Vereinatunnel (Eisenbahn) und der weitere Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Rheins nach dem Schweizer Alpengebiet

1.463 m, Rätische Alpen, Rhein/Donau

Der über 19 km lange Vereinatunnel ist das Kernstück der meterspurigen Vereinalinie Klosters-Sagliains der Rhätischen Bahn (RhB). Diese bildet nicht nur ein Bindeglied zwischen den RhB-Strecken in Nordbünden und im Engadin, sondern schafft mittels Autoverladung auch eine schnelle und wintersichere Anbindung des Unterengadins an das schweizerische Nationalstraßennetz via Klosters und die Prättigauerstraße. Der Vereinatunnel ist der weltweit längste Meterspur-Eisenbahntunnel. Die Vereinastrecke beginnt in Klosters (1.191 m), wo sie vom vorhandenen Stammnetz der Rhätischen Bahn abzweigt und sich im Zugwaldtunnel dem Verladebahnhof Selfranga (1.281 m) nähert. Der Vereinatunnel ist wie die übrige Strecke eingleisig ausgeführt, jedoch befindet sich etwa in der Mitte eine vollautomatische Ausweichstelle (Kreuzungsstelle Vereina). Er verläuft ab Selfranga in Südostrichtung ins Unterengadin und hat seinen Scheitelpunkt auf 1.463 m Seehöhe. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h kann ein Zug den Tunnel in 17 Minuten durchfahren.

© gr.ch

Bei der Dienststation Sasslatsch Nord (Tunnelmeter 18.759 ab Selfranga) gabelt sich der Tunnel. Die Hauptröhre führt über weitere 1.432 m zur Autoverladestation Sagliains, wo auch ein Anschluss an die Engadinerlinie nach Lavin-Scuol-Tarasp besteht. Für Züge nach dem Oberengadin wurde der Tunnelast Sasslatsch II gebaut, der nach einer scharfen, 277 m langen Rechtskurve bei der Dienststation „Sasslatsch II“ endet (Gesamtlänge mit Vereinatunnel 19.036 m) und in die Engadinerlinie Richtung Bever-Samedan-Pontresina mündet.

Wasserscheide  Rhein Donau
Abflüsse  Landquart – Rhein Inn – Donau
Mündung  Atlantik Schwarzes Meer
Andres Passwirth, CC BY-SA 3.0
von Verlauf der Einzugsgebietsgrenze des Rheins im Schweizer Alpengebiet bis
Vereinatunnel In Nordrichtung den Nordabhängen des Piz Fless folgend passiert die Rhein(Landquart)/Donau(Inn)-Wasserscheide den Vereinapass (2.585 m), verläuft über die (3-gipfeligen) Plattenhörner (3.220 m, im Bild oben), das Verstanclahorn (3.135 m), den vergletscherten Silvrettapass (2.994 m) und erreicht am Signalhorn (3.207 m) die Staatsgrenze zu Österreich (Bundesland Vorarlberg), auf der auf der Rheinseite das Einzugsgebiet der Ill beginnt.

Als Rhein(Ill)/Donau(Inn)-Wasserscheide folgt sie in Ostrichtung der Staatsgrenze über den Piz Buin (3.312 m, höchster Berg Vorarlbergs) bis zum Dreiländerspitz (3.197 m), der das Dreiländereck zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und den österreichischen Bundesländern Vorarlberg und Tirol bildet (im Bild unten die dortige Grenzmarke), von wo sie das Schweizer Staatsgebiet in Nordrichtung als Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol verlässt.

