Flussverlauf der Aare

Die in folgender Verlaufsbeschreibung vergrößert und fett hervorgehobenen Verkehrsübergänge bzw. Passhöhen liegen innerhalb des alpinen Teiles des Einzugsgebietes der Aare.

Die Aare entspringt den Aargletschern (Oberaargletscher, Finsteraar- und Unteraargletscher) innerhalb der Schweiz im Kanton Bern. Noch bevor sie den Nordabhang des Plateaus des Grimselpasses erreicht, über den eine Straßenverbindung ins Rhônetal führt, wird sie zum Oberaar- und Grimselsee (2.303 m bzw. 1.909 m) aufgestaut. In Nordrichtung fällt sie, – nachdem sie nochmals zum Räterichsbodensee (1.767 m) aufgestaut worden ist -, ins Haslital ab und erreicht nach 8 km die Ortschaft Handegg (1.401 m), wo von rechts der Abfluss des Gelmersees (1.850 m) einmündet, zu dem die Gelmerbahn, die mit 106 % steilste Standseilbahn Europas (im Bild unten) hinaufführt.

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Sie passiert die 6 km flussabwärts gelegene Ortschaft Guttannen (1.057m) und erreicht nach weiteren 9 km Innertkirchen, wo von links das das Ürbachtal entwässernde Ürbachwasser die Aare erreicht, und von rechts das Gadmerwasser einmündet, dessen Tal im unteren Abschnitt die Berner Alpen von den Zentralschweizer Voralpen trennt und durch welches eine Straße über den Sustenpass ins Reusstal führt.

Die Aare durchfließt als Grenze zwischen den Zentralschweizer Voralpen (rechtes Ufer) und den Berner Alpen die 5 km lange Aareschlucht (im Bild unten) und es mündet bei Meiringen von links der die Berner Alpen von den Berner Voralpen trennende Reichenbach (Rychenbach) ein, durch dessen Tal eine Straße zur Großen Scheidegg führt.

Pazit Polak, CC BY-SA 2.0

Nur 6 km nach Zufluss des Reichenbaches bildet die in Westrichtung drehende Aare die Grenze zwischen den Berner Voralpen (linkes Ufer) und den Zentralschweizer Voralpen. Dann mündet von Nordosten die vom Vierwaldstättersee über den Brünigpass, der die Zentralschweizer Voralpen von den Berner Alpen trennt, verlaufende Straße ins Haslital und die Aare tritt, – bevor sie weitere 4 km später am Südfuß des Brienzer Rothorns in den Brienzersee (564 m, im Bild unten) mündet -, ins Gebiet der Berner Voralpen über. Der knapp 30 km² große Brienzersee ist bis zu 260 m tief und wird neben der Aare von zahlreichen Kleinbächen gespeist, von denen der Gießbach, der in 14 Stufen über 500 m überwindend in den See stürzt, erwähnenswert erscheint.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Am westlichen Seeende nahe dem Ausfluss der Aare mündet die Lütschine von Süden in den See. Diese entsteht rund 9 km weiter oberhalb in der Ortschaft Zweilütschinen durch Zusammenfluss der Schwarzen Lütschine, aus deren Tal eine Straße von Grindelwald über die Große Scheidegg ins Reichenbachtal führt, und der das Lauterbrunnental entwässernden Weißen Lütschine, die südlich der Ortschaft Lauterbrunnen (795 m) tief unter der am Westhang des Tales gelegenen autofreien Fremdenverkehrsortschaft Mürren (1.638 m, im Bild unten) durch Zusammenfluss mehrerer Bäche mit der Sefi Litschena entsteht. Die Täler der Schwarzen und Weißen Lütschine sind durch die Kleine Scheidegg miteinander verbunden.

Andrew Bossi, CC BY-SA 2.5

Nach dem Austritt aus dem Brienzersee durchfließt die Aare die auf der Bödeli genannten Schwemmebene gelegene Ortschaft Interlaken und mündet nach 3 km in den 48 km² großen und bis zu 217 m tiefen Thunersee (558 m, im Bild unten, größter innerhalb eines Kantons liegender Schweizer See). Zwischen der am Südufer gelegenen Ortschaft Spiez und der am Nordwestufer am Aareaustritt in der für den See namensgebenden Stadt Thun mündet die 46 km lange Kander in den See, durch deren Tal eine Eisenbahnstrecke zum Lötschbergpasstunnel führt.

Roland Zumbühl, CC BY-SA 3.0

Die Kander entspringt oberhalb der Ortschaft Kandersteg und durchfließt das Kandertal bis Frutigen, wo ihr von Westen die Engstlige zufließt, an deren Talschluss der Wintersportort Adelboden (im Bild unten) liegt. Unterhalb von Frutigen wird das Tal Frutigental genannt und es fließt der Kander kurz vor der Einmündung in den Thunersee in der Ortschaft Wimmis von links die Simme und nach dieser noch (ebenfalls von links) der aus dem Stockental kommende Glütschbach zu, der von der Talwasserscheide des Stockentales bei Enge kommt.

