Lukmanierpass

1.914 m, Lepontinische Alpen, Rhein/Po, Alpenhauptkamm

Der auf Italienisch Passo del Lucomagno und auf Rätoromanisch Cuolm Lucmagn genannte Übergang liegt sowohl auf der Europäischen Kontinentalwasserscheide, als auch auf der Hauptwasserscheide der Alpen auf der Grenze zwischen Innerem und Äußerem Alpenbogen. Die Quelle des knapp unterhalb der Scheitelhöhe zum Lai da Sontga Maria (1.908 m, im Bild unten) aufgestauten und die Nordabfahrt begleitenden Vorderrheinzuflusses Rein da Medel liegt westlich der Scheitelhöhe innerhalb des Gebietes des Kantons Tessin im Talschluss des Val Cadlimo und ist die mündungsfernste Quelle eines Rheinzuflusses.

© hikr/siso Pro

Die Straße führt von Disentis/Mustér im Surselva genannten oberen Vorderrheintal durch das Val Medel zur Passhöhe und erreicht geländebedingt noch vor dieser oberhalb des am Nordfuß des Pizzo dell’Uomo gelegenen Stausees Lai da Sontga Maria ihren Kulminationspunkt auf 1.972 m Seehöhe. Südwärts führt sie zur eigentlichen Passhöhe, auf der sie die Kantonsgrenze Graubünden/Tessin überschreitet und weiter durch das vom Brenno durchflossene Bleniotal bis nach Biasca (im Bild unten) führt, wo sie nach 61 km in die vom Gotthardpass kommenden Hauptverkehrsrouten einmündet und auch der Brenno den Ticino erreicht. Rund 8 km Ticino-aufwärts von Biasca liegt das Südportal des Gotthard-Basistunnels.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Dieser von der 9 km südlich des Vierwaldstättersees im Reusstal (Urner Talboden) gelegenen Ortschaft Erstfeld kommende Tunnel passiert den Alpenhauptkamm nicht unter dem Scheitel des namensgebenden Gotthardpasses, sondern viel weiter östlich, nämlich nur knapp 2 km westlich der Scheitelhöhe des Lukmanierpasses tief unter dieser auf 549 m Seehöhe. Er quert das Vorderrheintal 8 km oberhalb von Disentis in der Ortschaft Sedun, die durch einen 800 m tiefen Schacht mit der Tunnelröhre verbunden ist. An dieser Stelle befindet sich eine Nothaltestelle innerhalb des Tunnels und es bestehen unter dem Namen Porta Alpina Pläne, durch Ausbau dieses Nothaltes zu einem Bahnhof das Surselva an das Europäische Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz anzubinden. Aus finanziellen Gründen wurden diese Pläne 2007 auf Eis gelegt.

Hannes Ortlieb, CC BY-SA 3.0
Wasserscheide  Rhein (Äußerer Alpenbogen) Po (Innerer Alpenbogen)
Abflüsse  Rein da Medel – Vorderrhein – Rhein Brenno – Ticino via Lago Maggiore – Po
Mündung  Atlantik Adriatisches Meer
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Rheins im Schweizer Alpengebiet bis
Lukmanierpass Vom Lukmanier steigt die Rhein/Po-Wasserscheide in Ostrichtung zum Scopi (3.190 m) an, verläuft nach der Cima della Bianca (2.893 m) in Nordostrichtung über die Cima di Garina (2780 m), die Cima di Camadra (3.172 m) und den Piz Medel (3.210) zum Piz Valdraus (3.096 m), fällt nach dem Piz Gaglianera (3.121 m) in Südrichtung zum Hochplateau des Greinapasses (2.355 m) ab und steigt zum Pizzo Coroi (2.785 m) wieder an, passiert den östlich gelegenen Piz Terri (3.149 m), dreht dort wieder in Südrichtung und erreicht über Torone di Garzora (3.017 m), Pizzo Casinello (3.103 m) und Piz Jut (3.129 m) das Rheinwaldhorn (3.402 m, im Bild unten, Einzugsgebietsgrenze Vorderrhein/Hinterrhein), nach dem sie noch den Vogelberg (3.218 m) und das Rheinquellhorn (3.200 m) passiert, in Ostrichtung die Kantonsgrenze abermals verlässt und innerhalb Graubündens zum San-Bernardino-Pass abfällt. San-Bernardino-Pass
© hikr/Idéfix~commonswiki, CC BY 2.0