Das Schweizer Alpengebiet

Das alpine Gebiet der Schweiz erstreckt sich einerseits sowohl über Teile der Westalpen (in der Karte unten dunkler Untergrund) und der Ostalpen, als auch über Gebiete des Inneren und des Äußeren Alpenbogens, die durch den Alpenhauptkamm getrennt werden. Das Schweizer Staatsgebiet wird vom Alpenhauptkamm (rote Linie in unten stehender Karte) zwischen dem Dreiländergrenzberg (Schweiz/Italien/Frankreich) Mont Dolent in den Grajischen Alpen (7) und dem auf der italienisch/schweizerischen Grenze gelegenen Äußeren Nockenkopf, der in den Rätischen Alpen (15) liegt, berührt bzw. mehrmals durchquert.

Luca Bergamasco, CC BY 3.0

Gemäß SOIUSA (Suddivisione Orografica Internazionale Unificata del Sistema Alpino)-Einteilung hat die Schweiz von den vom Alpenhauptkamm durchlaufenen Gebirgsgruppen Gebietsanteile an den Grajischen Alpen (7), den Walliser Alpen (9), den Lepontinischen Alpen (10) und den Rätischen Alpen (15).

Der zur Schweiz gehörende nördlichste Teil der Grajischen Alpen liegt ausschließlich im Äußeren Alpenbogen. Vom Schweizer Teil der auch Pennische Alpen genannten Walliser Alpen gehört nur ein sehr kleinflächiges Gebiet südlich des Simplon (im Bild unten) zum Inneren Alpenbogen. Die innerhalb der Schweiz liegenden Teile der Lepontinischen Alpen verteilen sich gleichmäßig auf Gebiete des Äußeren und des Inneren Alpenbogens.

Rolf Nagel, CC0

Die im Inneren Alpenbogen gelegenen Schweizer Gebiete in den Rätischen Alpen sind auf vier nach Süden ausgerichtete Talschaften, nämlich Puschlav, Misox, Calancatal und Bergell (im Bild unten bei Casaccia mit Blick in Richtung Italien) des Kantons Graubünden aufgesplittet.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Von den südlich des Alpenhauptkamms ausschließlich im Inneren Alpenbogen gelegenen Gebirgsgruppen liegen nur Gebietsteile der Luganer Alpen (11) auf Schweizer Staatsgebiet.

Von den nördlich des Alpenhauptkamms ausschließlich im Äußeren Alpenbogen gelegenen Gebirgsgruppen liegt der nordöstlichste Teil der auf Deutsch kurz Savoyer Alpen (oder auch Savoyer Voralpen) genannten Préalpes Isère et Savoies (8) auf Schweizer Staatsgebiet.

Hingegen liegen die Berner Alpen im weiteren Sinn (12), die Glarner Alpen im weiteren Sinn (13), die Schweizer Voralpen (14) sowie die diesen Gebirgszügen im Rahmen der gegenständlichen Ausführungen zugeordneten nördlich und westlich vorgelagerten Alpingebiete des Mittellandes fast gänzlich innerhalb der Schweiz. Nur vom nordöstlichsten Randgebiet der Voralpen gehören rund 2 km² zu Deutschland (Innenstadt von Konstanz, im Bild unten) und ein knapp 40 km² umfassendes Gebiet (Westteil des Alpenrheindeltas) zu Österreich.

© Achim Mende (Tourist-Information Konstanz)

Das Schweizer Staatsgebiet des Äußeren Alpenbogens grenzt im Kanton Graubünden am Ende des Engadins, wo der Inn Grenzfluss zu Österreich ist, unmittelbar vor dessen gänzlichen Übertritt auf österreichisches Staatsgebiet auf einer Strecke von rund 2 km an die Ötztaler Alpen und es erstreckt sich auch noch auf zwei weitere sehr kleine und daher auf obiger Karte nicht ersichtliche Grenzgebiete entlang der Flussläufe des Hochrheins und des Alpenrheins, und zwar:

Das östliche am rechten (nördlichen) Hochrheinufer gelegene Gebiet des Kantons Schaffhausen ist dem den Ostalpen zuzuzählenden Allgäuer Alpen westlich vorgelagerten Hegau genannten Teil des (Schwäbischen) Alpenvorlandes zuzuordnen.