© alp-adelboden.ch

Die 55 km lange Simme entspringt im sogenannten Siebenbrunnen, einer Felsspalte mit sieben Quellen (im Bild unten), auf der Rezlialp am Westfuß des Wildstrubels in den Berner Alpen. Noch auf der Rezlialp nimmt die Simme von links den Trüebbach auf, der vom Glacier de la Plaine Morte gespeist wird, einem Gletscher auf dem Gebirgskamm zwischen dem Simmental und dem Rhônetal.

RetoGalli, CC BY-SA 3.0

Unterhalb der Rezlialp bildet der Fluss die Simmenfälle und überwindet dabei kaskadenartig eine Höhe von etwa 200 m. Südlich von Lenk erreicht die Simme den flachen Talgrund, geht in die Berner Voralpen über und fließt nun in nordnordwestlicher Richtung meist begradigt durch das Obersimmental.

Im weiten Talkessel von Zweisimmen mündet von Westen die etwa 10 km lange Kleine Simme ein, die die Berner Voralpen im Süden von den Waadtländer und Freiburger Voralpen im Norden trennt und von deren Quellgebiet über den Saanenmöserpass Verkehrswege ins Saanetal führen.

Nach Zufluss der Kleinen Simme (im Bild unten) wird die Simme selbst zum Grenzfluss zwischen den Berner Voralpen (rechtes Ufer) und den Waadtländer und Freiburger Voralpen. In der nur 2 km flussabwärts von Zweisimmen gelegenen Ortschaft Grubenwald mündet von rechts der Bruchgrabenbach in die Simme, der am Westabhang des Meienbergpasses entspringt.

© fluss-frau.ch

In der weitere 5 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Weißenbach mündet der gleichnamige Bach von Westen in die Simme, der am Ostabhang des Jaunpasses entspringt. Ab der 2 km unterhalb von Reidenbach liegenden Ortschaft Boltigen dreht die Simme in Nordostrichtung und fließt, – nunmehr durchs Untersimmental -, bis zur 6 km flussabwärts gelegenen Ortschaft Oberwil im Simmental, wo ihr der vom Chänelpass (1.791 m, Schottersteig) kommende Wüestebach zufließt, der die Berner Voralpen im Norden von den Waadtländer und Freiburger Voralpen trennt. Wieder gänzlich innerhalb der Berner Voralpen fließt die Simme nach Oberwil in Ostrichtung, – im Norden begleitet von der Gantrisch- und der Stockhornkette -, bis Oey (670 m), wo der das Diemigtal entwässernde Chirel von Süden einmündet, durch dessen Tal eine Straße über den Meienbergpass ins Obersimmental führt, und erreicht 20 km unterhalb von Oberwil bei Wilmnis die Kander (im Bild unten), die wenige Kilometer weiter, nachdem ihr bei Reutingen noch der Glütschbach zugeflossen ist, in den Thunersee mündet.

© fluss-frau.ch

Die Aare verlässt den Thunersee im Stadtgebiet des Bezirkshauptortes Thun und fließt in Nordnordwestrichtung durch einen breiten Talgrund bis zur 30 km nördlich gelegenen Stadt Bern. Westlich parallel, – getrennt durch den aus dem Aaretal isoliert aufragenden Höhenzug des Belpberges -, fließt die Gürbe, die erst am südlichen Stadtrand von Bern in die Aare mündet. Aare- und Gürbeebene sind durch zahlreiche Verkehrswege, die den zwar bis zu 893 m Höhe erreichenden, jedoch ansonsten sanften Höhenrücken des Belpberges (im Bild unten) an namenlosen Übergängen queren, miteinander verbunden. Einziger Übergang mit Passstraßencharakter ist eine durch das Gemeindegebiet von Belpberg führende Nebenstraße.

Sandstein, CC BY 3.0

Am Nordrand des Thuner Stadtgebietes (im Bild unten) fließt der Aare unterhalb von Steffisburg von Osten die 23 km lange aus dem Zusammenfluss von Sulzibach, Fallbach und Kaltbach entstandene Zulg zu (550 m), aus deren Tal über die Passübergänge Bucholterberg-Heimenschwand, Oberlangenegg-Chrüzweg und das Rotmoos (1.190 m, Fahrverbot, Schotterpiste) Straßen ins Tal der Emme führen.

Yesuitus2001, CC BY-SA 2,5

Rund 4 km unterhalb (nördlich) der Zulgmündung erreicht die Aare von rechts die Rotache und kurz danach ebenfalls von Osten bei Kiesen die 21 km lange Chise (535 m, im Bild unten), aus deren Quellgebiet Straßenverbindungen über die Talfurche von Bowil, Chuderhüsi und Blasenflue, sowie durch das Tal ihres linken Zuflusses Diessenbach über Linden ins Emmental führen.

