Wallis, das sich im Rhônetal bis Martigny erstreckt. In der über dem Ostufer der Vispa gelegenen Ortschaft Visperterminen liegt der Riebe genannte Weinberg (im Bild unten), der der höchste (1.150 m) Mitteleuropas sein soll.

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Am Ende des östlicher gelegenen rund 20 km langen Saasertales liegen die Touristenzentren Saas Grund (1.559 m), Saas Almagell (1.670 m) und Saas Fee (1.803 m). Am Ende des fast 30 km langen Mattertales liegt am Nordostfuß des Matterhorns die Ortschaft Zermatt (1.608 m), die südlichste Gemeinde des geschlossenen deutschen Sprachraumes. Da Zermatt autofrei ist, endet die Zufahrtsmöglichkeit mit PKW in der 5 km unterhalb von Zermatt gelegenen Ortschaft Täsch (1.450 m), von wo ein Bahn-Pendeldienst nach Zermatt besteht. Zwischen Täsch und Saas-Fee liegt der Dom (4.545 m), der höchste gänzlich auf Schweizer Staatsgebiet liegende Berg der Schweiz.

Bgvr, CC BY-SA 3.0; Täschhorn (4.491 m), Dom und Lenzspitze (4.294 m)

Unterhalb von Visp liegt die Ortschaft Raron, in der das Südportal des (Bahn)- Lötschberg-Basistunnels liegt und es mündet weitere 7 km Rhône-abwärts bei Gampel (634 m) von Norden die das Lötschental entwässernde Lonza ein. Durch deren untersten Talabschnitt zwischen Gampel und Goppenstein (1.216 m, im Bild unten der Bahnhof) verläuft die Zufahrt zum Südportal des Lötschberg(Scheitel)-Bahntunnels, durch den für KFZ eine Verkehrsverbindung (Autoverlad) unter dem Lötschbergpass nach Kandersteg ins Rheingebiet besteht.

Paebi, CC BY-SA 3.0

Nach südlichem Zufluss der das gleichnamige Tal entwässernden Turtmänna in Turtmann (628 m) erreicht die Rhône 9 km unterhalb von Gampel die zur Gemeinde Leuk gehörende Ortschaft Susten (623 m), wo von Norden die Dala einmündet, in deren Talschluss der Wintersport- und Thermalkurort Leukerbad (1.402 m) liegt.

Zwischen Gampel und Susten liegen auf dem Leuker Sonnenberg genannten trockenen Südhang des Walliser Haupttales die Ortschaften Guttet (1.345 m), Feschel (1.280 m) und Erschmatt (1.223 m, im Bild unten), die hoch über dem Talgrund des Rhônetales durch Kleinstraßen miteinander verbunden sind.

Silvio Tanner, CC BY-SA 3.0

Die Rhône überschreitet zwischen Susten und der 10 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Sierre (533 m) die Sprachgrenze (wird von der Rotten zur Rhône) und erreicht den französischen Teil des Kantons Wallis (Valais). In Sierre (dt: Siders) mündet von Süden das von der 23 km langen Naviscene durchflossene Val d’Anniviers (östlichstes französischsprachiges linkes Seitental der Rhône) ins Rhônetal. In diesem bis zum Alpenhauptkamm reichenden Tal liegen zahlreiche Ski-Ressorts (Grimentz, Vercorin, Zinal-Weißhorn, Chandolin und Saint-Luc). Nördlich von Sierre liegt auf einem Hochplateau über dem Rhônetal das am (künstlichen) Lac Mubra gelegene Touristenzentrum Crans-Montana (1.424 m, im Bild unten), dem sich westlich die Orte Lens, Ayent und Savièse anschließen. Zwischen Sierre und dem 15 km Rhône-abwärts gelegenen Kantonshauptort Sion (dt: Sitten, 491 m) führen zahlreiche kurvenreiche Bergstraßen auf dieses am nördlichen Talrand des Rhônetales gelegene Plateau in die genannten Orte.

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In Sion münden von Norden die Sionne und von Süden die 30 km lange Borgne in die Rhône, die das Val d’Hérens und dessen westliches Seitental, das von der Dixence durchflossene Val d`Heremence entwässert. Bei der 2 km westlich von Sion gelegenen Ortschaft Conthey (482 m) mündet von Norden die Morge, durch deren Tal eine Straße über den Sanetschpass bis zum Lac de Sénin führt (und dort endet), und von Süden die das Val de Nendaz entwässernde 12 km lange Printze (im Bild unten) in die Rhône.