Dieses Gebiet ist zweigeteilt. Der westliche (kleinere) Teil ist im Norden und Osten von der Staatsgrenze zu Deutschland -, im Süden durch den Hochrhein und die Deutsche Exklave Büsingen am Hochrhein -, und im Westen durch den die Alpengebietsgrenze bildenden Randen bzw. der diesem östlich vorgelagerten historische Region Reiat begrenzt und umfasst die Gemeindegebiete von Dörflingen und (teilweise) Thayngen. Der östliche Teil dieses dem Hegau zuzuordnenden Teils des Kantons Schaffhausen ist im Süden vom Hochrhein -, ansonsten gänzlich von der Staatsgrenze zu Deutschland begrenzt und umfasst die Gemeindegebiete von Buch, Ramsen, Hemishofen und (teilweise) Stein am Rhein (im Bild unten).

JoachimKohlerBremen, CC BY-SA 4.0

Das östliche am rechten Alpenrheinufer gelegene Gebiet der Ortschaft Diepoldsau (Kanton St. Gallen) gehört zum Bregenzerwald (Ostalpen). Das Gebiet ist eingegrenzt einerseits im Westen durch den Hauptstrom des dort die Westalpen/Ostalpengrenze bildenden in Nordrichtung fließenden Alpenrheins, sowie andererseits der halbbogenförmig entlang eines Altarmes (im Bild unten im Vordergrund) des Alpenrheins verlaufenden Staatsgrenze zu Österreich.

böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

Der die Westalpen-/Ostalpengrenze bildende Flusslauf des Alpenrheins zwischen Sargans und dem Bodensee kristallisierte sich bereits ab dem 15. Jahrhundert als Grenze zwischen dem Habsburgerreich und der Eidgenossenschaft heraus. Formal wurde am Wiener Kongress der Alpenrhein zwischen Liechtenstein und Bodensee als Grenzlinie zwischen Österreich und der Schweiz festgesetzt und gilt auch als topographische Grenze zwischen den Appenzeller Alpen im Westen und dem Bregenzerwald im Osten. Der ursprüngliche Flusslauf mäanderte in seinem nördlichsten Abschnitt stark. Südlich (oberhalb) der Vorarlberger Grenzortschaft Lustenau (im Bild unten) vollzog der Alpenrhein eine starke Ostausbuchtung, innerhalb der die Schweizer Grenzortschaft Diepoldsau lag. Im Jahr 1923 wurde der Flusslauf durch den Diepoldsauer Durchstich begradigt und gekürzt, wodurch der Alpenrhein, – da der ursprüngliche Verlauf der Staatsgrenze unangetastet blieb -, innerhalb des Schweizer Staatsgebietes Diepoldsau im Westen passierte und daher diese Ortschaft nunmehr am rechten (östlichen) Rheinufer, somit auf der dem Bregenzerwald zugeordneten Seite des Alpenrheins und daher im Ostalpengebiet liegt.

Cinedoku Vorarlberg, CC BY-SA 3.0

Nördlich von Lustenau drehte der Alpenrhein in Westnordwestrichtung, floss zwischen den österreichischen Grenzorten Höchst und Gaissau im Norden und dem Schweizer Grenzort St. Margrethen (im Bild unten in der Bildmitte) Richtung Rorschach und mündete östlich von Rorschach bei Thal-Altenrhein in den Bodensee. Im Rahmen der Rheinregulierung kam es bereits im Jahr 1900 zum Fußacher Durchstich, durch den der Alpenrhein am Nordrand Lustenaus von Nordwest- in Nordrichtung geleitet wurde und dadurch, – da der ursprüngliche Staatsgrenzenverlauf auch damals nicht geändert wurde -, auf seinen letzten 5 km zum inner-österreichischen Fluss wurde, der zwischen den österreichischen Bodenseeortschaften Fußach im Westen und Hard im Osten den Bodensee erreicht. Die ursprünglich am rechten Rheinufer gelegenen Ortschaften Höchst und Gaissau liegen durch diese Rheinumleitung, – genauso wie die weiter nördlich gelegene Ortschaft Fußach -, nunmehr westlich des Hauptstroms auf der dem Appenzeller Alpen zugeordneten Rheinseite und somit im Westalpengebiet.

Sky Fun, CC BY-SA 3.0