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Rund 7 km unterhalb der Chisemündung passiert die Aare Münsingen (525 m) und erreicht nach weiteren 9 km die Gemeinde Muri bei Bern, die man als südlichen Vorort von Bern sehen kann und wo von links die 29 km lange Gürbe auf 505 m Seehöhe einmündet (im Bild unten), die am Nordrand des Gantrisch entspringt, in die Gürbeebene abfällt, die über den Belpberg mit der Aareebene verbunden ist, wo ihr erst von rechts der Fallbach, durch dessen Tal eine Straße über Enge-Stockental zum unteren Kandertal führt, und anschließend von links der aus Riggisberg kommende Mülibach zufließt, von dessen Oberlauf über die Obere Pötsch eine Straße auf die Hochebene Biberzen und somit ins Saanegebiet führt. Auch vom untersten Gürbeabschnitt führt eine Straße in Westrichtung über den Oberulmizberg ins Einzugsgebiet der Saane. Von Muri führt in Nordostrichtung eine Straße über den Dentenberg ins Worbletal.

chrisaliv, CC BY-SA 4.0

Die Aare durchfließt nach dem Gürbezufluss das Stadtgebiet von Bern in Nordrichtung und es mündet durch das städtische Kanalsystem von links der Sulgebach ein, der das zwischen dem Gurten und dem Ulmizberg liegende Köniztal, – ein Naturreservat und beliebtes Naherholungsgebiet (im Bild unten) -, entwässert.

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Am nördlichen Stadtrand mündet bei der Ortschaft Worblaufen (493 m) von rechts die 14 km lange Worble ein (im Bild unten), aus deren nordöstlich und östlich von Bern gelegenen Tal über die Übergänge Stockerehöchi, Talwasserscheide Lindental, Luterbach und Schönbrunne Straßen ins Emmental und in Südwestrichtung über den Dentenberg ins Aaretal führen.

Ionum, CC BY-SA 3.0

Die Aare dreht nördlich von Bern in Westrichtung und es fließt ihr bei Reichenbach (490 m) von Norden der Chräbsbach zu, durch dessen Tal eine Straße zur Passhöhe Frienisberg führt. Die Aare wird im Westen Berns zum Wohlensee (481 m, im Bild unten) und kurz danach zum Niederriedsee (461 m) aufgestaut. Zwischen den beiden Staustufen fließt ihr im Gemeindegebiet von Golaten auf 463 m Seehöhe von Süden die Saane zu.

Adrian Sulc, CC BY-SA 3.0

Die 126 km lange Saane entspringt im Kanton Bern in den Berner Alpen oberhalb der Ortschaft Gsteig am Sanetschhorn (2.924 m) als La Sarine und wird auf 2.034 m Seehöhe zum Sanetschsee aufgestaut, von dem zwar eine Straße in Südrichtung über den Sanetschpass (Grenzpass zum Kanton Wallis) ins Rhônetal führt, jedoch die im nördlichen Saanetal gelegene Ortschaft Gsteig nur zu Fuß oder mittels Seilbahn erreicht werden kann. Über den Sanetschfall (im Bild unten) stürzt der Fluss nach Gsteig (1.175 m) hinunter, wo einerseits von links der die Berner Alpen von den Waadtländer und Freiburger Voralpen trennende Rüschbach, durch dessen Tal eine Straße über den Col du Pillon ins Rhônegebiet führt, und andererseits von rechts der die Berner Alpen von den Berner Voralpen trennende Saaligraben einmünden.

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Als Grenzfluss zwischen den Waadtländer und Freiburger Voralpen (linkes Ufer) und den Berner Voralpen passiert die Saane den 10 km nördlich flussabwärts gelegenen Fremdenverkehrsort Gstaad und erreicht nach weiteren 3 km die Ortschaft Saanen (1.014 m), wo ihr von rechts der Chouflisbach zufließt, dem die Gebirgsgruppengrenze folgt und durch dessen Tal Verkehrswege über den Saanenmöser ins Simmental führen.

Nach Saanen dreht die gänzlich ins Gebiet der Waadtländer und Freiburger Voralpen eingetretene Saane in Westrichtung, tritt in den Kanton Waadt ein, passiert Château-d’OEx (958 m, im Bild unten) und erreicht nach 14 km die Ortschaft Les Moulins, wo von Süden die Torneresse zufließt (875 m), durch deren Tal eine Straße zum Sattel von La Lécherette führt.

Nach dem Torneressezufluss wird die Saane zum Lac du Vernex (859 m) aufgestaut, an dessen Nordufer Rossiniere (920 m, im Bild unten) liegt.

Zacharie Grossen, CC BY-SA 4.0

Nach der Ortschaft La Tine passiert die Saane die Kantonsgrenze zu Freiburg, dreht in Nordrichtung und wird zum Lac de Lessoc (774 m) aufgestaut. Bei der am Westufer des Stausees gelegenen Ortschaft Montbovon (797 m) mündet der 21 km lange l`Hongrin in den Stauraum, der seinerseits in seinem Oberlauf in einem Talkessel zum Lac de l`Hongrin (1.255 m) aufgestaut wird. Aus dem im Kanton Waadt gelegenen Quellgebiet des l`Hongrin und den Zuflusstälern des Stausees führen Straßen über Col des Mosses, Col de la Pierre du Moëllé und Col d`Ayerne ins Schweizer Rhônetal; über La Lécherette nach Château-d’OEx ins Saanetal und es verläuft durch ein linkes Nebental die Montreux-Berner Oberland-Bahn, die den Col de Jaman untertunnelt und zum Genfersee führt.