Maurice Perry, CC BY-SA 2.0

Weitere 13 km flussabwärts von Conthey mündet bei der nur mehr 10 km oberhalb von Martigny gelegenen Ortschaft Saxon der Torrent de Croix von links in die Rhône, durch dessen Tal eine Straße über den Col du Lein ins Dransetal führt.

Die Rhône erreicht 10 km unterhalb von Saxon den Bezirkshauptort Martigny, nördlich dem sie in Nordnordwestrichtung dreht („Rhôneknie“) und von Süden (links) die die Walliser Alpen von den Grajischen Alpen trennende Dranse einmündet (453 m, im Bild unten).

© Ueli Raz

Die selbst nur 15 km lange Dranse entsteht in Sembrancher (Kanton Wallis) durch den Zusammenfluss zweier Quellbäche auf 717 m Seehöhe. Ihr 680 km² großes Einzugsgebiet liegt gänzlich innerhalb der Schweiz im Kanton Wallis und erstreckt sich auf Teilgebiete der Walliser Alpen (Ostteil) und der Grajischen Alpen (Westteil). Sie hat drei Quellbäche, von denen der östliche (rechte) Quellfluss, die Dranse de Bagne mit 31 km der längste ist. Diese entspringt auf rund 2.500 m Seehöhe dem den Alpenhauptkamm nördlich vorgelagerten Otemmagletscher (im Bild unten) der Walliser Alpen.

aiace telamonio, CC BY 2.0

In ihrem oberen Einzugsgebiet fließen weitere Gletscherbäche (Mont-Durand-Gletscher, Brenaygletscher, Giétrozgletscher) zu, die im 2,08 km² großen Stausee Lac de Mauvoisin (1.975 m) gesammelt werden. Von diesem in Nordwestrichtung abfließend und von links den vom Corbassièregletscher abfließenden Bach aufnehmend erreicht die mehrere Steilstufen des Val de Bagnes überwindende Dranse de Bagne Le Châble (821 m), den Hauptort der Gemeinde Bagnes, oberhalb dem das Schizentrum Verbier (1.490 m, im Bild unten) liegt.

Norbert Aepli, CC BY 2.5

Aus diesem oberen Teil des Val de Bagnes führen außer Schischaukeln und ein über Verbier und den Col de la Croix de Coeur (2.173 m) nach Riddes ins Rhônetal führender Mountainbike-Erdweg keine Verkehrswege in benachbarte Täler.

Nach Le Châble erreicht die in Westrichtung drehende Dranse de Bagne den Talausgang bei der Ortschaft Vollèges (im Bild unten), vor der von Norden der Le Merdenson einmündet, durch dessen Tal eine Nebenstraße über den Col du Lein nach Saxon ins Rhônetal führt. Kaum 2 km weiter flussabwärts vereinigt sich die Dranse de Bagne mit der von Süden kommenden Dranse d’Entremont zur Dranse (717 m).

Olivier Bruchez, CC BY-SA 2.0

Der „mittlere“ (südliche) Dranse-Quellfluss, die 25 km lange Dranse d’Entremont entspringt östlich der Passhöhe des Großen Sankt Bernhard (Alpenhauptkammübergang nach Italien ins Aostatal) in den Walliser Alpen am Nordfuß der Tête de Barasson (2.739 m) auf über 2.500 m Seehöhe. In Nordrichtung fließt sie kurz nach ihrem Ursprung in das vom Großen St. Bernhard abfallende und die Walliser Alpen im Osten von den Grajischen Alpen im Westen trennende Val d’Entremont ein, in dem sie zum Lac des Toules (1.810 m) aufgestaut wird, danach die Orte Bourg-St-Pierre (1.632 m) und Liddes (1.346 m) passiert und den Talkessel von Orsières erreicht, in dem von links der 3. Dransequellfluss Dranse de Ferret zufließt (924 m).

Anto, CC BY-SA 2.5; Der Blick auf Orsières und die Einmündung des Val Ferret (vorne) ins Val d’Entremont (obere Bildhälfte)

Der kürzeste (westliche) Dranse-Quellfluss, die 19 km lange Dranse de Ferret entspringt in den Grajischen Alpen am Glacier des Angroniettes am Nordhang des Alpenhauptkammgipfels Grand Golliat (3.238 m) auf über 2.500 m Seehöhe, durchfließt das 18 km lange und nur dünn besiedelte Val Ferret, dessen größte Ortschaft Praz de Fort (1.151 m, im Bild unten) ist, erreicht dessen Ausgang bei der bereits im Talkessel von Orsières im Val d’Entremont gelegenen Ortschaft Som La Proz, in der eine Straße das Tal verlässt und in Nordwestrichtung zum Col de Champex führt, und mündet kurz danach südlich von Orsières in die Dranse d’Entremont.