Dreiländerspitz
© molldu.at/Christian, Gäbi

Innerhalb Österreichs verläuft die Rhein/Donau-Wasserscheide nach der Dreiländerspitze (siehe dazu auch die Ausführungen im Band 5) zwischen dem Vorarlberger Vermuntgletscher und dem Tiroler Jamtalferner und fällt sodann zur Bielerhöhe ab, durchquert nach dieser die Verwallgruppe, verlässt nach dem Arlbergpass in den Lechtaler Alpen nach dem Valfagehrjoch, auf dem auf der Donauseite das Einzugsgebiet des Lech beginnt, die Landesgrenze, durchquert als Rhein(Ill)/Donau(Lech)-Wasserscheide nach dem Flexenpass innerhalb Vorarlbergs das Lechquellengebirge, in dem auf der Braunarlspitze (im Bild unten das Gipfelkreuz) auf der Rheinseite das Einzugsgebiet des Bodensees (über die Bregenzer Ach) beginnt, geht als Rhein(Bodensee)/Donau(Lech)-Wasserscheide am Hochtannbergpass in die Allgäuer Alpen über, in denen sie ab der Höferspitze zur Rhein(Bodensee)/Donau(Iller)-Wasserscheide wird, als solche am Hohen Ifen die Staatsgrenze zu Deutschland (Freistaat Bayern) überschreitet und die deutschen Kontinentalwasserscheideübergänge Rohrmoossattel, Riedbergpass, Hinterstaufen, Kalzhofen, Stixner Joch, Diepolz, Hellengerst, Schwarzerd und Leutkirch-Hundhöfe passiert, die auf der Rheinseite über Bregenzer Ach, Abens und Schussen in den Bodensee entwässern (siehe dazu Ausführungen im Band 6 Kap. Deutschland).

Kauk0r, CC BY-SA 3.0

Am Nordwestende der Allgäuer Alpen wechselt sie ins deutsche Bundesland Baden-Württemberg und geht in Westrichtung drehend ins Schwäbische Alpenvorland über, in dem nur mehr kurze Alpenvorlandbäche einerseits in Nordrichtung die Donau erreichen (Riß, Schwarzach, Ostrach und Ablach), und andererseits in Südrichtung von den Alpenvorlandübergängen Mattenhaus-Bad Waldsee, Lampertsweiler, Pfrunger-Burgweiler Ried, Höchsten, Pfullendorf und Schwackenreute dem Bodensee zustreben (Schussen, Rotach, Linzer (Seefelder) Aach und Stockacher Ach). Die Kontinentalwasserscheide verläuft parallel zum Nordufer des Bodensees (Obersee und Überlingersee) bis zum Gemeindegebiet von Mühlingen, an dessen Nordwestrand sie das Alpenvorland (und damit auch das Alpengebiet) verlässt und ins Juragebirge übertritt.

Travus, CC BY-SA 3.0

Weiter in Westrichtung wird die Rhein(Bodensee)/Donau-Wasserscheide unterirdisch von dem vom Donautal zum Aachtopf fließenden und dort als Bodenseezufluss Radolfszeller Aach austretenden Donauwasser und von der A 81 (Bodenseeautobahn) gequert, strebt danach dem südlichen Schwarzwald zu und es endet in diesem Abschnitt auf der Rheinseite das Einzugsgebiet des Bodensees und es beginnt jenes des Hochrheins (über dessen Zuflüsse Biber und Wutach).

Die Kontinentalwasserscheide passiert die 9 km südlich von Donaueschingen gelegene zur Gemeinde Hüfingen (im Bild unten) gehörende Ortschaft Hausen vor Wald, verläuft in Westnordwestrichtung weiter entlang einer schmalen Hügelkette, die den südlich gelegenen Rheinzubringer Gauchach (über die Wutach) vom nördlichen Bregzufluss Brändbach trennt, geht in dessen Quellgebiet am Höchstberg (1.101 m) in Nordwestrichtung und (in Umgehung der Quellen diversester Bregzuflussbäche) am Steinbühl (1.141 m) in Nordrichtung, bis sie die am Ostabhang des Resseck (1.154 m) gelegene Martinskapelle (1.091 m), die an der auch Donauursprung genannten Bregquelle liegt, erreicht, und ab dort die Quellen südlich gelegener Brigachzuflussbäche von den Quellgebieten der Oberrheinzuflüsse Elz, Kinzig (münden in Kehl in den Oberrhein) und Neckar trennend in Nordostrichtung weiter verläuft.