In Nordrichtung fließt die Saane zwischen dem die Grenze ihres Einzugsgebietes bildenden Bergstock Le Molesson (2.002 m) im Westen und dem höchsten Berg der Freiburger Voralpen, dem Vanil Noir (2.389 m) im Osten ins Greyerzerland ein und erreicht nach 16 km nördlich der Ortschaft Broc, die auf einer Anhöhe zwischen Saane- und Jaunbachtal liegt, den Stauraum des Greyerzersees (677 m, im Bild unten), in den 1 km weiter östlich auch der Jaunbach einmündet, durch dessen Tal eine Straße über den Jaunpass ins Simmental führt.

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Hoch über dem Westufer des Sees liegt der Bezirkshauptort Bulle, an dessen nördlichem Stadtrand die vom Überang Le Crêt kommende 18 km lange Sionge (im Bild unten) dem Stausee zustrebt und diesen bei Vuippens erreicht.

© 2019 Nos balades en famille

Unmittelbar nördlich von Vuippens erreicht den Saane-Stausee auch der Ruisseau de l`Abbaye, dessen Lauf eine über den Höhenzug Gibloux nach Villariaz führende Nebenstraße folgt. Nach ihrem Austritt aus dem Greyerzersee bei Rossens (im Bild unten die Staumauer) erreicht die in diesem Abschnitt stark mäandernde Saane nach 15 km die Ortschaft Marly (623 m), in der ihr von rechts die 20 km lange Ärgera (frz: La Gerine) zufließt, von deren Talschluss durch die Mulde von Plasselb eine Straße ins Sensetal führt.

© flickr/Hurni Christoph

Nur knapp 1 km unterhalb der Ärgeramündung erreicht die Saane am Südrand von Villars-sur-Glâne von Westen die 37 km lange Glâne, deren Tal durch die geologisch dem Juragebiet zuzuordnenden Übergänge Praz Cachet und Champ Briand mit dem westlich gelegenen Broyetal verbunden ist, und es führt vom Tal ihres rechten Nebenflusses Neirigue über den Übergang Gibloux eine Bergstraße ins Saanetal.

Die Saane passiert 4 km flussabwärts von Villars-sur-Glâne den Kantonshauptort Freiburg (frz: Fribourg, im Bild unten die Altstadt durch die St. Johann Brücke hindurch gesehen), nach dem sie zum 12,7 km langen Schiffenensee (532 m) bei der gleichnamigen Ortschaft aufgestaut wird.

Eberhard von Nellenburg, CC BY-SA 3.0

In der 5 km unterhalb des Stauwerks gelegenen Ortschaft Laupen mündet von Osten die über 35 km lange Sense in die Saane, aus deren Einzugsgebiet Verkehrswege über die Mulde von Plasselb ins Ärgeratal und über die Obere Pötsch und den Oberulmizberg ins Gürbetal führen. Über den Gurnigelpass sind zwei Sense-Nebentäler miteinander verbunden.

Nach dem Zufluss der Sense (im Bild unten), deren Tal im Unterlauf sowohl die Kantonsgrenze zwischen Freiburg und Bern, als auch die Grenze zwischen den Waadtländer und Freiburger Voralpen zu den Berner Voralpen bildet, tritt die Saane in den Kantons Bern ein, wird von der Autobahn A 1 (Bern – Yverdon-les-Bains) gequert und mündet nach 10 km in die Aare.

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Die nach dem Zufluss der Saane zur Alpengebietsgrenze gewordene Aare passiert die Staustufe Niederried und erreicht nach 6 km die Stadt Aarberg, wo sie in Westrichtung durch den 8 km langen Aare-Hagneck-Kanal (siehe Karte unten) in den Bielersee (frz: Lac de Bienne) geleitet wird, in den von Süden der die beiden anderen Jurarandseen Murten- und Neuenburgersee (frz: Lac de Morat und Lac de Neuchâtel) entwässernde Zihlkanal einmündet.

Gandalf, CC BY-SA 3.0

Neben zahlreichen Juraflüssen münden der den Murtensee entwässernde Broyekanal, die Mentue (frz: La Menthue) und die Zihl (frz: La Thielle) in den Neuenburgersee (im Bild unten), aus deren Einzugsgebiet über den Sattel von La Sarraz Verkehrswege ins Venogetal und zum Genfersee führen.

Roland Zumbühl, CC BY-SA 3.0

Aus dem Quellgebiet der in den Murtensee mündenden Broye führen (neben zahlreichen über namenlose Übergänge verlaufende Routen) über den Col du-Chalet-à-Gobet und den Sattel von Châtel-Saint-Denis ebenfalls Verkehrswege zum Genfersee und somit ins Rhônegebiet. Ins Saanegebiet hingegen führen aus dem Broyetal Straßen über Le Crêt, Praz Cachet und Champ Briand. Broye- und Mentuetal sind über die geologisch dem Juragebiet zuzuordnende Anhöhe von Corrençon miteinander verbunden.