© firmendb.de

Die Dranse d’Entremont passiert die Ortschaft Orsières und erreicht, – das Bergmassiv des Le Catogne (im Bild unten) östlich begrenzend -, nach 6 km die Ortschaft Sembracher, östlich der sie sich mit der von Osten kommenden Dranse de Bagne zur Dranse vereinigt, die in Westrichtung dreht und entlang des Nordabhanges des Le Catogne ein tiefes Tal durchfließt. Noch in Sembracher verlässt eine zum Col des Planches führende Kleinstraße das Dransetal.

Ludovic Péron, CC BY-SA 3.0

Die nunmehr selbst zum Grenzfluss zwischen den Walliser Alpen (rechtes Ufer) und den Grajische Alpen gewordene Dranse passiert 6 km westlich von Sembracher das Gemeindegebiet von Bovernier, in dessen westlichen Ortsteil Les Valettes (im Bild unten) von Süden die den Le Catogne südwestlich begrenzende Durnan einmündet, durch deren Tal eine Straße zum Col de Champex führt.

© lindaphoto.ch

Kurz nach der Durnanmündung dreht die Dranse in Nordrichtung und es mündet beim Weiler Le Brocard (Gemeinde Marigny Combe) von links der Torrent Saint-Jean ein (520 m), dessen Tal eine zum Col de la Forclaz führende Straße aufwärts folgt.

Die Dranse passiert Martigny-Croix (499 m), den Hauptort der Gemeinde Marigny Combe, in dem eine vom Col des Planches und Chemin-Dessus kommende Passstraße das unterste Dransetal erreicht. Die Dranse tritt sodann in die Rhônetalebene ein und durchfließt das Stadtgebiet von Martigny (474 m, im Bild unten), nördlich dem sie (kanalisiert) in die Rhône mündet.

Sylenius, CC BY-SA 3.0

Die nach der Dranseeinmündung in Nordnordwestrichtung fließende und zum Grenzfluss zwischen den Berner Alpen und den Grajischen Alpen (linkes Ufer) gewordene Rhône passiert die Ortschaft Vernayaz, bei der von Westen der die Grajischen Alpen von den Savoyer Voralpen trennende Trient (im Bild unten) zufließt, der der Rhône erstmals von französischem Staatsgebiet stammendes Wasser zuführt und aus dessen oberen Talabschnitt Straßen über den Schweizer Pass Col de la Forclaz nach Martigny -, und über den französischen Pass Col des Montets ins Tal der Arve nach Chamonix führen.

Lysippos at de.wikipedia, CC BY-SA 2.0 de

Zum Grenzfluss zwischen Savoyer Voralpen (Westufer) und Berner Alpen geworden wird die Rhône nach weiteren 6 km ab der Ortschaft Evionnaz auch zum Kantonsgrenzfluss und zwar zwischen den Kantonen Wallis (linkes Ufer) und Waadt.

Weitere 10 km flussabwärts münden auf 396 m Seehöhe in der Walliser Ortschaft Monthey (im Bild unten) die Vièze -, und 300 m später von rechts im Gebiet der Waadtländer Gemeinde Bex die die Berner Alpen von den Waadtländer und Freiburger Voralpen trennende Gryonne in die Rhône.

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Durch das Vièze-Nebental Val Morgins (im Bild unten der Hauptort) verläuft eine überregionale Straße in Westrichtung über den Pas de Morgins nach Frankreich. Aus dem Val Morgins führen in Nordrichtung Nebenstraßen über den Portes de Cullet ins Rhônetal zurück. Durch das Gryonnetal führt eine Straße über den Col de la Croix ins benachbarte Tal der Grande Eau.

© myswitzerland.com

Nach linksseitigem Zufluss des Torrent de la Greffe bei Muraz, aus dessen Tal eine Straße über den Portes de Cullet ins benachbarte Tal der Vièze führt, passiert die Rhône die 10 km flussabwärts von Monthey gelegenen Ortschaft Aigle, nach der auf 381 m Seehöhe von rechts die Grande Eau (im Bild unten) einmündet.

(Dake), CC BY-SA 3.0

Durch Nebentäler der Grande Eau führen Straßen über den Col de la Croix ins benachbarte Gyronnetal, sowie über die Kontinentalwasserscheidepässe Col du Pillon, Col des Mosses und Col de la Pierre du Moëllé ins Rheingebiet.

In der 2 km unterhalb der Grande-Eau-Mündung gelegenen Ortschaft Vouvry mündet von links der Le Fossau ein (378 m), dessen Flusslauf eine zum Col de Taney führende Bergstraße folgt.