Engie, CC BY-SA 3.0

Nach einer kurzen Südausbuchtung rund um Schwenningen, mittels der das Quellgebiet des fast 380 km langen in Nordwestrichtung abfließenden Neckar (Mündung in Mannheim) umgangen wird, verlässt die Rhein(Neckar)/Donau-Wasserscheide (wieder in Nordostrichtung), nachdem sie neuerlich (diesmal nördlich von Donaueschingen) von der Bodenseeautobahn A 81 (Abschnitt Stuttgart-Radolfzell) gequert worden ist, ins Juragebiet übertretend das Schwarzwaldgebiet und verläuft über den Lemberg (1.015 m, höchster Berg der Schwäbischen Alb, im Bild unten) und danach entlang deren Hauptkamm, auf dem auf der Rheinseite das Einzugsgebiet des 527 km langen Main beginnt, der bei Mainz-Kostheim in den Oberrhein mündet.

Captainoliver

Als Rhein(Main)/Donau-Wasserscheide verläuft die Kontinentalwasserscheide bis zur Frankenhöhe, wobei sie auf diesem Weg von der Autobahn A 8 (Abschnitt Ulm-Stuttgart), bei Rothenburg ob der Tauber von der Autobahn A 6 (Abschnitt Heilbron-Nürnberg) und mehrmals von der Autobahn A 7 (Abschnitt Ulm-Würzburg) gequert wird. Vor der Frankenhöhe wechselt die Rheingebietsgrenze von Baden-Württemberg nach Bayern und von der Schwäbischen Alb zur Fränkischen Alb.

Deren Hauptkamm folgend wird sie von der Autobahn A 9 (Abschnitt Ingolstadt-Nürnberg), dem Rhein-Main-Donaukanal (im Bild unten das Scheitelhöhendenkmal) und der Autobahn A 3 (Abschnitt Nürnberg-Regensburg) gequert.

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Sie dreht danach in Nordrichtung und erreicht, – nachdem sie im Osten Nürnbergs von der Autobahn A 6 (Nürnberg-Pilsen) gequert worden ist -, das Fichtelgebirge, wo der Mainquellfluss Weißer Main entspringt (im Bild unten) und jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Donau (und damit des Mittelmeeres) endet und jenes des Nordseezuflusses Elbe beginnt.

Schubbay, CC BY-SA 3.0

Im Fichtelgebirge verlässt die Einzugsgebietsgrenze des Rhein die Nordrichtung beibehaltend die von dort in Südostrichtung als Elbe/Donau-Wasserscheide weiter verlaufende Europäische Hauptwasserscheide und verläuft innerhalb des Einzugsgebietes der Nordsee als Rhein(Main)/Elbe-Wasserscheide über die Münchberger Hochfläche, auf der sie neuerlich von der A 9 (Abschnitt Nürnberg-Leipzig) gequert wird, über den in Nordwestrichtung verlaufenden Hauptkamm des Frankenwaldes (795 m), an dessen Ende sie nach Thüringen wechselt und zum Thüringer Schiefergebirge ansteigt, in dem am Bleßberg (865 m, im Bild unten) jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Elbe endet und jenes der Weser (über deren Quellfluss Werra) beginnt.

Presse03, CC BY-SA 3.0

Die nunmehrige Rhein(Main)/Weser-Wasserscheide verlässt den in Nordwestrichtung verlaufenden Hauptkamm des Thüringer Waldes in Südwestrichtung, überschreitet die bayerische Grenze, wird nördlich von Coburg von der Autobahn A 73 (Abschnitt Bamberg-Suhl) gequert, folgt in Westrichtung dem das linke Werraufer begleitenden Hügelzug, kehrt nach Thüringen zurück, durchläuft in Westrichtung einige Kilometer Thüringen, erreicht am Grabfeld (679 m) wieder die bayerische Grenze und folgt in Nordwestrichtung dem Grenzverlauf Thüringen/Bayern bis zum das Dreiländereck Thüringen/Bayern/Hessen bildende Rhön-Gebirge.