Die Aare verlässt den Bielersee in der am Nordufer gelegenen gleichnamigen Stadt und wird von dem 12 km langen Nidau-Büren-Kanal in Ostrichtung zu ihrem alten Flussbett bei Büren zurückgeleitet, wo ihr die Alte Aare zufließt, die u. a. vom Lyssbach gespeist wird, aus dessen Tal über den Frienisberg eine Straße nach Bern führt.

Kurz nach Büren (443 m) tritt die Aare in den Kanton Solothurn über und passiert nach 20 km den Kantonshauptort Solothurn (432 m), nach dem ihr von rechts beim sogenannten Emmenspitz (425 m, Bild unten) die Emme zufließt.

© alpiq.ch

Die 82 km lange Emme (auch Große Emme genannt) entspringt im Gebiet der Berner Voralpen zwischen Hohgant (2.197 m, im Bild unten) und Augustmatthorn (2.137 m) auf rund 1.500 m Seehöhe im Kanton Bern nahe der Grenze zum Kanton Luzern.

Roland Zumbuehl, CC BY 3.0

Nachdem sie im obersten noch unbewohnten Abschnitt für knapp 2 km Grenzfluss zwischen den Kantonen Luzern und Bern gewesen ist, tritt sie wieder in den Kanton Bern ein, passiert die Ansiedlung Kemmeribodenbad (976 m) und erreicht nach 8 km den Südrand der Ortschaft Schangnau (930 m), von wo in Westrichtung über den Schallenbergpass-, in Ostrichtung über den Übergang Schangnau-Gruenache/Wald-, und in Nordrichtung über den Pfaffenmoospass Straßen in Täler von Emme-Zuflüssen führen.

Nach Schangnau durchfließt die Emme ein 8 km langes enges Tal (im Bild unten), nach dem ihr von rechts der Sorbach zufließt, aus desssen Tal eine Kleinstraße über den Pfaffenmoospass nach Schangnau führt. Nach weiteren 3 km fließen bei Heidbühl von rechts der Geißbach und der Mättebach zu, durch deren Täler eine Straße über die Hindere Blappach ins Ilfistal führt.

© madebyswitzerhand.ch/Michael Kohl

Kaum 1 km unterhalb von Heidbühl passiert die Emme die Ortschaft Eggiwil (im Bild unten), wo ihr von links der Rötebach zufließt, durch dessen Seitentäler Straßen über die Übergänge Chuderhüsi und Linden ins Chisetal -, über Bucholterberg-Heimenschwand und Oberlangenegg-Chrüzweg ins Zulgtal -, sowie über den Schallenbergpass zurück ins obere Emmental bei Schangnau führen. Vom Talausgang des Rötebaches führt eine Straße über den Chapf ins Schüpbachtal, das wie das Rötebachtal ein linkes Seitental des Emmentales ist.

Roland Zumbuehl, CC BY-SA 4.0

In der 8 km unterhalb von Eggiwil gelegenen Ortschaft Schüpbach (669 m) mündet von links der gleichnamige Bach in die Emme, aus dessen Tal Straßen über den Chapf ins Röthebachtal und über die Talfurche von Bowil ins Chisetal führen.

In der knapp 2 km unterhalb von Schüpbach gelegenen Ortschaft Emmenmatt (643 m) münden von rechts die Ilfis (im Bild unten bei Langnau im Emmental) und von links der Längebach ein. Durch Nebentäler der Ilfis führen Straßen über die Übergänge Schangnau-Gruenache/Wald und Hindere Blappach ins Tal der Emme, über Escholzmatt ins Tal der Kleinen Emme und somit ins Reussgebiet und über die Luederenalp ins Tal des rechten Emmezuflusses Grüene. Durch den Längebachgraben führt eine Straße über Moosegg ins Quellgebiet des linken Emmezuflusses Biglebach.

DidiWeidmann, CC BY-SA 3.0

Die Emme passiert nach Emmenmatt die Ortschaften Lauperswil, Zollbrück und Rüderswil und erreicht nach 5 km kurz vor Lützelflüh die Ansiedlung Ramsei (599 m, im Bild unten die Gohlhausbrücke zwischen Lützelflüh und Ramsei), in der von rechts die Grüene einmündet, aus deren Tal Straßen über die Luederenalp ins Ilfistal -, über den Steinweidpass in ein linkes Nebental der Grüene -, und über Fritzenflue ins Einzugsgebiet des rechten Aarezubringers Murg führen. Durchs untere Grüenetal und das Tal des rechten Grüenezufluss Grießbach verläuft eine überregionale Straße und eine Eisenbahnlinie über den Übergang Affoltern/Weier ebenfalls ins Einzugsgebiet des rechten Aarezuflusses Murg, sowie ins benachbarte rechte Emme-Seitental des Rüegsbach/Rindertalbaches, mit dem auch weiter unterhalb eine über die Passhöhe Schufelbüel/Oedi verlaufende Straßenverbindung besteht.

© hikr.org/laponia41

In der nur 1 km unterhalb von Ramsei gegenüber von Litzelflüh am linken Emmeufer gelegenen Ortschaft Goldbach mündet von links der gleichnamige Bach in die Emme, durch dessen Tal eine Straße über den Tanne-Pass ins oberste Biglenbachtal führt.