Die Rhône erreicht schließlich 8 km unterhalb von Vouvry und 1,5 km westlich von Villeneuve den Genfersee (372 m) bei Le Bouveret in einem Delta. Auf diesem Weg wird sie östlich parallel von der Eau Froide begleitet, deren Tal, durch das eine Kleinstraße über den Col d`Ayerne ins Rheingebiet führt, die Ebene des Rhônetales bei Roche zwar erreicht, der Fluss selbst jedoch nicht in die Rhône -, sondern bei Villeneuve (im Bild unten) direkt in den Genfersee mündet.

Kuebi, CC BY-SA 3.0

Der Genfersee (frz: Lac Léman) ist 580,03 km² groß (wovon 345,31 km² auf schweizerisches- und 234,71 km² auf französisches Staatsgebiet entfallen) und damit nach dem ungarischen Plattensee der zweitgrößte See Mitteleuropas. Er ist bis zu 310 m tief und mit einem durchschnittlichen Wasservolumen von 89 km³ der wasserreichste See Mitteleuropas.

Tschubby, CC BY-SA 3.0

Er wird von der Rhône durchflossen, die an seinem Ostende als Grenzfluss zwischen den Schweizer Kantonen Wallis (Südufer) und Waadt (Nordufer) deltabildend einmündet (siehe Karte oben) und ihn an seinem Südwestende (im Bild unten) in der Schweizer Metropole Genf (in der linken unteren Bildecke erkennbar) im gleichnamigen Kanton wieder verlässt, wobei ihr Wasser im Durchschnitt 11,4 Jahre für den Durchfluss benötigt.

Joergsam, CC BY-SA 4.0

In Genf kann der Wasserstand des Sees mittels der Wehranlage Barrage du Seujet reguliert werden. Das gesamte rund 100 km lange Nordufer zwischen Ein- und Ausfluss der Rhône ist Schweizer Staatsgebiet und gehört zwischen Rhôneeinmündung und der Ortschaft Versoix (mit Ausnahme der 9 km nordöstlich von Versoix gelegenen Ortschaft Céligny, die eine Exklave des Kantons Genf ist) zum Kanton Waadt (frz: Vaud). Die letzten 10 km des Nordufers von Versoix bis zum Rhôneaustritt in Genf gehören zum Kanton Genf (frz: Genève).

Bei der 8 km nördlich von Villeneuve bzw. 9,5 km nordöstlich der Rhônemündung am Nordufer des Genfersees gelegenen Stadt Montreux mündet der Wildbach Baye de Montreux in den Genfersee, aus dessen Quellgebiet eine Eisenbahnverbindung durch den Col de Jaman ins Rheingebiet führt.

In der 6 km westlich von Montreux ebenfalls am Nordufer des Genfersees gelegenen Stadt Veveye mündet die Veveyse in den See, in deren Quellgebiet der breite Sattel von Châtel-Saint-Denis liegt, über den die Hauptverkehrsrouten (Autobahn, Bahn, Haupt- und Nebenstraßen) des östlichen Genferseegebietes in die Zentralschweiz und somit ins Rheingebiet verlaufen. 

Tschubby, GFDL; Blick in Westrichtung über das Nordufer des Genfersees von der westlich von Veveye gelegenen Ortschaft Puidoux aus gesehen

Zwischen Veveye und der 18 km westlich gelegenen Stadt Lausanne erreichen nur kurze unbedeutende Kleinbäche den Genfersee. Im Stadtgebiet von Lausanne mündet die Paudèze in den See, deren Quellbäche im Gebiet des am nördlichen Stadtrand Lausannes liegenden Kontinentalwasserscheidepass (Übergang zwischen Lausanne und der im Rheingebiet liegenden Stadt Freiburg) Col du-Chalet-à-Gobet entspringen.

Schließlich mündet am westlichen Stadtrand Lausannes noch die in gegenständlichen Ausführungen als Alpen/Jura-Gebietsgrenze definierte Venoge (im Bild unten kurz vor der Mündung) ein, durch deren Tal Verkehrswege über den Sattel von La Sarraz ins Gebiet der Jurarandseen und somit ebenso ins Rheineinzugsgebiet führen. Der westlichste Teil des sich in Südwestrichtung drehenden Nordufers ist Juragebiet, weshalb der westliche Genfersee gleichzeitig auch Alpengebietsgrenze ist.