Sie verlässt dieses in Südwestrichtung dem Grenzverlauf zwischen Bayern und Hessen folgend, wird bei Bad Brückenau von der Autobahn A 7 (Abschnitt Würzburg-Fulda) gequert, tritt auf hessisches Gebiet über und verläuft entlang des 13 km langen Hessischen Landrückens (529 m), der bei der Kleinstadt Schlüchtern (im Bild unten) sowohl von der Eisenbahn, als auch von der Autobahn A 66 (Abschnitt Frankfurt-Fulda) gequert wird, bis zum Vogelsberg (773 m), auf dem auf der Rheinseite der Wasserscheide das Einzugsgebiet der 246 km langen Lahn beginnt, die in Rheinland-Pfalz im Gebiet des UNESCO-Welterbe-Oberes Mittelrheintal auf 61 m Seehöhe in Lahnstein im Rheinischen Schiefergebirge in den Mittelrhein mündet.

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Weiter in Nordrichtung entlang der Oberhessischen Schwelle, die westlich von Romrod von der Autobahn A 5 (Abschnitt Gießen-Hattenbacher Dreieck) gequert wird, verläuft die Rhein(Lahn)/Weser-Wasserscheide zum südlichen Kellerwald, von dort in Nordwestrichtung entlang des Burgwaldes (443 m) tritt sie nach der Sackpfeife (674 m) nach Nordrhein-Westfalen über.

Durch das Wittgensteiner Land (im Bild unten) erreicht sie das Rothaargebirge, in dem die rechten Rheinzuflüsse Lahn, Sieg (Rheineinmündung nach 155 km bei Bonn auf 45 m Seehöhe) und Ruhr (erreicht nach 219 km auf 20 m Seehöhe bei Duisburg den Niederrhein) entspringen.

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Die nach kurzem Verlauf als Rhein(Sieg)/Weser-Wasserscheide zur Rhein(Ruhr)/Weser-Wasserscheide gewordene rechte Einzugsgebietsgrenze des Rhein folgt dem Hauptkamm des Rothaargebirges in Nordnordostrichtung, vereinigt sich am Hopperkopf (832 m) wieder mit der Grenze zu Hessen und verläuft, – den Upland genannten hessischen Teil des überwiegend zu Nordrhein-Westfalen gehörenden Hochsauerlandes westlich begrenzend -, bis zum Langenberg (843 m), tritt wieder nach Nordrhein-Westfalen über und durchläuft die Briloner Hochfläche (im Bild unten).

Malchen53, CC BY-SA 3.0

Die rechte Rheineinzugsgebietsgrenze erreicht nach dem Sintfeld (456 m) den Südrand des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge, wird in diesem bei Meerhof von der Autobahn A 44 (Abschnitt Dortmund-Kassel) gequert, folgt die Nordrichtung beibehaltend dem Hauptkamm des Eggegebirges (464 m), in dem die 220 km lange Lippe entspringt, die bei Wesel auf 18 m Seehöhe in den Niederrhein mündet, und fällt als Rhein(Lippe)/Weser-Wasserscheide von dessen Nordende in Nordwestrichtung entlang des Kammes des Teutoburger Waldes (im Bild unten) in die Stadt Detmold ab, in der unweit des Hermann-Denkmals der Dreiflussstein steht, wo jenseits des Rheingebietes das Einzugsgebiet der Weser endet und jenes der Ems beginnt.

Arminia, CC BY-SA 3.0

Ab Detmold verläuft die Rhein(Lippe)/Ems-Wasserscheide, nachdem sie den Kamm des Teutoburger Waldes verlassen hat, in Westrichtung entlang des das Nordufer der Lippe begleitenden Hügelzuges und passiert südlich der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, wo sie von der Autobahn A 33 (Abschnitt Bielefeld-Paderborn) gequert wird, die Emsquellen (im Bild unten).

Tola69, CC BY-SA 3.0

Südlich von Bekum wird die Rhein(Lippe)/Ems-Wasserscheide auch von der Autobahn A 2 (Abschnitt Bielefeld-Dortmund) gequert, durchläuft die auf der Wasserscheide liegenden nördlichen Stadtbezirke der Stadt Hamm, dreht, – nachdem sie südlich von Ascheberg von der Autobahn A 1 (Abschnitt Münster-Dortmund) gequert worden ist -, scharf in Nordnordwestrichtung und wird bei Senden (59 m) vom Dortmund/Ems-Kanal (im Bild unten) gequert.