Bei der 1,5 km unterhalb der Goldbachmündung gelegenen Ortschaft Hasle bei Burgdorf (im Bild unten die Kirche) mündet von links der Biglebach in die Emme, aus dessen Tal Straßen über die Schönbrunne ins Worbletal, über den Blasenflue ins Chisetal, über den Tanne-Pass ins benachbarte Goldbachtal und über Moosegg ins Tal der Emme bei Emmenmatt führen.

Ginkgo2g, CC BY-SA 4.0

Kurz nach der Biglebachmündung erreicht am Westrand der Ortschaft Rüegsauschachen von rechts der Rüegsbach die Emme, durch dessen Tal Straßen über die Passhöhe Schufelbüel/Oedi ins östlich benachbarte Grüenetal -, über die Anhöhe Linde in den westlich benachbarten Heimiswilgraben -, und schließlich vom Talschluss des dort Rinderbachtal genannten Rüegsbachtales über die Übergänge von Affoltern/Weier und Lueg Verkehrswege in die Einzugsgebiete der rechten Aarezubringer Murg und Önz führen.

Kurz vor der 3 km flussabwärts von Hasle bei Burgdorf gelegenen Stadt Burgdorf, wo von rechts der Hemiswilgraben (Passübergänge Linde und Lueg) ins Tal der Emme mündet erreicht in der Ortschaft Oberburg (547 m) der Luterbach die Emme, durch dessen Tal und Nebentäler über die Übergänge Luterbach, Talwasserscheide Lindental und Stockerehöchi Straßen ins Worbletal führen.

Nach Burgdorf (im Bild unten die historische Altstadt) wird die Emme von der Autobahn A 1 (Abschnitt Solothurn-Bern) gequert, der sie in Nordostrichtung folgt, bei der 15 km von Burgdorf Emme-abwärts gelegenen Ortschaft Gerlafingen nach Solothurn übertritt und 5 km später am östlichen Stadtrand des Kantonshauptortes Solothurn in die Aare mündet.

JoachimKohlerBremen, CC BY-SA 4.0

Die in Ostrichtung fließende Aare verlässt 6 km nach dem Emmezufluss den Kanton Solothurn, kehrt in den Kanton Bern zurück und es mündet nach weiteren 10 km bei der Ortschaft Graben von Süden die 24 km lange Önz ein (420 m, im Bild unten ist oben die Aare erkennbar), deren Quellbäche im Gebiet östlich des Lueg, über den eine Straße ins Emmegebiet führt, auf 760 m Seehöhe entspringen. Die Quellbäche vereinigen sich zur Önz in der Ortschaft Wynigen (531 m), von wo eine Straße über den Chapeller ins Einzugsgebiet des östlich benachbarten Aarezufluss Murg führt, und von wo die Önz stets in Nordrichtung der Aare zustrebt.

Die Aare erreicht 7 km nach dem Önzzufluss bei Oberwynau wieder die Kantonsgrenze von Solothurn und wird für knapp 3 km bis zum südlichen Zufluss der die Kantonsgrenze zwischen Bern und Aargau bildenden 2 km langen Murg (400 m, tiefster Punkt des Kantons Bern, im Bild unten) bei Murgenthal zur Kantonsgrenze zwischen Solothurn (Nordufer) und Bern.

© flickr/Hurni Christoph

Die bloß 2 km lange in ihrem Gesamtverlauf stets die Kantonsgrenze Bern/Aargau bildende Murg (im Bild unten der historische Grenzstein auf der Murgbrücke zwischen Murgenthal und Wynau) entsteht im Gemeindegebiet von Wynau auf 420 m Seehöhe aus dem Zusammenfluss der 13 km langen Rot und der westlich fließenden fast 30 km langen Langete, aus deren Quellgebiet Verkehrswege über den Chapeller ins Önzgebiet, über Affoltern/Weier und Fritzenflue ins Emmegebiet und über Huttwil, Huttwilberg und Chalberweid ins Einzugsgebiet des östlich gelegenen rechten Aarezuflusses Wigger führen.

Dietrich Michael Weidmann, CC BY-SA 3.0

Neben zahllosen über namenlose und im unteren flacheren Teil auch kaum wahrnehmbare Übergänge verlaufenden Verkehrswegen sind die Täler der beiden Murg-Quellbäche Langete und Rot im obersten gebirgigen Teil u. a. über Höchi-Gmeinweid miteinander verbunden. Der östlichere Murg-Quellfluss Rot bildet (wie auch die Murg selbst) stets die östliche Kantonsgrenze von Bern, und zwar bis St. Urban zum Kanton Luzern und im untersten Abschnitt zum Kanton Aargau.