MLauba, CC BY-SA 3.0

Der größte Teil des rund 75 km langen gänzlich im Alpengebiet liegenden Südufers des Genfersees, nämlich der 55 km lange Abschnitt zwischen den Mündungen der beiden Grenzbäche Hermance im Westen und La Morge im Osten, gehört zu Frankreich (Département Haute-Savoie der Region Auvergne-Rhône-Alpes). In diesem Abschnitt liegen die bekannten französischen Touristenorte Thonon-les-Bains und Évian-les-Bains und es mündet zwischen diesen u.a. die Dranse (Haute Savoie), aus deren Quellgebiet über den Pas de Morgins eine Straßenverbindung ins Schweizer Rhônetal führt, in einem unter Naturschutz stehenden Delta in den Genfersee.

Der 5 km lange östlichste Teil des Südufers zwischen Rhônemündung und der an der La Morge-Mündung gelegenen Grenzortschaft St. Gingolph gehört zum Kanton Wallis. Der 15 km lange westlichste Teil des Südufers zwischen dem Rhôneaustritt im Stadtgebiet von Genf und der an der Hermancemündung liegenden Grenzortschaft Hermance gehört zum Kanton Genf.

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Die Rhône verlässt im Stadtgebiet von Genf den Genfersee in Südwestrichtung als Grenze des Alpengebietes zum Juragebirge. Noch im Stadtgebiet (siehe Bild oben) fließt ihr nach rund 1 km von links die Arve zu (371 m), aus deren Quellgebiet bei Chamonix über den französischen Pass Col des Montets und den anschließenden Schweizer Pass Col de la Forclaz Hauptverkehrsrouten ins Walliser Rhônetal führen.

Bei der rund 15 km flussabwärts der Arvemündung am linken Rhôneufer in dem La Champagne genannten Gebiet gelegenen Ortschaft Avully wird sie zum Grenzfluss zwischen Frankreich und der Schweiz, wird als solcher vom Laufwasserkraftwek Chancy-Pougny (348 m, im Bild unten) aufgestaut und es mündet der aus Frankreich kommende Bach La Laire von Osten in den Stauraum. Rund 2 km unterhalb des Stauwerkes tritt die Rhône am westlichsten Punkt der Schweiz auf 339 m Seehöhe auf französisches Staatsgebiet über.

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Die Rhône bildet nach ihrem Grenzübertritt innerhalb der Region Auvergne-Rhône-Alpes über 60 km lang weiterhin die Alpengebietsgrenze bis zur Einmündung des den Lac du Bourget entwässernden Canal de Savière bei Chanaz (232 m).

Während die Alpengebietsgrenze das Rhônetal verlässt, dem Kanal folgt und anschließend in Südrichtung den Lac du Bourget durchquert, dringt die Rhône in Südwestrichtung ins Juragebiet ein, dreht dort in Westrichtung und erreicht nach rund 150 km die Großstadt Lyon (170 m), wo ihr von Norden die das Zentralmassiv vom Jura trennende Saône von rechts zufließt (siehe Bild unten), sie in Südrichtung dreht und selbst zum Grenzfluss zwischen Jura (Ostufer) und Zentralmassiv wird.

© hubert canet

Vor der über 100 km flussabwärts von Lyon gelegenen Stadt Valence (127 m) mündet von Osten die im Unterlauf die Alpengebietsgrenze (zum Jura) bildende Isère ein. Ab Valence trennt die Rhône das Alpengebiet (Ostufer) vom Massif central.

Rund 90 km unterhalb von Valence wird die Rhône vor Pont-Saint-Esprit (36 m) auch zum Regionsgrenzfluss, und zwar vorerst für 2 km zwischen den Regionen Auvergne-Rhône-Alpes (rechtes Ufer) und Provence-Alpes-Côte d’Azur und anschließend zwischen den Regionen Okzitanien und Provence-Alpes-Côte d’Azur (linkes Ufer). Sie passiert die über 50 km unterhalb von Pont-Saint-Esprit gelegene Stadt Avignon (11 m, im Bild unten mit der vielbesungenen Pont Saint-Bénézet), wo ihr von Osten die Durance zufließt. Nach weiteren 40 km teilt sich die Rhône kurz vor der Stadt Arles (6 m), bis zu der sich die Alpillen (Ausläufergebirge der Alpen) erstrecken, und beginnt mit der Deltabildung.

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Dem Westarm (Petit Rhône) folgt die Regionsgrenze; der östliche innerhalb der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur weiter verlaufende leicht mäandernde Hauptarm (Grand Rhône) erreicht nach Arles den westlichsten Punkt des Hauptflusslaufes und damit den westlichsten Punkt des Alpengebietes.

Die Grand Rhône erreicht in Südsüdostrichtung 80 km später bei Port-Saint-Louis-du-Rhône den Golf von Lyon und damit das Westliche Mittelmeer.