Jonaslange, CC BY-SA 3.0

Bei Appelhülsen wird die Rhein(Lippe)/Ems-Wasserscheide von der Autobahn A 43 (Abschnitt Münster-Bochum) gequert, verläuft westlich der Stadt Münster in den Baumbergen zwischen dem östlich gelegenen Quellgebiet des Emszuflusses Münstersche Aa und dem westlich gelegenen Quellgebiet der 182 km langen Vechte (letzter rechter Rhein-Nebenfluss) weiter in Nordrichtung, erreicht als Rhein(Vechte)/Ems-Wasserscheide die das Westufer der Ems begleitenden Münsterländer Kiessandzug genannte Hügelkette, folgt dieser in Nordrichtung, überschreitet nach Neuenkirchen die Grenze zu Niedersachsen, passiert die Autobahnkreuzung A 30/A 31, folgt ab Nordhorn allmählich in Westrichtung drehend und das Ems-Einzugsgebiet verlassend dem dort kaum mehr 30 m Seehöhe erreichenden, das rechte Ufer des Zwarte-Water-Zuflusses Vechte (im Bild unten bei Dalfsen kurz vor der Mündung ins Zwarte Water) begleitenden Hügelzug, überschreitet bei Emmen (Provinz Drenthe) die niederländische Grenze und endet 50 km weiter westlich unter Meeresniveau am Zwarte Meer nordwestlich der Provinzhauptstadt Zwolle (Provinz Overijssel).

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Dort erreicht auch die IJssel (dt: Issel, auch Gelderländische oder Geldernsche Issel genannt), der östlichste Mündungsarm des Rheindeltas, der nach Arnheim vom Nederrijn abzweigt und rund 11% des Rheinwassers mit sich führt, das Ijsselmeer (im Bild unten die Mündung), wobei ihr kurz vorher im sogenannten Katelmeer der Abfluss des Zwarte Meeres zufließt, weshalb das Zwarte Water und alle seine Zuflüsse (wie z. B. die Vechte) als Rhein-Nebenflüsse gelten.

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Die oben erwähnte präzisierende Bezeichnung dieses Mündungsarms als Geldernsche IJssel ist deshalb tunlich, da es in den Niederlanden einen weiteren Fluss namens IJssel, nämlich die 46 km lange Hollandse IJssel (samt deren Nebenfluss Kromne IJssel) gibt, die in den Provinzen Utrecht und Südholland von Nieuwegein über Gouda nach Rotterdam fließt und dort in die Nieuwe Maas mündet. Dieser ehemalige Flusslauf der Maas entsteht durch Vereinigung zweier Rheinmündungsarme (Lek und Noord), passiert Rotterdam, vereinigt sich mit der Oude Maas und erreicht als Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland (im Bild unten) die Nordsee.

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Das IJsselmeer, das man auf Niederländisch mit dem dort typischen, an einen stimmbrüchigen Ozelot erinnernden Timbre ausspricht, ist vom Wattenmeer der Nordsee durch den 32 km langen und 90 m breiten Abschlussdeich getrennt, der seit 1932 den einstigen Meeresarm Zuiderzee absperrt und es erlaubte, durch Kombination weiterer raffinierter Damm- und Schleusenbauten sowie diversen Pumpanlagen dem knapp unter Nordsee-Niveau liegenden Gebiet des heutigen IJsselmeeres (heute größter Süßwassersee der Niederlande) fruchtbares Ackerland abzutrotzen. Gerüchteweise soll von Gott die Welt erschaffen worden sein, nachweislich wurde jedenfalls fast die Hälfte Hollands auf diese Art und Weise von den Holländern geschaffen.

User -jha- on de.wikipedia; Der Abschlussdeich mit Blick auf die Nordsee (links); am rechten Bildrand das tiefer liegende IJsselmeer

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