Die Rotquelle liegt auf 720 m Seehöhe östlich der Ortschaft Gondiswil und ist im Westen, Süden und Osten vom Einzugsgebiet der Wigger umgeben. Sie fließt in Nordrichtung ab und erreicht nach 4 km die Ortschaft Großdietwil (571 m), in der von rechts der Fischbach zufließt, durch dessen Tal eine Straße über Leimbütz ins Lutherntal führt. Kaum 2 km flussabwärts von Großdietwil passiert die Rot die Ortschaft Altbüron (im Bild unten), von wo Straßen einerseits in Ostrichtung über Rike ins Wiggergebiet, und andererseits in Nordrichtung über Säget ins Quellgebiet des rechten Aarezuflusses Pfaffneren führen.

Andreas Peters, CC BY-SA 3.0 de

Unterhalb von Altbüron fließt der Rot der Melchnauer Dorfbach von links zu, aus dessen Tal über Höchi-Gmeinweid eine Nebenstraße ins Langetetal und über den Übergang Laupere eine überregionale Straßenverbindung nach Gondiswil ins Wiggergebiet führen. Nach östlichem Zufluss des Groppebaches bei der 4 km unterhalb der Dorfbachmündung gelegenen Ortschaft St. Urban (im Bild unten das dortige Kloster) wird die Rot zum Grenzfluss zwischen Bern und Aargau, passiert die Ortschaft Roggwil im Osten, vereinigt sich an deren Nordrand mit der Langete, die kurz vorher die Kleinstadt Langethal (481 m), den Hauptort des Murggebietes durchflossen hat, zur Murg und mündet 2 km später bei Murgenthal in die Aare.

Drzoom, CC BY-SA 3.0

Nach dem Murgzufluss bildet die Aare bis nach der Stadt Aarburg für über 10 km die Kantonsgrenze zwischen Solothurn (Nordufer) und Aargau (Südufer). Kurz vor Aarburg fließt ihr in der Ortschaft Rothrist (395 m) die 15 km lange Pfaffneren -, aus deren Quellgebiet über den Übergang Säget eine Straße ins Murggebiet führt, und unmittelbar danach die im Unterlauf die Berner Voralpen von den Zentralschweizer Voralpen trennende Wigger zu, deren Täler durch das Äberdingerhöchi miteinander verbunden sind.

Die 41 km lange Wigger entspringt im Kanton Luzern im Napfgebiet (Berner Voralpen) auf rund 1.300 m Seehöhe. Sie fließt in Nordrichtung und ihr rechter Nebenfluss Seewag sowie ihr unterer Flusslauf bilden die Grenze zwischen den Ausläuferhügeln der Berner Voralpen im Westen und der Zentralschweizer Voralpen im Osten. Nach ihrem Ursprung am Nordhang des Napfs heißt sie Enziwigger (im Bild unten) und fließt in Nordrichtung zwischen ihren späteren Zuflüssen Buchwigger im Osten und Luthern im Westen. Mit dem Tal der Buchwigger ist das Enziwiggertal durch die Übergänge Mörisegg und Mettenberg verbunden. Weiters führt aus ihrem Tal eine Straße über den Chrüzstigen ins Tal ihres linken Zuflusses Luthern.

© hvwiggertal.ch

In der 7 km flussabwärts von Hergiswil gelegenen Stadt Willisau (555 m, im Bild unten die Altstadt) vereinigt sich der auch Änziwigger geschriebene Bach mit der Buchwigger zur Wigger und nimmt als solche am Ostrand von Willisau von rechts (Süden) die die Berner Voralpen von den Zentralschweizer Voralpen trennende Seewag auf, aus deren Tal eine Straße über den Menznausattel ins Reussgebiet führt. Selbst zum Grenzfluss zwischen den genannten Gebirgsgruppen geworden nimmt die Wigger vor der Ortschaft Schötz (504 m) von rechts die Rot (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Murg-Quellfluss) auf, aus deren Tal über die Übergänge Grueb und Rüediswiler Moos ebenfalls Straßen ins Reussgebiet -, und über das Ränzliger Höchi zum vom rechten Aarezufluss Suhre entwässerten Sempachersee führen.

Patrick Kurmann, CC BY-SA 4.0

In der 3 km weiter flussabwärts gelegenen Ortschaft Nebikon (487 m) nimmt die Wigger von links die Luthern auf, aus deren Tal- und Nebentälern über die Übergänge Rike, Leimbütz, Laupere, Huttwilberg, Huttwil und Chalberweid Straßen ins Murggebiet -, und über den Chrüzstigen ins Tal der Enziwigger führen. Von rechts fließt ihr die Ron zu, deren Flusslauf die Bahn folgt und über das Wauwiler Moos (im Bild unten), das bis 1859 vom Wauwilersee bedeckt war und auf dem heute eine Justizvollzugsanstalt steht, zum Sempachersee verläuft. Von Wauwil führt in Nordrichtung eine Passstraße über das Chätzigerhöchi nach Dagmersellen.

© Gemeinde Wauwil

Nördlich von Nebikon erreicht bei der Ortschaft Dagmersellen von Osten die Autobahn A 2 (Abschnitt Luzern-Ofteren) das Wiggertal, die vom Sempachersee kommt und die Wasserscheide Suhre/Wigger bei Sursee an einem namenlosen Übergang überwunden hat. Auch die von Wauwil und dem Chätzigerhöchi kommende Straße erreicht hier das Wiggertal. Von der Ortschaft Dagmersellen (im Bild unten) verlässt eine Bergstraße das Wiggertal in Ostrichtung und führt über den Übergang Lätte ins Suhretal.

