Po(Maira-Adda)-Gebiet

Dieses Gebiet liegt im Kanton Graubünden in den Rätischen Alpen und wird innerhalb der Schweiz vom Alpenhauptkamm zu den Einzugsgebieten von Rhein und Donau, sowie von der Staatsgrenze zu Italien begrenzt. Es handelt sich dabei um das Bergell (it: Val Bregaglia) genannte vom Adda-Zufluss Mera durchflossene Tal, das vom Malojapass in Westrichtung bis zur italienischen Stadt Chiavenna verläuft. Der obere und weitaus größte Teil des Tals gehört zum Kreis Bergell des Schweizer Kantons Graubünden und ist eines der 4 italienischsprachigen Südtäler dieses Kantons. Der untere italienische Teil gehört zur lombardischen Provinz Sondrio. Die folgende Abgrenzungsbeschreibung erfolgt im Uhrzeigersinn ab dem Übertritt des in der Schweiz Maira genannten Flusses Mera nach Italien bei Castasegna (im Bild unten).

Hansueli Krapf, CC BY-SA 3.0

Die Abgrenzung des Schweizer Maira-Gebietes folgt ab Castasegna in Nordrichtung der Staatsgrenze das Val Luver aufwärts bis zum Ostgipfel (2.876 m) des in der Kamm- und Gipfelkette des Alpenhauptkamms liegenden Piz Gallagium. Die Maira-Gebietsgrenze trennt sich von der Staatsgrenze, folgt ab dort dem Alpenhauptkamm (als Grenze zum Rheingebiet) in Ostrichtung auf Schweizer Staatsgebiet und fällt zum Sattel des Passo da la Prasgnola (2.724 m) ab. Sie verläuft über Pizzun (2.966 m) und Piz da Cävi (2.846 m), dreht am Piz dal Märc (2.948 m) in Nordostrichtung, verläuft über Gletscherhorn (3.107 m), Piz Piot (3.053 m), Juverjoch (2.765 m) und Piz Turba (3.018 m) zum Piz Forcellina (2.939 m), sodann in Ostrichtung den Septimerpass (2.310 m) passierend zum Piz dal Sac (2.720 m) und erreicht an dessen Nordostfuß am Lunghinpass (2.645 m, im Bild unten der historische Saumpfad zur Passhöhe) jenen hydrologisch markanten europäischen Wasserscheidepunkt, an dem sich die Einzugsgebietsgrenzen von Adria, Atlantik und Schwarzen Meer treffen.

© ivs.admin.ch/dokumentation

Die Maira(Po)-Gebietsgrenze folgt weiter dem ab dort die Trennlinie zum Donau(Inn)gebiet bildenden Alpenhauptkamm, der nach dem Piz Lunghin (2.780 m) den Malojapass (1.815 m) passiert und zwischen dem Val Forno im Westen und dem Val Fedoz im Osten in Südrichtung über Piz da la Margna (3.159 m) und Piz Fedoz (3.190 m) verläuft und am Pizzo del Muretto (3.104 m) wieder die Staatsgrenze erreicht.

Die Maira-Gebietsgrenze folgt ab dort wieder in Südwestrichtung der Staatsgrenze, die am Monte Sissone (3.330 m) in Westrichtung dreht, über den Pizzo di Zocca (3.174 m) und den Piz Badile (3.308 m) den Pizzo die Vanni (2.797 m) erreicht, von dem sie in Nordwestrichtung durch das Val Casaggina ins Bergell abfällt, dieses bei Castasegna erreicht und somit zum Ausgangspunkt gegenständlicher Gebietsumschreibung wieder zurückkehrt.

Die 50 km lange Maira entspringt an den Nordhängen des Piz Duan (3.131 m), durchfließt vorerst in Ostrichtung das Val Maroz und nimmt mehrere vom Septimerpass und Lunghinpass kommenden Bäche auf.

C.Koltzenburg, CC BY-SA 2.0 de; Blick in Westrichtung das Val Maroz aufwärts mit Piz Lunghin (rechts)

Am Talende bei Casaccia (1.458 m) erreicht die Maira das Bergell, dreht in Südrichtung, nimmt von links die das Val Forno entwässernde und den Südfuß des Malojapasses passierende Orlegna auf und dreht nach 7 km bei Vicosoprano (1.067 m, im Bild unten) in Westrichtung.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Die Maira passiert danach noch Borgonovo (1.043 m) und die 7 km flussabwärts gelegene Ortschaft Bondo (802 m) und erreicht nach weiteren 4 km Castasegna, wo die Grenztäler Val Luver (von Norden) und Val Casaggnia (von Süden) ins Bergell (im Bild unten vom Malojapass gesehen) münden (686 m) und sie als Mera auf italienisches Staatsgebiet übertritt.

Adrian Michael, CC BY-SA 3.0

Die Mera erreicht 12 km westlich ihres Grenzübertritts bei Chiavenna (333 m) den Talausgang des Bergells, nimmt von Norden (rechts) den vom Splügenpass abfließenden Liro auf, dreht in Südrichtung und wird zum Grenzfluss zwischen den Westalpen (Lepontinische Alpen) und den Ostalpen (Rätische Alpen), durchfließt den Lago di Mezzola und mündet 26 km unterhalb von Chiavenna bei Gera Lario in den von der Adda durchflossenen Comosee (199 m).

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