Roland Zumbuehl, CC BY-SA 4.0

Die Wigger überschreitet zwischen Reiden und Zofingen (437 m) die Kantonsgrenze zu Aargau und es fließt ihr dort von links der Huebbach zu, durch dessen Tal über das Äberdingerhöchi eine Straße nach Pfaffnau ins Tal der Pfaffneren führt. Zwischen Oftringen und Rothrist erreicht die Wigger 3 km unterhalb von Zofingen, von wo in Ostrichtung mehrere Straßen (wie beispielsweise über den Fenchrüti) ins Ürketal führen, die Aare (im Bild unten).

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Die Aare tritt nach der Stadt Aarburg in Nordrichtung in den Kanton Solothurn über, um nach kaum 3 km, nachdem sie den Eisenbahnknotenpunkt Olten (390 m, größte Stadt Solothurns) passiert hat, in Ostrichtung zu drehen und nach weiteren 11 km endgültig in den Kanton Aargau überzutreten. Sie passiert dessen an der Kantonsgrenze liegenden Hauptort Aarau (379 m, im Bild unten), an dessen Ostrand ihr die Suhre (auch Sure) von Süden zufließt.

Voyager, CC BY-SA 3.0

Der Ursprung der 34 km langen Suhre ist der im Kanton Luzern liegende Sempachersee (504 m), dessen größter Zufluss die Große Aa ist, aus deren Einzugsgebiet neben zahlreichen über namenlose Übergänge aus dem Wiggertal kommenden und nach Luzern weiter führenden Hauptverkehrsrouten auch über das Recketschwandhöchi eine Straße ins Reussgebiet führt. Vom oberen Suhretal führt eine Straße über Lätte und das Ränzliger Höchi ins Wiggertal. Das Suhretal hat nur ein nennenswertes linkes Nebental, nämlich jenes der 17 km langen Ürke, die im Oberlauf (im Bild unten) Grenzbach zwischen den Kantonen Aargau (linke Bildhälfte) und Luzern ist, aus dem mehrere Straßen, u. a. über das Fenchrüti zum Unterlauf der Wigger führen. Das Ürketal ist mit dem Suhretal über den Wiliberg verbunden.

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Von den rechten Suhre-Nebentälern sind nur das Wynatal und das Ruederchetal erwähnenswert, die mit dem Suhretal über die Übergänge Moorberg/Rütihof, Bööler Passhöchi und Bänkelloch verbunden sind. Der Pfaffenberg verbindet die genannten Nebentäler miteinander. Aus dem Wynatal führen in Ostrichtung über den Breitenberg, Dürrenäsch, Steinenberg, Wampfle und Tätschbüel Straßen ins benachbarte Tal des linken Bünzzubringers Aabach bzw. zu den von diesem durchflossenen Seen (Hallwilersee und Baldeggersee).

Die Aare passiert 10 km unterhalb der Suhremündung von Ost- in Nordrichtung drehend die Ortschaft Möriken-Wildegg, wo von rechts die 30 km lange Bünz zufließt (359 m), der unmittelbar vor ihrer Einmündung noch von links der den Baldeggersee und Hallwilersee entwässernde Aabach zufließt. Aus dem Bünztal, das unmittelbar westlich des Reusstales verläuft, überwinden südlich des Übergangs Brunegg zahlreiche Verkehrswege an namenlosen Übergängen den sanften zwischen Bünz- und Reusstal liegenden Hügelzug. Aus dem auch Luzerner Seetal (Bild unten) genannten Aabachtal führen Straßen über die Horben-Hochebene ins Reussgebiet sowie über Breitenberg, Dürrenäsch, Steinenberg, Wampfle und Tätschbüel ins Suhregebiet. Bünz- und Aabachtal sind durch den Übergang Schlatt miteinander verbunden.

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Nachdem die Aare 4 km nördlich der Bünzmündung von der Autobahn A 3 (Basel-Sargans) überquert worden ist, passiert sie die Habsburg (letzter Übergang ins Reusstal) und erreicht das Wasserschloss der Schweiz genannte Talbecken, wo ihr von rechts die Reuss (330 m, im Bild unten kurz vor der Mündung) und unmittelbar danach die Limmat (328 m) zufließen, deren Einzugsgebiete in den Folgekapiteln gesondert beschrieben werden.

Badener, CC BY-SA 3.0

Nach der Reussmündung verlässt die Aare das Alpengebiet und passiert nach der Limmatmündung innerhalb des Juragebietes eine Klus, umspült das auf der Insel Beznau gelegene AKW (im Bild unten), nimmt bei Döttingen (322 m) von rechts den am Ostabhang des Lägeren nahe Dielsdorf entsprungenen Jurafluss Surb auf, wird bei Gippingen nochmals zum Klingnauer Stausee (318 m) aufgestaut und mündet 600 m unterhalb des Stauwehrs bei Koblenz auf 311 m Seehöhe in den Hochrhein.

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